Pissy goes Sportfest

Es ist soweit: Der legendäre Pissy-Podcast vom Missy Magazine verlässt das Studio und geht an die frische Luft – oder besser gesagt, mitten aufs Spielfeld! Beim Sportfest des Ballhaus Ost feiern wir eine Premiere: Pissy live und in Bewegung.

Host Ulla Heinrich begrüßt die Sportmäuse Luna Afra Evans und Philicia Kraatz zum Deepdive über queere Perspektiven auf Sport, Fitness und Körperpolitiken. Gemeinsam werfen sie einen kritischen und empowernden Blick auf Bewegungspraktiken jenseits des Mainstreams. Was bedeutet Sport aus queerer und feministischer Perspektive? Welche Rollenmuster schwingen in der Ästhetik von Gym-Core mit – und wie können sie subversiv umgedeutet werden?

Von Bauch-Beine-Po bis Powerlifting, von Drag-Workout bis zu sportlichen Ikonen der queeren Popkultur: Gesprochen wird über die Lust an der Bewegung, Körpernormen, Community-Spirit und den ganz persönlichen Muskelkater der Emanzipation. Alle drei Gesprächspartner*innen sind Gym-Rats unterschiedlichster Couleur – zwischen Performance, Praxis und Politik.

Kommt vorbei, hört zu, mischt euch ein – und feiert mit uns die erste Live-Aufzeichnung von Pissy! 🎤💪🏽🏳️‍🌈

FLINTA+ Selbstverteidigung (Workshop und Recherche)

Der Workshop verbindet Selbstverteidigungstechniken mit der Reflexion über alltägliche Sicherheitsstrategien. Er wird geleitet von Birgit Tönnies (Seitenwechsel e.V.), einer Pionierin des Frauenkampfsports in Berlin und Trainerin seit 1983, mehrfache deutsche und europäische Meisterin in Karate und Kickboxen. Gemeinsam mit den Theatermacher*innen Natasha Borenko und Lidiia Golovanova werden wir Körpertechniken einüben und Alltagssituationen durch angeleitete Übungen und Diskussionen erkunden. Der Workshop ist Teil einer künstlerischen Recherche für die partizipative Performance »Self-Defence. No Offence« beim Sportfest (19.+21.6.).

Wir laden FLINTA+ Personen zur Teilnahme an dem Workshop ein. Egal, ob ihr erfahren oder neu in der Selbstverteidigung seid, wir freuen uns auf euch. Es können etwa 20 Personen teilnehmen, bitte meldet ihr euch an unter sport@ballhausost.de.

* FLINTA+ steht für: Weibliche, lesbische, intersex, nicht-binäre, Trans* und Agender-Menschen.

Sprint durchs Festival

Sechs Künstler*innen des Sportfests treffen sich auf einem sportlichen Panel, das Tempo macht: mit Trillerpfeife, Stoppuhr und Themenwechsel im Sprint. Hier werden sich konkurrenzlos die Bälle zugespielt und verschwitzter Teamspirit rund um die verschiedenen Projekte entwickelt.

Alisa Tretau (Moderation) realisiert Kulturprojekte an der Schnittstelle von Kunst, Gesellschaft und politischer Praxis. Zuletzt veröffentlichte sie die Website nichtnurmuetter.de.

Freak und Kriegen

Hängen wir doch zum Trostam Tresen vom Ballhaus Ostzu Worten an Musik, mit Bier und Dirmit Unbehaun, Hillebrand und Wengenrothin Eierkostümen. Hey, was soll das, warum bin ich so verwirrt?Ein Marsmensch erscheint und fragt: Was bist du?Ich?!Ja, du.Ähm, ich wuchs in den 80ern als Chamäleon zwischen »AKW Nee«, »Petting statt Pershing« und Lüneburger Operette auf. Im Kalten Krieg der falschen Heilen Welt. In mir hängen noch die Werte der 68er antiautoritären linken Lehrereltern mit der Sehnsucht nach Frieden, Atomkraft – nein danke, böse Wirtschaft, böser reicher Mann. Und das No-Go bei den Spießern: Eigenheim und Küchenmaschinen.Doch die hehren Ideen liefen schief. Ich wurde Spaßmacherin zur Musik.Ich blickte durch meine Augen wie durch Schießscharten und die Zungenwurst steckte den Kopf durch meinen Mund: Ich kannte mich irgendwoher. Ich erkannte mich zwar nicht wieder, aber ich hatte mich schon tausendmal irgendwo gesehen… Aber eine Bühne ist dann eben doch besser als der öffentliche Nahverkehr. Obwohl da mehr Leute gucken, wenn man sich auszieht als in einer Show. Doch wenn die Scheinwerfer sich öffnen, bin ich hier bei euch lieber Pupille als Bazille in der Fußgängerzone oben ohne.Oder wir behalten einfach unsere schöne Kneipe um die Ecke und treffen uns da.In echt! Prost. UNBEHAUN sind die Sängerin und Texterin Verena Unbehaun & der Musiker Stefan Hillebrand. 2026 veröffentlichen sie ihre erste Platte beim Musiklabel Staatsakt. Mit dem Regisseur Patrick Wengenroth tun sie sich nun wieder zusammen – wie schon zu »Planet Porno«- Zeiten am TD, HAU, Sophiensäle, Schaubühne – um gemeinsam einen Abend zwischen Irrsinn, Tiefe und Trivialität zu feiern.

