Wie beeinflussen Orte und Räume unser Denken, Handeln und Erleben? Was bieten Räume an, was erlauben, fordern oder verhindern Räume? Wie entstehen und verändern sich Räume durch das, was in ihnen und mit ihnen geschieht? Das Festival »Labor Sonor : Translating Spaces« untersucht die Wirkungsmacht des Raums in aktueller experimenteller Musik und Klangkunst.
Die Devise des Festivals lautet: Zwei Mal hören! Das Publikum erhält die Möglichkeit, Klang und Musik gleichzeitig oder nacheinander in wechselnden Situationen, Orten und Räumen zu erleben. Hierzu präsentiert das Festival neun Originalwerke von Komponist:innen und Installationskünstler:innen, die an drei Tagen an überaus unterschiedlichen Orten präsentiert werden. Ein begleitendes Symposium erforscht die Entstehungsprozesse der auf dem Festival uraufgeführten Arbeiten und bringt Künstler:innen und Publikum in einen unmittelbaren Dialog.
Programm im Ballhaus Ost:
27. August 2021
16.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
16.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: »Reverse-Side« – für doppelte Videoprojektion und Vierkanalton (Joanna Bailie)
28. August 2021
15.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
15.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: Eric Bauer | Lena Czerniawska | Carina Khorkhordina
29. August 2021
15.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
15.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: »DREAM LIFE« (Frank Bretschneider)
»Social Capsule« ist das Wohlfühlwohnen von morgen. Sicher, sauber, einfühlsam und vor allem mobil! Die WELCOME HOME GROUP öffnet nun ihren Showroom und lädt in ein smartes Tiny House, das in 30-minütigen Einzelterminen zur Probe bewohnt werden kann. In freundlicher Koexistenz mit dem hauseigenen KI und der Augmented Reality-Mitbewohnerin ist mensch in jeder Ecke des Tiny Houses in bester Gesellschaft. Die persönliche Komfortzone wird zu einer Begegnungsstätte, die empathisches Miteinander bietet und anregt, ohne anzustrengen! Eine Berührung der eigenen vier Wände mit Emotionen on demand.
»Social Capsule« fragt, welche Leerstellen digitales Miteinander aufweist. Kann das Gefühl von sozialer Distanz – ob als Folge zunehmender Digitalisierung, pandemiebedingt oder durch großstädtliche Vereinzelung – artifiziell substituiert werden oder gibt es ein Begehren, das nur das menschliche Gegenüber ausfüllen kann?
Das Monopol Berlin, eine ehemalige Destillerie in Reinickendorf, ist das erste Zuhause des Showrooms der Welcome Home Group. Ganz im Sinne eines mobilen Tiny Houses zieht die »Social Capsule« von der urbanen Peripherie im September in den Holzmarkt, zwischen Cafe und Weinladen an der Mediaspree.
Theresa Reiwer ist Medienkünstlerin, Bühnen- und Kostümbildnerin. In ihren Arbeiten kombiniert sie Augmented und Virtual Reality mit physisch begehbaren Räumen und verweist auf popkulturelle wie neoliberale Phänomene. Ihre narrative Rauminstallation »Slow Rooms« beschäftigte sich mit den Themen Künstliche Intelligenz und Kommodifizierung von Freizeit. Sie brachte ihr den Mart Stam Preis 2019 und das Berliner Nachwuchsförderstipendium Elsa Neumann ein. Als Szenenbildnerin für das Kino war sie zwei Mal auf der Berlinale vertreten (»Jibril«, »Glück«), ihre Bühnen- und Videoarbeiten wurden zum Impulse Theater Festival (»The Kids are alright«) und zum PAF (»Wüste Zukunft«) eingeladen.
»Die Geschichte einer Stunde« erzählt von Louise Mallard, die vom plötzlichen Unfalltod ihres Mannes erfährt. Ein Zugunglück soll es gewesen sein. Sie bekommt die Nachricht von ihrer Schwester Josephine überbracht – sehr vorsichtig, leidet Louise doch angeblich an einer Herzschwäche. Sie bricht in Tränen aus und sperrt sich ins Schlafzimmer ein. Dort überkommt Louise plötzlich ein ungewohntes Gefühl.
