Frauen der Unterwelt. Sieben hysterische Akte

Tine Rahel Völcker





© Dorothea Tuch

Premiere 07. Dezember 2019
08. Dezember 2019
16. | 17. | 18. | 19. Januar 2020

Sie waren eigensinnig und verletzlich. Sie rebellierten gegen die engen Grenzen, die ihnen auferlegt waren. Sie wurden krank durch erlittene Gewalt, Diskriminierung oder Armut – und in der früheren Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein vergast. Das neue Stück von Tine Rahel Völcker geht den Biografien von sieben kraftvollen Frauen nach, die als Opfer der sogenannten NS-Krankenmorde jahrzehntelang verschwiegen wurden. Auf der Bühne erzählen die Figuren nun erstmals ihre Geschichten – jenseits der Diagnosen und Urteile, die einst über sie gefällt wurden. Ihre Geschichten können sie nicht mehr ändern, wohl aber die Geschichtsschreibung!
Das weiblich-queere Ensemble lädt das Publikum zur Zeugenschaft. Sie suchen eine neue Perspektive auf die »hysterische Frau« und behandeln »Wahnsinn« nicht als Krankheit, sondern als spezifische Form des Wissens. Gemeinsam werden so die engen und stigmatisierten Formen weiblichen* Verrücktseins aufgebrochen und erweitert – um schönere, bewundernswerte Bilder des Ausscherens.

Tine Rahel Völcker schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Seit einigen Jahren arbeitet sie verstärkt in freien Gruppen und Kollektiven. Frauen der Unterwelt. Sieben hysterische Akte ist ihr erste freie Theaterarbeit.

Dauer: ca. 2 Stunden.
In deutscher Sprache.

mit Vernesa Berbo, Philipp Engelhardt, Olga Feger, Lara Anaïs Martínez-Wiesselmann, Iris Minich, Nora Quest, Tucké Royale Text, Konzept, Künstlerische Einrichtung Tine Rahel Völcker Choreografie 3. Akt Lara Anaïs Martínez-Wiesselmann Ausstattung Jessica Rockstroh Musik Simon Bauer Lichtdesign Jones Seitz Produktionsleitung Martina Neu Regieassistenz Linda Glanz Ausstattungsassistenz Susanne Wilk Künstlerisches Projekt-Mentorship France-Elena Damian Dramaturgische Unterstützung Dorothea Lautenschläger, Sabine Westermaier (rua.kooperative)

Besonderer Dank an
Nina Mattenklotz

Eine Produktion von Tine Rahel Völcker in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, die Heinz und Heide Dürr Stiftung, das Bezirksamt Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur – Fachbereich Kunst und Kultur, den 4. Herbstsalon des Maxim Gorki Theaters und die Rudolf Augstein Stiftung.

Ein herzlicher Dank für ihre Kooperation bei der Parknutzung gilt außerdem der Freigeistigen Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845. Der Einlass zum Stück führt über den ältesten Dissidentenfriedhof Deutschlands, auf dem 1894 die Sozialdemokratin Agnes Wabnitz beigesetzt worden ist. Sie war als politische Gegnerin der Kaiserzeit inhaftiert, wurde pathologisiert und kämpfte gegen ihre Entmündigung. Ihr Begräbnis auf dem Freireligiösen Friedhof geriet mit über zehntausend Menschen zu einer Großdemonstration für freie Meinungsäußerung und Demokratie.











↑ Back To Top ↑