Joanna Bailie: At the same time (2026)Premiere – 15’
für Video, vier Performende und elektronische Klänge
Eloain Lovis Hübner: Weltzeituhr (2026)Premiere – 20’
für sechs Stimmen/Performende
Arturas Bumšteinas: Melodies & Earmuffs (2023) – 10’
für sechs Stimmen
Walter Zimmermann: Selbstvergessen (1982) – 20’
sieben simultane Soli für sprechende und singende Instrumentalist*innen
Es ist völlig unmöglich, sich vorzustellen, was im selben Moment in der Welt, allein in Berlin im eigenen Kiez, alles geschieht. Verschiedenste Zeitlichkeiten und Tempi finden auf engstem Raum parallel zueinander statt. Die Woche ist viel zu schnell vorbei, der Tag mag einfach nicht vergehen. Zeitlichkeiten kollidieren, wir treffen uns im öffentlichen Raum oder am Telefon, geplant oder zufällig, manchmal passt es, oft nicht. Die vier Kompositionen an diesem Abend reflektieren die Flüchtig- und Vielstimmigkeiten des Alltags.
Das neue Stück von Eloain Lovis Hübner reflektiert die Flüchtigkeiten des Alltags. Innerhalb eines gegebenen Zeitrahmens folgt jede*r Mitwirkende einer individuell vorgegebenen Struktur und Logik der Aufeinanderfolge von Ereignissen. Zu den verschiedenen Möglichkeiten der Stimme kommt ein Pool an Objekten und Medien des Alltags, auch Instrumente, die die Beteiligten spielen können (oder gerade nicht). Auch Joanna Bailies neue Komposition bezieht sich auf die Vielstimmigkeit des Alltäglichen. Mit einem Video urbaner Szenen und einem Stereo-Soundfile elektronischer Klänge treten die Ausführenden in Interaktion, durch Bewegungen im Raum, Gesten, Sprechen und Gesang. Sie versuchen, die Ereignisse zu verkörpern, sie zu analysieren, ihnen zu widersprechen und eine Art Musik aus ihnen zu extrahieren, sei es akustisch oder visuell. In Arturas Bumšteinas’ Komposition wird der Versuch, gemeinsam Volkslieder zu singen, durch die Abgeschlossenheit der Ohren durch Ohrenschützer torpediert und führt zu unfreiwilligen mikrotonalen Ergebnissen. Walter Zimmermanns »Self-Forgetting« wurde für Merce Cunninghams Dance Company geschrieben und es dürfen Textteile und Noten ausgelassen, „vergessen“ werden. Als simultanes Feld gegenseitiger Durchdringung bleibt das Stück durchlässig, doch eindringlich. Die Maulwerker verwenden u.a. selbstgebaute Instrumente. Als Gast ist der Cellist Tilman Kanitz dabei.
Die Maulwerker, Kollektiv für stimmliche Experimente, integrieren Elemente aus Performance Art, intermedialer Kunst und Choreografie in ihre Musik.