Fr

1.3.

20:00
Salma Said & Miriam Coretta Schulte

Sa

2.3.

20:00
Salma Said & Miriam Coretta Schulte

Sa

2.3.

22:00 #12
Das Helmi

Fr

8.3.

20:00 mit DGS
Zino Wey

Sa

9.3.

20:00 mit DGS
Zino Wey

Do

14.3.

20:00
Julia B. Laperrière

Fr

15.3.

20:00
Julia B. Laperrière

Fr

22.3.

20:00 Premiere
SEE!

Sa

23.3.

So

24.3.

Mo

22.4.

20:30
Heather Frasch + Parallax | Zacarias Maia | Sophie Watzlawick + Marcello S. Busato

Produktionen

Praktiken und Zukünfte des Kollektiven

SFB Affective Societies (FU Berlin) | Performing Arts Programm Berlin

Kollektive Arbeitsformen prägen die Freie Szene schon immer. Aber erst seit Kurzem lässt sich ein deutlicher Trend zum Kollektiven im gesamten Kulturbetrieb und darüber hinaus beobachten. Konzepte wie New Work, Commons oder Sorgearbeit verbinden mit dem Begriff des Kollektiven die Suche nach enthierarchisierten, selbstbestimmten, ggf. basisdemokratischen, solidarischen Organisationsstrukturen. Auch bestehende Strukturen werden gegenwärtig entsprechenden Transformationsprozessen unterzogen, z. B. werden neue Leitungen häufig mit Doppelspitzen oder Teams besetzt.
 
In dem vom Sonderforschungsbereich „Affective Societies“ der Freien Universität Berlin und dem Performing Arts Programm Berlin gemeinsam kuratierten Fachtag laden wir ein, über konkrete Praktiken des Kollektiven und über mögliche Zukünfte dieser Organisationsform ins Gespräch zu kommen.

 

P R O G R A M M

11:30 Uhr
Akkreditierung und Kaffee
 
11:45 Uhr
Begrüßung und Einleitung

Mit Anja Kerschkewicz (Frauen & Fiktion, HfS Ernst Busch), Theresa Schütz (Freie Universität Berlin, SFB Affective Societies) und Sarah Stührenberg (Performing Arts Programm)
 
12:00 Uhr
Workshop A: Zettel- und Laptopkollektiv. Kollektive Autorschaft zwischen analogem und digitalem Arbeiten.

Mit Jule Gorke und Katharina Siemann (hannsjana)
Der Workshop schaut auf Strategien kollektiver Autor*innenschaft, Recherche und Konzeption – von der gemeinsamen Auswertung individuellen Wissens, über den Versuch, gemeinsam Texte zu schreiben bis hin zur dramaturgischen Ordnung der „Zettelwirtschaft“. Dabei begleiten uns grundlegende Fragen nach der Gestaltung kollektiver Arbeitsprozesse: Wie wird Verantwortung verteilt und ausagiert? Wie lässt sich gegenseitige Fürsorge mitdenken – und woran scheitert dieses Vorhaben? Wie lässt sich ein gemeinsamer Humor finden? Das Kollektiv stellt Methoden vor und lädt ein, diese in einer praktischen Übung gemeinsam zu erproben und kritisch zu diskutieren.

Als Künstlerinnenkollektiv hannsjana erarbeiten Laura Besch, Jule Gorke, Lotte Schüßler, Katharina Siemann und Marie Weich seit 2011 gemeinsam Performances, Audio-Touren und Videoarbeiten. Ihre Arbeiten waren u. a. in den Sophiensaelen Berlin, im Luzerner Theater, Nationaltheater Mannheim sowie bei Theater Thikwa Berlin zu sehen. www.hannsjana.de (aktuell offline wegen Überarbeitung); Instagram @hannsjana
 
Workshop B: „Dem Kollektiv gehört die Zukunft – wo bleibe ich?“

Mit Friederike Jaglitz und Simone Burckhardt (Meine Damen und Herren)
Je mehr bei Meine Damen & Herren kollektiv gearbeitet wird, desto stärker wächst auch der Wunsch nach individuellen Produktionen, bei denen man alleine bestimmt. Wird der Einzelne vom Kollektiv verschlungen? In praktischen Übungen erforschen die Teilnehmer*innen kollektive Arbeitsweisen künstlerischer Prozesse. Wo bleibe „Ich“, wenn alles ein großer Kompromiss ist? Wie können unterschiedliche Ideen und Bedürfnisse in einem künstlerischen Prozess abgebildet werden? Wie können  gemeinsame Entscheidungen getroffen werden, wenn nicht alle mitdiskutieren wollen?

