Die erste zufällige Begegnung: Beatriz kommt am Bahnhof Friedrichstraße in der DDR an, die schwangere Laura übergibt sich. Die zweite: Laura sieht Beatriz’ Zirkusauftritt und schreibt einen feministisch-kritischen Brief.
Im hochmittelalterlichen 12. Jahrhundert, enttäuscht von den patriarchalen Strukturen ihrer Zeit, lässt sich die professionelle Minnesängerin Beatriz de Dia von Persephone in einen 810-jährigen Dornröschenschlaf versetzen. Sie erwacht bereits im Jahr 1968, als ihre Burg in Südfrankreich von einer Autobahn platt gemacht werden soll und in Paris die Unruhen der Studentenbewegung toben. Beatriz hatte gehofft, in einer Ära des gesellschaftlichen Fortschritts und der Verwirklichung der dritten Welle des Feminismus zu landen – zu früh gefreut. Aus einem Frankreich, das seine revolutionären Versprechen nicht einhält, fliegt Beatriz auf dem Rücken der schönen Melusine in die DDR. Dort begegnet sie der Philologie studierten S-Bahn Triebwagenführerin Laura Salman, die Beatriz’ sehnsüchtig gesuchte Spielfrau wird…
Inspiriert von der Schriftstellerin Irmtraud Morgner verbündet sich Sancha Laura mit zwei ungleichen Frauen aus scheinbar längst überholten Zeiten – dem Mittelalter und der DDR – die sich mit dem uneingelösten Versprechen einer emanzipatorischen Zukunft herumschlagen und gemeinsam zu einer poetischen und radikal unfassbaren Aventüre aufbrechen.
Das Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen entwickelt seine Arbeiten in Kellern und auf Opernbühnen und arbeitet seit 2012 an einem radikal zugänglichen Musiktheater. Es vereint in seinen Arbeiten prominente und verborgene Musiken verschiedener Stilrichtungen mit Einflüssen aus Schauspiel, Oper, Film, Philosophie, bildender Kunst und Performance.
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