Epiclogue

»Epiclogue« präsentiert Anfänge, Erzählungen, Geschichten und formt neue Mythen. Die Tänzer*innen Jonathan Ibsen und Bjørk-Mynte Paulse erobern Raum für den queeren Körper – stark, sichtbar und dominant. Die Performance fragt, was es bedeutet – oder kostet –, sich Raum zu nehmen, der anderen selbstverständlich zugestanden wird. Aus den Perspektiven einer trans Frau of Color und eines weißen schwulen Mannes hinterfragen sie die Welt, in der sie leben, und stellen Fragen zu Geschlecht, Sexualität und Identität in einen größeren Kontext. Indem sie die Rolle des Verletzlichen ablehnen, entwerfen Køteren og Terrieren eine spekulative Realität, in der dominante Normen nicht mehr existieren. Sie suchen nach Möglichkeiten im Spannungsfeld zwischen dem, was ist, und dem, was hätte sein können. In »Epiclogue« entstehen intime Begegnungen, in denen Körper durch Liebe, Fürsorge und Vertrauen zueinander Mut und Willen finden.  Kjøteren og Terrierens künstlerisches Interesse gilt der Herausforderung und Hinterfragung gesellschaftlicher Normen. Mit Neugier und einer ungefilterten Ästhetik nähern sie sich Fragen, die uns alle betreffen – auf ungebändigte Weise. Ihr Ziel ist es, durch Choreografie und die Inszenierung unserer Realität zu begeistern, herauszufordern und Dialoge anzuregen.

Antisex

Iokaste verspürt ein Unbehagen. Ihr Sohn Ödipus, der seit Jahrtausenden dauernd mit ihr schlafen will, hat sich vervielfacht, und jetzt will die ganze Welt sie ficken. Das Gesetz des Vaters gibt es nicht mehr (der Pisser ist einfach abgehauen), und auch am Inzestverbot rütteln die Jungen Liberalen schon seit 2020. Nur ob Iokaste eigentlich Lust hat, mit ihrem Sohn zu schlafen, danach hat nie jemand gefragt. Frustriert macht sich Iokaste auf die Suche nach einer eigenen Subjektposition, doch trifft stattdessen: eine Gruppe Cheerleader, die nicht mehr wissen, wen sie eigentlich anfeuern. Ein Polycule, das sie unbedingt inkludieren will. Und ein paar junge Männer, die glauben, ein Masturbationsverbot wäre die Lösung für alles. »Antisex« untersucht das Begehren der Gegenwart. Das Stück fragt dabei speziell nach der Rolle der „Frau“: Welche Bilder von ihr entstehen im digitalen Datingmarkt, in rechten Chatgruppen, in der Sexindustrie? Was haben diese Bilder mit der noch immer unsichtbaren Sorgearbeit realer Frauen und Mütter zu tun? Und was heißt es, in diesem Chaos dennoch selbst zu begehren? Hampel / Helbig / Kießling macht Theater gegen die große Geste. Mit feministischem Anspruch und ihrem 4 Meter hohen Bühnenbild betritt die frisch gegründete GbR die Freien Szene und spricht erst mal… über Sex. Oder: sich gegen den bestehenden aus.

Liquid Bodies

In ihrer Trilogie »Open Water« untersucht die Glitch AG über drei Jahre das utopische Potential von Wasser im Hinblick auf unser gesellschaftliches Miteinander. Die Relaxed Performance »Liquid Bodies« bildet den Auftakt dieser Reihe, in der vier Performerinnen der Glitch AG gemeinsam mit dem Publikum eine aquatische Gemeinschaft bilden, um das Thema Fürsorge in den Fokus zu rücken. Denn Wasser verbindet alle Körper, die Wasser in sich tragen. Wasser erinnert, speichert, vergisst, migriert und zirkuliert. Mit Schlagwerk und Piano, Aquaphone und Flüssigkeiten in und um uns herum erfahren wir unsere wässrige Verbundenheit. Wasser berührt, umspült, dringt ein. Wir essen Algenpopcorn und verweilen, tragen andere Wasserkörper und Verantwortung füreinander, werden zu singenden Sirenen, bewegen uns miteinander durch den Raum, als ozeanische Wirbel, flexibel in unseren Identitäten, wandelbar, einander durchdringend und empathisch. Raha Emami Khansari, Eva-Maria Glitsch, Anna Hubner und Christine Kristmann sind das Hamburger Performancekollektiv Glitch AG. Seit 2016 produzieren sie Theater- und Tanzperformances, Hörspiele sowie Beteiligungsformate und Interventionen im öffentlichen Raum.


