#74 A, B, C, D, E, F

Once we were Islands

20.november 2015 premiere
21.+22.november 2015

>>>ENGLISH

„Uns fehlt es nicht an Kommunikation. Im Gegenteil, wir haben zu viel davon. Uns fehlt es an Gestaltung. Uns fehlt es an Widerstand gegenüber der Gegenwart.“
McKenzie Wark, A Hacker Manifesto (Version 4.0)

Drei Frauen sitzen an Schreibtischen in einem abgedunkelten Raum und lesen eine fragmentierte Partitur zu einer sich zunehmend auflösenden Choreographie von Lichtsignalen ihrer Schreibtischlampen. Sie sind Teil einer Maschine, die versucht in dem fragmentierten Dialog Sinnzusammenhänge zu schaffen. Die Fragmentierung folgt einem Algorithmus, der alle Teile nach einem Zufallsprinzip kombiniert. So entstehen neue Textkombinationen, die absurd sind oder ungewollte Bedeutungen generieren und die Identitäten der Sprecherinnen verschieben. Eine Collage aus Kontext, Identität und Austauschbarkeit entsteht. Nach welchen Mustern funktionieren in einer Welt von Online-Profilen und kommerzialisiertem Individualismus Diskurse und Identitätskonstruktion?
A, B, C, D, E, F ist eine thematische Untersuchung von Identität und Beziehungen zu anderen und sucht Antwort auf eine zunehmende Kommodifizierung, die uns in qualitativ messbare Codes zerlegt. Anhand von Klicks, Likes, Smiles und Anzahl der Reposts werden Punkte-basierte Einwanderungssysteme, Online-Dating-Webseiten und Beliebtheitsquotienten generiert. Die Gegenwart wird zunehmend durch den futuristischen Diskurs und Science Fiction verstehbar und damit die Grundfrage von Stanisław Lem’s Roman Solaris (1961) neu gestellt. Wie können wir bedeutungsvoll mit uns selbst kommunizieren in einer Welt, in der nichtmenschliche Intelligenz ein ständiger Fürsprecher unserer zwischenmenschlichen Beziehungen ist?

Once We Were Islands ist eine Kollaboration zwischen den beiden künstlerischen Leitern Chris Gylee und Richard Aslan. Ihre Arbeit bedient sich der Performance, Choreographie und Installation und gründet auf Erfahrungen des Zuschauer-Enactments und der Dokumentation, mit dem Ziel, innovative künstlerische Formen zu schaffen. Ihre momentanen Untersuchungen umfassen: Migration, Hierarchien, Menschsein und Identität, Empathie, Prozesse des Wandels, Kategorien, Gender und Queerness. Partituren und das Entwerfen von Partituren sind ein Hauptfokus ihrer Arbeit.

IN ENGLISCHER SPRACHE

von ONCE WE WERE ISLANDS mit CLAUDIA BASRAWI / SARAH CALVER / RAHEL SAVOLDELLI text / sound RICHARD ASLAN raum / kostüme CHRIS GYLEE dramaturgie O.W.W.I. / CAROLINA ORTEGA administration EHRLICHE ARBEIT – FREIES KULTURBÜRO

eine produktion von once we were islands in kooperation mit dem ballhaus ost
gefördert durch das bezirksamt pankow, amt für weiterbildung und kultur – fachbereich kunst und kultur

BA Pankow



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