Können wir den Moment erkennen, in dem wir eine Grenze nicht überschreiten, nicht zustimmen oder nicht wegsehen sollten?
Was geschieht, wenn Zensur Teil des künstlerischen Schaffens wird? Wann beginnen Strategien des Überlebens, genau jenes System zu stützen, das sie ursprünglich aushalten oder überwinden sollten?
Jede Aufführung eröffnet einen Raum, in dem wir die Kräfte, die künstlerisches Schaffen prägen, genauer betrachten. Gemeinsam fragen wir, wie Zensur in unsere Entscheidungen, Gesten und Beziehungen eindringt. Was verändert sich, wenn wir eine Grenze überschreiten und aufgefordert werden, anderen Regeln zu folgen? Was hilft uns, der eigenen Kunst, der Kunst anderer und den Werten, für die wir einstehen möchten, treu zu bleiben?
Rebel-IST-hah! hat drei Künstler*innen eingeladen, diesen Raum gemeinsam zu betreten – sich zu begegnen, zu sprechen, zu schweigen, zu handeln und durch diese Fragen in Erscheinung zu treten.
Was können wir gemeinsam mit dem Publikum in diesem Raum zurücklassen – für diejenigen, die ihn nach uns betreten?
Rebel-IST-hah! ist ein Performance- und Forschungskollektiv, das 2006 von Azadeh Ganjeh und Foad Esfahani in Teheran (Iran) gegründet wurde und seit 2022 seinen Sitz in Berlin hat. Durch Performancekunst, künstlerische Forschung und kollaborative Arbeitsprozesse setzt sich das Kollektiv mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen auseinander und untersucht, wie Menschen Macht durch Körper, Räume, Institutionen und Narrative erfahren. Im Laufe der Jahre hat Rebel-IST-hah! sowohl in konventionellen als auch in ungewöhnlichen Räumen gearbeitet und mit interdisziplinären Künstler*innen, Performer*innen, Forscher*innen sowie unterschiedlichen Communities zusammengearbeitet. Das Spektrum ihrer Arbeiten reicht von Performance-Aktivismus über immersives Theater, Hörspiele und Lecture Performances bis hin zu Bühnenproduktionen. Dabei verbinden sie dokumentarische und Archivmaterialien mit verkörperten Praktiken, Erinnerung und performativen Experimenten. So entstehen Arbeiten, die Aktivismus bezeugen, Räume des Erscheinens eröffnen, zur Teilhabe an der Performance und/oder an der gesellschaftlichen Realität einladen und alternative Formen politischen Miteinanders entwerfen.