WHISTLE ist ein Duett, das sich in der unangenehmen Kluft zwischen dem Zwang zur Leistung und dem Bedürfnis nach Ruhe bewegt. Ausgehend von der Redewendung »pfeifen im Walde« wird das Pfeifen hier sowohl als Aufruf zur Aufmerksamkeit als auch als Beruhigungsmittel zur Verdeckung von Angst gesehen. Durch Alarmsignale und Wiegenlieder erschließen die Darsteller herzöffnende Bewegungen als instabile choreografische Zustände, in denen das Öffnen sowohl das Versprechen der Verbindung als auch die Gefahr der Entblößung birgt. Zwischen dem Entspannen und Anspannen der Brust nähert sich das Werk dem Körper als einem Hörgerät und untersucht, wie ein Körper, der darauf trainiert ist, Instabilität zu ertragen, einer »Blockade der Gefühle« widerstehen kann. WHISTLE positioniert den Körper als Whistleblower und schlägt somatische Praxis als radikales Mittel des kollektiven Widerstands vor.
Wie unterscheidet sich ein Körper, der darauf trainiert ist, zu ertragen, von einem, der Gewalt perpetuiert?