Mitternacht. Sendung aus dem Sperrgebiet

Eine Piratenradiosendung im Sperrgebiet der DDR sendet nachts Sinti-Stimmen. Im Inneren der Station entsteht über Jahre hinweg eine heimliche Übertragung. Gespräche, Lieder und fragmentierte Erinnerungen lagern sich übereinander. Während draußen Sperrgebiet und Todesstreifen die Landschaft entlang der innerdeutschen Grenze prägen, entwickelt sich eine Radiotransmission, die nie Teil der offiziellen Archive wurde.»MITTERNACHT. Sendung aus dem Sperrgebiet« ist ein lyrisches Drama über Sinti-Lebensrealitäten in Ostdeutschland während des Kalten Krieges. Ausgangspunkt der Inszenierung sind Interviews, Archivmaterial und familiäre Erinnerungen, aus denen dokumentarische und poetisch-fiktionale Szenen entwickelt werden. Aus Stimmen, Klang und Archiv entsteht ein Theaterabend über Widerstand, Gemeinschaft und Erinnerung. CAT Jugravu und das Rom*nja Theaterkollektiv / Kelipen e.V. entwickeln Theater an der Schnittstelle von Performance, Archivarbeit und Erinnerungskultur. Im Zentrum stehen Perspektiven von Sintizze und Rom*nja sowie dokumentarisch-performative Formen, gesprochen und gesungen überwiegend in Romanes.

Arbeitsbedingungen und kulturpolitische Realitäten 2026 – FAIRSTAGE in den freien darstellenden Künsten

Ein kulturpolitischer Begegnungssalon in zwei Teilen Spätestens seit den ersten plötzlichen und drastischen Kulturkürzungen des Berliner Senats für das Jahr 2025 ist diefinanzielle Lage in der Förderung der Berliner Performing Arts unübersichtlich. Die wechselhaften Verhandlungen über den Doppelhaushalt 2026/27 trugen ihren Teil zur allgemeinen Verunsicherung bei und die Einstellung mehrerer Förderprogrammen auf Bundesebene trifft insbesondere die Berliner Szene hart, die traditionell besonders stark von Bundesförderungen profitiert. 16 bis 18 Uhr: Impulse zur aktuellen Situation Erste Runde:Cilgia Gadola und Paul Hess (BFDK – Bundesverband Freie Darstellende Künste)Nicola Stillfried (Dachverband Tanz)Marie Henrion (Tanzbüro Berlin) Zweite Runde:Dagmar Domrös (Arbeitskreis der Kinder- und Jugendtheater)Luise Würth (FAIRSTAGE)Daniel Brunet (Koalition der Freien Szene)Lars Zühlke (LAFT Berlin) Jannik Rodenwaldt (GDBA)  Dritte Runde:Carolin Huth (AG Barrierefreiheit)Grischa Schwiegk (Gob Squad) Anne Brammen (Ballhaus Ost) Sarah Stührenberg (Berliner Kulturfördergesetz) Franziska Stoff (BerlinIstKultur) 18:00–19:00 Uhr: Tischgespräche beim gemeinsamen EssenEin gemeinsames Essen bietet allen Anwesenden viele Möglichkeiten zum Nachfragen und für Austausch und Begegnung.ab 19:00 Uhr: Offene Gesprächsrunde mit Impulsgeber*innen und PublikumGemeinsam wollen wir den Stand der Dinge zusammen fassen und gemeinsam mit unseren Beobacheter*innen Arne Vogelgesang und Theresa Schütz nach Lösungen und Handlungsansätzen suchen. Ein offenes Gesprächsformat lädt die Impulsgeber*innen und die  Besucher*innen zur Diskussion ein. Die Bar ist geöffnet und Alisa Tretau moderiert. FAIRSTAGE setzt sich fürdiskriminierungsfreie und gute Arbeitsbedingungen für alle festen und freien Mitarbeiterinnen an öffentlich finanzierten Berliner Theatern ein. Ziel ist es, Expertisen zu bündeln und gezielt für eine fairere Berliner Branche einzustehen. FAIRSTAGE gestaltet verschiedene Programme: Beteiligungsformate, eine jährliche Konferenz, Empfehlungspapiere und Publikationen. In der Praxis heißt diversitätssensibles Arbeiten für FAIRSTAGE auch, Weiterbildungs-Qualifizierungs- und Austauschangebote für Institutionen zu fordern und zu fördern und auch hier marginalisierte Akteurinnen zu stärken.

