3.7. 19:00 Gespräch #1 – Der Singkreisch, Gast: Death Metal Sängerin Britta Görtz
4.7. 19:00 Gespräch #2 – Der Gebärkreisch, Gast: Hebamme Jasmin Schütz
5.7. 19:00 Gespräch #3 – Der Kampfkreisch, Gast: Martial-Arts-Lehrerin Susie Kahlich
6.7. 19:00 Konzertantes Festmahl mit Chor der Kreischenden Weiber*
Melanie Schmidli und Team reanimieren die verlorenen Sounds historischer „hysterischer“ Frauen*. In einer installativen Klangwelt laden sie zu Gesprächen mit Expert:innen zur weiblichen* Stimme ein. Finale: ein partizipatives Konzert der Kreischenden Weiber* inklusive Dinner.
Bereits seit längerem beschäftigt sich die Schauspielerin und Regisseurin Melanie Schmidli in ihrem Arbeitszyklus Divina Hysterika mit dem Hysterie-Diskurs als Mittel des gesellschaftlichen Ausschlusses und der Unterdrückung von Frauen*. Der vielschichtige künstlerische Prozess erfolgt in wechselnden Formaten und Kollaborationen.
Die Tänzer*innen hören auf den Raum, nach innen und aufeinander und bewegen sich als Reaktion darauf. Im vierstündigen Prozess lernen sie von dem, was sie hören, um andere Wege der Bewegung zu finden. Ein hochsensibler Modus langsamer Aufmerksamkeit.
Labor Sonor – die Reihe für experimentelle Musik, Film und Performance – präsentiert das Spektrum aktueller experimenteller Formenjenseits genrespezifischer Bestimmbarkeit – von Echtzeitmusik über Elektronik, Performance, audiovisuelle Formate, konzeptuelle Musik, neue komponierte Musik bis zu experimentellem Pop.
Ein neues Festival: It’s about time! Es ist Zeit! Es geht endlich los!
Seit November 2020 ist die Zeit reif. Damals sollten vier Tage lang ganz viele Menschen in ganz kleinen Räumen zu ganz langen oder ganz kurzen Performances zusammenkommen. Doch das Festival ging mit der Zeit und ließ sich selbige, um seine Wesensform zu transformieren: Es verlagerte sein Programm in die endlosen Zeiten und Weiten des Internets und präsentiert sich dort ab September 2021.
Kuratiert von Anne Brammen, Monika Gintersdorfer, Tina Pfurr und Daniel Schrader wird das Durational Online Festival »It’s about time« für einen unvorhersagbar langen Zeitraum künstlerische Arbeiten von u.a. Barbara Lenartz, Club Real, Elisabeth Tambwe, Felizitas Stilleke | Smruthi Gargi Eswar, GRUPO D3 CHOK3, Markus&Markus, ONCE WE WERE ISLANDS, vorschlag:hammer und vt corp. entwickeln, präsentieren und archivieren. »It’s about time« ist eine Huldigung von Durational Performances, gibt der Kunst ihre Zeit und ist ein Festival von Dauer.
»Re/Locating Amo« ist der zweite Teil eines ghanaisch-deutschen Theaterprojekts, das sich der Auseinandersetzung mit dem Philosophen Anton Wilhelm Amo verschrieben hat. Anton Wilhelm Amo, der im frühen 18. Jahrhundert an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena studiert und gelehrt hat, wurde als Kind aus dem heutigen Ghana verschleppt und kehrte als Erwachsener dorthin zurück. Für das Projekt »Re/Locating Amo« haben sich ghanaische und deutsche Theatermacher:innen zusammengetan, um Amos Leben und Denken theatral zu deuten und für einen transkulturellen Dialog um Themen wie Rückkehr und Zugehörigkeit, Tradition, Identität und Philosophie als Anlass zu nehmen. Während die erste Projektphase im November / Dezember 2021 in einer Theateraufführung in Accra mündete, wird dieser Dialog im Ballhaus Ost in Berlin im Rahmen einer Ausstellung mit performativen und filmischen Beiträgen, als auch Workshop- und Diskursformaten fortgeführt.
Ekua Ekumah ist Schauspielerin, Regisseurin und Senior Lecturer an der School of Performing Arts, University of Ghana. Gemeinsam mit der Regisseurin und Storytellerin Sarah Dorgbadzi leitet sie die Lododo Arts Foundation, die sich für den Erhalt und die Wiederbelebung traditioneller ghanaischer Erzählkunst einsetzt. Die Regisseure Felix Maria Zeppenfeld und Sahba Sahebi haben sich während des Regiestudiums in Hamburg kennengelernt und seither mehrere Schauspiel- und Performanceprojekte verwirklicht.
