Labor Sonor – Celebrating 25 Years

25 Jahre Labor Sonor. Fünf Konzerte. Ein langer Abend. 1) krautfuzz ist geprägt von einer kantig-futuristischen Spannung, die von Neo-Psych-Rock über abstrakten Minimalismus bis hin zu purem Noise reicht: mit Live-Videoimprovisationen von iLan katin. 2) INK ist eine biegsame Blase aus schwebender Erregung, romantischen Verlangsamungen und fröhlichen Refrains. 3) Christian Kesten bewegt Objekte auf einem amplifizierten Tisch und erzählt dazu seltsame Geschichten. 4) Fernanda Farahs neues Stück FEED•IN•ATTENTION ist ein Soundtrack, der aus ihrem Instagram-Feed und seinen algorithmischen Diskrepanzen besteht (Premiere). 5) Contagious ist die zukunftsweisende Mischung aus avantgardistischem Experimentieren und elektronischer Musik. Labor Sonor ist die älteste Konzertreihe für Echtzeitmusik und prägt seit ihren Anfängen eine breite Szene. Sie präsentiert das Spektrum aktueller experimenteller Musikformen jenseits genrespezifischer Bestimmbarkeit.

THE WATS

In der abgelegenen, apokalyptischen Wüstenlandschaft Neuseelands begegnen drei Reisende einer mysteriösen Frau und ihrem Kind. Was als sowohl anstrengende, als auch heitere Reise beginnt, entwickelt sich zu einer absurden, aber humorvollen Nacht, die eine Geschichte von Gewalt, Isolation und Emanzipation erzählt. Die Berliner Komponistin und Musikerin Stepha Schweiger präsentiert mit »THE WATS« ein neues, genreübergreifendes Musiktheater basierend auf der Kurzgeschichte The Woman at the Store von Katherine Mansfield (1888–1923). Sie übersetzt die Motive Mansfields – die Rolle der Frau, zwischen-menschliche Beziehungen und das Verhältnis zur Natur – in einen aktuellen gesellschaftlichen Kontext. Das Musiktheater thematisiert hochaktuelle Fragen wie sexualisierte Gewalt, Klimakatastrophe und die Suche nach Selbstbestimmung mit musikalischen Mitteln der Repetition und subtilen catchy Variationen. Stepha Schweiger ist eine avantgardistische Komponistin, Produzentin, Pianistin/Keyboarderin und Singer/Songwriterin in den Bereichen Neue Musik, Experimentelle Musik, Free Jazz, Song, Indie-Pop, Minimal, Konzeptmusik, Industrial, Natural Tuning und Spectral Music. Im Anschluss an die Vorstellung vom 03.10. findet ein Publikumsgespräch in Kooperation mit Theaterscoutings Berlin statt. Besetzung: Stepha Schweiger (der Wind, Sängerin), Anke Retzlaff (Woman, Sängerin, Schauspielerin, Avatar), Ziv Frenkel (Kind Else, Tänzer:in, Avatar), Deborah Rawlings (Erzählerin, Performerin, Avatar), Raphael Dwinger (Jo, Bariton, Schauspieler) und Adam Goodwin (Hin, Kontrabassist, Avatar), Musikensemble: LUX:NM-Silke Lange (Akkordeon), Ruth Velten (Saxophon), Florian Juncker (Posaune) und Zoé Cartier (Violoncello) Konzept, Komposition, Regie- und Videoinhalte: Stepha Schweiger, Dramaturgie: Dag Lohde, Regieassistenz: Luca Anthony, Sounddesign: Florian Tippe, Bühnenhintergrund / Video:  PFA-STUDIOS, elektronisches Arrangement: Pyrolator, Lichtdesign: Aslı Atasoy Öner. Maske & Kostümberatung: Sofie Röhrig, Drawing / Requisite Unterstützung: Sofia Casas, Produktionsleitung: Johanna Madden 

