Eine Radiostation im Grenzgebiet der DDR. Nachts geht der Sender an. Im Inneren der Station entsteht über Jahre hinweg eine heimliche Übertragung. Gespräche, Lieder und fragmentierte Erinnerungen lagern sich übereinander. Während draußen Sperrgebiet und Todesstreifen die Landschaft entlang der innerdeutschen Grenze prägen, entwickelt sich eine Radiotransmission, die nie Teil der offiziellen Archive wurde.
»Mitternacht. Sendung aus dem Sperrgebiet« ist ein musikalisch-dokumentarisches Theaterstück über Sinti-Lebensrealitäten in Ostdeutschland während des Kalten Krieges. Ausgangspunkt der Inszenierung sind Interviews, Archivmaterial und familiäre Erinnerungen – Stimmen, die in der offiziellen Geschichtsschreibung kaum vorkommen. Das dokumentarische Material verbindet sich mit poetischer Fiktion und aus Stimmen, Klang und Archiv entsteht ein Theaterabend über Erinnerung, Unsichtbarkeit und das Weitertragen von Geschichte.
Cat Jugravu und das Rom*nja Theaterkollektiv / Kelipen e.V. entwickeln Theater an der Schnittstelle von Performance, Archivarbeit und Erinnerungskultur. Im Zentrum stehen Perspektiven von Sintizze und Rom*nja sowie dokumentarisch-performative Formen, gesprochen und gesungen überwiegend in Romanes.