Fri

5.12.

20:00
Company Christoph Winkler

Sat

6.12.

20:00
Company Christoph Winkler

Sun

7.12.

18:00
Company Christoph Winkler

Fri

12.12.

17:00 -23:00 with DGS
Initiative for Solidarity in Theater e.V. (ISaT)

Sat

13.12.

Wed

17.12.

18:00 - 00:00
Lemonade Queers

Sat

20.12.

16:30 - 21:00

Sat

20.12.

22:00
The Late Nights Shows

Fri

23.1.

19:00 Premiere
LIFT Tanzkollektiv

Sat

24.1.

19:00
LIFT Tanzkollektiv

Sun

25.1.

15:00
LIFT Tanzkollektiv

Die neue Performance

Wir sind Hysterisches Globusgefühl: Mitte dreißig, weder richtig jung noch richtig alt und in der Blüte unseres Schaffens. Seit 10 Jahren machen wir Kunst, die um politische Erneuerung ringt. Aber dieses jugendhafte Streben nach dem Neuen ist in die Jahre gekommen. Höchste Zeit für etwas wirklich Innovatives: »Die neue Performance«!
Wir laden euch ein, uns in unser hysterisches Nimmerland zu folgen. Eingehüllt von der Zuckerwatte eurer Kindheit könnt ihr hier der Zeit beim Tropfen zuhören und gemeinsam mit uns altern. Während wir uns der Musik aus unseren schwermütigen Backfischjahren hingeben, frönen wir unserer Sehnsucht nach dem Neuen und feiern den Verfall unserer Körper. Jedes Ende beginnen wir von Vorn und hören nicht mehr auf anzufangen. Als Grandes Dames blicken wir in unseren Memoiren auf eine ereignishafte Zukunft zurück. Seid dabei, wenn wir als ewige Kinder in unseren Jungbrunnen steigen, als alte Frauen* wieder herauskommen und die Zeit zu einer magischen Pause gefrieren lassen.
Für den Eintritt in unser hysterisches Zeitalter ist es jedoch vorgesehen, dass ihr nicht alle gleichzeitig kommt. Nur so kann es gelingen, die Fesseln des ewig Linearen zu lösen. Mit einem gestaffelten Einlass werdet ihr jeweils Zeug:innen eines anderen Ablaufs unseres Theaterabends. Lasst uns auf diese Art gemeinsam unsere Vorstellungen von Zeit und Altern zersetzen. Fordern wir zusammen das politische Potential des Neuen aufs Neue heraus.

Hysterisches Globusgefühl ist eine performistische Vereinigung aus Berlin und Wien. Sie richtet sich mit vollem Herzen und solidarischer Zusammenarbeit gegen das heteronormative Patriarchat und entwickelt Utopien für eine antirassistische, klassenbewusste, queerfeministische und respektvolle Zukunft.
In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost. Zuletzt zeigte sie hier ihre Arbeiten Beim Anblick des Urknalls und Die Vier in der Nähe.

Pippi: Gebt endlich auf! Es ist vorbei

Mehr als 50 Jahre haben die Fans auf die nächste Episode gewartet! Nun ist es soweit! Doch wird das Staffelfinale die während des Wartens gealterten Fans begeistern können? Durch die Augen des melancholischen Pferdes und renitenten Affen schauen wir auf das Geschehen. Pippi macht sich die Welt noch immer, wie sie ihr gefällt. Ihre regelfreien und anarchistischen Prinzipien sind nicht weniger geworden. Und wir beobachten Annika und Thomas, wie sie sich in ihrem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben verheddern. Doch alles weist auf Pippi zurück und hier entscheidet sich das Drama um Freiheit, Erwachsenwerden und ein erfülltes Leben. Es ist die letzte Episode der letzten Staffel. Das letzte und kompromisslose Kapitel einer Geschichte von Kindheit und Altwerden und unserem Verhältnis zur Welt. Beim Erzählen helfen dem Helmi Menschen aus aller Welt: eine legendäre Tänzerin aus Japan, einer der stärksten Männer Mexikos, eine achtzigjährige Aktivistin ebenso wie die Kinder aller Hinterhöfe von Berlin. Das Helmi hat die Erzählung um Pippi und ihre Freund:innen seit der ersten Präsentation im November letzten Jahres weiter gesponnen, zusammen mit Pippis echtem Vater, und Astrid Lindgren hat auch geholfen. Multiperspektivische Ansätze, philosophische Ideen und Pippi verdeutlichen uns, dass es nie eine einfache Lösung gibt. Vor Verkrustungen im Leben helfen nur Freundschaften und Humor. Aufgeben gilt nicht, das wusste schon Pippi!

