#18 Wonderful Things

Opera Lab Berlin

13.november 2014 premiere
15.+16.november 2014

American Dream! Pursuit of Happiness! American Way of Life! Land of the Free! In Wonderful Things hinterfragt Opera Lab Berlin die paradigmatischen Etiketten unseres westlichen Lebens.
In zwei kurzen und konzentrierten Stücken mit kammermusikalischer Besetzung legen die Inszenierungen den mythischen Kernbestand der Klassiker Der Zauberer von Oz und Tod eines Handlungsreisenden frei. Beide Uraufführungen verwirklichen den amerikanischen Traum als Mythologie der Verdinglichung: Zauberschuhe erklingen, Musterkoffer ertönen, Gasschläuche, Autoreifen und tote Hunde machen die Musik.
Evan Gardners magische Kompositionen verbinden in beiden Stücken instrumentales Theater mit Handlungsoper; als Klangquellen dienen Alltagsgegenstände, Requisiten werden musikalisch benutzt. Die szenischen Vorgänge produzieren das musikalische Geschehen, alles Musizieren entfaltet Handlung – es entsteht ein Musiktheater als untrennbare Einheit von Hör- und Sichtbarem.
In Once in a Lullaby wird das berühmte amerikanische Märchen Der Zauberer von Oz als sentimental-böse Abhandlung über das westliche rosarote Dauerschleifengefühl „Everything ist possible“ inszeniert.
Das Solo Sales of a Deadman schließt inhaltlich da an, wo Arthur Millers Drama Tod eines Handlungsreisenden aufhört. Getreu dem Motto „Du hast nur, was du auch verkaufen kannst“ entpuppt sich das Purgatorium als Abbild und konsequente Fortsetzung eines kapitalistischen Lebens, als Marktplatz, auf dem die vollkommene Verwandlung des Menschen in eine Ware Voraussetzung für seine Läuterung ist.

Opera Lab Berlin ist ein freies Musiktheaterensemble, das konsequent Neue Musik mit darstellenden Künsten verbindet. Im Labor der Stimme wird destilliert, verbunden, gefiltert, gekocht, zerbrochen, erhitzt, vermischt, kristallisiert, zersetzt, vereist und geschmolzen bis etwas übergreifend Neues entsteht. Bei der Entwicklung von Wonderful Things greift Opera Lab Berlin ein klassisches Verfahren der Oper auf und verwandelt moderne Mythen in zeitgenössisches Musiktheater.

mit marielou jacquard (sopran) / katarina morfa (mezzosopran) / magnús hallúr jonsson (tenor) / ensemble des opera lab berlin (Susanne Frölich / Pedro Pablo Cámara Toldos / Alba Gentili-Tedeschi / Musashi Baba / Sarah Saviet / Stella Veloce / ShinJoo Morgantni / Alexandros Giovanos / Natalie Wong / Yolanda Fernandez) musikalische leitung stijn berkouwer
once in a lullaby
komposition evan gardner regie julia lwowski bühne / kostüme günter hans wolf lemke video franziska kronfoth
sales of a deadman
komposition evan gardner regie michael höppner bühne / kostüme judith philipp

eine produktion von opera lab berlin in kooperation mit dem ballhaus ost, im rahmen des festivals „klangwerkstatt berlin“
unterstützt durch das lwowski•kronfoth•musiktheaterkollektiv, den norwegischen komponistenverband und die hochschule für musik hanns eisler berlin

opera-lab-berlin.com