Normans Norm

Was heißt eigentlich normal? Und wer entscheidet das? Kommt auf den Rummel, drehen wir eine Runde auf dem Disco-Karussell! Gemeinsam setzen wir den Dancefloor der Normalität in Bewegung und tanzen gegen gesellschaftliche Fliehkräfte.

 

Sebastian Mauksch & Team inszenieren Theater für junges Publikum als gemeinsamen Erlebnis- und Erfahrungsraum für Publikum und Performer*innen. Mit dem Ballhaus Ost entstanden u.a. »Warum der Hund das Fleisch durch den Fluss trägt«, »Junge Leute« oder »Fennymore oder wie man Dackel im Salzmantel macht« (Einladungen zu Augenblick Mal! und Wildwechsel 2021).

Dogs of Love

Das queere Performancekollektiv ONCE WE WERE ISLANDS untersucht in »Dogs of Love« die innige Verbindung zweier Menschen, die Raum und Zeit überdauert. Ausgehend von ihrer eigenen Liebe zueinander im Hier und Jetzt, entfernen sich die beiden Performer* im Verlauf der Performance voneinander und durchschreiten die Zeit. Auf dem virtuellen Weg in die Zukunft bzw. in die Vergangenheit erkunden und durchleben sie die ebenso reale wie fiktive Geschichte queerer Zweisamkeit. Verortet im Zwischenraum von bildender Kunst, Performance, Tanz und wissenschaftlicher Forschungsarbeit nutzen Chris Gylee und Richard Aslan für »Dogs of Love« (auto)biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu Lebensrealitäten, die das Bewusstsein heteronormativer »Normalität« sprengen. Es entsteht ein halbfiktiver Stammbaum queerer Zugehörigkeit, in dem Reinaldo Arenas ebenso vorkommt wie Marsha P. Johnson, Sylvia Rivera, Jack Bee Garland, Audre Lorde und Samuel R. Delany. Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten. Ausgangspunkt ihrer Projekte sind sowohl ausgewählte Forschungsfragen, als auch eine starke Verbindung zu Menschen, die die Welt aus einer Perspektive betrachten, die für sie ungewohnt ist. Ihre Mitstreiter:innen können Spezialist:innen sein, eine besondere Lebenserfahrung oder Geschicklichkeit haben, über Dinge auf faszinierende Art und Weise nachdenken oder einfach für eine spielerische Erforschung offen sein. Ihre kontinuierliche Recherchearbeit widmet sich mannigfaltigen Phänomenen wie Queerness, Empathie, Marginalisierung und Aktivismus. Um diese Arbeitsschwerpunkte umzusetzen, nutzen sie Elemente von Performance, Theater, Installation und Choreografie als Rohmaterial. Das Ergebnis ist eine Reihe zeitgenössischer Rituale in enger Verknüpfung zu performativen Mechanismen und Laboratorien. Diese gleichsam aufgeladenen Räume eröffnen unheimliche Erfahrungen, provozieren überraschende Denkmuster und werfen ein Licht auf menschliche Interaktion.