Frederick die Maus

Die Mäusefamilie arbeitet im Sommer hart und hortet Nahrung für den Winter. Frederick jedoch sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Als dann der lange Winter immer mehr auf die Gemüter der Mäuse drückt, kann Frederick seine Schätze hervorholen und bringt in einem großen Auftritt den Sommer in die kalte Höhle.Leo Lionnis »Frederick« erzählt vom Wert künstlerischer Arbeit in einer arbeitenden Gesellschaft und von der Kraft dieser Arbeit, ein wohltuender, wenn nicht sogar überlebenswichtiger Teil dieser Gesellschaft zu sein. Mit vorschlag:hammer wird der Kinderbuchklassiker zum Bühnenstück, denn Fredericks Schätze sind nichts weniger als die Grundelemente des Theaters: Farben, Licht, Wörter und Töne. Mit Hilfe der Kinder bedient Frederick die Theatermaschine und lässt sie auch selbst zu aktiven und kreativen Zuschauer:innen werden, die spielerisch die Mittel der Bühne kennenlernen und so gemeinsam das Theater entstehen lassen. vorschlag:hammer entwickeln seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen. Ihr performatives Erzähltheater hat sich in den vergangenen Jahren für unterschiedlichste ästhetische Strategien geöffnet, zu visuell-atmosphärischen oder körperorientierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie sowohl frei bereits existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen zu immer neuen Themenfeldern. Im Ballhaus Ost zeigten sie zuletzt »Twin Speaks: Telegram Edition«.

Festspiele am Plötzensee

Schon zum zweiten Mal in Folge bringen Die Festspiele am Plötzensee vom 23. bis zum 29. Oktober 2021 allerlei Künste im Strandbad Plötzensee zusammen: Am 23.10. feiert das Theaterstück Diesseits von Gut und Böse seine Premiere, dazu gibt es eine Woche lang eine Ausstellung, Performances, Lesungen und Filmvorführungen zu besuchen. Ganz Berlin ist herzlich eingeladen, mit uns das Strandbad zu erweitern, aufzuladen und zu hinterfragen! Programm: »Diesseits von Gut und Böse«TheaterPremiere 23. Oktober 2021Weitere Vorstellungen 25. | 27. | 29. Oktober 2021jeweils 18.00 Uhr »Cala Blanca«AusstellungVernissage 23. Oktober 2021, ab 14.00 UhrAusstellung bis 29. Oktober 2021 Duygu Agal und Charlotte KrafftZwei Lesungen am Lagerfeuer, präsentiert vom Korbinian Verlag27. Oktober 2021, 19.30 Uhr »The Vachine Monologues« (Fan Popo)Filmvorführung25. Oktober 2021, 19.30 Uhr »Alles Rauchen | Smoking Everything«Performance29. Oktober 2021, 17.00 Uhr »Die Klassenfahrt«Performance mit musikalischer Begleitung27. Oktober 2021, 17.00 Uhr29. Oktober 2021, 19.30 Uhr

Der Ausflug

Wir sind eine ganz gewöhnliche Schulklasse und machen einen Ausflug ins Planetarium: Unsere Schule ist in Lomé, Berlin oder vielleicht auch Taipei, ein klein wenig in der Zukunft. Alle Großstädte ähneln sich. Auch Erwachsene können zur Schule gehen! Wir sind im Unterricht, bis die Schulglocke klingelt. Dann begeben wir uns in den Mittagsverkehr. Wir kommen zur Bushaltestelle, warten kurz, steigen dann ein und fahren bis zur Endstation am Waldrand. Dann steigen wir aus und wandern durch einen Wald zum Planetarium. Wir sind auch selber der Wald! Vom Planetarium aus reisen wir durch das Weltall. Eine freundliche und sehr engagierte Reisebegleiterin erklärt alles Nötige für unsere Reise ins Universum. Wir sind Passagiere und gleichzeitig Objekte im Universum! Wir reisen durch das Sonnensystem, die Milchstraße, die lokale Gruppe, den Virgo Superhaufen, die lokale Superstruktur bis zum Ende des sichtbaren Universums. Zum Schluss machen wir Rast auf einem beliebten Aussichtsplatz und genießen den schönen Blick…
Die gesamte Reise erleben wir tänzerisch. Wir haben verschiedene Hintergründe: Hip Hop, Ballett, Modern Dance, Philosophie, Physik, Performance und Traditional.

