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10:00 Video Release
ONCE WE WERE ISLANDS

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10:00 Video Release
ONCE WE WERE ISLANDS

Vögel

Steuerschulden treiben Peisetairos und Euelipides ins Exil zum freien Volk der Vögel. Machthungrig redet Peisetairos den Vögeln ein, einer überlegenen Art anzugehören. Die Manipulation gelingt und als Herrscher über Götter und Menschen organisiert er den neuen Staat Wolkenkuckucksheim, beseitigt unwillige Untertanen und rekrutiert ein sich für ihn und seine Ideen begeisterndes Vogelvolk.
Der 2400 Jahre alte Stoff »Die Vögel« hat nichts von seinem anarchischen Humor und seiner kritischen Aktualität verloren. Possible World lassen nun in ihrer Adaption taube Welt, Taubenkultur und hörende Welt aufeinandertreffen. Was heißt Inklusion in einer Demokratie – und im täglichen Probenprozess? Ein tauber und eine hörende Regisseur:in, zwei taube, zwei hörende Darsteller und ein »child of deaf adults« (Coda) entwickeln für die Bühne inklusive Kommunikationswege in Deutscher Gebärdensprache, Lautsprache und Visual Vernacular. Es wird von Macht und Machtmissbrauch, Grabenkämpfen und vielleicht auch von Lösungen erzählt.

Das inklusive Theaterkollektiv Possible World wurde 2009 gegründet. Ziel ist es, ein inklusives Modell für die Zusammenarbeit von Tauben und Hörenden beständig weiterzuentwickeln und in die Kulturlandschaft einzubringen. In den Jahren 2009-2020 entstanden vier Theaterproduktionen: »Frühling Erwache!« (2009), »ME DEA(F)« (2011), »Die Taube Zeitmaschine – eine Lecture-Performance über die Geschichte der Gehörlosen« (2014) und »Ein Sommernachtstraum« (2018) sowie die Filmproduktion »WIR. I & II« (2013). Alle Produktionen entstanden in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. »Vögel« ist die erste Zusammenarbeit von Possible World Regisseurin Michaela Caspar und dem Gebärdensprachpoeten Giuseppe Giuranna.

It’s about time

Ein neues Festival: It’s about time! Es ist Zeit! Es geht endlich los!

Seit November 2020 ist die Zeit reif. Damals sollten vier Tage lang ganz viele Menschen in ganz kleinen Räumen zu ganz langen oder ganz kurzen Performances zusammenkommen. Doch das Festival ging mit der Zeit und ließ sich selbige, um seine Wesensform zu transformieren: Es verlagerte sein Programm in die endlosen Zeiten und Weiten des Internets und präsentiert sich dort ab September 2021.

Kuratiert von Anne Brammen, Monika Gintersdorfer, Tina Pfurr und Daniel Schrader wird das Durational Online Festival »It’s about time« für einen unvorhersagbar langen Zeitraum künstlerische Arbeiten von u.a. Barbara Lenartz, Club Real, Elisabeth Tambwe, Felizitas Stilleke | Smruthi Gargi Eswar, GRUPO D3 CHOK3, Markus&Markus, ONCE WE WERE ISLANDS, vorschlag:hammer und vt corp. entwickeln, präsentieren und archivieren. »It’s about time« ist eine Huldigung von Durational Performances, gibt der Kunst ihre Zeit und ist ein Festival von Dauer.