Im Rahmen des Performing Arts Festival Berlin 2022
Gibt es den gerechten Tyrann:innenmord? Einen vertretbar militanten Widerstand? Einen ethischen Terrorismus? Mit vorsichtiger Skepsis und zweifelhafter Bewunderung verfolgt die Costa Compagnie den Weg von Monika Ertl. Die Tochter des Riefenstahl-Kameramanns stößt Ende der 60er zur bolivianischen Befreiungsarmee und exekutiert den Offizier, der Che Guevara und dessen Nachfolger töten ließ. Darf Antifaschismus so weit gehen? Die Künstler:innen filmten in den bayrischen Alpen, in Paris und Lyon, in La Paz und den Anden und sprachen mit den berühmten Nazi-Jäger:innen Serge und Beate Klarsfeld, sowie Überlebenden von Folter der Militärdiktatur Boliviens. Politische Überzeugungen, Recht, Rache und das Streben nach Macht – Schauspielerin Karin Enzler (Schweiz), Punkmusikerin Stéphanie Morin (Frankreich) und Choreographin Maque Pereyra (Bolivien) kämpfen sich in drei filmisch-performativen Solos durch die Geschichte bis zur Gegenwart.
Die Costa Compagnie aus Berlin entwirft intermediale Arbeiten, welche dokumentarische, performative und choreografische Methoden vereinen und sowohl in teils immersiven Performances, als auch in Virtual Reality und Film umgesetzt werden. Sie fokussiert sich auf globalpolitische Konflikte und Umbrüche und die Frage nach den Menschen darin, die oftmals in Kunst, Medien und Politik unterrepräsentiert sind. Dazu recherchierte und filmte die Gruppe u.a. in Afghanistan, Israel, Irak, USA, Fukushima/Japan, Mosambik, Südsudan und im Libanon.
Im Rahmen von Introducing… | Performing Arts Festival 2022
Gerhart Hauptmanns Helene zeigt Auswirkungen von gesteigertem Alkoholkonsum im eigenen Milieu und ihrer Familie, von der sie sich bis zum tragischen Ende nicht lösen kann. Blomen, Moré und Reiniger hinterfragen Hauptmanns Text »Vor Sonnenaufgang« und ergänzen ihn mit eigenen und imaginierten Erfahrungen, so dass Helene multiperspektivisch inszeniert wird und ein Raum entsteht, in dem Identitäten und Wirklichkeit neu verhandelt werden.
Sophie Blomen, Vera Moré und Max Reiniger kennen sich aus ihrem Studium in Hildesheim, wo sie in wechselnden Konstellationen an unterschiedlichen künstlerischen Projekten gearbeitet haben. Gemeinsam hinterfragen sie in »Vor Sonnenaufgang« den bestehenden Theaterkanon und untersuchen das Potenzial, die eigene Geschichte vor und mit Publikum zu erzählen.
Neue Folge mit Liz Rech & Interviewstatements von Napuli Paul und Sylvi Kretzschmar mit Musik vom Schwabinggrad Ballett/Arrivati
Wenn das Private politisch ist, dann ist es das für eine alleinerziehende Mutter, Künstlerin und Aktivistin wie Liz Rech allemal. Im Vergleich zur Mutterschaft ohne Pause war die künstlerische Inbesitznahme des Hamburger Gängeviertels sowie Jahre politischem Engagements ein Spaziergang. Zwischen Kita und Konzeption, Kampf und Kind, Kreativität und Kümmern finden Liz und Felizitas Zeit für ein Gespräch über dieses konstante Clashen der Rollen, dem Zugewinn der beiden Welten und das Recht auf Autonomie.
Felizitas Stilleke, Tante, Kuratorin, Dramaturgin, Künstlerin und Person, versammelt in sich und in sieben performativen Podcast Sessions Stimmen internationaler Künstler:innen zur kollektiven Diskursumwidmung. Auf der Suche nach Worten für Nicht-/Noch-nicht-/Nicht-mehr-/Vielleicht-/Mutterschaft beleuchtet jede Aufnahme das Kontinuum zwischen patriarchaler und erweiterter Mutterschaft in einem neuen Setting.