P.S. unser momentaner Forschungsstand bis zu Proxima Centauri:
Proxima Centauri ist ein roter Zwerg und zur Zeit der nächstgelegene Stern außerhalb unseres Sonnensystems. Er ist circa 4,2 Lichtjahre entfernt. Eigentlich ist es ein Dreifachsternensystem zusammen mit Alpha Centauri A und Alpha Centauri B. Proxima Centauri b und eventuell Proxima Centauri c, die potentiell erdähnlichen Planeten, umkreisen dieses Dreifachsternensystem in gebundener Rotation. Mit den Raumschiffen, die uns im Moment zur Verfügung stehen, brauchen wir wahrscheinlich 75.000 Jahre, um dorthin zu gelangen. Außerdem dürften sie nur einige Gramm wiegen. Wenn wir eine menschliche Generation mit 25 Jahren ansetzen, dann wird es sicherlich 3.000 Generationen dauern, bis das Raumschiff angekommen ist. Wenn wir errechnen, dass uns Proxima Centauri in 20.000 Jahren eine Zeitlang näher kommt und nur 3,2 Lichtjahre entfernt sein wird, eine Generation mit 30 Jahren angesetzt werden kann und wir in nächster Zeit noch etwas schnellere Raumschiffe bauen können, die auch schwerer sein dürften, dann brauchen wir wohl immer noch 57.142 Jahre und 1.904 Generationen, bis wir auf unserer neuen eventuellen Heimat angekommen sein werden. Das wäre von jetzt zurückgerechnet bis ins Paläolithikum.
Wir können aber auch in unserer Eigenzeit reisen, wenn wir uns an die allgemeine Relativitätstheorie halten und auf unserer Geodäte bleiben. Dann brauchen wir nur 1 Stunde und 20 Minuten und haben sogar das gesamte Universum durchquert. Hierzu orientieren wir uns an einer 2 Millionen Jahre alten Tradition, dem Tanz, und zwar dem Hip Hop Mix mit seinen verschiedenen Ausrichtungen.

Die NEWSTARDANCECOMPANY ist eine Hip Hop Mix Gruppe und besteht aus Tänzer:innen verschiedener Stilrichtungen, die sich zunächst in Lomé und später auch in Berlin regelmäßig treffen, um sich ihre Choreografien und Improvisationen gegenseitig beizubringen. Die NEWSTARDANCECOMPANY wurde von Meier Edem Akakpo und Koffi Mawuena Tchao 2010 in Lomé (Togo) gegründet. Hilère Anoumou Messan ist von Anfang an dabei. 2016 wurde Anne-Kathrin Tismer in Lomé in die Company aufgenommen. 2017 gingen Meier Edem Akakpo und Anne-Kathrin Tismer nach Berlin. Nuria Hoeyng und auch Dominique Wenzel sind in Berlin in die Company aufgenommen worden. Für »Der Ausflug« sind nun noch in Berlin Merav Leibküchler, Joy Maria Bai, Nora Fuchs, Kefei Cao, Charlotte Bohn, Okka-Esther Hungerbühler, Felix Loycke und Fabian Bischof dabei.

Typographies

Program: Mazen Kerbaj »Learning Arabic« (2021), premiere | composition for 5 musicians (voices, objects, instruments) Ann Noël »YOU« (1982), Version 2021, premiere | vocal composition from 405 graphics of the letter I (i) Federico Barabino »Silencio Visual« (2011), premiere | composition for an open number of voices Annette Schmucki »staben« (2014) | composition for three toy pianos (3 keyboard rows of 13 keys each in the same octave range) and speaking voice(s) Gerhard Stäbler »SPEED« (1997) | composition for two groups of 3 vocalists Laura Mello | Nicolas Wiese »Hesitation Choir« (2021), premiere | composition for dynamic-typographic score, electronics and three-part vocal ensemble In their successful series »maulwerker performing music«, the Maulwerker present – after »Die Rache. Rachen, Mundhöhlen und andere akustische Räume« (2020), »Oberflächen« (2019), »Vokale Räume« (2018) and »Augenlieder. Körperkompositionen« (2017) – now »Typographies. On the musical interpretation of writing. Concrete Poetry & Graphic Notations«. There are two different axes underlying this program conceptually: conceiving language as musical material and, on the other hand, treating writing as graphic notation. The compositions interpreted this evening are notated exclusively through writing, in various graphic arrangements and typefaces, which are translated by the Maulwerker into speech-musical processes. The evening opens spaces between language and music, creating synaesthetic connections of sound and image. The written images and notations are made visible to the audience during the performance through projections, partly animated as live video. In the Artists Talk following the performance on October 14, the composers will talk about their works. The Maulwerker are a vocal ensemble, music performers, music theater makers and a collective of composers. They are specialists in the intersections of music and theater, music and language, in the interpenetration of music and space, of sound and silence. In addition to the classics of New (Vocal) Music and Experimental Music Theater – such as Schnebel, Cage and Fluxus – more recent tendencies form the focus of the work and thus the lively collaboration with contemporary composers, radio play authors, sound artists and directors, including works by the ensemble members themselves.

