Bulimie heißt wörtlich „Stierhunger“, also wirft sich Cy Linke mitsamt their inneren Stieren in die Arena. Zwischen dem Papst und Madonna, als Stierkämpfer:in und Stier fragt Linke, ob Essstörungen* Proteste gegen binäre oder sexistische Strukturen sind oder wie diese Strukturen Essstörungen* hervorbringen?
Autor:in, Regisseur:in, Performer:in und Bodyworker:in Cy Linke studierte Philosophie-Künste-Medien in Hildesheim, Regie an der HfMT und der ZHdK & believes in the power of vulnerability. Parallel zu »Stierhunger« fragt Linke in »Sex und Kartoffeln« am Theater Magdeburg wie sich Sexualitäten dekolonialisieren lassen.
Content Note: Thematisierung von Essstörungen* und sexualisierter Gewalt
Im Stück nutzt Cy Linke die Begriffe „Essstörungen“ und „krank“, um als Ex-Betroffene von Bulimie und anderen Essstörungen in der Selbstaneignung dieser Fremdbezeichnungen einen Zwischenschritt dahin zu gehen, langfristig die Binarität „gesund“ und „krank“ mitaufzuweichen.
Akustische installative Vorgänge in löchriger Dunkelheit. Enigmatische Gestalten schreiben sich mit einer archaischen Schrift durch Träume, deren Personal sie einmal waren. Ein reduziertes, üppiger Traumlogik folgendes Gespinst.
Das Solistenensemble Kaleidoskop begreift sich als Co-Autor:innen der kollaborativen Produktionen. In jahrelanger Zusammenarbeit mit Georg Nussbaumer werden neue Ausformungen des experimentellen Musiktheaters erforscht. Ein Ort, der die Kraft hat sich andere Zukünfte vorzustellen.
H I N W E I S: Die Aufführungen sind nicht barrierefrei, da sich das Publikum bei Dunkelheit eigeninitiativ durch die verschiedenen Stockwerke des Hauses bewegt. Besucher:innen mit Seheinschränkungen können sich bis zu 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse für eine geführte Vorstellung anmelden.
Strudel aus Verpackungsmüll zirkulieren im Ozean. Feminine Haie leuchten. Flinke Hände falten Oversize Origami. Seile werden zu Nudeln, zu Gedärmen, zu Geisternetzen. Care-Pas de Deux und Slow-food Porn treffen am Wok-Lagerfeuer einer thailändischen Megacity aufeinander. In einer Tanzperformance entlädt sich der visuelle Kosmos einer glutamatgeschwängerten Fast Food Welt. Aus eurozentristischer Sicht schwer verdauliche Lebensrealitätenführen rituell in absurde Gewässer.
Dasniya Sommer sucht mit Michael Schumacher vom inklusiven Ensemble Meine Damen und Herren, der MMA-Performerin Fungi Fung, der eco-feministischen Tänzerin Tara Jade Samaya und der Ausnahme Tänzerin Yui Kawaguchi Zusammenhänge zwischen Verdauung, Künstlichkeit und Kultur. Durch Reflexionen über Hydrofeminismus und ‚Bodies of Water‘ entsteht so eine oszillierende Projektionsfläche für eine kritische Auseinandersetzung mit antiasiatischem Rassismus.
Haus Sommer ist das Netzwerk-Label der Tänzerin und Choreographin Dasniya Sommer. In wechselnden Kollaborationen mit anderen Künstler*innen untersucht und erweitert sie die Formensprache klassischen Balletts unter dem Einfluss von Shibari, Body Art und zeitgenössischer Performance Kunst.
Content Note
Das Stück thematisiert anti-asiatischen Rassismus. Auf der Bühne kommen Fesseltechniken zum Einsatz.
Im Anschluss an die Vorstellung am 13.5. findet an der Bar der fünfte Teil von »Die Suche nach der Ur-Oper« von Das Helmi statt.
Wir sterben allein. Wir beerdigen gemeinsam. Eine partizipatorische Performance, die den politischen und theatralischen Charakter des Bestattungsrituals erforscht und seinen festgelegten Mechanismus dekonstruiert. Ein Ritual, auf das man sich unmöglich vollständig vorbereiten kann, aber während dieser Probe kann jeder letzte Wunsch erfüllt werden.
Natasha Borenko – eine in Sibirien geborene fluide Theatermacherin und queer-feministische Künstlerin mit Migrationshintergrund, die partizipatorische Kunst als ein Instrument zur Dekonstruktion des Systems und zur Einübung der Veränderung betrachtet. Sie entwickelt dieses Stück in Zusammenarbeit mit interkulturellen, interdisziplinären Künstlern.
Andrea Neumann spielt seit 20 Jahren dasselbe Instrument: einen selbstgebauten Klavierrahmen ohne Tastatur. Für »Tossed Sounds« wurden drei Stücke für die Komponistin und Musikerin geschrieben, von der Performerin Antonia Baehr, der Tänzerin Fernanda Farah und von Andrea Neumann selbst. Unter einer Bedingung: Das Instrument ist auf der Bühne abwesend. Was bleibt von einer Musikerin ohne ihr Instrument? Welche Spuren hinterlässt es? Was hört man?
Im Rahmen von »Introducing…« des Performing Arts Festival 2023
Wie kann ein Archiv lebendig werden? Kann es zu einem Zeitloch werden, durch das hindurch wir in neue Zukünfte gelangen? Zwischen Autoreifen und futuristischer Videowelt erkunden Salma Said und Miriam Coretta Schulte spielerisch das subversive Archiv „858“ der Ägyptischen Revolution von 2011 sowie die Potenziale choreografischer Erinnerungstechniken.