The Listening Biennial

Zur dritten Ausgabe bringt »The Listening Biennial« eine internationale Gruppe von Künstler*innen mit klanglichen, visuellen und performativen Arbeiten für ein einwöchiges Programm des kollektiven Zuhörens zusammen. Ziel ist es, experimentelle und regenerierende Praktiken zu fördern. »The Listening Biennial« bietet einen gastfreundlichen, partizipativen Raum für tiefes Durchatmen, langsames Sprechen – und für ein Mit-Zuhören auf die lebendige Materie unseres Planeten.Die Veranstaltung umfasst Klangarbeiten und künstlerische Installationen im gesamten Gebäude des Ballhaus Ost, eine informelle Gesprächsreihe unter Bäumen sowie ein Abendprogramm mit Live-Performances und experimentellen Klängen. Das Publikum ist eingeladen zu einer Hörreise voller poetischer Stimmen, Geschichten, Geräusche und Lieder.Insbesondere engagiert sich »The Listening Biennial« für den Aufbau einer verstärkten Zuhörkultur, die radikale Offenheit und mitfühlendes Handeln fördert. The Listening Biennial ist ein künstlerisches Forschungsprojekt, das sich mit dem Zuhören als kreativer, kritischer Fähigkeit befasst. Es besteht aus einem Netzwerk von Partnerinstitutionen und Kulturstätten auf der ganzen Welt, die sich für eine stärkere Kultur und Praxis des Zuhörens einsetzen. P R O G R A M M Ausstellung:Mi 3.9. – So 7.9. 13:00 – 18:00 (Freier Eintritt) Talks & Conversations:Do 4.9. – Sa 6.9. 18:00 – 19:30 (Freier Eintritt) Live Performances:Doors 19:30 / Start 20:00 Mi 3.9.: Siegmar Zacharias, Mariana CarvalhoDo 4.9.: Stefan Roigk, Brandon LaBelle, Isuru Kumarasinghe & Sara MikolaiFr 5.9.: Lílian Campesato, Agustín Genoud, Kirstin BurckhardtSa 6.9.: Miguel Buenrostro, Yara Mekawei, Ola Zielińska Installationen: Mario Asef, Max Bloching, Tatiana Fiodorova, Helen Hine, Annette le Fort, Nicole L’Huillier, Silvia Maglioni / Graeme Thomson, Israel Martínez, Oficina de Autonomia, ~pes (Elizabeth Gallón Droste & Pablo Torres Gómez) Audio works: Florence Cats/Lilja María Ásmundsdóttir (Belgium/Iceland), Rachel S. Y. Chen (Singapore), Kaur Chimuk (India), Čhoakkeladd (Kashmir), Mariana Pinto Coelho Dias (Portugal), MycoDyke (India), Hear & Found (Thailand), Shwe Wutt Hmon (Myanmar), Lynn Nandar Htoo (Myanmar), Lagos Sound Artists Collective (Nigeria), Okui Lala, Ana Estrada, Nasrikah (Malaysia/ Australia/Indonesia), Nicole L’Huillier (Chile/Germany), Chong Li-chuan (Singapore), Subash Thebe Limbu (Nepal), Elena Lucca (Argentina), Imaad Majeed (Sri Lanka), Yara Mekawei (Egypt), Graciela Muñoz (Chile), Jacqueline Nova (Belgium/Colombia), Lujáne Vaqar Pagganwala (Pakistan), Amanda Piña (Austria/México), Ruhail Qaisar (Ladakh), Superlative Futures – Wong Zihao & Diancong Liu (Singapore), Irazema H. Vera (Peru), Valentina Villarroel (Chile), YIM Sui Fong (Hong Kong), zeropowercut (Patna, India). Kuratiert von: Mario Asef, Brandon LaBelle, Alecia Neo, Soledad Garcia Saavedra, Suvani Suri