KARELIA. A Queer Forest Fantasy in Two Parts

»KARELIA«, by performance collective ONCE WE WERE ISLANDS, imagines Queer lives beyond the city by exploring how love can thrive in quiet places. In a live stage-work, Gylee and Aslan explore desire, a new life close to the land, and the possibility of staying Queer alone among the trees. Deep in the forest they journey through time to three different worlds. Setting out from their house in the woods in the present day, the performers travel back to the time of the witch trials, and finally fly into a sci-fi future beyond the stars. »Can Queer lives flourish outside the city?« In Karelia, a region of forests straddling the border between Finland and Russia, the artists found a perfect place of inspiration within this territory of romantic legends — as well as the lonely reality of the forest itself. They asked: What are we fleeing from? What are we running to? The live performance, woven from words, begins at a table set for a feast in front of a handmade green-and-blue tapestry. The online film, meanwhile, streamed from the Ballhaus Ost website, compliments the onstage triptych with images of the Karelian forest, the dark rustling of leaves, and the cracking of branches underfoot. The two interwoven parts of KARELIA transform the forest into a third protagonist. »Does the forest render us vulnerable?« ONCE WE WERE ISLANDS work in the fertile ground between disciplines, combining visual art, performance, choreographic methodologies, and research. The two performers, originally from Manchester and London, employ (auto)biographical narrative as well as meticulous research on the realities of Queer lives in their poetic works.

Stimmung

Opera Lab Berlin verwandelt Karlheinz Stockhausens Konzertstück »Stimmung« für sechsstimmigen a cappella Obertongesang – einen Klassiker der jüngeren Musikgeschichte – in Musiktanztheater. Der meditative, harmoniesuchende und an Überirdisches appellierende Obertongesang atmet den Geist der Protestbewegungen der 60er und 70er Jahre. Seine Esoterik entfaltet ein künstlerisches Gegenbild zum kapitalistischen Rationalismus, zur westlichen Lebensweise und zum bürgerlichen Konzertritual. Unter der Leitung der Tänzerin und Choreographin Margaux Marielle-Tréhoüart erweitern die Sänger:innen die Musik mit den Körpern im Raum und hinterfragen das heutige Verhältnis zum Metaphysischen. Im Ballhaus Ost, in der ehemaligen Feierhalle der Freireligiösen Gemeinde Berlin, wird »Stimmung« gleichermaßen zu Gottes Totenmesse wie zum Wiederbelebungsversuchs seiner Überreste.Im März 2022 wandert die Produktion zum am Deutschen Nationaltheater Weimar neu gegründeten Festival »Passion :SPIEL«. Opera Lab Berlin ist ein freies Ensemble für zeitgenössisches Musiktheater und versteht sich als Labor der Stimme, des Körpers, des Instrumentalspiels und der musiktheatralischen Komposition.Margaux Marielle-Tréhoüart, geboren in Paris und aufgewachsen in Grenoble, ist Tänzerin und Choreografin. Seit drei Jahren verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Opera Lab Berlin und den Regiearbeiten von Michael Höppner.

Ladybitch

Ela Özmen is an actress. Franz Kramer a director. She was to play the lead role in his new production »meine Lulu«. Based on dramas by Frank Wedekind, the play is about a young sex worker and her downfall in a man’s world. He wanted to tell the story in a feminist way and explore toxic masculinity from a personal perspective. However, due to allegations of abuse against Kramer, the premiere was cancelled at short notice, with Ela at the center of the controversy. Now she speaks for the first time, publicly, from her perspective about the accusations. She reviews the rehearsals, remnants of stage and costume, as well as photos and film footage from that time. A mockumentary theater evening about abuse, MeToo, power structures, visibilities of sex workers and queerness, the future of theater and queer utopias.

Das anschauliche Klaffen

»Das anschauliche Klaffen« beschäftigt sich mit dem Einbruch des Chaos in unseren intimsten Lebensbereichen am Beispiel des Mutter-seins. Der Akt des Aufräumen als Sehnsucht nach Kontrolle aber auch als rituelle Verbindung zum ursprünglichen Chaos und was davon noch in uns übrig ist, bildet die Grundlage dieses Tanzduetts.
Moss Beynon Juckes und Maria Walser, beide Mütter, spielen Familie, strapazieren Hierarchien und springen von einer Generationen zur anderen. Bedroht von einer Allianz des Haushalts aus Möbeln, Spielzeug, Büchern, Kosmetik, Bürokratie, Mutterbildern und Rollenklischees, suchen die beiden ihre eigene Ordnung mal miteinander, mal gegeneinander und erproben so gleichzeitig Strategien, Beziehung und Verantwortung immer wieder neu zu denken.
In der scheinbar geordneten Welt der Bühnenbildnerin Mirella Oestreicher und begleitet von den musikalisch zerlegten Schöpfungsmythen von Vera Pulido, werden die Urmütter, besungen, wie sie den ewigen Kreislauf von Chaos zu Ordnung bewerkstelligen. Sie dienen als Inspiration, wie wir beim spielen der überlieferten Rollenbilder, sowohl uns als auch die präexistenten Formen verändern können.
Für dieses Stück gilt: Was sich schon nicht organisch fügt, soll gefälligst anschaulich Klaffen.

