Hat Didi, die Drag Queen, wirklich existiert? Oder spukt sie nur in den Lücken der Geschichte? Didi, Didi L´amour Schwarz.
»DRAG! – The Opera« ist ein Musiktheaterprojekt an der Schnittstelle von Oper, Drag und queerer Geschichtsschreibung. Konzipiert und uraufgeführt von Shlomi Moto Wagner und dem House of Mazeltov, verbindet die Performance Live-Gesang, Lip-Sync und Orchester zu einer zeitgenössischen Opernform.
Ausgangspunkt ist die Sagenumwobene Geschichte der Figur Didi, die als erste jüdische Drag Queen im Berlin der Nachkriegszeit imaginiert wird. Ihre Biografie entsteht aus Interviews mit Berliner Drag Queens unterschiedlicher Generationen und fungiert als »effektive Fiktion«, um verdrängte und marginalisierte queere Lebensrealitäten sichtbar zu machen. Statt klassische Opernstoffe zu reproduzieren, werden biografische Erfahrungen queerer Performer*innen zu mythologischen Opernarien transformiert. Verismo-Arien, elektronische Beats und queere Popreferenzen bilden emotionale Resonanzräume, in denen individuelle und kollektive Geschichten neu verortet werden. »DRAG! – The Opera« versteht Drag und Oper als gleichwertige, ritualisierte Bühnenformen und schreibt ausgelöschte Narrative aus heutiger queerer Perspektive in den kulturellen Kanon ein.
Shlomi Moto Wagner ist interdisziplinärer Performer*, Musiker*, Autor* und Dragqueen a.k.a. Mazy Mazeltov und entwickelt das Stück mit Heinrich Horwitz (Co-Regie, Dramaturgie), Eloain Lovis Hübner (Komposition), Misha Cvijović (Musikalische Leitung), Maria Magdalena Emmerig und Charlotte Pistorius (Bühne und Kostüm).