Gib mir noch Zeit | Keine Zeit | Time of your Life | Was ist Zeit | Auszeit | Siesta

Im Rahmen von IAT – It’s about time

 

»Ich will mehr Zeit.
Genau, ich will mehr Zeit!
Gib mir mehr Zeit.
Dass man auch mal mehr machen kann.
Sonst würde das Leben ja langweilig werden, wenn es keine Zeit gibt.
Abends geht die Zeit schlafen, morgens steht sie auf.
Genau wie wir, das machen wir auch.
Das machen im Moment ganz viele.
Und was machst du?
Wozu hast du nie Zeit?«
(Station 17)

 

Im Rahmen von »It’s about time« treffen sich vt corp. (Max Gadow und Hannah Müller) ingesamt sechs Mal mit jeweils einem Gast, um sich dieser Sache anzunähern. Beginnend mit der Frage, die jeder Gast beantwortet haben muss: »Wofür hast du nie Zeit?«
Und dann nehmen sie sie sich, die Zeit. Kurz oder lang, entspannt oder gestresst. Auf jeden Fall eine Auszeit. Bis die Zeit aus ist. Dann hört es auf.

 

Gib mir noch Zeit | Keine Zeit | Time of your Life | Was ist Zeit | Auszeit | Siesta ist ein Onlineformat, dauert genau so lange, wie es sich eben ergibt und wird live aus dem Ballhaus Ost ausgestrahlt.

 

22. April 2022 | mit Monika Oschek:
Monika Oschek hat nie Zeit zum Inlineskaten. Vor allem das Bremsen kommt immer zu kurz und die Kissen aus Madeira, die müssen auch endlich bestickt werden. Außerdem fragt sie sich, wer eigentlich erfunden hat, dass die Zeit so lange dauert, wie sie eben dauert.
Sie trägt keine Uhr, dabei hätte sie so gern noch mehr Zeit. Wahrscheinlich damit sie dann Karaoke singen, Werwolf spielen und Choreographien tanzen kann. Denn dafür hat sie auch kaum Zeit.
Für Monika stoppt die Zeit genau dann, wenn sie mit Wodka der Sonne entgegen durch den Wald läuft. Das klingt vielleicht nach Alkoholismus, ist es aber nicht. Wodka ist ihr Hund und für den nimmt sie sich immer Zeit. Und für Wellness. Am liebsten mag Moni die Uhrzeit 14 Uhr, weil da die besten Sendungen auf Vox laufen. Oder 18 Uhr. Da kann sie dann endlich Feierabend machen.
Es beginnt um 18.30 Uhr und dauert so lange wie es eben dauert.

 

25. Februar 2022 | mit Felizitas Stilleke:
Felizitas Stilleke hat nie Zeit, um über die Jahre gesammeltes auf Ebay zu verkaufen oder sich mit Kapitalanlagen zu beschäftigen. Sie trägt eine Uhr am rechten Handgelenk, hat ganz schön viel Zeit und hätte gerne noch mehr – keine Frage! Keine Zeit zu haben findet sie aber auch gut, weil ihr das so richtig Dampf unterm Kessel macht. Und so wie Dampf stellt sie sich auch die Zeit vor, farblos und strömend – oder so wie Wind. Sie ist definitiv eine Leule, geht also gerne spät ins Bett und steht genauso gerne früh auf. Sie wird 109 Jahre alt werden, aber mit dem Tod braucht man ihr nicht zu kommen. Sie hat Geräte, um die Zeit zu stoppen, weiß aber, dass das der Zeit eigentlich egal ist.
Letztendlich wartet sie jeden Tag bloß darauf, dass die Uhr 23:10 anzeigt – ihre Lieblingsuhrzeit.

 

Zu It’s About Time – Durational Online Festival

12 Months – A Year

As part of It’s about time

»Time is something that scares me … or used to. This piece I made with the two clocks was the scariest thing I have ever done. I wanted to face it. I wanted those two clocks right in front of me, ticking.«
Felix González-Torres, 1991

»12 Months — A Year« is a durational film project by ONCE WE WERE ISLANDS made as part of the online festival »It’s about time«.

Starting in November 2021, Aslan and Gylee will create and release a five-minute film every month for one year. Each monthly chapter will be released on the final day of the month and will add to the previous films, accumulating in real-time. The full 60-minute work will be completed and released on 31st October 2022.

