Wird eine Information verweigert, liegt nahe, daß sie entweder nicht bekannt ist oder ein guter Grund besteht, sie nicht mitzuteilen. Genauso verhält es sich mit unserer Realität: entweder sie spielt keine Rolle oder wir akzeptieren, daß wir zum gegebenen Zeitpunkt nicht alles wissen können. Wir operieren dann mit einer vorläufigen Version der Realität, mit der Wahrscheinlichkeit. Jedes Bild, das wir benutzen, ist also gleichzeitig echt und wahrscheinlich echt, kann es doch immer nur Zeuge eines beschränkten Blickwinkels sein. Mit der Massenproduktion von Bildern kommt es demnach nicht nur zu einer Potenzierung des Realen, sondern vor allen Dingen zur Belastung mit den Beschränkungen ihrer Herstellung. Sie müßten alle mitgedacht werden, um das Reale zu begreifen. Da das aber niemand leisten kann, ist das Reale nur dann wirksam, wenn man nicht darüber nachdenkt. Eine Geschichte beschäftigt sich mit genau diesem Paradox. In Form einer performativen Bilderzählung wird gefragt, wie sich Foto und Text zueinander verhalten und worauf man zu achten hat, wenn man nicht genau weiß, ob das nächste Bild das letzte sein wird.
von und mit JÖRG SCHIEBE, MIRKO WINKEL, CHRISTOPH WINKLER
Produktion EHRLICHE ARBEIT – FREIES KULTURBÜRO
EINE PRODUKTION VON CHRISTOPH WINKLER IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST
GEFÖRDERT DURCH DEN REGIERENDEN BÜRGERMEISTER VON BERLIN – SENATSKANZLEI – KULTURELLE ANGELEGENHEITEN MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON ELIASHOF
12. / 13. MÄRZ