Leiden zeigen, Leiden anerkennen

Podiumsdiskussion zu »Frauen der Unterwelt«

19. Januar 2020
17.30 Uhr

Eintritt frei

Die rassehygienische Ideologie war gekennzeichnet von einem Hass auf Schwäche, Krankheit und Leiden. Die ableistische Gesellschaft der Gegenwart agiert teilweise noch immer in dieser Tradition. Das Theaterprojekt Frauen der Unterwelt. Sieben hysterische Akte möchte hier politisch-künstlerisch intervenieren. Das Stück erzählt die wahren Geschichten von Frauen, die in der Nazizeit in die Psychiatrie kamen, für »erbkrank« erklärt und in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein vergast wurden.
Miteinander diskutieren die Autorin und Regisseurin des Stücks Tine Rahel Völcker, Tucké Royale (Schauspieler und interdisziplinär arbeitender Künstler), Andy Hechler (Autor, Angehöriger eines NS-»Euthanasie«-Opfers und Bildungsreferent) und Cora Schmechel (Sozialwissenschaftlerin und Mitherausgeberin »Gegendiagnose«).
Wie können in einem Klima der ableistischen Abwehr und Verleugnung Leidenserfahrungen sichtbar gemacht werden? Welche Rolle spielt der Begriff »Krankheit« dabei, z.B. auch ganz konkret in der Arbeit am Stück? Welche Bedeutung hat Geschlecht in der Gedenkarbeit und in anti-ableistischer Politik?

Dauer: ca. 90 Minuten.
In deutscher Sprache.