Frederick die Maus

Die Mäusefamilie arbeitet im Sommer hart und hortet Nahrung für den Winter. Frederick jedoch sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Als dann der lange Winter immer mehr auf die Gemüter der Mäuse drückt, kann Frederick seine Schätze hervorholen und bringt in einem großen Auftritt den Sommer in die kalte Höhle.Leo Lionnis »Frederick« erzählt vom Wert künstlerischer Arbeit in einer arbeitenden Gesellschaft und von der Kraft dieser Arbeit, ein wohltuender, wenn nicht sogar überlebenswichtiger Teil dieser Gesellschaft zu sein. Mit vorschlag:hammer wird der Kinderbuchklassiker zum Bühnenstück, denn Fredericks Schätze sind nichts weniger als die Grundelemente des Theaters: Farben, Licht, Wörter und Töne. Mit Hilfe der Kinder bedient Frederick die Theatermaschine und lässt sie auch selbst zu aktiven und kreativen Zuschauer:innen werden, die spielerisch die Mittel der Bühne kennenlernen und so gemeinsam das Theater entstehen lassen. vorschlag:hammer entwickeln seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen. Ihr performatives Erzähltheater hat sich in den vergangenen Jahren für unterschiedlichste ästhetische Strategien geöffnet, zu visuell-atmosphärischen oder körperorientierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie sowohl frei bereits existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen zu immer neuen Themenfeldern. Im Ballhaus Ost zeigten sie zuletzt »Twin Speaks: Telegram Edition«.

Festspiele am Plötzensee

Schon zum zweiten Mal in Folge bringen Die Festspiele am Plötzensee vom 23. bis zum 29. Oktober 2021 allerlei Künste im Strandbad Plötzensee zusammen: Am 23.10. feiert das Theaterstück Diesseits von Gut und Böse seine Premiere, dazu gibt es eine Woche lang eine Ausstellung, Performances, Lesungen und Filmvorführungen zu besuchen. Ganz Berlin ist herzlich eingeladen, mit uns das Strandbad zu erweitern, aufzuladen und zu hinterfragen! Programm: »Diesseits von Gut und Böse«TheaterPremiere 23. Oktober 2021Weitere Vorstellungen 25. | 27. | 29. Oktober 2021jeweils 18.00 Uhr »Cala Blanca«AusstellungVernissage 23. Oktober 2021, ab 14.00 UhrAusstellung bis 29. Oktober 2021 Duygu Agal und Charlotte KrafftZwei Lesungen am Lagerfeuer, präsentiert vom Korbinian Verlag27. Oktober 2021, 19.30 Uhr »The Vachine Monologues« (Fan Popo)Filmvorführung25. Oktober 2021, 19.30 Uhr »Alles Rauchen | Smoking Everything«Performance29. Oktober 2021, 17.00 Uhr »Die Klassenfahrt«Performance mit musikalischer Begleitung27. Oktober 2021, 17.00 Uhr29. Oktober 2021, 19.30 Uhr

Der Ausflug

Wir sind eine ganz gewöhnliche Schulklasse und machen einen Ausflug ins Planetarium: Unsere Schule ist in Lomé, Berlin oder vielleicht auch Taipei, ein klein wenig in der Zukunft. Alle Großstädte ähneln sich. Auch Erwachsene können zur Schule gehen! Wir sind im Unterricht, bis die Schulglocke klingelt. Dann begeben wir uns in den Mittagsverkehr. Wir kommen zur Bushaltestelle, warten kurz, steigen dann ein und fahren bis zur Endstation am Waldrand. Dann steigen wir aus und wandern durch einen Wald zum Planetarium. Wir sind auch selber der Wald! Vom Planetarium aus reisen wir durch das Weltall. Eine freundliche und sehr engagierte Reisebegleiterin erklärt alles Nötige für unsere Reise ins Universum. Wir sind Passagiere und gleichzeitig Objekte im Universum! Wir reisen durch das Sonnensystem, die Milchstraße, die lokale Gruppe, den Virgo Superhaufen, die lokale Superstruktur bis zum Ende des sichtbaren Universums. Zum Schluss machen wir Rast auf einem beliebten Aussichtsplatz und genießen den schönen Blick…
Die gesamte Reise erleben wir tänzerisch. Wir haben verschiedene Hintergründe: Hip Hop, Ballett, Modern Dance, Philosophie, Physik, Performance und Traditional.