In einer Zeitspanne von genau sechzig Minuten entfaltet und begrenzt Kate Chopin die Utopie einer selbstbestimmten Verwandlung. Die 1894 erschienene Kurzgeschichte ist ein bisher wenig bekanntes Beispiel im Schreiben der amerikanischen Autorin, das nun zur deutschsprachigen Erstaufführung gebracht wird. Für Marie Schleef und ihr Team wird die Kurzgeschichte in Form eines einstündigen Silent Piece zur Grundlage für die Vermessung neuer Erzähl- und Traumräume ohne das gesprochene Wort. Damit schließt das künstlerische Team an Experimente mit visuellen und performativen Erzählformen in den beiden vorausgegangenen Arbeiten an: Nach der Romanadaption von »Die Fahrt zum Leuchtturm« (Volksbühne Berlin, 2018) und der zum 58. Berliner Theatertreffen eingeladenen gemeinsamen Arbeit von Marie Schleef, Jule Saworski, Anne Tismer und Laura Andreß – »Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« (Ballhaus Ost, 2020) – vollendet »Die Geschichte einer Stunde | The Story of an Hour« die von Marie Schleef konzipierte Trilogie rund um Räume der Emanzipation, in der Zeit- und Literaturgeschichte auf vergessene, neue Möglichkeitsräume untersucht werden.
Ein dunstiger Sommermorgen. Glitch und Copper Key gehen in Richtung Digitalpark. Sie sind Freundinnen. Wir schreiben das Jahr 2101. Die Welt wurde überflutet, und ja, das hat die Architektur seither in Frage gestellt. Als sie vorbeigehen, blinkt das Schild »Safety, Sanity and Security« an der Tür auf. Eine vage Erinnerung taucht auf. Sie erinnern sich, dass sie sich nicht erinnern. Gefangen in einer autokratischen virtuellen Welt, die sie mit synthetischen Pommes füttert, fragen sie sich, wie lange sie sich noch anpassen können? Wird es ihnen gelingen, die Zukunft zu hacken?
Die Choreografinnen Cécile Bally und Emma Tricard kreieren mit dem Geräuschemacher Niels Bovri eine Tanzperformance auf der Grundlage eines Science-Fiction-Romans. Weiterentwickelt aus Textmaterial von Schreibworkshops in Kortrijk, Santiago de Chile, Aix-en-Provence und Berlin wurde »Die Ausschreitung« zu einem politischen Thriller.
Emma Tricard, die derzeit in Marseille lebt, absolvierte den Master Exerce am ICI-CCN in Montpellier. Sie ist Tänzerin und Choreografin und liebt es zu reden. Seit 2015 entwickelt sie eine choreografische Forschung, die auf der Beobachtung und Diskrepanz/Verzerrung zwischen »Sagen« und »Tun« basiert. Auf einer abenteuerlichen Suche erfindet sie Tänze der Konjugation, denkt ihre Arbeit in die Zukunft und spielt humorvoll mit den kausalen Beziehungen zwischen Dingen, Gedanken, Bewegungen und Naturphänomenen.
Cécile Bally ist eine in Berlin lebende Choreografin mit Abschlüssen in Tanz (HZT Berlin) und Wirtschaft (École Normale Supérieure de Paris-Saclay). Ihre künstlerische Arbeit schafft Verbindungen zwischen diesen beiden Milieus und hinterfragt auf humorvolle Weise den Platz von Rationalität und magischem Realismus in der Performance. Cécile Bally verankert ihre Arbeit in der Welt der Science-Fiction als Gesellschaftskritik und setzt sich mit den vorherrschenden Entitäten der aktuellen Populärkultur auseinander, die gleichzeitig Träume und Alpträume hervorrufen.
Kokain ist die zweithäufigste illegale Droge in Europa. Handel und Konsum steigen europaweit stetig. 2021 wurden allein in Deutschland zwischen Januar und März 16 Tonnen Kokain sichergestellt, 2020 waren es insgesamt 10 Tonnen. Wer sich als Europäer:in als Drogenkurier verdingt, kann mit Glück an den unglaublichen Gewinnspannen im Handel mit dem weißen Gold teilhaben. Wer dabei in Bolivien von der Polizei aufgegriffen wird, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in Palmasola, dem größten Gefängnis des Landes. Der Ort nimmt in der zynischen Rankingliste der »härtesten Knäste« der Welt seit Jahren zuverlässig einen Spitzenplatz ein. Der bolivianische Staat stellt keine Zellen, sondern die Insassen müssen sich ihre Unterkünfte mieten, kaufen oder bauen, unter Umständen auch erkämpfen. Die Spannweite reicht von einfachen Pritschen bis zu komfortablen Unterkünften der Wohlhabenden und Bandenführer. Hier sitzen 70 Prozent der Häftlinge ohne Urteil ein. Viele warten seit Jahren vergeblich auf ein Gerichtsverfahren, doch ohne Geld gibt es auch kein Recht.
»PALMASOLA« erzählt von den Überlebenstrategien, den Träumen und Albträumen der Häftlinge in der neoliberalen Versuchsanstalt und untersucht die Gesetzmäßigkeiten dieses »Staates im Staat«, die sich durch die Pandemie noch verschärft haben.