Salma Said und Miriam Coretta Schulte sind Partnerinnen in crime, friendship und performance. Das Duo entwickelt seit 2018 eine künstlerische Praxis, in der das situative Wissen über ihre unterschiedlichen Hintergründe und Kontexte, die Lust am Experiment mit Aktivismus und politischen Themen verknüpft werden. »behind your eyeballs« ist ihr erstes gemeinsames Projekt. »Court Fantasies« folgt und hat im Mai 2023 Premiere in Basel.
Bakterien leben fast überall. In »Holobiontinnen« nehmen zwei Performerinnen Kontakt mit den Bakterien auf ihrem Körper und jenseits davon auf. Ein Netzwerk aus Performerinnen, Publikum, Mikroorganismen und Maschinen entsteht.
Eva Hintermaier / Simon Kalus sind ein transdisziplinäres Team an der Schnittstelle von Performance, Literatur und Installation. Ihr Interesse gilt Mensch-Natur-Beziehungen und Verflechtungen von biologischen mit ästhetischen Phänomenen.
H I N W E I S: Bei allen Vorstellungen ist Audiodeskription ein integraler Bestandteil.
Begleitend zu den Vorstellungen finden Tastführungen statt, die sich an seh-eingeschränkte Menschen richten. Sie sind auch für Interessierte geöffnet. Die Tastführungen ermöglichen den Bühnenraum, die Ausstattung und die Darstellenden im Vorhinein kennen zu lernen. Die Führungen werden von Sebastian Schulze und Simon Kalus angeleitet. Der Treffpunkt ist jeweils 1,5 Stunden vor der Vorstellung im Foyer.
Das 24-stündige Happening spürt dem hochentwickelten emotionalen System der Delfine nach. Was würde passieren, wenn wir in der Lage wären, unsere lineare Erfahrung von Zeit und Raum in einen 5-dimensionalen Strudel zu transformieren?
18:00 Check In / Worldbuilding
20:00 Universe
21:00 Climax / Collapse of the Universe
23:00 Food / Assimilation
0:00 GHOSTs
3:00 Trance / INK*
5:00 3rd Pill / Revenges of Nymph
7:00 Frequencies of Dreams
KEIN EINLASS
10:00 Promenade / Repeat repeat until its in your Bones
11:00 Futureself / INK*
13:00 Backwards Burning / INK*
14:00 Trance Crying Ritual / INK*
15:00 Wetness Ritual / Creating the Ocean
17:00 Bleed out
*für mehr Infos und Möglichkeiten zur Buchung wende Dich bitte an @tattoos.by.pauli // tattoos.by.pauli@gmail.com oder entscheide vor Ort
Konzipiert von Heinrich Horwitz und einem fluiden Kollektiv bestehend aus Rosa Wernecke, Magdalena Emmerig, Annett Hardegen und unterschiedlichsten Performer:innen. Die Gruppe arbeitet in unterschiedlichen Konstellationen seit 2016 zusammen und beschäftigt sich mit der Idee den Theaterraum als utopische Praxis ständig neu zu transformieren.
»Big Bangs & Black Holes« ist eine digitale Doppelvorstellung des Queer-Performance-Kollektivs ONCE WE WERE ISLANDS. »Dogs of Love« und »We Come With Nothing«, die ursprünglich als Bühnenwerke entstanden, werden zum ersten Mal nebeneinander gezeigt, für den Film umgestaltet und mit poetischen Bildern animiert.
»Dogs of Love« (60′) erforscht die intime Verbindung zwischen zwei Menschen. Ausgehend von einer realen Liebesgeschichte laufen zwei Liebende in entgegengesetzte Richtungen durch Zeit und Raum, durch Vergangenheit und Zukunft, bevölkert von realen und imaginären Geschichten queerer Zweisamkeit. Die Schritte hallen nach, während wir tief in Zweisamkeit, Einsamkeit, Krisen und Intimität eintauchen. Können wir jemals wirklich jemanden verlassen, in den wir verliebt waren?
»We Come With Nothing« (35′) erkundet die dunkle Seite der Verstrickung. Inspiriert von der Form von Olga Tokarczuks ‚Konstellationsromanen‘ und Geistergeschichten, beschwört es eine Schattenwelt zerbrochener Verbindungen herauf. Was passiert, wenn eine Beziehung in Entfremdung endet? Was ist dieses ‚Nichts‘, das uns bleibt? Was entdecken wir, wenn wir in dieses schwarze Loch starren?
Die Filme sind vom 19. Juni bis zum 30. Juni 2023 online verfügbar.
Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten. Zuletzt zeigten sie im Ballhaus Ost »Karelia. A Queer Forest Fantasy in Two Parts«, und die Verfilmung »The Crossing«. Mit dem Theaterstück »Dogs of Love« feierten sie 2019 Premiere.
Ein site-specific AudioDate für jeweils eine:n Zuschauer:in und Wald
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Janna Pinsker und Wicki Bernhardt verbinden in ihrer Arbeit die Linien von postdramatischem Theater, Choreografie und Performance für ein junges und generationsübergreifendes Publikum. Mit einer absurd-fragmentarischen und spielerisch-konfrontativen Ästhetik verhandeln sie dabei Themen wie Scham, körperliche Veränderung, Klimakrise oder die Macht von Paarbeziehungen.
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