PNIN

nach Vladimir Nabokov/Anna Horn


Das ist unser Held: Pnin verliert erst seine Eltern, bald darauf seine geliebte Heimat an die Bolschewisten, seine große Jugendliebe an die Mörderhände der SS im Holocaust, seine neuen Zufluchten, Prag und Paris, an die voranmarschierende deutsche Wehrmacht und die Liebe seiner Frau Lisa schließlich auf dem Schiff, das ihn 1940 nach Amerika bringt, an einen smarteren Mann. Immer auf der Flucht gelingt es ihm nie, sich ein Zuhause zu schaffen. Übervorsichtig und auf eine liebenswert umständliche Art bemüht, Unglücke nicht zu vermeiden sondern sogar auszuschließen, nur um dann sein unglückliches Schicksal um so sicherer zu erfüllen, schlagen sämtliche Anpassungsversuche immer wieder fehl und Pnin wird zur Zielscheibe des billigen Spotts: Man lacht über Professor Pnin am Waindell College. Pnin, unter Russen gebildet und eloquent, erscheint seinen amerikanischen Kollegen als Witzfigur und Dummkopf, der die einfachsten Regeln seiner neuen Heimat nicht versteht. Als sich für Pnin, der seit jeher als Untermieter in möblierten Zimmern lebt, endlich die Gelegenheit ergibt, daß er ein kleines Haus kaufen könnte, erfährt er, daß sein Lehrstuhl wegrationalisiert wird. Aber man muß sich dem Schicksal stellen. Pnin nimmt es hin, es ist wie es ist und begegnet seinem Leben mit einer unerschütterlichen Liebe.

mit KERSTIN RULLIK; CHRISTIAN HOLDT, PETER MARTY

Regie ANNA HORN musikalische Zusammenstellung CHRISTOPH KALKOWSKI Dramaturgische Mitarbeit ANNALISA FISCHER, GÖTZ LEINEWEBER Technik SEBASTIAN SCHNORR

PREMIERE 31. OKTOBER
WEITERE VORSTELLUNGEN 01./ 02./ 04. UND 23./ 24. NOVEMBER