Desaster

Anne Schneider

04.april 2014 berlin-premiere
04.+05.+06.april 2014
22.+24.+25.mai 2014

Ich danke euch, meine lieben Eltern, dass ihr mir ein Bett gegeben habt, worin ich nun ausschlafen kann. Ich danke euch auch, dass ihr mir zu essen und zu trinken gegeben habt, als ich durstig und hungrig war. Ihr müsst mich wohl recht lieb haben, dass ihr das tut, denn es zwingt euch niemand dazu. Wenn ihr nur immer gleich freundlich und zufrieden mit mir wäret! (Gebet für Kinder, 1796)

Müssen Auseinandersetzungen mit unseren Müttern, diesen uns so ähnlichen und doch so fremden Menschen, unvermeidlich in einem Desaster enden? Was tun, wenn sich herausstellt, dass all unser Scheitern und Strampeln, all unser täglicher Schmerz, Resultat überholter Erziehungsmodelle und komplexbehafteter Strategien sind? Wie gehen wir mit diesem Erbe, das zwangsläufig Teil unserer Identität ist, um? Sind wir in der Lage, die jeweilige historische Situation und die gängigen Erziehungsansätze zu reflektieren und das Verhalten unserer Mütter uns gegenüber losgelöst von positiven oder negativen Erwartungen und Empfindungen zu betrachten? Und inwieweit geben wir unbewusst ihre Strategien an die nächsten Generationen weiter?
Desaster rückt diese Fragen in den Fokus und begibt sich auf den schmalen Grat zwischen persönlicher Geschichte und Gesellschaft formender Historie. Die Erziehungsratgeber vergangener Dekaden im Gepäck, werden Kindheitserinnerungen ausgepackt und Mütter und Großmütter befragt. Drei Künstlerinnen begeben sich auf eine Entdeckungsreise der besonderen Art, nutzen neben dem autobiografischen Material ihrer Recherche und verschiedenster Literatur auch Musik und Tanz, um diesem so prägenden Beziehungsgeflecht auf die Schliche zu kommen und eröffnen eine neue Perspektive auf die Geschichte unserer Gesellschaft.

Mit EVA BAY / SABINE WERNER / ANTJE ROSE Regie ANNE SCHNEIDER Bühne ANNA BERGEMANN Kostüm KERSTIN NARR Video KONRAD GRÖBLER Dramaturgie ALIDA BREITAG Musik TINA PAAR Licht PAUL SIMONCELLI

EINE PRODUKTION VON ANNE SCHNEIDER IN KOOPERATION MIT DEM LICHTHOF THEATER HAMBURG UND DEM BALLHAUS OST
GEFÖRDERT DURCH DIE KULTURBEHÖRDE HAMBURG UND DIE ILSE UND DR. HORST RUSCH-STIFTUNG



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