#42 Die Leiden der jungen Wörter

vorschlag:hammer





© Paula Reissig

09.april 2015 premiere
10.april 2015
28.mai 2016

„Wilhelm, was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe! Was eine Zauberlaterne ist ohne Licht! Kaum bringst du das Lämpchen hinein, so scheinen dir die buntesten Bilder an deine weiße Wand! Und wenn’s nichts wäre als das, als vorübergehende Phantome, so macht’s doch immer unser Glück, wenn wir wie frische Jungen davor stehen und uns über die Wundererscheinungen entzücken.“

In Goethes Sturm-und-Drang-Briefroman Die Leiden des jungen Werther erzählt der Protagonist immer nur von sich und seinem Erleben. Roland Barthes kündigt sein Buch Fragmente einer Sprache der Liebe mit folgendem Versprechen an: „Der Diskurs hat seine Hauptperson zurückbekommen, das ICH.“  Sein häufigstes Beispiel ist Werther. Die Intimität des Briefs legt den Grundstein zur Äußerung maximaler Subjektivität und Selbstbezogenheit.
Zwischen R’n’B, Lichtspiel und unmittelbarem, performativen Sprechen sezieren vorschlag:hammer Goethes Roman, forschen nach Formen möglicher Gefühlsäußerung und einer Erweiterung durch das Theater abseits des literarischen Texts. Sie suchen nach den Differenzen, die zwischen einem Sprechen über Gefühle und einer unmittelbaren Gefühlsäußerung liegen. Wie drücken sich Subjektivität und Emotionalität heute aus? In welchen dem Theater möglichen Sprachen kann wie über Gefühle und Leidenschaften verhandelt werden?

vorschlag:hammer entwickelt seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen.
Die Inszenierung Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten wurde 2010 mit den Jurypreisen des Körber Studio Junge Regie und des 100° Berlin ausgezeichnet. Tears in Heaven, produziert am Ballhaus Ost, gewann 2013 den Jurypreis des Best OFF – Festival Freier Theater Niedersachsen. 2012/13 sowie 2013/14 war vorschlag:hammer im Rahmen des Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes Artist in Residence am Düsseldorfer Schauspielhaus. Die hier entstandene Arbeit Mori no kokyu wurde eingeladen zu Favoriten 2014.

von und mit KRISTOFER GUDMUNDSSON / FRIEDER HEPTING / GESINE HOHMANN / STEPHAN STOCK lichtcoaching andreas greiner / raul walch produktionsleitung juliane hahn

eine koproduktion von vorschlag:hammer mit dem ringlokschuppen ruhr und dem ballhaus ost
gefördert durch die stiftung niedersachsen, das niedersächsische ministerium für wissenschaft und kultur, die kunststiftung nrw und die eberhard stiftung











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