Seit 1991 erforscht KLARA unterschiedliche Theatersprachen, neue Dramaturgien und die Vermischung von fiktionalen und dokumentarischen Spielweisen. Alle Produktionen sind Stückentwicklungen in einem kollektiven Prozess. In den Arbeiten der letzten Jahre fokussierte KLARA vermehrt gesellschaftliche Fragen zu sozialer Teilhabe und Ökologie. Wichtiger Teil der jüngsten Projekte war oft ein mehrjähriger Rechercheprozess. KLARAs künstlerischer Leiter ist der Regisseur Christoph Frick.
Oft ist es nur die ungewöhnliche Uhrzeit, die zu lange Atempause, diese ganz bestimmte Stimmlage oder einfach der übersprunghafte Einstieg ins Gespräch, der verrät, dass dieser Anruf alles verändert. Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen überbringt. Eine Lücke reißt. Die Zeit gefrieren lässt und nichts danach mehr so ist, so sein kann, wie noch Minuten davor. Der Moment, in der die Trauer beginnt, bevor wir überhaupt den Tod vernehmen, verstehen oder von uns weisen können. Jede Zeitrechnung eine andere wird.
Diesem Moment zwischen der Benachrichtigung und dem Annehmen des Unbegreiflichen, widmet die Performerin Tina Pfurr mit ihren Weggefährt:innen fünf Video-Miniaturen. Entlang und zugleich gegen jedwede Dramaturgie oder Logik folgt sie den fünf Phasen der Trauer. Weil sie geteilt werden muss. Weil sie politisch ist. Weil sie damit nicht allein ist. Weil wir viel zu selten dazu einladen und damit wichtige Räume zwischen uns verschließen. Weil wir doch wenigstens einmal diesen einen Song zu Ende hören müssen – ohne sie.
Eine Trauernde erinnert sich in wortlosen performativen Stillleben an all die Täler, durch die sie gewandert ist. Stellvertretend für so viele von uns. Wieder und wieder durch Leugnung, Wut, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. In unterschiedlichen Reihenfolgen und mit immer neuen Vertiefungen. Ohne Wertung. Die Geister, die hier gerufen werden, wollen und sollen sich verbinden. In der Trauer. Im Tod. Unbedingt im Leben. In uns.
Tina Pfurr ist Performerin, Kuratorin und Schauspielerin. Sie arbeitet im Theater, für Film und Fernsehen und erarbeitet ihre eigenen Performances. Gemeinsam mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Romy Springsguth und der Kamerafrau und Cutterin Ute Schall erschließt sie sich in ihrer sehr persönlichen Arbeit mit theaterbasierten Video-Sound-Essays ein neues künstlerisches Feld.
دختران خیابان انقلاب داستان خیابانی به درازای ۵ کیلومتر در قلب شهر تهران است که از اسفند ۱۳۵۷ تا کنون صحنهی ایستادگی زنان در برابر نظام اسلامی حاکم بر ایران بوده است. جایی که در ویرانهها و خانههای متروک آن طرحهای نو و تئاتر شوریدن پدیدار میشود.
Das Stück erzählt von Menschen, die sich weigern, sich zu fügen. Von Frauen, die Generationen von Unterdrückung herausfordern und ihre Identität, ihre Stimmen und ihren Ausdruck finden. Es verbindet die Geschichte der Protagonistin und ihrer Mutter mit dem kollektiven Kampf um Freiheit – einem Kampf, der auf der Revolutionsstraße seinen sichtbarsten Ausdruck findet.
در پاییز ۱۴۰۱ همزمان با خیزش زنان، آیت نجفی در تهران مجموعهای از کارگاههای زیرزمینی تئاتر را هدایت میکرد. این پروژه از سال ۱۴۰۲ با پیوستن جمعی از هنرمندانِ سایر کشورها به گروه در برلین ادامه یافته است.
Im Herbst 2022 leitete Ayat Najafi in Teheran während des Frauenaufstands eine Reihe von Untergrundtheater-Workshops. Aus dieser Arbeit entstand ein Ensemble, das er seit 2023 in Berlin mit internationalen Künstler*innen weiterführt.
