#275 Fan Fic Festival

Performancefestival

14. – 17. März 2019

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Fan Fic Festival war ein viertägiges Performancefestival, das sich mit dem Phänomen Fanfiction beschäftigte. Anfangs als reines Netzphänomen aus einer Fankultur entstanden, kann Fanfiction mittlerweile als eines der umfassendsten partizipativen Schreibprojekte der Gegenwart verstanden werden. Doch auch weit übers Schreiben hinaus gibt es Formate jeder Länge und Qualität. Manche erreichen Millionen von Menschen, andere dagegen nur eine Handvoll. Fantasyuniversen werden genauso weitergesponnen wie Kinderliteratur, Pornos oder Sequels für Blockbuster.

In neun künstlerischen Positionen setzten sich für das Festival Vertreter*innen des tendenziell fiktionskritischen zeitgenössischen Performancetheaters mit den Fans und ihrer Lust auf Fiction auseinander: Marc Bausback & Daniela Dröscher entwarfen eine Plakat-Arbeit, die Begriffe wie »Alternative« und »Heimat« fortschrieb und sie sich so von Rechts zurück-aneignete. Agathe Chion & Nicola Ahr riefen an zwei Abenden zu einer Fanfiction-Selbsthilfegruppe auf. Locust Fudge coverten sich selbst als ihre Lieblingsband. Meat Fiction luden zu einer narrativen Endlosschleife aus selbstreferenziellem Fandom. Kareth Schaffer & Cathy Walsh tanzten ihre Fan-Begeisterung von Angela Merkel. Robert Ssempijja thematisierte Praktiken des Nacherzählens in traditionellem und zeitgenössischem Tanz in Uganda. Nele Stuhler & Laura Eggert schrieben Christa Wolf weiter. vorschlag:hammer schrieben sich in Wold of Warcraft ein und wurden Fans von durational videogaming. Und Paul Wiersbinski & Theater HORA reenacteten Jerome Bel.

Während im künstlerischen Programm untersucht wurde, inwieweit Strategien der Produktion von Fanfiction Relevanz für zeitgenössische Performance besitzen können, ließ ein vielgestaltiges Rahmenprogramm u.a. Akteur*innen aus der Fanfiction-Szene zu Wort kommen und präsentierte wissenschaftliche Perspektiven auf das Phänomen. virtuellestheater setzten sich in einem dreitägigen Lab mit ihrem eigenen Fantum auseinander. Esben Holk präsentierte seine Jennifer Aniston Fanart. Tina Pfurr goß ihre Instagram-Obsession in ein durational video. Das Helmi diskutierte mit Lea Sophie Schiel über ihre langjährige Arbeit am Ballhaus Ost als Fanfiction. Linda Kuschel, Kristin Flade und Lisa Kuppler diskutierten darüber ob Fanfiction Kunst, Hobby oder Aktivismus ist. Und Tomas Gonzales, Schröder&Statkus und viele mehr gestalteten ein umfangreiches Partyprogramm aus Konzerten, Karaoke und tanzbaren Lieblingssongs.

Performances und Rahmenprogramm in deutscher und englischer Sprache.

Idee Christoph Winkler Künstlerische Leitung Anne Brammen, Tina Pfurr, Daniel Schrader, Christoph Winkler Raumkonzept Marc Bausback Technische Leitung Björn Stegmann Licht Fabian Eichner Mitarbeit Produktion Emma Olofsson Mitarbeit Ausstattung Rasmus Slätis Technik Maik Büttner, Bernd Krieger, Jochen Haker Bar Ingo Oberdorf Gestaltung Kruse & Müller

Eine Produktion des Ballhaus Ost. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, spartenoffene Förderung.



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