PALMASOLA

Ein Rechercheprojekt von Christoph Frick und KLARA Theaterproduktionen





© David Campesino



03. | 04. | 05. Februar 2022
jeweils 20.00 Uhr

15 | 10 Euros
(Nur personenbezogene Onlinetickets, keine Abendkasse. Zusätzlich zum Basis-Ticketpreis werden durch den Anbieter Reservix beim Ticketkauf 10% VVK-Gebühr und 2,- Euro Servicegebühr erhoben. Weitere wichtige Informationen zum Vorstellungsbesuch hier.)
Karten

Kokain ist die zweithäufigste illegale Droge in Europa. Handel und Konsum steigen europaweit stetig. 2021 wurden allein in Deutschland zwischen Januar und März 16 Tonnen Kokain sichergestellt, 2020 waren es insgesamt 10 Tonnen. Wer sich als Europäer:in als Drogenkurier verdingt, kann mit Glück an den unglaublichen Gewinnspannen im Handel mit dem weißen Gold teilhaben. Wer dabei in Bolivien von der Polizei aufgegriffen wird, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in Palmasola, dem größten Gefängnis des Landes. Der Ort nimmt in der zynischen Rankingliste der »härtesten Knäste« der Welt seit Jahren zuverlässig einen Spitzenplatz ein. Der bolivianische Staat stellt keine Zellen, sondern die Insassen müssen sich ihre Unterkünfte mieten, kaufen oder bauen, unter Umständen auch erkämpfen. Die Spannweite reicht von einfachen Pritschen bis zu komfortablen Unterkünften der Wohlhabenden und Bandenführer. Hier sitzen 70 Prozent der Häftlinge ohne Urteil ein. Viele warten seit Jahren vergeblich auf ein Gerichtsverfahren, doch ohne Geld gibt es auch kein Recht.

PALMASOLA erzählt von den Überlebenstrategien, den Träumen und Albträumen der Häftlinge in der neoliberalen Versuchsanstalt und untersucht die Gesetzmäßigkeiten dieses »Staates im Staat«, die sich durch die Pandemie noch verschärft haben.

Seit 1991 erforscht KLARA unterschiedliche Theatersprachen, neue Dramaturgien und die Vermischung von fiktionalen und dokumentarischen Spielweisen. Alle Produktionen sind Stückentwicklungen in einem kollektiven Prozess. In den Arbeiten der letzten Jahre fokussierte KLARA vermehrt gesellschaftliche Fragen zu sozialer Teilhabe und Ökologie. Wichtiger Teil der jüngsten Projekte war oft ein mehrjähriger Rechercheprozess. KLARAs künstlerischer Leiter ist der Regisseur Christoph Frick.

mit Jorge Antonio Arias Cortez, Omar Callisaya Callisaya, Nicola Fritzen, Mario Tadeo Urzagaste Galarza Regie Christoph Frick Bühne Susanne Affolter, Christoph Frick Ton Susanne Affolter Video David Campesino Musik Bo Wiget Dramaturgie Carolin Hochleichter, Jhonnatan Torrez Produktionsleitung Maxine Devaud Technik Lorenzo Ariel Muñoz

Dauer: 90 Minuten
In spanischer und deutscher Sprache

Eine Produktion von KLARA Theaterproduktionen in Koproduktion mit Kaserne Basel, Theater Tuchlaube Aarau und Goethe-Zentrum Santa Cruz. Gefördert durch Fachausschuss Tanz und Theater BS/BL, Pro Helvetia, Migros Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Wilhelm und Ida Hertner-Strasser Stiftung, Stiftung Edith Maryon und Intervenciones Urbanas.