How to work with Ballhaus Ost

Wir laden herzlich zum Info-Zoom: Ozi Ozar, Anne Brammen und Daniel Schrader stellen das Ballhaus Ost und Kooperationsmöglichkeiten im Hinblick auf die kommende Antragsfristen beim Hauptstadtkulturfonds (1.10.) und dem Bezirksamt Pankow (15.10.) vor. Wir bitten um Anmeldung bis 10.9. an info@ballhausost.de. Hinweise für Künstler*innen gibt es außerdem hier.

ICH & ICH & ICH [WIR]

Antonia Baehr »Hallo Du!« 2025 / UABryan Eubanks »The Permanent Computer« 2025 / UARolando Hernández Guzmán »Amoxohtoca II« 2025 / UAPauline Oliveros »Portraits of Maulwerker« 2008, neue Version 2025 / UA Die Verantwortlichkeiten und Freiheiten in offenen Prozessen, der Einfluss des eigenen Verhaltens auf die musikalische Dynamik des Ganzen und die sich darin spiegelnden gesellschaftlichen Prozesse thematisieren die Kompositionen des Programms ICH & ICH & ICH [WIR], der neuen Ausgabe der erfolgreichen Reihe maulwerker performing music im Ballhaus Ost.Derart interaktive Musik, die die Teilhabe der Ausführenden an der Kreation der Werke zur Bedingung hat, kann nur gelingen, wenn sich die Beteiligten einbringen und wirklich zeigen. So entsteht nicht nur ein kollektiver Ausdruck, sondern auch ein Portrait der Gruppe. Maulwerker, Kollektiv für Vokalexperimente, das Elemente der Performancekunst, intermedialen Kunst und Choreografie in seine Musik integriert. Am 14.9. findet im Anschluss an die Aufführung ein Publikumsgespräch statt . Moderation: Ariane Jeßulat, Gäste: Antonia Baehr, Bryan Eubanks, Christian Kesten. In englischer Sprache.

Sportfest reloaded

Dienstag 16.9.18:00-19:30 Thaiboxen | Muay Thai (Janne Kummer)Mittwoch 17.9.18:00-19:30 Queer Functional Training (Philisha Kay)20:00-21:30 Musical Dance Mix Workout (Mathilda Kleo Colada)Donnerstag 18.9.17:00-21:00 PLAY BadmintonFreitag 19.9.17:00-21:00 PLAY TischtennisSamstag 20.9.13:00-18:00 Völkerball Turnier FÄLLT AUS Teilnahme kostenlos. Anmeldung unter sport@ballhausost.de The undisciplined fighter: Kampfsport als Instrument der Traumaarbeit mit Janne Kummer erforscht das Potenzial von Empowerment durch kollektive körperliche Bewegung, wobei Kampfsportarten als Ausgangspunkt für Experimente und Überschreitungen verschiedener Formen der Bewegungserforschung dienen. Alle Körper und Fitnessniveaus sind willkommen, keine Erfahrung im Kampfsport notwendig.Access Infos: in deutscher und englischer Lautsprache, für FLINTA*s Softer Hards. Queeres Functional Training mit Philisha Kay erweitert das funktionelle Training durch künstlerische und forschungsbasierte Auseinandersetzungen mit Bodybuilding. Unterschiedliche Eigengewichtsübungen aus dem Bereich Calisthenics und Krafttraining werden mit theoretischen Impulsen und experimentellen, kreativen Reflexionen kombiniert.Access Infos: in englischer Lautsprache, für FLINTA*s Musical Dance Mix Workout mit Mathilda Kleo Colada ist ein energiegeladenes Tanz-Workout, bei dem du die Möglichkeit hast, dich für gut eine Stunde wie ein Broadway-Star zu fühlen. MDMW ist eine Mischung aus verschiedenen Tanzstilen und einem Gruppen-Fitness-Workout. Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich.Access Infos: in englischer Lautsprache, für FLINTA*s Für PLAY Badminton wird im Sportsaal das Netz gespannt. Der Court markiert. Die Federbälle bereitgestellt. 60 Minuten Zeitslots, buchbar für jede*n.(Feld stündlich buchbar zwischen 17:00 und 21:00.)Access Infos: für alle Altersgruppen Bei PLAY Tischtennis stehen die Platten bereit und in Tischtennisclub-Geräuschkulisse könnt ihr stundenweise eure Platten buchen, euren Topspin trainieren, gemischtes Doppel üben oder einfach nur spielen wie im Park (ohne Wind).(Platten stündlich buchbar zwischen 17:00 und 21:00.)Access Infos: für alle Altersgruppen