MD&H haben sich in ein Kollektiv verwandelt. Wie das funktioniert, ist eine wichtige Frage für die alltägliche Arbeit. Sie lernen immer weiter, wie sie ihre Arbeits- und Entscheidungsprozesse verbessern können. Und sie bleiben offen in der Frage, wohin es sie als nächsten Arbeitsschritt verschlägt.
www.meinedamenundherren.net
 
14:30 Uhr Pause mit Kaffee und Snacks
 
15:00 Uhr
Workshop C: „(Un-)Produktives Rumhängen“

Mit Stephan Stock und Kristofer Gudmundsson (vorschlag:hammer)
Zwischen gemeinsamem Rumhängen und Raum lassen, damit Ideen kommen, dem Aushalten der Ideen der Anderen, Recherche, Diskussion, Improvisation, dem Rückgriff auf bewährte Techniken und im Stehen vor der dramaturgischen Zettelwand entstehen im kollektiven Prozess die Theaterarbeiten von vorschlag:hammer. Das Kollektiv gibt einen kurzen Einblick in ihre Herangehensweise an diese Arbeit und versucht beispielhaft zu zeigen, wann eine solche Arbeit gelingt und wo sie an ihre Grenzen stößt.       
vorschlag:hammer entwickeln seit 2009 Theaterproduktionen. Ihr performatives Erzähltheater hat sich für neue ästhetische Strategien geöffnet, zu visuell-atmosphärischen oder körperorientierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie bereits existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen. https://www.vorschlag-hammer.de
 
Workshop D: „How to Ensemblerat-Modell“

Mit Lizzy Timmers, Hannah Baumann und Anna K. Seidel (Theaterhaus Jena)
Der Workshop gibt Einblick in das Ensemblerat-Modell, wie es derzeit am Theaterhaus Jena praktiziert wird. Die Teilnehmer*innen stellen sich eine Situation aus der Praxis des Theaters vor und üben im „Stil des Theaterhaus Jena“, also semi-kollektiv, eine Entscheidung zu treffen. Lizzy Timmers, Hannah Baumann und Anna K. Seidel wagen den Versuch das, was sie aus ihrer Arbeit gelernt haben, zu teilen und weiterzudenken sowie Hürden zu reflektieren, die im Prozess aufgetaucht sind. Welche Aspekte dieser Arbeitsweise und Struktur sind außerdem für andere Kontexte interessant?
 
Lizzy Timmers ist Regisseurin und Performerin sowie künstlerische Leiterin des Theaterhauses Jena. Hannah Baumann ist Theatermacherin und Dramaturgin am Theaterhaus Jena. Sie geben den Workshop mit Schauspielerin und Ensemble-Mitglied Anna K. Seidel. Sie haben nicht die eine künstlerische Handschrift wie ein Kollektiv, entscheiden jedoch wichtige künstlerische Fragen zusammen.
https://www.theaterhaus-jena.de
 
17:30 Uhr Netzwerktreffen und Abendessen
 
19:30 Uhr
Podiumsdiskussion: „Zukunftspotentiale kollektiver Leitungsformen“

Mit Anne Bonfert (Frl. Wunder AG), Mieke Matzke (She She Pop, Universität Hildesheim), Hannah Baumann & Lizzy Timmers (Theaterhaus Jena), Andrea Rohrberg (Kunsttherapeutin, Mitgründerin der Unternehmensberatung synexa consult Essen)
Moderation: Theresa Schütz (Freie Universität Berlin, SFB „Affective Societies“)


Die Podiumsdiskussion arbeitet konkrete Chancen und Herausforderungen kollektiver Leitungsstrukturen heraus: Welchen strukturellen Hürden (z. B. mit Blick auf pay policies und Entscheidungsprozesse) begegnen wir, wenn bestehende Institutionen kollektive Leitungen neu einsetzen? Wie verändern sich Betriebsstrukturen, Zusammenarbeit, aber auch Ästhetiken und Spielpläne? In welcher Weise werden Versprechen enthierarchisierter, teilhabe-orientierter Arbeit insbesondere auf Leitungsebene realisiert? Wird das Kollektive zum Korrektiv überholter Machtstrukturen? Betreiben manche Institutionen aktuell auch einfach „collective washing“? Die Panelistinnen laden das Publikum ein, gemeinsam über die Zukunftsfähigkeit kollektiver Leitungsstrukturen im Kulturbetrieb zu reflektieren.
 
21:00 Uhr Ausklang und informeller Austausch
 
Informationen zur Anmeldung und Barrierefreiheit

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Wir bitten um Anmeldung bis zum 19. Februar 2024 unter: fachtag@pap-berlin.de.
Die Veranstaltung findet in Deutscher Lautsprache statt. Bei Bedarf ist eine englische Flüsterübersetzung für die Workshops möglich. Den Bedarf bitte bis zum 16. Februar bei Sarah Stührenberg anmelden an: sarah.stuehrenberg@pap-berlin.de.
Informationen zur Barrierefreiheit veröffentlichen wir zeitnah unter https://pap-berlin.de/de/event/praktiken-und-zukuenfte-des-kollektiven.
Bei Fragen rund um die Zugänglichkeit oder mögliche Barrieren ist Sarah Stührenberg ansprechbar unter sarah.stuehrenberg@pap-berlin.de oder 030/ 20 45 979 14 (telefonisch erreichbar Montag und Donnerstag 11:00 bis 17:00 Uhr).

Vergangene Termine
  • 27.2.2024

Sprache

In deutscher Lautsprache (Flüsterübersetzung ins Englische bei Bedarf für die Workshops möglich).

 
Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Performing Arts Programm Berlin des LAFT Berlin und des Sonderforschungsbereichs SFB 1171„Affective Societies“ der Freien Universität Berlin.