Dissolving

Dissolving ist ein regelmäßiges Zusammenkommen für einen Austausch mit Crip-bezogenen Themen. Der Fokus liegt dabei auf neurodivergenten, chronisch kranken und nichtsichtbar Be_hinderten Perspektiven. In einem Relaxed Environment laden wir dazu ein, sich über (Access)-Bedürfnisse und crip-spezifische Organisationsweisen und Ästhetiken auszutauschen. Wir suchen lustvoll nach neuen Verbindungen und Handlungsmöglichkeiten.Die Treffen sind eine Mischung aus den akuten Themen der Teilnehmenden und den vorbereiteten Themenschwerpunkten von Juliet und Wanda. Alle Menschen, die Interesse haben, sind eingeladen, in der Form teilzunehmen, wie es ihnen möglich ist. Am 15.9. beschäftigen wir uns mit dem Thema von diversen (crip-) Zeitlichkeiten. 24.9. 17:00 (Uferstudios, Unrenewable Energies Festival Berlin) Thema: cross-community-Räume Am 9.10. wird es um (Körper-) Archive gehen. Die Treffen dauern ca. drei Stunden (mit einer 30-minütigen Pause).Wir bitten um eine Anmeldung unter dissolving.gathering@posteo.de, damit wir besser planen können, ihr könnt aber auch ohne Anmeldung vorbeikommen. Wanda Dubrau und Juliet Meding tauschen sich seit einer Weile zur Auflösung vorstrukturierter Räume und Zeitlichkeiten aus sowie über Inklusion marginalisierter Körper und Seinsweisen.Seit 2024 hosten sie gemeinsam die Reihe DISSOLVING.

Draghaus Ost: König Opera

Buba Sababa und Dick Hunt, zwei der legendärsten Opernsänger, erhalten ein verlockendes Angebot: sie können ein Stück aufführen, das seit über 100 Jahren nicht mehr gesungen wurde. Gerüchten zufolge ist das Stück verflucht und ein schreckliches Schicksal erwartet diejenigen, die wagen es zu interpretieren… Die Live-Drag-King-Theatershow endlich im Ballhaus Ost! Finde heraus, wie das Schicksal von Buba und Dick aussieht! Das Projekt König entstand aus einer langjährigen Community-Arbeit. Ziel ist es, einen starken und wachsenden Raum für Drag Kings, Trans-Personen und nicht-binäre Drag-Performer*innen in Berlin zu schaffen. Sichere und kreative Umgebungen, in der sich Menschen treffen, austauschen und gemeinsam entwickeln können und um Vielfalt auf der Bühne zu feiern. www.konigdragshow.com

Voyage de Genre: Transition in Three Movements

In einem performativen Tryptichon nehmen The Dames und ihre drei Gäste das Publikum mit auf eine musikalische Reise von Weiblichkeit zu Männlichkeit durch Spiritualität. Ein rituelles Zusammenkommen, das Glamour, Mut und Gefühl zu einer unvergesslichen Geschichte verwebt. Die dreistündige Performance ist das große Finale einer Serie von Shows, die Nancy Nutter (Gesang) und Madame Eve (am Klavier) im Roten Salon der Volksbühne entwickelt haben. Im Ballhaus Ost führen sie die Stationen ihrer Reise mit Burlesque-Ikone Chiqui Love, Jade Lees außergewöhnlicher Zirkuskunst und der Drag-King-Legende Bridge Markland zusammen. The Dames (gegründet 2022 in Berlin) ist ein Live-Kabarett-Musik-Duo. Mit einem Klavier und ihren Stimmen nutzen sie Musik für Momente kollektiver Erinnerung und queerer Kraft. Ausgehend von ihren Ursprüngen in Queer- und Burlesque-Bars brechen diese Trans-Schwestern nun ins Theater auf. »Voyage de Genre« ist sowohl eine Zusammenfassung all dessen, was sie bisher erreicht haben, als auch ein Ausblick auf das, was noch kommen wird.

Sterben 1, 2, 3: Hopp!

Du kannst mich doch nicht die ganze Zeit so anschreien! – Dann zieh dein Hörgerät an! Eine interaktive Performance über die Liebe zu den eigenen Müttern und der Angst vor Verlust, Verfall und zukünftiger Armut. Ein Abend zwischen Crosstrainer, Albrecht Dürer und Trauer – mit Karaoke, Gymnastik und Popmusik der 80er. Michaela Caspar und Peter Marty kennen sich aus der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Theaterkollektiv Possible World. Die Erfahrung die beide bei der Pflege ihrer Mütter machen ist intensiv. Das Umfeld reagiert auf die Pflegesituation mit Unbehagen, Unverständnis und Missbilligung. Ein eigenartiges Verschweigen entsteht. Um die Perspektive auf häusliche Pflege zu öffnen, um sie zu ändern und dafür einen Ort des Austausches zu schaffen, bringen Michaela und Peter »Sterben 1,2,3: Hopp!« auf die Bühne. www.possibleworld.eu

Linke Hände

Die musikalische Lecture Performance »Linke Hände« widmet sich Künstlerinnen der DDR, begibt sich auf ihre Spuren und in ihr Werk hinein, ist Dokumentation, Liebeserklärung, Punkkonzert – mit Rosa Beton – und Essay zugleich.

 

Das Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen entwickelte seine Arbeiten in Kellern und auf Opernbühnen. Es steht für eine poetische, vielgestaltige und wilde Theatersprache, die im Musiktheater eine politische und eigenwillige Position markiert.