Labor Sonor : Translating Spaces

How do places and spaces influence our thoughts, actions and experiences? What do spaces offer, what do they allow, demand or prevent? How do spaces emerge and change through what happens in them and with them? The festival »Labor Sonor : Translating Spaces« explores the power of space in contemporary experimental music and sound art. The motto of the festival is: Listen twice! The audience will have the opportunity to experience sound and music simultaneously or consecutively in changing situations, places and spaces. To this end, the festival presents nine original works by composers and installation artists, which will be presented over three days in extremely different locations. An accompanying symposium explores the development processes of the works premiered at the festival and brings artists and audiences into direct dialogue. Program at Ballhaus Ost:August 27, 20214.00-10.00 pm: »Auditory canals A and B – 2 proposals« – Installation (Sabine Ercklentz)4.00-10.00 pm: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)6.00-10.00 pm: »Reverse-Side« – for double video projection and 4-channels of sound (Joanna Bailie) August 28, 20213.00-10.00 pm: »Auditory canals A and B – 2 proposals« – Installation (Sabine Ercklentz)3.00-10.00 pm: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)6.00-10.00 pm: Eric Bauer | Lena Czerniawska | Carina Khorkhordina August 29, 20213.00-10.00 pm: »Auditory canals A and B – 2 proposals« – Installation (Sabine Ercklentz)3.00-10.00 pm: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)6.00-10.00 pm: »DREAM LIFE« (Frank Bretschneider)

Social Capsule

»Social Capsule« ist das Wohlfühlwohnen von morgen. Sicher, sauber, einfühlsam und vor allem mobil! Die WELCOME HOME GROUP öffnet nun ihren Showroom und lädt in ein smartes Tiny House, das in 30-minütigen Einzelterminen zur Probe bewohnt werden kann. In freundlicher Koexistenz mit dem hauseigenen KI und der Augmented Reality-Mitbewohnerin ist mensch in jeder Ecke des Tiny Houses in bester Gesellschaft. Die persönliche Komfortzone wird zu einer Begegnungsstätte, die empathisches Miteinander bietet und anregt, ohne anzustrengen! Eine Berührung der eigenen vier Wände mit Emotionen on demand.»Social Capsule« fragt, welche Leerstellen digitales Miteinander aufweist. Kann das Gefühl von sozialer Distanz – ob als Folge zunehmender Digitalisierung, pandemiebedingt oder durch großstädtliche Vereinzelung – artifiziell substituiert werden oder gibt es ein Begehren, das nur das menschliche Gegenüber ausfüllen kann?Das Monopol Berlin, eine ehemalige Destillerie in Reinickendorf, ist das erste Zuhause des Showrooms der Welcome Home Group. Ganz im Sinne eines mobilen Tiny Houses zieht die »Social Capsule« von der urbanen Peripherie im September in den Holzmarkt, zwischen Cafe und Weinladen an der Mediaspree. Theresa Reiwer ist Medienkünstlerin, Bühnen- und Kostümbildnerin. In ihren Arbeiten kombiniert sie Augmented und Virtual Reality mit physisch begehbaren Räumen und verweist auf popkulturelle wie neoliberale Phänomene. Ihre narrative Rauminstallation »Slow Rooms« beschäftigte sich mit den Themen Künstliche Intelligenz und Kommodifizierung von Freizeit. Sie brachte ihr den Mart Stam Preis 2019 und das Berliner Nachwuchsförderstipendium Elsa Neumann ein. Als Szenenbildnerin für das Kino war sie zwei Mal auf der Berlinale vertreten (»Jibril«, »Glück«), ihre Bühnen- und Videoarbeiten wurden zum Impulse Theater Festival (»The Kids are alright«) und zum PAF (»Wüste Zukunft«) eingeladen.

The Story of an Hour

»The Story of an Hour« is about Louise Mallard, who has just learned of her husband’s sudden death in an apparent train accident. Her sister Josephine attempts to deliver the news delicately since Louise suffers from a weak heart. She bursts into tears and locks herself in her bedroom. There, Louise is unexpectedly overcome with something she’s never felt before.