Maresz presents »TASTE« | ronja (Roomer) | RIP Swirl (DJ)

An einem Donnerstag im April öffnet das temporäre YETZE Casino zum zweiten Mal seine Pforten im Ballhaus Ost – und dieses Mal liegt der Fokus auf Female Voices aus Berlin: Als Headlinerin präsentiert Maresz mit Band ihre demnächst erscheinende, von RIP Swirl produzierte EP »Taste«, nachdem ronja (Roomer) als Special Guest bei dieser Blurry Records Label Night den Opening-Slot übernimmt und ihre aktuelle EP »Up With The Sun« live vorstellt. Eingerahmt wird das Ganze von Blurry-Gründer RIP Swirl, der ein DJ-Set beisteuert. >> YETZE Casino Night #1: A Good Year (Escho / CPH) feat. Late Verlane | 21.3.

Die Shimmy Shake Show

Die Shimmy Shake Show ist zurück und präsentiert neue Talente und Berlins Burlesque-Stars auf der Bühne des historischen Ballhaus Ost! Ein Abend voller Burlesque-Debüts, Ensemble Acts, Performances der Trainer*innen und vielem mehr. Seit über 15 Jahren fördert die Shimmy Shake School for Burlesque die Burlesque-Ausbildung in Berlin und stärkt die lange queere Geschichte dieser Kunst und ihre Bedeutung als Form des Selbstausdrucks. Durch Tanz, Striptease und Storytelling hat die Shimmy Shake School unzählige Künstler*innen auf die Bühne gebracht.

The Untalented Show – Seasons Got Talent

REGISTRIERUNG GESCHLOSSENWillst du Teil unserer Show sein? Wenn du eine Idee hast für etwas Neues, etwas das du immer schon ausprobieren wolltest aber dich nie getraut hast, oder wenn du es einfach satt hast ständig perfekt sein zu wollen, und Spaß daran hast deine Verletzlichkeiten und vermeintlichen Unfähigkeiten mit uns zu teilen, dann HABEN WIR EINE BÜHNE FÜR DICH! Die »Untalented Show« ist eine Cabaret-Show im Gewand einer Talentshow. Die Show nimmt eine unerwartete Wendung, sobald das Publikum mit einbezogen und Teil des Geschehens wird! Die »Untalented Show« greift die Nostalgie der Fernseh-Spielshows der frühen 60er und frühen 2000er Jahre auf und kombiniert Live-Kameraaufnahmen mit Publikumsabstimmung. Im Finale entscheidet ein lauter Applaus über die Gewinner*in aus den beiden Finalist*innen – der Favorit*in der Jury und dem Publikumsliebling. Fesselnd, unvorhersehbar und voll spielerischer Spannung: Alles ist möglich, und manchmal passiert auch alles. Am Ende fühlt man sich als Teil eines gemeinsamen Abenteuers, in dem Fehler gefeiert werden, Absurdität regiert und die Freude an Verbundenheit und Wagnis voll ausgelebt wird. Jede*r ist eingeladen mitzumachen, glorreich zu scheitern und gemeinsam mit den Künstler*innen zu improvisieren. In einer Kultur, die von Perfektion, Bildschirmen und inszenierten Identitäten besessen ist, bietet diese Show Raum für Unordnung, Albernheit und Wagemut – und stärkt gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl. Die »Untalented Show« begann in der Palace Arts Residency in Polen und war seitdem mit zwei ausverkauften Ausgaben im 90mil in Berlin ein voller Erfolg. Allein am ersten Abend versuchten über 200 Menschen, die Show zu besuchen. Dank einer unkonventionellen, absurden Mundpropaganda-Kampagne gewinnt »The Untalented Show« rasant an Popularität – nicht zuletzt dank ihrer Community, deren gemeinsamer Abneigung gegen Perfektionismus, und der Vorliebe für Albernheit.