H I N W E I S :
Die Aufführung beinhaltet die Darstellung von Nacktheit sowie laute Popmusik.

KÖNIGIN IM DRECK – eine musikalische Lesung

«schreiben schwulsein kommunistsein, glaube liebe hoffnung, kindlich tuntig selbstbewußt.» Ronald M. Schernikau ist schwul und Kommunist. Er lebt in der BRD und will unbedingt in die DDR. Sein Ziel: Ein Studium am Literaturinstitut «Johannes R. Becher» und die DDR-Staatsbürgerschaft. Pointiert, kämpferisch, albern, erhaben. Schwule Fantasien mischen sich mit politischer Analyse. Klassik begegnet Camp. Glamour trifft auf Trauer. 1991 bereits stirbt Schernikau an AIDS. Die musikalische Lesung möchte euch einen queeren Autor nahe zu bringen, der bedauerlicherweise 1991 seiner AIDS-Erkrankung erlag. Noch kurz vor seinem Tod stellte Schernikau das Buch „Legende“ fertig. Das Manuskript blieb lange Zeit unveröffentlicht. Schernikaus Opus Magnum ist Bibel und Travestie, Epos und Musical, ist als dokumentarische Bestandsaufnahme beider Deutschlands in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts von nachgerade bestürzender Aktualität – und immer heiter vertieftes Spiel mit der Änderbarkeit der Welt. Tucké Royale und Jens Friebe haben sowohl getrennt als auch gemeinsam bereits zu Schernikau gearbeitet. Kristin Bönicke ist Nachlassverwalterin Schernikaus und arbeitet an einer Edition seiner Briefe für den Verbrecher Verlag. Elmira Bahrami wirkte bereits bei der ersten Aufführung des Programms am Theater Basel mit.

Der Ozean

»Der Ozean« ist eine multisensorische Tanz- und Musikperformance für Taube und hörende Erwachsene, mit und ohne Baby. Die Performance taucht ein in die vielschichtigen und ambivalenten Erfahrungen des Eltern- und Kindseins – ein Geflecht aus Widersprüchen von Fürsorge, Erschöpfung und Zärtlichkeit. Inspiriert vom Bild des Ozeans – Sinnbild für Weite, Wandel und Geborgenheit, für eine imaginierte, unerschöpfliche mütterliche Quelle, aber auch als offenes, verbindendes Gewässer – nähert sich das Stück den Themen Elternrolle, Fürsorge und Abhängigkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln. In enger Verbindung von Stimme, Choreografie, Vibrationen, Geschmack und Gebärdensprache entsteht eine vielschichtige, kollektiv erfahrbare Komposition von Genoël von Lilienstern und La Cage. La Cage wurde 2015 in Berlin und Paris gegründet. Die Compagnie verbindet musikalische mit bildhauerischen Formen in performativen Formaten. Am Freitag, 31.10.2025 findet im Anschluss an die Performance ein Publikumsgespräch mit DGS-Übersetzung zu »Der Ozean« in Kooperation mit Theaterscoutings Berlin Die Vorstellung am 2.11. ist Teil der Reihe SCHRUMPF! und ist eine Adaption des Stücks für ältere Kinder und Familien

SCHRUMPF! Der Ozean

Wer kann sich an das Babyalter erinnern, wer ist noch nah dran? Und wer hat schon mal sein Leben mit einem neugeborenen Baby geteilt? Aus diesen unterschiedlichen Perspektiven nähern wir uns der Performance-Installation »Der Ozean« von La Cage. Das Stück richtet sich sowohl an Taubes als auch hörendes Publikum und lädt die Besucherinnen direkt auf die Bühne ein, um eine Gesamtkomposition von Klang, Licht, Tanz und Vibration zu erleben. Anhand von haptischen Elementen dürfen wir diese Welt tastend erfühlen, hören, sogar schmecken. In Interaktion mit den Performerinnen tauchen wir tief in die Erfahrungsräume der Neugeborenen ein – sowohl aus Baby- als auch aus Elternperspektive. Nach der Vorstellung gibt es Raum für Fragen und Antworten an das künstlerische Team. Bei Schrumpf! präsentieren Berliner Ensembles ihre aktuellen Produktionen – in Familienformat. Neue Kunstformen werden entdeckt, Orte erkundet, Bewegungen ausprobiert, Klängen wird gelauscht – und alle können mitmachen! Künstlerische Leitung und Moderation der Reihe Schrumpf!: Daniella Strasfogel, Produktionsleitung Schrumpf!: Natascha Tertre, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Nora Gores, Grafikdesign: Suse Sebald, Social Media Schrumpf!: Richard Mattmüller, Dokumentation: Christina Voigt