Fennymore oder Wie man Dackel im Salzmantel macht

»Sag JA! Ja oder Nice! Du hast die Wahl! Oder tanz den Monbijou-Ta-Ta-Ta-Tanz? Entscheide dich, Fennymore!« Was ist das für eine seltsame Kleinstadt, in der es ständig regnet und alle einen Regenhut tragen müssen? Wo Doktor Uhrengut – Bürgermeister, Arzt, Hutmonopolist und Turnvereinsvorsitzender in einer Person – ständig die schöne, neue Welt besingt? Es ist Wahl und Doktor Uhrengut möchte jetzt Bürgermeister auf L-L-L-Lebenszeit werden. Fennymore, das ist die kindliche Hauptfigur der Geschichte, darf auch mitwählen. Doch vorher durchstreift er die Kleinstadt und trifft auf Tante Else in ihrer Kneipe »Zum Dackel im Salzmantel«, Fizzy aus dem Getränkelager, den Sportlehrer Herrn Muckenthaler, das eigensinnige Fahrrad Monbijou und – Moment! – war das da eben etwa der Tod?! »Fennymore oder Wie man Dackel im Salzmantel macht« ist eine interaktive Schauspiel-Performance mit dem Publikum als Hauptfigur. Die Bühne ist eine begeh- und erlebbare Kunstinstallation mit klangkomponierten Licht-Räumen. Am Ende steht die Bürgermeisterwahl auf Lebenszeit. Der Ausgang ist abhängig vom Wahlergebnis und entscheidet sich bei jeder Vorstellung aufs Neue. Kirsten Reinhardt arbeitet als freie Schriftstellerin. Ihr Debüt »Fennymores Reise oder wie man Dackel im Salzmantel macht« wurde 2009 als unveröffentlichtes Manuskript mit dem Oldenbuger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet und in fünf Sprachen übersetzt. Seither erschienen zwei weitere Kinderromane und ein Bilderbuch im Carlsen Verlag. Sebastian Mauksch ist freier Regisseur und Dramaturg für Performance-Theater. Er leitete die Jugend-Spielstätten der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, seine Arbeiten mit P14 gastierten auf zahlreichen Festivals. Ab 2008 inszenierte er Uraufführungen im Ballhaus Ost mit Texten von David Lindemann, Helene Hegemann und Anne Tismer. Für die Berliner Festspiele forscht er über die Kunst der Adoleszenz.

All In

Was geschieht, wenn aus Zweisamkeit Dreisamkeit wird? »All In« beschäftigt sich mit triadischen Liebesbeziehungen, in welchen sich drei Menschen in der Konstellation eines Dreiecks begegnen. Zu dritt zu lieben hinterfragt so gut wie alles, was wir über Liebe zu wissen glauben, und erfordert von den Beteiligten, sich auf ein neues Terrain zu begeben, wo es nur wenig Erfahrungen und Vorlagen gibt, auf die sie zurückgreifen können. Drei Performer:innen verweben gesammeltes Interview-Material von Menschen mit triadischer Beziehungserfahrung zu einem mehrstimmigen Geflecht aus Schauspiel, Tanz und Gesang, das die Vielfalt von Liebesformen in den Vordergrund stellt. Das gesellschaftlich anerkannte duale Beziehungsmodell wird in Frage gestellt und dazu angeregt, anders über Liebe nachzudenken und neue Räume und Möglichkeiten zu öffnen. Und das nicht nur für die Liebe, sondern für alle Lebensbereiche, in denen wir uns durch das Festhalten an scheinbar festgeschriebenen Modellen selbst beschränken.   Daniel Hellmann ist Tanz- und Theaterschaffender, Sänger und Performer und lebt und arbeitet zwischen Zürich und Berlin. Layton Lachman ist Performer:in, Tänzer:in und Choreograf:in und lebt seit Kurzem in Berlin, nachdem sie ihre Arbeiten sieben Jahre lang in San Francisco verwirklicht hatte. Anne Welenc ist Schauspielerin und Performancekünstlerin und lebt in Berlin. All In ist die erste gemeinsame Arbeit der drei Künstler:innen.

Traumboy und Traumgirl

Daniel ist Sexarbeiter. In der Solo-Performance »Traumboy« berichtet er von seinen Erfahrungen als Prostituierter. Er erzählt, warum er diese Arbeit aufgenommen hat, beschreibt seine Kunden und ihre Wünsche. Das Publikum erlebt einen jungen Mann, der sich gern prostituiert. Einziges Problem: das Stigma. Kim ist Schauspielerin. Sie ist auch Sexarbeiterin, hat mal Seife verkauft, ist Barfrau, Deutsche, Polin… In »Traumgirl« verhandelt Kim, wie es ist, im Grenzbereich zwischen „richtiger Arbeit“, Performance und sogenannter „Drecksarbeit“ zu arbeiten. »Traumboy und Traumgirl« bewegen sich zwischen Dokumentartheater und Autofiktion und hinterfragen die Doppelmoral einer durchkapitalisierten und übersexualisierten Gesellschaft sowie die Bedeutung von Sex und Arbeit im neoliberalen System. Die Körper auf der Bühne werden zu Projektionsflächen für Ängste, Fantasien und Widersprüche. Was darf eine Frau / ein Mann von sich offenbaren? Was nicht? Und wer bezahlt den Preis? Daniel Hellmann ist Tanz- und Theaterschaffender, Sänger und Performer. Seine Arbeiten untersuchen Körper, Körperbeziehungen und Begehren, und hinterfragen gesellschaftliche Normen in den Feldern von Sexualität, Menschen- und Tierrechten. Nach Requiem for a Piece of Meat und All In ist »Traumboy« die dritte Arbeit, die Daniel Hellmann im Ballhaus Ost präsentiert. Anne Welenc ist Schauspielerin und Performerin. Ihre Arbeiten sind recherchebasiert und beschäftigen sich mit Transzendenz. Sie interessiert sich für die Verbindung klarer Narrative mit surrealen Elementen.

