Frauen der Unterwelt. Sieben hysterische Akte

Tine Rahel Völcker





© Dorothea Tuch

Stücktext als pdf zum Download

»Ich bin eine Frau,
ein Zwilling,
eine Tochter der Unterwelt.
Mein Intellekt wurde getötet,
weil mein Intellekt gestört hat.
Mein Verlangen wurde getötet,
weil mein Verlangen gestört hat.
Meine Mutter wurde getötet, weil ihre Trauer gestört hat.
Mein Körper wurde getötet,
weil mein Körper gestört hat.
Was Ich sagt,
ist die Verdichtung von Aktensplittern und Briefen.
Was hier lebt, sind Sätze, die ich sage.«
(Prolog »Frauen der Unterwelt«)

In ihrem Stück geht Tine Rahel Völcker den Biografien von sieben kraftvollen Frauen nach, die als Opfer der sogenannten NS-Krankenmorde jahrzehntelang verschwiegen wurden: Amalie Esser, Christa Gabriel, Frieda Hegewald, Frieda Walther, Johanna Strähle, Marie Lange, Margarete Benad und Selma Marka Henker wurden in ihrer Unangepasstheit für verrückt erklärt und im Zuge der nationalsozialistischen T4-Aktion ermordet.
Nach seiner erfolgreichen Aufführung am Ballhaus Ost im Dezember 2019 wird der vollständige Theatertext hier im Rahmen des vom Deutschen Literaturfonds initiierten und von Neustart Kultur geförderten Programms »100 Stücke für ein großes Publikum« zum Download bereitgestellt.

Tine Rahel Völcker wurde 1979 in Berlin geboren, schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Prosa und präsentierte mit der Aufführung von »Frauen der Unterwelt« ihre erste Regiearbeit.

Die Veröffentlichung des Stücktexts erfolgt mit freundlicher Genehmigung der rua Kooperative für Text und Regie und wird ermöglicht durch den Deutschen Literaturfonds e. V. im Rahmen von Neustart Kultur.

Stück und Inszenierung entstanden als Produktion von Tine Rahel Völcker in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, die Heinz und Heide Dürr Stiftung, das Bezirksamt Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur – Fachbereich Kunst und Kultur, den 4. Herbstsalon des Maxim Gorki Theaters und die Rudolf Augstein Stiftung. Die digitale Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der rua Kooperative für Text und Regie.















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