»12 Months — A Year« is inspired by durational artforms including the soap opera, the serialisation of the novel in the 19th century, films that stretch and compress time (»Empire«, »24-Hour Psycho«, »The Clock«, »Boyhood«), and the inevitably diverging clocks of González-Torres’s sculpture »Untitled (Perfect Lovers)«.

Simple questions with formidable answers: We ask who we are now, who we will be a year from now, and what the nature may be of the trajectory between these two points in time.

»This was fiction and yet no one knew where the story was headed because time was its unpredictable collaborator.«
Kate Kellaway, interview with Richard Linklater & Ellar Coltrane, 2014

ONCE WE WERE ISLANDS work in the fertile ground between disciplines, combining visual art, performance, choreographic methodologies, and research. The two performers, originally from Manchester and London, employ (auto)biographical narrative as well as meticulous research on the realities of Queer lives in their poetic works.


 

May
»‘Love’, this English word: like other English words it has tense. ‘Loved’ or ‘will love’ or ‘have loved’. All these specific tenses mean Love is time-limited thing. Not infinite. It only exist in particular period of time.«
Xiaolu Guo, »A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers«, 2007


 

April
»When was that? When did I stop getting old? Time passes by me like the wind. Maybe the cord that bound me to time broke when I lost my words.«
Yoko Tawada, »Scattered All Over The Earth«, 2018


 

March
»I believe in an alchemy of time … I believe we can make time … Does naming time generate time? Rehearsal is a great name for time, solitude another. Clock into darkness. Clock into leave. Falling, a time. What if we all agreed to live a year on moon time shunning the sun … The most crucial and most queer thing I can say is that these thoughts are all about that which is unseen in time. All that exists and goes unnamed, uncounted, disregarded. In a queer life you use and re-use shards of time, search out references, create your own constellation and pull small threads forward. You dig and discover all that was, in its time, against the continuity of its time.«
Every Ocean Hughes FKA Emily Roysdon, »Uncounted«, 2012-2015


 

February
»You know, I’ve got a funny feeling // I’ve seen this all before. // Why? // Cause I’m a caveman. // Why? // Cause I’ve got eyes in the back of my head. // Why? // It’s the heat. // Standby. // This is the time. // And this is the record of the time.«
Laurie Anderson, »From the Air«, 1982


 

January
»The threads of time have their knots and tangles, and every so often there is a symmetry, every once in a while something repeats, as if refrains and motifs were controlling them, a troubling thing to notice. Such order tends to overburden the mind, which cannot know how to respond. Chaos has always seemed more familiar and safe, like the disarray in your own drawer«
Olga Tokarczuk, »The Books of Jacob«, 2014


 

December
»The way one does research into nonexistent history is to tell the story and find out what happened. I believe this isn’t very different from what historians of the so-called real world do. Even if we are present at some historic event, do we comprehend it — can we even remember it — until we can tell it as a story? And for events in times or places outside our own experience, we have nothing to go on but the stories other people tell us. Past events exist, after all, only in memory, which is a form of imagination. The event is real now, but once it’s then, its continuing reality is entirely up to us, dependent on our energy and honesty. If we let it drop from memory, only imagination can restore the least glimmer of it. If we lie about the past, forcing it to tell a story we want it to tell, to mean what we want it to mean, it loses its reality, becomes a fake.«
Ursula K. Le Guin, »Tales from Earthsea«, 2015


 

November
»Something changed in the world. Not too long ago, it changed, and we know it. We don’t know how to explain it yet, but I think we all can feel it somewhere deep in our gut or in our brain circuits. We feel time differently. No one has quite been able to capture what it happening or say why. Perhaps it’s just that we sense an absence of future, because the present has become too overwhelming, so the future has become unimaginable. And without future, time feels only like an accumulation. An accumulation of months, days, natural disasters, television series, terrorist attacks, divorces, mass migrations, birthdays, photographs, sunrises … We haven’t understood how space and time exist now, how we really experience them.«
Valeria Luiselli, »Lost Children Archive«, 2019