In the span of exactly sixty minutes, Kate Chopin’s short story unpacks and determines a utopia of self-determined transformation. First published in 1894, »The Story of an Hour« exemplifies this American writer’s work, but is still little known to readers outside of the United States. It will be performed for the first time on the German stage. For Marie Schleef and her team, the short story, in the form of an hour-long silent piece, becomes the basis for examining new narrative and dream spaces void of the spoken word. In this way, the artistic team expands on their experiments with visual and performative storytelling explored in two previous works. Together with the adaptation of the novel »To the Lighthouse« (Volksbühne Berlin, 2018) and »Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« (Ballhaus Ost, 2020), a collaborative work by Marie SchleefJule SaworskiAnne Tismer, and Laura Andreß that was invited to the 58th Berlin Theatertreffen, »Die Geschichte einer Stunde | The Story of an Hour« completes Marie Schleef’s trilogy dealing with »rooms of emancipation« in which literature and history are investigated in terms of new and forgotten spaces of possibility.

Die Ausschreitung

Misty summer morning, Glitch and Copper Key are walking towards the Digital Park. They are friends. It’s 2101. The world has been flooded, and yes, that has challenged architecture ever since. As they pass, the »Safety, Sanity and Security« sign flashes on the door. A vague memory pops up, they remember they don’t remember. Caught in an autocratic virtual world that feeds them with synthetic fries, they wonder how long can they continue to adapt ? Will they succeed to hack the future?

Choregrapher Cécile Bally and Emma Tricard create with the foley artist Niels Bovri a dance performance based on a Science Fiction novel. Written collectively during workshops in Kortrijk, Santiago de Chile, Aix-en Provence and Berlin, »Die Ausschreitung« became a political thriller.

Emma Tricard, currently based in Marseille, graduated from the Master Exerce at the ICI-CCN in Montpellier. Dancer and choreographer, she loves to talk. Since 2015, she develops a choreographic research based on the observation and distortion between »saying« and »doing«. Thrown into an adventurous quest, she invents dances of conjugation, thinks her work in the future and plays humorously with the causal relationships between things, thoughts, movements and natural phenomena.

Cécile Bally is a Berlin-based choreographer with degrees in dance (HZT Berlin) and economics (École Normale Supérieure de Paris-Saclay). Her artistic work creates links between these two milieus and questions, with humor, the place of rationality and magical realism in performance. Cécile Bally anchors her work in the world of science fiction as a social critique and looks at predominant entities of current popular culture provoking dreams and nightmares at the same time.

PALMASOLA

Kokain ist die zweithäufigste illegale Droge in Europa. Handel und Konsum steigen europaweit stetig. 2021 wurden allein in Deutschland zwischen Januar und März 16 Tonnen Kokain sichergestellt, 2020 waren es insgesamt 10 Tonnen. Wer sich als Europäer:in als Drogenkurier verdingt, kann mit Glück an den unglaublichen Gewinnspannen im Handel mit dem weißen Gold teilhaben. Wer dabei in Bolivien von der Polizei aufgegriffen wird, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in Palmasola, dem größten Gefängnis des Landes. Der Ort nimmt in der zynischen Rankingliste der »härtesten Knäste« der Welt seit Jahren zuverlässig einen Spitzenplatz ein. Der bolivianische Staat stellt keine Zellen, sondern die Insassen müssen sich ihre Unterkünfte mieten, kaufen oder bauen, unter Umständen auch erkämpfen. Die Spannweite reicht von einfachen Pritschen bis zu komfortablen Unterkünften der Wohlhabenden und Bandenführer. Hier sitzen 70 Prozent der Häftlinge ohne Urteil ein. Viele warten seit Jahren vergeblich auf ein Gerichtsverfahren, doch ohne Geld gibt es auch kein Recht. »PALMASOLA« erzählt von den Überlebenstrategien, den Träumen und Albträumen der Häftlinge in der neoliberalen Versuchsanstalt und untersucht die Gesetzmäßigkeiten dieses »Staates im Staat«, die sich durch die Pandemie noch verschärft haben. Seit 1991 erforscht KLARA unterschiedliche Theatersprachen, neue Dramaturgien und die Vermischung von fiktionalen und dokumentarischen Spielweisen. Alle Produktionen sind Stückentwicklungen in einem kollektiven Prozess. In den Arbeiten der letzten Jahre fokussierte KLARA vermehrt gesellschaftliche Fragen zu sozialer Teilhabe und Ökologie. Wichtiger Teil der jüngsten Projekte war oft ein mehrjähriger Rechercheprozess. KLARAs künstlerischer Leiter ist der Regisseur Christoph Frick.

