In »Hotel Utopia« laden Christiane Mudra und Ensemble das Publikum zum Perspektivwechsel ein. Ausgestattet mit Pässen unterschiedlicher Staaten und auf echten Biographien basierenden Daten begeben sich die Zuschauer:innen in einem kafkaesken Transitraum auf die Suche nach Anerkennung in einem neuen Land und begegnen den Herausforderungen der deutschen Willkommenskultur. Erfahrungsberichte von Geflüchteten und Migrant:innen sind ebenso in den Abend verwoben wie sowie Hintergrundgespräche mit Sachbearbeiter:innen und Expert:innen. Auf ihrer Reise durch Wartebereiche und Amtsstuben begegnen die Teilnehmer:innen Geschichten von Flucht und Migration und erleben individuelle (Un-)Freiheit je nach Staatsangehörigkeit, weltpolitischer Lage oder Ranking im „Pass-Index“.
Nach »Selfie & Ich«, einem Abend über psychische Erkrankungen, Leistungsgesellschaft und Glücksterror in Neuköllner Privatwohnungen ist »Hotel Utopia« der zweite Teil einer Trilogie, die sich mit der De-Facto-Bewertung von Menschen in der „Wertegemeinschaft“ auseinandersetzt.