Draußen

Annja Hofft

14.märz 2014 premiere
15.+16.märz 2014

Zwei Deutsche sitzen auf aufblasbaren Plastiksesseln und machen es sich gemütlich. Sie richten sich ein in einer idealen Blase; plaudern, essen Kuchen, leben vor sich hin. In den Nachrichten wird über ein Flüchtlingscamp mitten in ihrer Stadt berichtet, über Proteste, über eine Realität, die irgendwo da draußen stattfindet. Sie sehen es und trinken ein Bier. Aber die bequeme Blase ist porös. Die Realität dringt unaufhaltsam durch. Es wird unbequem, sie können sich nicht mehr entziehen, und sie beginnen nachzuforschen.

Annja Hofft richtet in ihrer Performance zum asylpolitischen Alltag in Deutschland den Fokus auf die weiße deutsche Bildungsbürgerschicht, die in Frieden, Freiheit und relativem Wohlstand groß geworden ist. Es geht um die Reflexion des eigenen Verhaltens und Handelns in Bezug auf den asylpolitischen Alltag in Deutschland. Was wissen wir über die deutsche Flüchtlingspolitik? Was wissen wir über den Alltag eines Asylbewerbers in unserer Stadt? Wie gehen wir, wie geht Deutschland mit Flüchtlingen um? Szenen werden entwickelt, die auf Originaldokumenten von Erstbefragungen und Gerichtsverhandlungen, Behördentexten, Interviews mit Anwälten und AsylbewerberInnen, Reden von PolitikerInnen und eigenen Texten basieren. Orte, Wesen und Situationen werden vom Zeichner definiert. Er projiziert seine Zeichnungen mit dem Polylux auf die Bühne oder zeichnet direkt auf das Papier. Räume werden erschaffen oder ausradiert. Auf diese Weise entstehen begehbare Projektionsflächen, in denen die Spieler agieren. Die Musik wird live mit einem Schlagzeug improvisiert. Die unterschiedlichen Elemente greifen ständig ineinander, sie stören oder unterstützen sich gegenseitig und verbinden die verschiedenen Schauplätze collagenartig miteinander.

Annja Hofft sind Paula Dombrowski, Esther Vorwerk und Sebastian Deufel. Gegründet haben sie Annja 2013 in Berlin. Sie schöpfen aus den Themen, die ihre Leben beeinflussen und rücken Tabuisiertes, nicht gern Gesehenes ins Blickfeld. In ihrer Arbeit verbinden sie Dokumentarisches, eigene Texte und bildende Kunst mit Schauspiel, Performing Arts und Musik.

Mit ESTHER VORWERK / JOHANNES FRICK Live-Zeichnungen PÉTÉR MATHÉ Musik SEBASTIAN DEUFEL Regie PAULA DOMBROWSKI Regieassistenz STEPHANIE SCHWANZ

EINE ANNJA HOFFT PRODUKTION IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST
GEFÖRDERT DURCH DIE KÖRBER-STIFTUNG HAMBURG UND DIE ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG
MIT UNTERSTÜTZUNG DURCH STARTNEXT



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