#32 Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Schraak

07.februar 2015 premiere
08.+11.+12.+14.februar 2015

„Wenn wir mit einer falschen Landkarte eine fremde Gegend durchschreiten, werden wir an überraschenden Stellen in die falsche Richtung gehen und an Orte gelangen, die nie unser Ziel waren.
Und die behagliche Verfolgung eines Irrtums produziert unweigerlich neue Erkenntnisse und Erfahrungen, die von einem gebrochenen Bein bis zu der Entdeckung eines neuen Kontinents reichen können. Wenn sich etwas auf unserer Karte befindet, dann existiert es, dort und hier.“


Die Nutzung einer Karte ist immer mehr als nur ein erstaunliches Zusammenfallen simultaner Abstraktionsleistungen, die Karte öffnet uns einen Imaginationsraum. Für ihre Wanderungen durch die Mark Brandenburg haben SCHRAAK darum Theodor Fontanes berühmten Reisebericht als Karte und Bewegungshilfe zur Hand genommen und sind mit ihr durch Brandenburgs Ebenen, Wälder und Schweizen gezogen.
Das Weite liegt so nah. Denn Brandenburg ist mehr als ein Naherholungsgebiet, in dem gestresste Städter sich beim anheimelnden Blick auf den märkischen Horizont an Renaturierungserfolgen erfreuen. Und vor allem lässt es sich schwerlich aus dem Zentrum beschreiben, also „Geh’ hin und zeig’ es!“. Im hohlen Kern der Brandenburgischen Republik, im harten zweitausendundfünfzehner Winter, haben SCHRAAK sich aufgemacht, kulturelle Erfahrungen zunächst einmal auch als körperliche Erkenntnis zu begreifen. Der Wunsch nach Orientierung zwingt zur Bewegung, und die den menschlichen Sinnen tauglichste Form der Bewegung ist das Gehen im eigenen Schritt, das Wandern.
Wanderungen durch die Mark Brandenburg – eine Studie über vertikale und horizontale Wanderbewegungen, eine kartographische Vermutung über Selbst- und Weltbilder und ein Spaziergang gegen den Stillstand.

Die Gruppe SCHRAAK gründete sich 2011 anlässlich der Jahrestagung des Club Arc Alpin und begreift künstlerische und gesellschaftliche Zusammenhänge als romantisch-sinnliche Prozesse mit dringlichem Verklärungsbedarf. Gemeinsam und getrennt arbeiteten sie in der Vergangenheit zum Schwerpunkt der physischen und psychischen Dislokation.

von und mit johannes kraak / daniel schrader ausstattung lisa buchholz dramaturgische mitarbeit tina pfurr licht / technik volker m. schmidt

EINE PRODUKTION VON SCHRAAK IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST
GEFÖRDERT DURCH DEN REGIERENDEN BÜRGERMEISTER VON BERLIN – SENATSKANZLEI – KULTURELLE ANGELEGENHEITEN



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