#100 Freude

Joshua Monten







© Christian Glaus

08.+09.+10.april 2016

Freude ist eine choreographische Annäherung an die unerwartet freudvolle Kunst des Bühnenkampfs, entfesselt von jeglichen psychologischen Beweggründen. Die Choreographie basiert auf alten Kunsttechniken des Bühnenkampfs: Schlagen, Ohrfeigen, Treten, Umstoßen, Würgen und Zertrümmern. Filigrane Gewaltsequenzen werden geübt, auseinander gelegt, justiert und kommentiert.
Warum hat Bühnengewalt eine so ergreifende, wenn auch selten zugestandene Wirkung auf Zuschauer? Woher kommt dieses guilty pleasure, körperliches Unheil von Anderen zu betrachten und dabei womöglich einen Schauder von Schadenfreude zu empfinden?
Gewalt an sich ist verwerflich, abscheulich, ein längst überholtes Relikt. Das Abarbeiten an diesem Thema macht insbesondere in Ländern wie der Schweiz deutlich, wie sehr Gemeinschaften von Gewalt geprägt sind und wie lang und konfliktreich der Weg hin zu einer gewaltfreien Gesellschaft ist. Freude erforscht, welchen Nutzen Gewalt hat. Entstehen Vorteile, wenn wir Andere schlecht behandeln?
Die anspruchsvollen und tabulosen Kampfsequenzen wurden in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Bühnenkampfexperten Lukas Schmocker entwickelt. Die Produktion für zwei Tänzerinnen und drei Tänzer stellt sich bewusst dem Vorurteil entgegen, dass Gewalt eher das Fachgebiet testosterongeladener Männer ist.

Joshua Monten arbeitet seit 2008 als freischaffender Tänzer und Choreograph. 2012 gründete er sein eigenes Tanzensemble. In den letzten Jahren hat er in seiner Arbeit für Tanz-, Opern- und Schauspielproduktionen immer wieder getanzte Gewaltszenen inszeniert. Aus dem Vorhaben, Gewalttaten eine stilisierte, ungefährliche aber doch wirkungsvolle Form zu verleihen, sind Szenen entstanden, die gleichzeitig viele moralische und ästhetische Fragen aufwarfen. Monten entschied, einen ganzen Tanzabend dieser Thematik zu widmen, um diese Fragen anzugehen und zu bearbeiten.

mit VITTORIO „EBOLA“ BERTOLLI / FRANCESCA „THE ENFORCER“ IMODA / KONSTANTINOS „RATTLESNAKE“ KRANIDIOTIS / ARIADNA „STEEL KNUCKLES“ MONTFORT / JACK „KNIFE“ WIGNALL Choreographie JOSHUA MONTEN Bühnenkampf LUKAS SCHMOCKER Kostüme CATHERINE VOEFFRAY Licht JONAS BÜHLER Bühne JAN MESSERLI Ton MORITZ ALFONS Produktion VEREIN TOUGH LOVE

EINE PRODUKTION VON JOSHUA MONTEN IN KOPRODUKTION MIT DER DAMPFZENTRALE BERN
GEFÖRDERT DURCH DIE SCHWEIZER KULTURSTIFTUNG PRO HELVETIA, KULTUR STADT BERN, SWISSLOS/KULTUR KANTON BERN, BÜRGERGEMEINDE BERN, ERNST GÖHNER STIFTUNG, STANLEY THOMAS JOHNSON STIFTUNG, MIGROS KULTURPROZENT, DIE JUBILÄUMSSTIFTUNG DER SCHWEIZERISCHEN MOBILIAR GENOSSENSCHAFT, DIE SOCIÉTÉ SUISSE DES AUTEURS UND DIE SCHWEIZERISCHE INTERPRETENSTIFTUNG SIS



















↑ Back To Top ↑