Ein gewöhnlicher Arbeitstag bei der Firma Cyborgs4evrthng GmbH: Zwei Arbeiter:innen sind im Auftrag eine Maschine am Laufen zu halten. Bei ihrer Arbeit mit Bohrmaschinen verweben sich handwerkliche und sexuelle Gesten und eine strukturelle Ähnlichkeit von Bohren und Penetration wird sichtbar. Mit jedem Bohrloch dringen sie tiefer in die Mechanik ihres inneren Kraftwerks vor und stoßen auf das, was sie antreibt. Sie nutzen Technologie als Spiegel und fragen: Was bedeutet es funktional und produktiv zu sein und welche Rolle spielen Emotionen und menschliches Verlangen dabei? Mit Bewegung, Sound und Stimme untersucht »i feel nothing« den Produktivitätsfetisch als prägendes Konzept kapitalistischer Gesellschaften. Im Umgang mit Handwerksmaschinen verschwimmen die Grenzen zwischen produktiver Tätigkeit und performativem Akt, zwischen Mensch und Maschine. Die entstehenden Geräusche werden live in eine Soundscape verwandelt. Das Publikum findet sich in einer Cyborg-Science-Fiction-Welt wieder, in der Technologie, Macht und ihr Einfluss auf Körper und Sexualität neu verhandelt werden.
Marlen, Eva, Caterina und Julie bewegen sich zwischen experimentellem Tanz, Stimme, Sound und visueller Kunst. Sie teilen einen queer-feministischen Blick, arbeiten kollektiv und begreifen den Körper als Ausgangspunkt und Quelle ihrer Recherche.