Liquid Ecstasy

Die multimediale Performance ist ein allegorischer Essay über die Möglichkeiten, zu einem ursprünglichen Zustand der fließenden Gleichheit zwischen allen Lebensformen zurückzukehren. Mit wenig Handlung und viel Raum zum Nachdenken lädt es zum Verweilen und Abschweifen ein, während atmosphärische Wassergeräusche pochende Bassdrums oder die verführerische Stimme von Baby Marcel zu hören sind.

 

Max Gadow fokussiert sich in seinen Regiearbeiten auf die Untersuchung westlicher Mythen und Machtstrukturen und leitet aus diesen performative Vorgänge ab. Die Formate reichen hierbei von Rauminstallationen über Workshops zu Bühnen-Inszenierungen.

KLITTERN (aesopica)

Ein Schaf trifft abseit der Herde auf einen Wolf. Um nicht gefressen zu werden, erdenkt es eine List und bittet den Wolf, begleitet von dessen Flötenspiel noch ein letztes Mal tanzen zu dürfen…

Anhand einer Fabel, die dem antiken Dichter und Sklaven Aesop zugeschrieben wird, entwirft das Theaterstück unterschiedliche Figurationen von Widerstand innerhalb asymmetrischer Machtverhältnisse.

Queens

Mary Stuart und Elizabeth I. sind in »Queens« zwei abgehalfterte, untote Drag-Queens, die seit rund 500 Jahren ein gemeinsames Dasein in Limbo fristen. Bis ihnen ein Erdbeben die Tore zur Gegenwart öffnet…

 

Anne Welenc feiert mit dem Stück ihr Autorinnen- und Regie-Debüt. Zuletzt war sie als Schauspielerin in transdisziplinären Performance-Projekten wie »All in« und »Traumgirl« zu sehen. In »Queens« setzt sie diese Praxis fort, indem sie den klassischen Theaterstoff durch Impulse aus verwandten darstellenden Künsten erweitert.

 

H I N W E I S:
Teil der Vorstellung sind laute Geräusche, flackernde Lichter (Stroboskopeffekte) und Nebel. Es finden darin Darstellungen und Erwähnungen von Erdbeben, Naturkatastrophen, Tod, Mord und expliziter Sexualität statt.

Dos Vidas. Zwei Leben

Wieviel Ungleichheit verträgt eine globale Freundschaft? Jorge Antonio Arias Cortez wurde im Mai 1985 in Oruro im bolivianischen Altiplano geboren, Nicola Fritzen im Oktober 1978 in Berlin. Für »Dos Vidas« unterziehen die zwei befreundeten Schauspieler ihre Biografien einem Vergleichs- und Stresstest – mit allen Extremen, Höhepunkten und schmerzhaften Details.

Seit 1991 erforscht KLARA unterschiedliche Theatersprachen, neue Dramaturgien und die Vermischung von fiktionalen und dokumentarischen Spielweisen. Die beiden Protagonisten von »Dos Vidas« kennen sich bereits aus dem mehrjährigen Rechercheprozess der letzten Arbeit »Palmasola«, die 2022 am Ballhaus Ost zu sehen war.

 

Im Anschluss an die Vorstellung am Sonntag wird ein Gesprächsformat für deutsch-spanische Sprachlern-Tandems stattfinden. Alle Sprachlevel sind willkommen und keine Anmeldung notwendig.

Después de la representación del domingo, hablaremos de lo que hemos visto en alemán y en español (tandems) para practicar nuestros conocimientos lingüísticos. Si es necesario, ¡con manos y pies – todos los niveles de idiomas son bienvenidos! El intercambio lingüístico es gratuito.

The Crossing (Die Überquerung)

Jenseits einer unvorstellbaren Leere liegt eine Welt, die nur von queeren Menschen bewohnt wird. Das Theaterstück erzählt davon, wie Risse in dieser Utopie entstehen. Geschrieben und aufgeführt in der queeren Sprache Damiá, stellt »The Crossing (Die Überquerung)« die Frage, ob neue Worte der Ort sein könnten, an dem wir endlich ein Zuhause bauen.

 

»The Crossing (Die Überquerung)«, durchweg in der queeren Kunstsprache Damiá verfasst, die Aslan selbst seit der Jugend entwickelt, war ursprünglich als Live-Performance konzipiert. Die Verfilmung entstand, nachdem die Premiere 2022 wegen COVID abgesagt worden war. Der Film ist zwei Wochen lang, vom 28. Februar bis zum 13. März 2023, kostenlos online verfügbar. Der Text wird für das Publikum mit Untertiteln ins Englische und Deutsche übersetzt.

 

Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten.

bye, bye, bye

Das Theaterkollektiv copy & waste stellt sich an die Seite der Sterbenden und montiert ihre fiebrigen Erzählungen, großen Songs und jenseitigen Bilder zu einem vielstimmigen Monolog für einen Schauspieler. Hannes Schumacher spielt und spricht Dostojewski und Kleist, Milow und Weil, Hölderlin und Schulze-Erdel und schlüpft in die Kostüme grosser Gemälde und Filmszenen.

 

copy & waste realisiert seit 2007 Theater und Performances, zuletzt über den Kollaps der Städte, das Ende der Arbeit und den Abgesang auf die Natur. »bye, bye, bye« ist nach der Vertheaterfilmung »Besides, it’s always been the others who died« der zweite Teil ihrer Reihe »Theater des Todes«.

 

Im Anschluss an die Vorstellung am 4.3. findet an der Bar der dritte Teil von »Die Suche nach der Ur-Oper« von Das Helmi statt.

The Eating Show

Drei Vokalist:innen kochen ein kulinarisches Erlebnis aus den Internet-Heil-Phänomenen Eating Show (Muk-bang) und ASMR, scharf gewürzt mit einem globalen sozialen Problem: rassistisch motivierte Gewalt gegen Asiat:innen, vom 20. Jahrhundert bis aktuellen Asian Hate durch COVID-19. Mit einer Fusionsklangküche aus Internetkult, experimentaler Vokalmusik und asiatischer Weltmusik zeigt das Stück ungehörte Perspektiven von den Asiat:innen und lädt das Publikum dazu ein, die eigene Rolle in der postmigrantischen Gesellschaft zu hinterfragen.

H I N W E I S : 
Das Stück thematisiert anti-asiatische Gewalt und ist daher einem Publikum ab 16 Jahren empfohlen.

 

Hang Su ist Komponist der neuen Musik. Er arbeitet an performativen Projekten und experimentiert mit neuen Formen von Musiktheater.