P.S. unser momentaner Forschungsstand bis zu Proxima Centauri:
Proxima Centauri ist ein roter Zwerg und zur Zeit der nächstgelegene Stern außerhalb unseres Sonnensystems. Er ist circa 4,2 Lichtjahre entfernt. Eigentlich ist es ein Dreifachsternensystem zusammen mit Alpha Centauri A und Alpha Centauri B. Proxima Centauri b und eventuell Proxima Centauri c, die potentiell erdähnlichen Planeten, umkreisen dieses Dreifachsternensystem in gebundener Rotation. Mit den Raumschiffen, die uns im Moment zur Verfügung stehen, brauchen wir wahrscheinlich 75.000 Jahre, um dorthin zu gelangen. Außerdem dürften sie nur einige Gramm wiegen. Wenn wir eine menschliche Generation mit 25 Jahren ansetzen, dann wird es sicherlich 3.000 Generationen dauern, bis das Raumschiff angekommen ist. Wenn wir errechnen, dass uns Proxima Centauri in 20.000 Jahren eine Zeitlang näher kommt und nur 3,2 Lichtjahre entfernt sein wird, eine Generation mit 30 Jahren angesetzt werden kann und wir in nächster Zeit noch etwas schnellere Raumschiffe bauen können, die auch schwerer sein dürften, dann brauchen wir wohl immer noch 57.142 Jahre und 1.904 Generationen, bis wir auf unserer neuen eventuellen Heimat angekommen sein werden. Das wäre von jetzt zurückgerechnet bis ins Paläolithikum.
Wir können aber auch in unserer Eigenzeit reisen, wenn wir uns an die allgemeine Relativitätstheorie halten und auf unserer Geodäte bleiben. Dann brauchen wir nur 1 Stunde und 20 Minuten und haben sogar das gesamte Universum durchquert. Hierzu orientieren wir uns an einer 2 Millionen Jahre alten Tradition, dem Tanz, und zwar dem Hip Hop Mix mit seinen verschiedenen Ausrichtungen.

Die NEWSTARDANCECOMPANY ist eine Hip Hop Mix Gruppe und besteht aus Tänzer:innen verschiedener Stilrichtungen, die sich zunächst in Lomé und später auch in Berlin regelmäßig treffen, um sich ihre Choreografien und Improvisationen gegenseitig beizubringen. Die NEWSTARDANCECOMPANY wurde von Meier Edem Akakpo und Koffi Mawuena Tchao 2010 in Lomé (Togo) gegründet. Hilère Anoumou Messan ist von Anfang an dabei. 2016 wurde Anne-Kathrin Tismer in Lomé in die Company aufgenommen. 2017 gingen Meier Edem Akakpo und Anne-Kathrin Tismer nach Berlin. Nuria Hoeyng und auch Dominique Wenzel sind in Berlin in die Company aufgenommen worden. Für »Der Ausflug« sind nun noch in Berlin Merav Leibküchler, Joy Maria Bai, Nora Fuchs, Kefei Cao, Charlotte Bohn, Okka-Esther Hungerbühler, Felix Loycke und Fabian Bischof dabei.

Typographies

Program: Mazen Kerbaj »Learning Arabic« (2021), premiere | composition for 5 musicians (voices, objects, instruments) Ann Noël »YOU« (1982), Version 2021, premiere | vocal composition from 405 graphics of the letter I (i) Federico Barabino »Silencio Visual« (2011), premiere | composition for an open number of voices Annette Schmucki »staben« (2014) | composition for three toy pianos (3 keyboard rows of 13 keys each in the same octave range) and speaking voice(s) Gerhard Stäbler »SPEED« (1997) | composition for two groups of 3 vocalists Laura Mello | Nicolas Wiese »Hesitation Choir« (2021), premiere | composition for dynamic-typographic score, electronics and three-part vocal ensemble In their successful series »maulwerker performing music«, the Maulwerker present – after »Die Rache. Rachen, Mundhöhlen und andere akustische Räume« (2020), »Oberflächen« (2019), »Vokale Räume« (2018) and »Augenlieder. Körperkompositionen« (2017) – now »Typographies. On the musical interpretation of writing. Concrete Poetry & Graphic Notations«. There are two different axes underlying this program conceptually: conceiving language as musical material and, on the other hand, treating writing as graphic notation. The compositions interpreted this evening are notated exclusively through writing, in various graphic arrangements and typefaces, which are translated by the Maulwerker into speech-musical processes. The evening opens spaces between language and music, creating synaesthetic connections of sound and image. The written images and notations are made visible to the audience during the performance through projections, partly animated as live video. In the Artists Talk following the performance on October 14, the composers will talk about their works. The Maulwerker are a vocal ensemble, music performers, music theater makers and a collective of composers. They are specialists in the intersections of music and theater, music and language, in the interpenetration of music and space, of sound and silence. In addition to the classics of New (Vocal) Music and Experimental Music Theater – such as Schnebel, Cage and Fluxus – more recent tendencies form the focus of the work and thus the lively collaboration with contemporary composers, radio play authors, sound artists and directors, including works by the ensemble members themselves.

