#71 Normalität. Ein Musical

Theater Hora / Nele Jahnke (CH) –
No Limits 2015





11.november 2015

Wie wundervoll das wäre: einfach ein Leben von der Stange zu führen, so sein zu dürfen wie alle anderen, geborgen im gesellschaftlichen Konsens. Leben, einfach nur leben, und das zu hundert Prozent: In einem behaglichen Eigenheim, mit einem sicheren Einkommen, in einer harmonischen Zweierbeziehung, Nachwuchs nicht ausgeschlossen. Mit anderen Worten: Normalität. Doch nur selten laufen die Dinge in der Wirklichkeit so reibungslos wie in einem Schlager von Beatrice Egli. Und selbst die Beziehung von Helene Fischer und Florian Silbereisen ist vermutlich nur halb so harmonisch, wie sie in der Schweizer Illustrierten erscheint. Allen Werbeversprechungen zum Trotz stellt sich da schnell die Frage, welche Wahlmöglichkeiten man überhaupt hat. Und warum man eigentlich behindert sein muss, um seine Vorstellungen von einem besseren Leben auch mal in unironischer Eindeutigkeit zu artikulieren. Zum Mikro zu greifen und sich unter süßlicher Musikbegleitung in seinen ganz banalen Sehnsüchten zu outen, wird angesichts dieser Fragen zur Herausforderung und zur Chance zugleich. Für ein paar Bühnenmomente lang realisiert sich dabei die vielleicht letzte noch intakte Utopie unserer Zeit: Ein Leben wie im Spießer-Musical.

mit Gianni Blumer / Matthias Grandjean / Gina Gurtner / Fabienne Villiger / Jonas Gygax / Sara Hess regie Nele Jahnke regieassistenz vera gujer musikalische leitung roman lemberg bühne yassu yabara assistenz bühnenbau und requisiten fidel morf kostüme vivien waneck assistenz kostüme alicia nogueira leceta technik martin holzhauer motion-design nicolas schaltegger video interviews maxi schmitz produktionsleitung ketty ghnassia administration conny marinucci

eine koproduktion von theater hora mit fabriktheater rote fabrik zürich, wildwuchs festival basel, schlachthaus theater bern und teatro social bellinzona – bellinzona teatro
gefördert durch Stadt Zürich Kultur, die Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, pro helvetia, die hamasil stiftung, die ernst göhner stiftung und die g+b schwyzer stiftung
mit freundlicher unterstützung der stiftung wohnschule mosaik basel



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