#289 Die Alleinseglerin segelt allein!

Hannah Dörr und Jan Koslowski

© Laura Eggert

Premiere 21. Juni 2019
22. | 23. Juni 2019
jeweils 20.00 Uhr

15 | 10 Euro
Karten

Beim Segeln gibt es eine Lage, die man die aussichtslose Position nennt. Also: Vor Dir ist ein Boot, das nimmt Dir den Wind. Du kannst aber auch nicht zurück, weil hinter Dir auch eins ist. Neben Dir ist noch eins, dem nimmst du den Wind. Zwei Boote segeln also schnurgerade aufeinander zu, sehen sich und wissen sofort, sie sind verloren. Die Segelerfahrung rät, ganz einfach überhaupt nichts unternehmen! Die Sache löst sich von selbst. Und das ist kein Schicksal, das ist eine Regel. Segelst Du jetzt auch noch ganz allein, ist das nicht nur ein Sieg über das Boot, es ist auch ein Sieg über Dich selbst.
Christine ist eine Alleinseglerin. Doch zum Segeln selbst kommt sie kaum und Siege fährt sie auch keine ein. Im gleichnamigen DEFA-Film von 1987 erbt sie aber zumindest schon einmal ein marodes Segelboot. Sie will es wieder instand setzen und verrennt sich dabei vollends. Jede freie Minute schmirgelt und schrubbt sie sich die Finger wund, vernachlässigt ihre Forschungsarbeit am Literaturinstitut und setzt ihre Beziehung aufs Spiel. Obendrauf ist sie Alleinerzieherin einer kleinen Tochter. Am Ende segelt sie dann doch noch… gegen eine Sandbank. Das gibt’s doch nicht!
Mehr als 30 Jahre ist das nun her. So weit, so deprimierend. Doch nicht mehr lange und sie soll es noch einmal versuchen! Das große Remake kündigt sich an: Die Alleinseglerin segelt allein! Und was wie ein schlechter Witz klingt, wäre dann nicht mehr und nicht weniger als der allerletzte DEFA-Film. Man verspricht sich einen schonungslosen Enthüllungsbericht, gespickt mit allem was die SED niemals erlaubt hätte. Prädikat besonders schädlich und super gesellschaftsspaltend! Vor dem ganz großen Zapfenstreich (dann aber wirklich) scheint man jetzt noch einmal richtig Hand anzulegen. Diesmal soll es wirklich ums Segeln gehen. Und um Frauen. Ostfrauen. Ostfrauen im DEFA-Film. Denn die waren anders. Um Macht, Geld und Karriere ging es ihnen schon mal nicht. Und von Liebe und Partnerschaft versprachen sie sich weit mehr als Gleichberechtigung. Und ihre Wege zum Glück? Ergründlich!
Also: Bleib hart am Wind und such Dir nen festen Punkt am Ufer. Nicht abfallen. Das Boot ist lufgierig? Dagegenhalten! Na geht doch. Klar zur Wende?

In deutscher Sprache.
Dauer: ca. 2 Stunden.

mit Malik Adan, Brigitte Cuvelier, Murat Dikenci, Giannina Erfany-Far, Kerstin Grassmann, Milan Herms, Leonie Jenning, Mara Moya, Samuel Schneider, Luna Zscharnt Künstlerische Leitung, Regie Hannah Dörr, Jan Koslowski Text Jan Koslowski, Thilo Fischer Bühne, Kostüme Wieland Schönfelder Musik Danny Goodman Dramaturgie Thilo Fischer Technische Leitung, Lichtdesign Fabian Eichner Bildgestaltung Luna Zscharnt Regieassistenz Danny Goodman Dramaturgieassistenz Sebastian Suhr Ausstattungsassistenz Lukas Kesler Kostümassistenz, Maske Anna Philippa Müller Regiehospitanz Jale Arin Bühnen- und Kostümhospitanz Carlotta Meyer

Eine Produktion von Hannah Dörr und Jan Koslowski in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.



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