I just called to say.. sHe’s dead.

Oft ist es nur die ungewöhnliche Uhrzeit, die zu lange Atempause, diese ganz bestimmte Stimmlage oder einfach der übersprunghafte Einstieg ins Gespräch, der verrät, dass dieser Anruf alles verändert. Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen überbringt. Eine Lücke reißt. Die Zeit gefrieren lässt und nichts danach mehr so ist, so sein kann, wie noch Minuten davor. Der Moment, in der die Trauer beginnt, bevor wir überhaupt den Tod vernehmen, verstehen oder von uns weisen können. Jede Zeitrechnung eine andere wird. Diesem Moment zwischen der Benachrichtigung und dem Annehmen des Unbegreiflichen, widmet die Performerin Tina Pfurr mit ihren Weggefährt:innen fünf Video-Miniaturen. Entlang und zugleich gegen jedwede Dramaturgie oder Logik folgt sie den fünf Phasen der Trauer. Weil sie geteilt werden muss. Weil sie politisch ist. Weil sie damit nicht allein ist. Weil wir viel zu selten dazu einladen und damit wichtige Räume zwischen uns verschließen. Weil wir doch wenigstens einmal diesen einen Song zu Ende hören müssen – ohne sie. Eine Trauernde erinnert sich in wortlosen performativen Stillleben an all die Täler, durch die sie gewandert ist. Stellvertretend für so viele von uns. Wieder und wieder durch Leugnung, Wut, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. In unterschiedlichen Reihenfolgen und mit immer neuen Vertiefungen. Ohne Wertung. Die Geister, die hier gerufen werden, wollen und sollen sich verbinden. In der Trauer. Im Tod. Unbedingt im Leben. In uns. Tina Pfurr ist Performerin, Kuratorin und Schauspielerin. Sie arbeitet im Theater, für Film und Fernsehen und erarbeitet ihre eigenen Performances. Gemeinsam mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Romy Springsguth und der Kamerafrau und Cutterin Ute Schall erschließt sie sich in ihrer sehr persönlichen Arbeit mit theaterbasierten Video-Sound-Essays ein neues künstlerisches Feld.

Epilog:Abriss

»Die Zerbrechlichkeit oder Hinfälligkeit des menschlichen Daseins als Maßstab zu nehmen bedeutet, grundsätzlich von einer zeitlichen Beschränkung sowie der physischen Unstetheit aller Erscheinungen auszugehen. Weil die Kunst hingegen traditionell für sich den Anspruch erhoben hat, unvergängliche Formalisierungen zu gestalten, galt sie auch immer als apotropäische Geste gegen die Vergänglichkeit. Als Ort, an dem Körper, in eine visuelle Form übertragen, verstetigt werden können, hält die Kunst der Gewissheit, dass alle Leiblichkeit, dem Prozess der sterblichen Zersetzung ausgeliefert ist, eine Vorstellung von Dauer entgegen.« (Elisabeth Bronfen aus »Vergänglichkeit im Blickfeld«) »Epilog:Abriss« führt uns in einen Raum, den wir im Leben nie sehen werden. Der nach unserer Zeit kommt, der sich mit dem Versuch beschäftigt, sich von seinem Besitz, dem Leben und dessen Umständen, zu trennen und der Kunst zu verschreiben. »Epilog:Abriss« soll das Publikum durchdringen, alle Sinne ansprechen, das Draußen vergessen machen, den Konzertraum zu einer neuen in sich geschlossenen Welt werden lassen. »Epilog:Abriss« soll mehr einen Zustand evozieren, denn einen zeitlich begrenzten Abend, die vielen dystopischen Formen der Gegenwart in eine utopische Idee von Zukunft verwandeln. Dabei werden verschiedene Revolutionen durchlaufen, in denen die Zuschauer*innen gemeinsam mit den Musiker*innen nach und nach die Kontrolle verlieren, sich mehr verabschieden müssen, um sich in eine morphende-transformierende Masse zu verwandeln und den Blick zu öffnen, für die Ungewissheit der Zukunft. LUX:NM contemporary music ensemble berlin ist ein Solist*innenensemble für Neue Musik, das sich seit seiner Gründung 2010 innerhalb kurzer Zeit zu einem international gefragten Ensemble entwickelt hat. Das undirigierte Ensemble widmet sich der Interpretation zeitgenössischer Musik und versteht sich zugleich als Initiator neuer Werke. Intensive Ensemblearbeit und enge Zusammenarbeit mit Komponist*innen ermöglichen außergewöhnliche Projekte, in denen Elektronik und genreübergreifende Ideen ihren Platz finden.