»Die Zerbrechlichkeit oder Hinfälligkeit des menschlichen Daseins als Maßstab zu nehmen bedeutet, grundsätzlich von einer zeitlichen Beschränkung sowie der physischen Unstetheit aller Erscheinungen auszugehen. Weil die Kunst hingegen traditionell für sich den Anspruch erhoben hat, unvergängliche Formalisierungen zu gestalten, galt sie auch immer als apotropäische Geste gegen die Vergänglichkeit. Als Ort, an dem Körper, in eine visuelle Form übertragen, verstetigt werden können, hält die Kunst der Gewissheit, dass alle Leiblichkeit, dem Prozess der sterblichen Zersetzung ausgeliefert ist, eine Vorstellung von Dauer entgegen.« (Elisabeth Bronfen aus »Vergänglichkeit im Blickfeld«)
»Epilog:Abriss« führt uns in einen Raum, den wir im Leben nie sehen werden. Der nach unserer Zeit kommt, der sich mit dem Versuch beschäftigt, sich von seinem Besitz, dem Leben und dessen Umständen, zu trennen und der Kunst zu verschreiben. »Epilog:Abriss« soll das Publikum durchdringen, alle Sinne ansprechen, das Draußen vergessen machen, den Konzertraum zu einer neuen in sich geschlossenen Welt werden lassen. »Epilog:Abriss« soll mehr einen Zustand evozieren, denn einen zeitlich begrenzten Abend, die vielen dystopischen Formen der Gegenwart in eine utopische Idee von Zukunft verwandeln. Dabei werden verschiedene Revolutionen durchlaufen, in denen die Zuschauer*innen gemeinsam mit den Musiker*innen nach und nach die Kontrolle verlieren, sich mehr verabschieden müssen, um sich in eine morphende-transformierende Masse zu verwandeln und den Blick zu öffnen, für die Ungewissheit der Zukunft.
LUX:NM contemporary music ensemble berlin ist ein Solist*innenensemble für Neue Musik, das sich seit seiner Gründung 2010 innerhalb kurzer Zeit zu einem international gefragten Ensemble entwickelt hat. Das undirigierte Ensemble widmet sich der Interpretation zeitgenössischer Musik und versteht sich zugleich als Initiator neuer Werke. Intensive Ensemblearbeit und enge Zusammenarbeit mit Komponist*innen ermöglichen außergewöhnliche Projekte, in denen Elektronik und genreübergreifende Ideen ihren Platz finden.
Du bist eine Person, wir sind vier. Du bist Zuschauer:in, wir sind Theater. Unsere Sehnsucht nach Nähe wandeln wir in ein lustvolles Spektakel nur für dich. Zusammen sind wir nah, wir sind keine Familie, nicht verheiratet und auf gar keinen Fall zu zweit. Zu viert bewegen wir uns ekstatisch und innig umeinander. Wir stoßen aneinander, wir reiben uns, wir wärmen uns gegenseitig – aber berühren tun wir uns wahrscheinlich nicht. Lange haben wir uns nur selbst gepudert, unergründliche Organismen in unseren Hautritzen erforscht und mit unseren Tränen den Abstand zwischen uns überwunden. Nach dieser ewig langen Zeit kommst du dazu. Und so performen wir exklusiv für dich die Auflösung jeglicher Exklusivität.
»Die Vier in der Nähe« ist eine Performance von Hysterisches Globusgefühl für nur eine Person im Publikum. In dem zwanzigminütigen Beziehungs Quickie suchen die vier Performer:innen nach Möglichkeiten eines grenzenlosen solidarischen Miteinanders und lassen sich selbst und ihre Beziehungsvorstellungen mutieren. Sie versuchen verzweifelt eins zu werden und drehen sich gemeinsam für eine einzige Person um Fragen, die sie immer aber nun mehr denn je beschäftigen und berühren. Was bedeutet es grundsätzlich miteinander in Kontakt zu treten? Wie können wir weicher werden? Und: wie bitteschön können wir vier Menschen auf einmal in die Augen schauen? Die Arbeit ist in Berlin im November-Lockdown 2020 in der 4. Etage des Ballhaus Ost entstanden.
Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.
»Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird man an mich erinnern.«
Katherine Briçonnet (ca. 1494–1526), Bauleiterin des Château de Chenonceau, Loiretal
»Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« ist die archäologische Mission einer alternativen Geschichtsschreibung aus weiblicher* Sicht. Die Long Durational Performance bildet ein performatives Lexikon prägender Frauen* und rückt dabei jene in den Mittelpunkt, die bislang einen blinden Fleck der Historiografie darstellten, um sie alle beim Namen zu nennen: Weibliche* Comicfiguren, Künstlerinnen*, Wissenschaftlerinnen*, Mütter*, Urgroßmütter*, Märtyrerinnen*, Spioninnen*, Kriegerinnen*, Herrscherinnen*, Aktivistinnen* und Superheldinnen*. »Name Her.« sucht und findet sie – unabhängig vom sozialen oder kulturellen Hintergrund, von A bis Z, in Form hunderter Schicksale aus der Weltgeschichte. Entstanden durch monumentale Recherchearbeit präsentieren Marie Schleef, Anne Tismer und Jule Saworski ein lebendiges Wissens-Triptychon aus YouTube-Schnipseln, Gewinnspielen, Reenactments, getanzten mathematischen Formeln – und den Lücken derjenigen Quellen, die endgültig verschollen sind.