Mörtelwespe, Neuberlinerin mit Migrationsgeschichte, trifft Hering, zu Gast aus Helsinki, um die Regierungsform der Organismendemokratie kennenzulernen. Besucher:innen begleiten die beiden auf einer Stadterkundung mitten ins demokratische Ökosystem an der Osloer Straße in Berlin Wedding. Beim Wasserholen wird die Sinnhaftigkeit von Demokratisierungsbewegungen im Bezug auf das Internet diskutiert. Ein mobiler Altar mit Aggregat ermöglicht in der Berliner Nacht das Miterleben und die Kommunikation mit drei weiteren, parallel stattfindenden Stadterkundungen in Zürich, Wien und Amsterdam.
Die Künstler:innengruppe Club Real verwirklicht seit dem Jahr 2000 partizipative, ortsspezifische Projekte, viele davon mit dem Ballhaus Ost: Installationen, politische Rollenspiele und partizipative Stadtentwicklungsprojekte laden Besucher:innen dazu ein, alternative Realitätsentwürfe mitzugestalten. Seit 2018 arbeitet Club Real zum Thema Organismendemokratie – gleiche politische Rechte für alle Lebewesen. 2019 war die Gruppe mit dieser Arbeit beim Impulse Theater Festival.
»Remote Together – Reality Vaccine« ist ein Format, das nach neuen digitalen und hybriden Formen des gemeinsamen Theatererlebnisses sucht und gleichzeitig verschiedene internationale Künstler:innen mithilfe neuer digitaler Werkzeuge zusammenbringt. Für die erste Ausgabe entwickelt Transit Productions Zürich mit dem Theatermacher Pankaj Tiwari (Amsterdam), dem Kollektiv Club Real (Berlin) sowie den bildenden Künstlern Thomas Hörl & Peter Kozek (Wien) eine Serie von Simultanperformances, die sowohl lokal als auch digital erlebbar sind.
Zum zweiten Mal gastiert der extrem gemischte Chor aus Amateur:innen, Profis und Halbwissenden in Berlin und widmet sich nun dem Zusammenleben im »Digitalozän«. Wie verändern zeitgenössische Technologien unser Zusammenleben? Ist angstfreies und verantwortungsvolles Handeln in Anbetracht der allgegenwärtigen medialen Dauerbeschallung möglich? Mitten zwischen Zuschauer:innen, Lautsprecherbäumen und Kabelgehölz, umgeben von akustischer Über- und digitaler Entlastung, entsteht ein installatives Konzert für menschliche und nicht-menschliche Klangkörper: Ein Gesang über die Einsamkeit der Menschen, die Liebe der Maschinen und die Unübersichtlichkeit der Welt.
Der extrem gemischte Chor ist ein multiprofessionelles, diverses und intergenerationales Gesangskollektiv, das sich 2018 für die Musiktheaterproduktion »Abhängigkeitserklärung« gegründet hat. Das künstlerische Leitungsteam besteht aus den Komponisten Lukas Huber und Leo Hofmann, dem Regisseur Benjamin van Bebber und der Szenographin Zahava Rodrigo. Gemeinsam suchen sie nach Möglichkeiten eines gleichberechtigten Miteinanders von Raum, Musik und Szene in der kompositorischen und inszenatorischen Zusammenarbeit.
Das Ballhaus Ost wird zum Kino und zeigt Filme, die eigentlich auch Theater sind. Elf ausgewählte Arbeiten bekommen einen großen Bühnenauftritt, nachdem sie meist im Lockdown gedreht und in Isolation gestreamt wurden. Das Festivalpublikum erwartet eine breite Mischung an Genres der Theater- und Filmschaffenden: Performance, Tanz, Dokumentarisches und Musik, als Kurz- oder Langfilm, von den Macher:innen im Alleingang produziert oder mit Support von Theatern. Und wie bei jedem guten Filmfestival gibt es nicht nur frisches Popcorn, sondern auch nach jedem Film ein kurzes Q&A, nach zwei Filmen eine kleine Pause und am Samstag Abend eine fette Festivalparty.
Freitag, 17.06. ab 18:00
»Keshava / Tharayil« 8’, mehrsprach. mit engl. UT Theater: Anjali Keshava, Sumitra Keshava, Ralph Tharayil, Norwin Tharayil Film: Michelle Ettlin
»Der DJ ist mein Vater« 100’, dt./engl./bulg. mit engl. UT Theater: BAMBI BAMBULE (Marie Jordan & Lisa Marie Stojčev) Film: Lisa Marie Stojčev, Grigory Shklyar, Marilena Büld, Rahel Hutter
»Ori Cleanse« 49’, engl./fr./port. mit engl. UT Theater: Ricardo de Paula Film: Zé de Paiva, Kathleen Kunath