Wie geht es der freien Theaterszene in Berlin und Prag?

Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V.
Ein Stück: Tschechien 2021 – Talks statt Gastspiele


© Henning Bochert

21. Juni 2021
17.00 Uhr
Livestream

Weitere digitale Veranstaltungen im Rahmen von »Ein Stück: Tschechien«:
07. Juni 17.00 Uhr: Depressive Kinder führen durch das Prager Kulttheater Venuše ve Švehlovce
14. Juni 17.00 Uhr: Lachende Bestien – Ein Konzertgespräch

Eintritt frei

Das Festival des tschechischen Gegenwartstheaters Ein Stück: Tschechien hatte geplant, im Juni zwei Gastspiele der Prager freien Theaterszene im Ballhaus Ost zu zeigen. Da ein direkter Austausch nicht möglich ist, lädt das Festival-Team zu einem Live-Talk mit Theatermacher:innen aus der Berliner und Prager freien Szene ein und fragt nach: Wie ist die Stellung der freien Szene in der Theaterlandschaft der beiden Städte? Wie hat die Pandemie die Arbeitsstrukturen, Probenprozesse usw. verändert? Welche Überlebensstrategien wurden entwickelt? Migriert das Theater in den digitalen Raum oder sucht es nach anderen Alternativen? Wie stark konnten die Hilfspakete Existenzen sichern? Wie veränderten sich die Antragsverfahren für Theaterprojekte? Und welche Ziele setzen sich Verbände, die die Interessen der freien Szene vertreten? Wo müssen die Arbeitsbedingungen verändert und die Strukturen gestärkt werden?
Ein Gespräch mit Prager und Berliner Theatermacher*innen aus der freien Szene und Vertreter:innen von Performing Arts Programm (PAP) Berlin und Nová síť Prag (die zusammen das Austauschprogramm PRALIN ins Leben gerufen haben).

Petr Kiška ist Kulturmanager mit Erfahrungen aus dem Bereich Kulturzentren, Musik, Tanz und Theater. In der Netzwerkorganisation Nová síť arbeitet er als Projektberater.

Elsa Lindig machte erste Theatererfahrungen in Weimar, Amsterdam und Berlin und studierte Theaterwissenschaft in Erlangen und Gießen. In ihrer künstlerischen Arbeit bewegt sie sich auf der Grenze von künstlerischem Protest und politischem Theater, versucht das Theater und den öffentlichen Raum zu verbinden und interessiert sich für partizipative Formen von Performance. Sie ist Mitbegründerin und Teil des Performancekollektivs Hysterisches Globusgefühl. Außerdem arbeitete sie für Performancegruppen wie God’s Entertainment, Theatrale Subversion, Flinn Works und Interrobang. Seit 2018 lebt sie in Berlin.

Julia Brettschneider studierte Anglistik und Germanistik in Hamburg und von 2001 bis 2004 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, Puppenspiel. Von 2006 bis 2012 war sie als Schau- und Puppenspielerin am Theater Aachen engagiert. Mit ihrem Kindertheater-Performance-Kollektiv ZIRKUSMARIA realisiert sie seit 2009 eigene Projekte und ist seit 2012 freischaffend tätig. 2020 wurde ZIRKUSMARIA für ihre Inszenierung »Das hässliche Entlein« mit dem Ikarus-Preis ausgezeichnet. Julia Brettschneider inszeniert am Theater Aachen, am tjg Dresden, Theater Chemnitz und am tdjw Leipzig. Sie ist Mitglied der Klezmer-Punk-Band Trio Igra.

Caroline Galvis arbeitet seit 2019 als Kulturmanagerin beim Performing Arts Programm Berlin. Neben anderen überregionalen und internationalen Austausch- und Netzwerkformaten betreut sie das Austauschprojekt PRALIN, das die freien darstellenden Künste in Prag und Berlin miteinander vernetzt. Auch ihre eigene freie Theaterarbeit nimmt internationale Verbindungen in den Fokus, zuletzt mit Rule of Three Collective, einer britisch-irisch-deutschen Theatergruppe, deren Mitbegründerin sie ist.

Nela H. Kornetová ist freie Performance-Künstlerin. Nach Abschluss der Janacek-Akademie für Musik und Darstellende Kunst 2010 und der Norwegischen Theaterakademie 2013 war sie 2014 DanceWEB-Stipendiatin (ImpulsTanz, Wien). Sie ist künstlerische Leiterin der Performancegruppe T.I.T.S. Diese arbeitet mit Themen, die das Publikum instinktiv ansprechen, indem sie atmosphärische Performances schaffen, mit welchen sie die Grenzen von Live-Kunstformen unter Verwendung von körperlichen, visuellen und klanglichen Mitteln erkunden. 2020 wurde Kornetová für den Thalia-Preis nominiert und erhielt für die Produktion »Badman« den Divadelní-Noviny-Preis für die beste Produktion im freien Theater.

Katharina Schmitt, geboren 1979 in Bremen, studierte Theaterregie an der Prager Akademie der Künste, an der sie 2021 auch promovierte. Sie arbeitet als Regisseurin und Dramatikerin in Theater, Oper und Performance. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Beziehungen von Sprache, Körpern und Gewalt und zeichnen sich durch hybride Formgebung aus. Sie hat für internationale Theater und Festivals gearbeitet, u. a. das Haus der Kulturen der Welt Berlin, das Thalia Theater Hamburg, die Münchener Biennale, das Schauspiel Leipzig, das Festival Musica Straßburg, das Watermill Center New York und das Nationaltheater Prag.

Das Festival des tschechischen Gegenwartstheaters Ein Stück: Tschechien, veranstaltet von Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V., findet in Berlin seit 2014 statt und stellt aktuelle tschechische Theaterinszenierungen als Gastspiele und tschechische Gegenwartsdramen in szenischen Lesungen vor.

Dauer: ca. 60 Minuten
In tschechischer und deutscher Sprache mit Verdolmetschung in beide Sprachen

Gäste Gäste Petr Kiška (Nová síť Prag), Elisabeth Lindig (Hysterisches Globusgefühl, Berlin)m Julia Brettschneider (ZIRKUSMARIA / Trio Igra, Berlin), Caroline Galvis (Performing Arts Programm Berlin), Nela H. Kornetová (Performerin, Tänzerin und Regisseurin, Prag), Katharina Schmitt (Regisseurin, Autorin, Übersetzerin, Prag – Berlin) Moderation Barbora Schnelle und Henning Bochert (Drama Panorama) Dolmetscherin Christina Frankenberg (Tschechisches Zentrum Berlin)

Eine Produktion von Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V. in Kooperation mit dem Ballhaus Ost und dem Tschechischen Zentrum Berlin. Gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.