Fun Facts – witzig, wichtig, richtig

Fakten haben es nicht leicht in den sozialen Medien. Da helfen wir nach. »Fun Facts« ist ein neues unterhaltsames Nachrichtenformat, das Fakten durch Humor und Prominenz zu mehr Reichweite verhilft. Bekannte Faktenfans präsentieren humorvoll und konstruktiv, was wirklich wichtig ist. So helfen wir den Fakten auf die Sprünge und den Menschen aus dem Sofa. Die Hosts wechseln täglich, denn Fun Facts ist ein Gemeinschaftsprojekt.Ohne Sender und ohne Konzern dahinter – gestartet und getragen von den Künstler*innen selbst. Statt Hetze, Heuchelei und Hass bietet Fun Facts Humor, Haltung und Hoffnung. Unsere Recherche und journalistische Einordnung machen wir in Kooperation mit CORRECTIV. Im Ballhaus Ost präsentiert Raúl Krauthausen vor Publikum eine besondere Fokusfolge von Fun Facts. Den ganzen großen Rest des Abends liest Marc-Uwe Kling aus der Känguru Rebellion.

Black Box

Das Theaterprojekt »Black Box« basiert auf einem Stück des belarussischen Dramatikers Pavel Pryazhko und erforscht die komplexe Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. »Black Box« thematisiert Nostalgie, die Sehnsucht nach einer von Verantwortung freien Kindheit sowie die beunruhigende Wiederholung von Verhaltensmustern, die von einem Erbe der Gewalt und Unterdrückung geprägt sind.Die Figuren des Stücks existieren auf zwei Zeitebenen: 1986 und 2016. 1986 ist das zweite Jahr der Perestroika, 2016 befindet sich der belarussische Präsident Lukaschenka in seiner fünften Amtszeit. Im Jahr 1986 sind Alexey, Marina, Sergey und Valery zwölfjährige Schüler*innen. Im Jahr 2016 sind sie zweiundvierzig Jahre alt und scheinen in ihr ehemaliges Internat zurückversetzt worden zu sein, wo alles – außer ihnen selbst – vermeintlich in der Zeit stehen geblieben ist.Die Produktion untersucht die Überschneidung zweier Realitäten: der gefilmten Vergangenheit und der unmittelbaren, gelebten Gegenwart. Analoge Videoformate erforschen auf der Bühne, wie Bildmaterial die Wahrnehmung der Realität beeinflusst. Der Musiker und Komponist Dmitrii Vlasik, der für seine Arbeit mit experimentellen Klängen und elektronischen Texturen bekannt ist, entwickelt für »Black Box« eine Komposition. aliveduo ist eine kreative Partner*innenschaft zwischen Alena Starostina und Ivan Nikolaev, die 2022 aus Russland nach Dresden emigrierten, wo sie zu den führenden Vertreter*innen des zeitgenössischen Theaters gehörten. In Deutschland setzen sie ihre Praxis im Bereich der zeitbasierten Medien fort. In ihren Projekten – ob Theater oder Film – arbeiten sie mit analogem Material, das sie wegen seines taktilen, physischen Abdrucks der Zeit schätzen. Nach beiden Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt.