#106 Der internationale Strafgerichtshof

Gintersdorfer / Klaßen







© Knut Klaßen

13.+14.+15.mai 2016

Die Frage der Gerichtsbarkeit ist nicht nur eine juristische, und so ist an den Ruf nach Gerechtigkeit immer auch eine philosophische, historische, ideologische und nicht zuletzt auch kulturell geprägte Debatte geknüpft. Am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) trifft Erwartung auf juristische Realität, globales Recht auf lokale Zeugenaussagen, Afrika auf Europa und das Individuum auf die Weltgemeinschaft. In dem politischen Tanz- und Theaterstück Der internationale Strafgerichtshof trifft Paragraph auf Choreograph, die Performer sezieren die Machtstrukturen und ertanzen die verschiedenen Vorstellungen von Gerichtsbarkeit.
Ausgehend von den aktuellen Verhandlungen um den wegen Kriegsverbrechen angeklagten Expräsidenten der Elfenbeinküste Laurent Gbagbo und seinen „General der Straße“ Blé Goude konzentriert sich das Ensemble aus ivorischen, deutschen und niederländischen Tänzern und Tänzerinnen auf die Spanne zwischen Ideal und erreichbarer Praxis im internationalen Kontext.
Die rhythmische Struktur des Stückes entsteht durch die Gliederung von sich abwechselnden Sprech-, Tanz- und Spielszenen. In geometrischen Choreographien wird die Komplexität der supranationalen Rechtsprechung demonstriert. Kommandoketten von direkter und indirekter Täterschaft werden vom Team physisch präzise inszeniert, die lokale Dorfjustiz wird als Gegenmodell zum westlichen Rechtsbegriff dargestellt.

mit ANNICK AGBADOU ALIAS „ANNICK CHOCO“ / GOTTA DEPRI / HAUKE HEUMANN / ERIC PARFAIT FRANCIS TAREGUE ALIAS „SKELLY“ / JORIS VAN WIJK / FRANCK EDMOND YAO ALIAS „GADOUKOU LA STAR“ Konzept / Regie MONIKA GINTERSDORFER Konzept / Ausstattung KNUT KLAßEN Dramaturgie NADINE JESSEN Produktionsassistenz CAMILLA KLOSS

EINE PRODUKTION VON GINTERSDORFER / KLAßEN IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM THEATER BREMEN
GEFÖRDERT IM FONDS DOPPELPASS DER KULTURSTIFTUNG DES BUNDES
WIEDERAUFNAHME GEFÖRDERT DURCH DEN REGIERENDEN BÜRGERMEISTER VON BERLIN – SENATSKANZLEI – KULTURELLE ANGELEGENHEITEN



Senat



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