#179 TOODRYTOCRY

Sanierte Altbauten






© Clemens Heidrich

15. Juni 2017

Zwei Performerinnen machen ihre Körper zum Ort der Verhandlung und der Zuschreibungen, schlüpfen in die Rollen von Wasserfrauen und Marmorstatuen, führen Körperbilder ad absurdum und konfrontieren reale Leiblichkeit mit Künstlichkeit. In repetitiven Bewegungschoreografien, Sound- und Textcollagen und Videoprojektionen entfaltet und entblättert sich eine Narration von Sehnsucht, Grenzziehung und Grenzüberschreitung. Hautschicht für Hautschicht wird die Seejungfrau seziert und die Bühne gewässert.
TOODRYTOCRY sucht nach Bildern von Weiblichkeit, die mit Wasser, Natur und Bedrohung in Verbindung stehen und im kollektiven Gedächtnis gespeichert sind. Anhand von Klaus Theweleits »Männerphantasien« und Hans C. Andersens »Die kleine Seejungfrau« wird der Zusammenhang von Weiblichkeit und bedrohlichen Flüssigkeiten sowie deren Auswirkung auf das Konzept eines Volkskörpers und den „soldatischen Mann“ untersucht.
Die Produktion bildet den Abschluss der thematischen Linie Kollektive Abgrenzungsmechanismen. TOODRYTOCRY entstand im Rahmen der Reihe »deBühne« des Theaterhauses Hildesheim und feierte im Februar 2016 Premiere.

Sanierte Altbauten wurde 2013 von Eva Hintermaier und Sarah Kindermann in Hildesheim gegründet und entwickelt in thematischen Blöcken Theaterperformances und Installationen. Die Beschäftigung mit intersektionalem Feminismus ist kontinuierlicher Bestandteil und prägend für die Arbeiten des Künstlerinnenkollektivs. Zentral ist auch das Verhältnis zwischen den Performerinnen als Freundinnen und Arbeitspartnerinnen – dieses Spannungsfeld wird in immer neuen Spielanordnungen theatral nutzbar gemacht.

Künstlerische Leitung, Performance Eva Hintermaier, Sarah Kindermann Technische Leitung, Lichtdesign, Dramaturgie Insa Peters Produktionsassistenz Hannes Siebert

Eine Produktion von Sanierte Altbauten. Entstanden im Rahmen der Reihe deBühne des Theaterhaus Hildesheim. Gefördert durch den Asta der Uni Hildesheim, die Friedrich Weinhagen Stiftung, das Kulturbüro Hildesheim und das Theaterhaus Hildesheim



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