Krispy Dream. Ein Portier denkt über sein Leben nach

Die Stückentwicklung erzählt von einem Portier. Ein Außenseiter, der da arbeitet, wo andere wohnen. In der Lobby in einer Stadt, die niemals schläft. Eine Geschichte über Arbeitswelten, den American Dream und eine Figur, die in sich zusammenfällt, wenn sie keine mehr sein kann.

 

Meta Imbiss, gegründet von Stella Nikisch und Nathalie Schatz, vermischt Popkultur mit Theater, denkt Inhalt und Ästhetik zusammen und kollaboriert gerne, kurzum: Es steht für fire, fun und fashion.

Ambient 2: War of the Worlds

In seiner Ambient-Theater-Reihe entwickelt Daniel Schrader entspannte Formen von Sprechtheater. Mit Kopfhörern auf den Ohren und dem Blick in der Landschaft erleben die Teilnehmenden das SciFi-Hörspiel »Krieg der Welten« von H.G. Wells, Parkleben und Live-Interventionen der Performer:innen.

 
Eintritt frei am 2.9. im Rahmen des Kultursommerfestival. Anmeldung unter: karten@ballhausost.de

Junge Leute

In seinem Dokumentarfilm »barfuß und ohne hut« portraitierte Jürgen Böttcher 1964 „Junge Leute“ mit ihren Zukunftsvisionen im Freiraum zwischen Schule und Arbeitsleben. Mitten im Wedding verwandelt sich der Humboldthain Club nun in eine Beach-Bar an der Ostseeküste und sechs Performer*innen wagen mit dem Publikum ein Reenactment: Mit Musik, im Rausch, in Bewegung, aber auch in Entspannung gleicht es Szenen des Films mit eigenen beruflichen Hoffnungen und Wünschen ab.

 

Sebastian Mauksch & Team inszenieren partizipatives Theater für Kinder und Jugendliche und forschen für die Berliner Festspiele über die Kunst der Adoleszenz. Ihre Arbeiten wurden u.a. AUGENBLICK MAL! – Das Festival des Theater für junges Publikum sowie zu WILDWECHSEL – Das Kinder- u. Jugendtheaterfestival im Osten Deutschlands eingeladen.

TWO. is not a solo

Lisa Verbelen wird dieses Mal kein Solo machen. In »TWO.« bildet sie ein Duo mit dem gefeierten Jazzmusiker Hendrik Lasure. »TWO.« ist eine Übung, um das Denken in Gegensätzen umzukehren und zu erfahren, was zwischen zwei Extremen liegt. Erwarten Sie ein musikalisches und theatralisches Konzert, Worte und Musik, die Sie fühlen und denken lassen, sowohl hart als auch weich, sowohl dunkel als auch hell, mit Rauch und Feuer, Wasser in der Wüste, weder hässlich noch schön, alles Yin und Yang, über Sie und mich.


 

Lisa Verbelen (1988) studierte Theatralische Performance an der De Toneelacademie in Maastricht und einen Master in Musiktheater am Konservatorium von Den Haag. Zusammen mit fünf anderen gründete sie 2013 das Theaterkollektiv BOG.

Hendrik Lasure (1997) studierte Klavier am Königlichen Konservatorium von Brüssel und wurde bei seinem Abschluss 2017 mit dem Toots Thielemans Jazz Award ausgezeichnet.