Jigaraki ist ein Konzert des Berlin-based trios Elèni Mik, Nafsika Gkotzamani und Hanik Soleimani. Als aufstrebende FLINTA+ Künstlerinnen schaffen sie einen Raum wo diverse Traditionen auf experimentelle Performance treffen. Die Stimme ins Zentrum stellend nehmen Jigaraki ihre Einflüsse aus Traditionen des Balkan, des östlichen Mittelmeerraums, Anatolien, Byzantischer Musik, von Makam und Dastgah, wo sie als Lebendmaterial behandelt werden, um durch zeitgenössische Komposition, Geschichtserzählung und politisch engagierter Performance fragmentiert und neu erfunden werden. Ihr Konzept der »fake folklore« erfindet eine Folklore, die sich bekannt anfühlt aber nie existiert hat, indem fiktionale Rituale und mehrsprachige Texte zur Hinterfragung von Authentizität, Autorinnenschaft und Identität herangezogen werden. Sie lehnen sowohl Pop-Ästhetiken als auch strikte präservative Herangehensweisen ab, sondern nähern sich musikalischen Systemen als offenen Wortschätzen der Transformation und des Dialogs. Inspiriert von Meykhane, erschaffen Jigaraki inklusive, interaktive Performances die ihre historisch exkludierende Natur herausfordern. Jigaraki fragt, was zeitgenössischer Folk über Pop und Tradition hinaus sein kann, und erschafft so eine neue auditive Sprache, die beidermaßen in Erbe und Erfindung verwurzelt ist.
Fr. 18. und Sa. 19.9. finden Vorstellungen von Hanik Soleimani und Marianna Wichas Stück »Zai el Lila« statt.