SECOND SEASON

1925 feiert »Der Fröhliche Weinberg« Premiere – im selben Jahr, in dem Adolf Hitlers Hassschrift »Mein Kampf« erscheint. Der Theaterautor Carl Zuckmayer besingt in seinem Lustspiel die deutsche Gemütlichkeit, erwähnt die faschistische Gefahr jedoch kaum. »Damals glaubten wir noch, sie aus vollem Halse weglachen zu können – bis es eines Tages nichts mehr zu lachen gab«, stellt er 1961 fest. Genau 100 Jahre später nimmt das Performancekollektiv Boys* in Sync, Carl Zuckmayers deutsche Weinberg-Idylle zum Anlass, um über das Theater und die Lust am Lachen nachzudenken. Während sich an vielen Orten der Welt, rechte Regierungen an die Macht schwingen, produzieren die Künstler*innen aus Polen, Schweden, Norwegen und Deutschland ihr ganz eigenes, »internationales Lustspiel«: In SECOND SEASON beleuchten sie mit Ernsthaftigkeit und queerem Vergnügen, welche Geschichten wir im Theater erzählen – und warum das nie egal ist… Die Berliner Vorstellung ist Teil der »BOYS* IN SYNC Going Home Tour«: Einen Monat lang, reisen die Künstler*innen mit ihrer Erzählperformance durch fünf verschiedene Europäische Länder. Dieses Projekt wird gefördert von Performing Arts Hub Norway, Arts and Culture Norway, Nordic Culture Point und Kulturstöd Göteborg. BOYS* IN SYNC  ist ein Performancekollektiv mit Mitgliedern aus Deutschland, Norwegen, Polen, Südafrika, Schweden und Dänemark. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen queerer Körperpraxis, Popästhetik und dokumentarischer Performance.Ständige Mitglieder sind die Puppenspielerin Ragni Halle, die Schauspieler:innen Livia Hiselius und Jay Tebogo Fiskerstrand, der Musiker Gregers Hansen, der Tänzer Jakob Krog und der Regisseur Simon David Zeller. Die Gruppe wurde seit 2019 u. a. zum Fringe Festival Edinburgh, Fast Forward Festival Dresden, Performing Arts Festival Berlin, Frie Felts Festival Kopenhagen und den Autor:innentheatertagen Berlin eingeladen. Zuletzt waren Boys* in Sync mit ZAPFENSTREICH im Ballhaus Ost. www.boysinsync.com

Seedling

Wir ziehen den Kult-Science-Fiction-Roman aus unserer hinteren Hosentasche und beginnen zu lesen. Die Geschichte beginnt – Schlangen und Narben. Briefe einer Ausreißerin. Studiennotizen und Coverversionen. Ein Volkslied in einer neuen Sprache. Ein Happy End, und wir schließen das Buch.Wir versuchen es erneut – ein Tonstudio in Nashville. Ein Antiquariat. Ein Busbahnhof, eine Zwischenstation, eine Samenbank. Die Scala und der Jeong. Ein weiteres Ende.Noch einmal – ein Raumschiff, angetrieben von Sehnsucht. Eine Hülle, die unsere Seelen offenbart. Ein Wald, der zu einem anderen Wald singt. Flut.Noch einmal …?Was tun wir, wenn uns das Happy End nicht glücklich macht? / Was tun wir mit einer Utopie, die von Geistern heimgesucht wird? / Woher wissen wir, wann die Geschichte endet? »Seedling«, ein neues Bühnenwerk von ONCE WE WERE ISLANDS, navigiert durch ein Multiversum auf der Suche nach Schönheit und Sinn in dem endlosen Kreislauf unseres queeren Lebens. Es ist das neunte Kapitel des zweijährigen Kunstprojekts With Forests in Our Mouths und eine Ergänzung zu »Palace of Ash & Rain«, das im Herbst 2024 im Ballhaus Ost gezeigt wurde.. www.withforestsinourmouths.com Das Queer-Performance-Kollektiv ONCE WE WERE ISLANDS macht multidisziplinäre Performance-Arbeiten, bei denen sie oft die Queer-konstruierte Sprache Damiá als künstlerisches Mittel einsetzen. Im Jahr 2023 verließen sie Berlin für ein neues Zuhause am Waldrand in Nordkarelien, Finnland.