#83 And then we took Berlin

Peca Stefan / Anne Rabe / Suite42

19.+20.+21.+22.januar 2017
jeweils 20:00 uhr

14.januar 2016 premiere
15.+16.+17.januar 2016

15 / 10 EURO
KARTEN

„Ich möchte, dass die Mauer wiederkommt.“

Berlin 1970 – 1989 – 2015. In der DDR der 70er Jahre übten die „dunklen Vollblutmusiker“ aus Rumänien eine große Faszination aus. Sie kamen auf Einladung der Agenturen, sangen die Hits von anderen und siegten über die Systeme. Mit dem Fall der Mauer und der rumänischen Revolution war die Zeit der Live-Cover-Bands abgelaufen – noch heute leben die gealterten „Naturtalente“ in Berlin und schustern sich aus einer glorreichen Vergangenheit ihre Identitäten zurecht. And then we took Berlin ist inspiriert von der persönlichen Geschichte des Vaters vom rumänischen Autor Peca Stefan.

„Wenn wir unsere Band in einem demokratischen Land gehabt hätten – wie die Beatles oder die Rolling Stones – wir wären so groß gewesen. Im Kommunismus spielte man eben in einem Restaurant.“

Stayin‘ Alive, Killing Me Softly, Lean On Me – Die Hits waren das Leben der Musiker, hier werden sie zu Narrativelementen ihrer persönlichen Geschichten. Auf der Bühne des Ballhaus Ost, selbst zeitweise ein Ort des stilvollen musikalischen Eskapismus, wird ein Konzert inszeniert, bei dem Gesang und Instrumentierung von Text und Charakteren übernommen werden. Jeder kriegt sein Solo, das Ensemble spielt zusammen, bis es von DJ, Mauerfall und Discokugel zersplittert wird. In der neugewonnenen Freiheit verlieren sich Spieler und Publikum. Damals so nah vorbeigeschrammelt an ewigem Ruhm, prostituieren sie sich heute hochtalentiert auf dem freien Markt.

„Künstler sind alle Huren.“

Das Stück basiert auf tiefgehender Recherche und vielen Gesprächen mit den gealterten Musikern. Peca Stefans Vater war als einer davon erste Inspiration für das Projekt. Für die Macher stellt sich neben der Frage der Repräsentation dieser einzigartigen, zwiespältigen Leute auch die nach möglichen Parallelen zu ihrer eigenen Situation als freie Künstler mit mehr oder weniger marktwirksamen Identitäten innerhalb manipulativer Systeme und den Mechanismen der internationalen Kooperation.

Mit Peter Becker / Roland Bonjour / Jennifer Frank / Jon Kiriac Text Peca Stefan / Anne Rabe (Mitarbeit Lydia Ziemke) Regie Lydia Ziemke Bühne / Kostüme Claire Schirck Licht Eva Alonso Regieassistenz Nina Eckhardt Ausstattungsassistenz Dimitri Staub Produktion / Öffentlichkeitsarbeit ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

EINE PRODUKTION VON SUITE42, BASIEREND AUF EINER IDEE VON PECA STEFAN, IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST
GEFÖRDERT DURCH DEN HAUPTSTADTKULTURFONDS



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