KARELIA. A Queer Forest Fantasy in Two Parts

»KARELIA«, by performance collective ONCE WE WERE ISLANDS, imagines Queer lives beyond the city by exploring how love can thrive in quiet places. In a live stage-work, Gylee and Aslan explore desire, a new life close to the land, and the possibility of staying Queer alone among the trees. Deep in the forest they journey through time to three different worlds. Setting out from their house in the woods in the present day, the performers travel back to the time of the witch trials, and finally fly into a sci-fi future beyond the stars. »Can Queer lives flourish outside the city?« In Karelia, a region of forests straddling the border between Finland and Russia, the artists found a perfect place of inspiration within this territory of romantic legends — as well as the lonely reality of the forest itself. They asked: What are we fleeing from? What are we running to? The live performance, woven from words, begins at a table set for a feast in front of a handmade green-and-blue tapestry. The online film, meanwhile, streamed from the Ballhaus Ost website, compliments the onstage triptych with images of the Karelian forest, the dark rustling of leaves, and the cracking of branches underfoot. The two interwoven parts of KARELIA transform the forest into a third protagonist. »Does the forest render us vulnerable?« ONCE WE WERE ISLANDS work in the fertile ground between disciplines, combining visual art, performance, choreographic methodologies, and research. The two performers, originally from Manchester and London, employ (auto)biographical narrative as well as meticulous research on the realities of Queer lives in their poetic works.

Stimmung

Opera Lab Berlin verwandelt Karlheinz Stockhausens Konzertstück »Stimmung« für sechsstimmigen a cappella Obertongesang – einen Klassiker der jüngeren Musikgeschichte – in Musiktanztheater. Der meditative, harmoniesuchende und an Überirdisches appellierende Obertongesang atmet den Geist der Protestbewegungen der 60er und 70er Jahre. Seine Esoterik entfaltet ein künstlerisches Gegenbild zum kapitalistischen Rationalismus, zur westlichen Lebensweise und zum bürgerlichen Konzertritual. Unter der Leitung der Tänzerin und Choreographin Margaux Marielle-Tréhoüart erweitern die Sänger:innen die Musik mit den Körpern im Raum und hinterfragen das heutige Verhältnis zum Metaphysischen. Im Ballhaus Ost, in der ehemaligen Feierhalle der Freireligiösen Gemeinde Berlin, wird »Stimmung« gleichermaßen zu Gottes Totenmesse wie zum Wiederbelebungsversuchs seiner Überreste.Im März 2022 wandert die Produktion zum am Deutschen Nationaltheater Weimar neu gegründeten Festival »Passion :SPIEL«. Opera Lab Berlin ist ein freies Ensemble für zeitgenössisches Musiktheater und versteht sich als Labor der Stimme, des Körpers, des Instrumentalspiels und der musiktheatralischen Komposition.Margaux Marielle-Tréhoüart, geboren in Paris und aufgewachsen in Grenoble, ist Tänzerin und Choreografin. Seit drei Jahren verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Opera Lab Berlin und den Regiearbeiten von Michael Höppner.

Ladybitch

Ela Özmen is an actress. Franz Kramer a director. She was to play the lead role in his new production »meine Lulu«. Based on dramas by Frank Wedekind, the play is about a young sex worker and her downfall in a man’s world. He wanted to tell the story in a feminist way and explore toxic masculinity from a personal perspective. However, due to allegations of abuse against Kramer, the premiere was cancelled at short notice, with Ela at the center of the controversy. Now she speaks for the first time, publicly, from her perspective about the accusations. She reviews the rehearsals, remnants of stage and costume, as well as photos and film footage from that time. A mockumentary theater evening about abuse, MeToo, power structures, visibilities of sex workers and queerness, the future of theater and queer utopias.

