#50 Land ohne Worte

Dea Loher / suite42

09.mai 2015
28.februar 2016

Im Angesicht des Krieges wird Kunst bedeutungslos. Willkürliche Zerstörung von Leben lässt sich nicht in Worten beschreiben. Das eigene Leben weit weg vom Krieg erscheint im Gegensatz dazu falsch. Man muss es alles trotzdem sehen, es wissen, man muss es erzählen und man muss das eigene Glück genießen. Auch, um starker Gesprächspartner zu sein. In dieser Überzeugung schrieb Dea Loher doch diesen Text, der in der gleichen Überzeugung inszeniert wurde.
Nicht zynisch, aber an den eigenen Mechanismen interessiert untersucht eine Frau Entwicklung, Sinn und Potential der Kunst. Und dabei, wie eine westliche Künstlerin auf Reise im Kriegsgebiet nach echten Erfahrungen sucht, die in abstrakter Kunst Ausdruck finden, die wiederum dem Betrachter eine konkrete Erfahrung ermöglicht. Aber in der nahöstlichen Stadt K. angekommen, werden die krassen Erfahrungen so abstrakt dass sie keine künstlerische, sondern nur lebendige, reale Auseinandersetzung damit zulassen.
Diese Inszenierung entstand 2009 in Edinburgh und ist international getourt. Wir nehmen die Arbeit in diesem Frühjahr in neuer Besetzung und auf Deutsch wieder auf, weil es in der gegenwärtigen Weltlage ausdrückt, was wir anders nicht besser sagen könnten.

mit lucie zelger regie lydia ziemke bühne / kostüme claire schirck ton / komposition owen lasch assistenz marie golüke technische betreuung gordon dyballa produktionsleitung m.i.c.a.



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