Die Vier in der Nähe

Du bist eine Person, wir sind vier. Du bist Zuschauer:in, wir sind Theater. Unsere Sehnsucht nach Nähe wandeln wir in ein lustvolles Spektakel nur für dich. Zusammen sind wir nah, wir sind keine Familie, nicht verheiratet und auf gar keinen Fall zu zweit. Zu viert bewegen wir uns ekstatisch und innig umeinander. Wir stoßen aneinander, wir reiben uns, wir wärmen uns gegenseitig – aber berühren tun wir uns wahrscheinlich nicht. Lange haben wir uns nur selbst gepudert, unergründliche Organismen in unseren Hautritzen erforscht und mit unseren Tränen den Abstand zwischen uns überwunden. Nach dieser ewig langen Zeit kommst du dazu. Und so performen wir exklusiv für dich die Auflösung jeglicher Exklusivität.

»Die Vier in der Nähe« ist eine Performance von Hysterisches Globusgefühl für nur eine Person im Publikum. In dem zwanzigminütigen Beziehungs Quickie suchen die vier Performer:innen nach Möglichkeiten eines grenzenlosen solidarischen Miteinanders und lassen sich selbst und ihre Beziehungsvorstellungen mutieren. Sie versuchen verzweifelt eins zu werden und drehen sich gemeinsam für eine einzige Person um Fragen, die sie immer aber nun mehr denn je beschäftigen und berühren. Was bedeutet es grundsätzlich miteinander in Kontakt zu treten? Wie können wir weicher werden? Und: wie bitteschön können wir vier Menschen auf einmal in die Augen schauen? Die Arbeit ist in Berlin im November-Lockdown 2020 in der 4. Etage des Ballhaus Ost entstanden.

Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.

Name Her. Eine Suche nach den Frauen+

»Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird man an mich erinnern.«Katherine Briçonnet (ca. 1494–1526), Bauleiterin des Château de Chenonceau, Loiretal »Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« ist die archäologische Mission einer alternativen Geschichtsschreibung aus weiblicher* Sicht. Die Long Durational Performance bildet ein performatives Lexikon prägender Frauen* und rückt dabei jene in den Mittelpunkt, die bislang einen blinden Fleck der Historiografie darstellten, um sie alle beim Namen zu nennen: Weibliche* Comicfiguren, Künstlerinnen*, Wissenschaftlerinnen*, Mütter*, Urgroßmütter*, Märtyrerinnen*, Spioninnen*, Kriegerinnen*, Herrscherinnen*, Aktivistinnen* und Superheldinnen*. »Name Her.« sucht und findet sie – unabhängig vom sozialen oder kulturellen Hintergrund, von A bis Z, in Form hunderter Schicksale aus der Weltgeschichte. Entstanden durch monumentale Recherchearbeit präsentieren Marie Schleef, Anne Tismer und Jule Saworski ein lebendiges Wissens-Triptychon aus YouTube-Schnipseln, Gewinnspielen, Reenactments, getanzten mathematischen Formeln – und den Lücken derjenigen Quellen, die endgültig verschollen sind. »Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« formt nach »Die Fahrt zum Leuchtturm« (nach Virginia Woolf) den zweiten Teil einer Trilogie, die weiblichen* Positionen in der Darstellenden Kunst eine größere Sichtbarkeit und Stimme verleiht. Der dritte und letzte Teil »Die Geschichte einer Stunde« (nach Kate Chopin) wird im Januar 2022 im Ballhaus Ost uraufgeführt. Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2021.

Beim Anblick des Urknalls

Hysterisches Globusgefühl zieht sich selbstbestimmt aus dem politischen Leben zurück. Auf der Suche nach einer Utopie, die alles auf null setzt und einen politischen Neuanfang ermöglicht, begleitet das Publikum das Performance-Kollektiv auf die Suche nach einer unspezifischen und allumfassenden Einsamkeit. Wenn schon Rückzug, dann richtig! Wenn Rückzug, dann radikal. »Beim Anblick des Urknalls« besteht aus zwei Teilen. Teil 1 wird als Video im öffentlichen Raum des Internets gezeigt. Für den 2. Teil arbeitet Hysterisches Globusgefühl das erste Mal in seinem 10jährigen Bestehen mit der Form der Videoinstallation.

Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.

Appointment on stage

»Appointment on Stage«, is a choreographic rendezvous with others and an encounter with oneself.

 5 performers of different generations and national backgrounds experience and acknowledge the body as a feeling- thinking unity.

 

Angela Lamprianidou, born in Greece, studied choreography and new techniques of interpretation at the »Institut del Teatre« in Barcelona, where she lived and worked until recently. She has collaborated with theaters such as the Mercat de les Flors, the National Theater of Catalonia and the Underground & Off scene.