Das anschauliche Klaffen

»Das anschauliche Klaffen« beschäftigt sich mit dem Einbruch des Chaos in unseren intimsten Lebensbereichen am Beispiel des Mutter-seins. Der Akt des Aufräumen als Sehnsucht nach Kontrolle aber auch als rituelle Verbindung zum ursprünglichen Chaos und was davon noch in uns übrig ist, bildet die Grundlage dieses Tanzduetts.
Moss Beynon Juckes und Maria Walser, beide Mütter, spielen Familie, strapazieren Hierarchien und springen von einer Generationen zur anderen. Bedroht von einer Allianz des Haushalts aus Möbeln, Spielzeug, Büchern, Kosmetik, Bürokratie, Mutterbildern und Rollenklischees, suchen die beiden ihre eigene Ordnung mal miteinander, mal gegeneinander und erproben so gleichzeitig Strategien, Beziehung und Verantwortung immer wieder neu zu denken.
In der scheinbar geordneten Welt der Bühnenbildnerin Mirella Oestreicher und begleitet von den musikalisch zerlegten Schöpfungsmythen von Vera Pulido, werden die Urmütter, besungen, wie sie den ewigen Kreislauf von Chaos zu Ordnung bewerkstelligen. Sie dienen als Inspiration, wie wir beim spielen der überlieferten Rollenbilder, sowohl uns als auch die präexistenten Formen verändern können.
Für dieses Stück gilt: Was sich schon nicht organisch fügt, soll gefälligst anschaulich Klaffen.

Labor Sonor : Translating Spaces

How do places and spaces influence our thoughts, actions and experiences? What do spaces offer, what do they allow, demand or prevent? How do spaces emerge and change through what happens in them and with them? The festival »Labor Sonor : Translating Spaces« explores the power of space in contemporary experimental music and sound art. The motto of the festival is: Listen twice! The audience will have the opportunity to experience sound and music simultaneously or consecutively in changing situations, places and spaces. To this end, the festival presents nine original works by composers and installation artists, which will be presented over three days in extremely different locations. An accompanying symposium explores the development processes of the works premiered at the festival and brings artists and audiences into direct dialogue. Program at Ballhaus Ost:August 27, 20214.00-10.00 pm: »Auditory canals A and B – 2 proposals« – Installation (Sabine Ercklentz)4.00-10.00 pm: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)6.00-10.00 pm: »Reverse-Side« – for double video projection and 4-channels of sound (Joanna Bailie) August 28, 20213.00-10.00 pm: »Auditory canals A and B – 2 proposals« – Installation (Sabine Ercklentz)3.00-10.00 pm: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)6.00-10.00 pm: Eric Bauer | Lena Czerniawska | Carina Khorkhordina August 29, 20213.00-10.00 pm: »Auditory canals A and B – 2 proposals« – Installation (Sabine Ercklentz)3.00-10.00 pm: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)6.00-10.00 pm: »DREAM LIFE« (Frank Bretschneider)

Social Capsule

»Social Capsule« ist das Wohlfühlwohnen von morgen. Sicher, sauber, einfühlsam und vor allem mobil! Die WELCOME HOME GROUP öffnet nun ihren Showroom und lädt in ein smartes Tiny House, das in 30-minütigen Einzelterminen zur Probe bewohnt werden kann. In freundlicher Koexistenz mit dem hauseigenen KI und der Augmented Reality-Mitbewohnerin ist mensch in jeder Ecke des Tiny Houses in bester Gesellschaft. Die persönliche Komfortzone wird zu einer Begegnungsstätte, die empathisches Miteinander bietet und anregt, ohne anzustrengen! Eine Berührung der eigenen vier Wände mit Emotionen on demand.»Social Capsule« fragt, welche Leerstellen digitales Miteinander aufweist. Kann das Gefühl von sozialer Distanz – ob als Folge zunehmender Digitalisierung, pandemiebedingt oder durch großstädtliche Vereinzelung – artifiziell substituiert werden oder gibt es ein Begehren, das nur das menschliche Gegenüber ausfüllen kann?Das Monopol Berlin, eine ehemalige Destillerie in Reinickendorf, ist das erste Zuhause des Showrooms der Welcome Home Group. Ganz im Sinne eines mobilen Tiny Houses zieht die »Social Capsule« von der urbanen Peripherie im September in den Holzmarkt, zwischen Cafe und Weinladen an der Mediaspree. Theresa Reiwer ist Medienkünstlerin, Bühnen- und Kostümbildnerin. In ihren Arbeiten kombiniert sie Augmented und Virtual Reality mit physisch begehbaren Räumen und verweist auf popkulturelle wie neoliberale Phänomene. Ihre narrative Rauminstallation »Slow Rooms« beschäftigte sich mit den Themen Künstliche Intelligenz und Kommodifizierung von Freizeit. Sie brachte ihr den Mart Stam Preis 2019 und das Berliner Nachwuchsförderstipendium Elsa Neumann ein. Als Szenenbildnerin für das Kino war sie zwei Mal auf der Berlinale vertreten (»Jibril«, »Glück«), ihre Bühnen- und Videoarbeiten wurden zum Impulse Theater Festival (»The Kids are alright«) und zum PAF (»Wüste Zukunft«) eingeladen.