Der freie Fall nach oben

Bastian Winkler / Clarissa Georgi

27.+28.märz 2014

Ottla und Anok sind Geschwister, aber sonst sind sie nichts. Irgendwann nach „Und wenn sie nicht gestorben sind…“ beginnt die Geschichte. Ihre Welt ist ein Zimmer im 21. Stock eines Hauses. Sie warten – warten? Nein. Man muss die Sätze aufsagen, die einem auf der Zunge liegen, dann erinnert man sich, dass man proben muss, proben und proben, um besser zu werden. Es hilft nur eins: Wer stottert muss singen, wer humpelt Hürden laufen auf einem Bein. Ein Zuhause ist kein Zuhause ist ein Trainingslager. Nur so kommt man von unten nach oben. Oder nach Amerika. Wie ER. Von wo er die Sätze mitbringt, wenn er zu Besuch kommt. Ist er nicht gestern erst da gewesen? Wird er heute wiederkommen? Alles deutet darauf hin. Er, Tausendsassa des Erfolgs, Apostel des verbesserten Menschen. Wenn die Geschwister proben bis ihr Bewusstsein wie ein toter Vogel zur Erde fällt, dann hat er die Worte dabei, es wieder aufzurichten.
Der Überlebensinstinkt der Figuren auf der Bühne geht einher mit der Schuld untätig zu sein, betäubungsfähig zu sein, ihre existentiellen Widersprüche und Abgründe zu unterdrücken, um zu funktionieren und ein Bild zu erfüllen.

Ausgehend von der Beschäftigung jedes Einzelnen in seiner Kunst mit der Frage nach dem Verhältnis des inneren und des äußerlich Wahrnehmbaren initiierte Clarissa Georgi die gemeinsame Arbeit an dem Projekt. Bastian Winklers Text hat eine sehr eigene, rhythmische und intensive Sprache. Die Inszenierung bildet eine Symbiose aus Darstellungs- und formgebenden Elementen ganz verschiedener künstlerischer Prozesse; die Figuren werden eingehüllt. Gespielt wird mit Sprache und Text, Video und Skulptur.

Von CLARISSA GEORGI / JAN JAROSZEK / IRIS MUSOLF / JULIA PHILIPPI / MICHAEL SEMPER Text BASTIAN WINKLER Mit Unterstützung von ANNEGRET BAUER / ELISABETH FRIEDRICH / BEN LIESE / KATINKA VAHLE

IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST UND DER THEATERSCHEUNE TEUTLEBEN
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DER EJS BERLIN



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