TOSSED SOUNDS – 3 Stücke für abwesendes Innenklavier

Andrea Neumann







31. Mai 2021
20.30 Uhr
Live-Filmscreening mit anschließendem moderiertem Gespräch mit den drei Künstlerinnen

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Fernanda Farah »what draws are the eyes«

Andrea Neumann »ip6«
Antonia Baehr »Inside the Piano«, Gastperformer: Bryan Eubanks

Die Komponistin und Musikerin Andrea Neumann spielt seit 20 Jahren dasselbe Instrument: einen selbstgebauten Klavierrahmen ohne Tastatur. Das Instrument mit seinem Gewicht, den Materialien, Präparationen und seinen Klängen prägen ihr Leben: das Tempo beim Reisen, die Körperhaltung beim Musizieren, die Art zu hören. Instrument und Mensch beeinflussen sich gegenseitig, sie haben sich in den letzten 20 Jahren vermischt.

Für den Abend TOSSED SOUNDS wurden drei Stücke für Andrea Neumann geschrieben – unter einer Bedingung: Das Instrument ist auf der Bühne abwesend.
Was bleibt von einer Musikerin ohne ihr Instrument?
Welche Spuren hinterlässt es?
Was hört man?
Kann man die in den Körper übergegangenen Prägungen sehen?
Choreographiert das abwesende Instrument die Performance der Musikerin?
Ist es »The Master of Ceremony« – präsenter als wäre es anwesend?

Die drei Stücke sind durch die jeweilige Praxis der drei Künstlerinnen geprägt: Baehr – Performance, Farah – Schauspiel / Tanz, Neumann – Musik. Jede füllt die »Leerstelle« des abwesenden Instruments mit ihren individuellen Kompetenzen. Dabei entsteht in jeder der drei Arbeiten ein »Meta-Instrument«, das sich in Bezugnahme auf das abwesende Instrument in den konkreten Raum hinein, in neue ästhetische Räume und in andere Disziplinen ausdehnt.
Obwohl abwesend, ist das Instrument in allen drei Portraits präsent: als Spur, Folie, Partitur, Klang, Impulsgeber und im Körperarchiv der Performerin.

Andrea Neumann ist Musikerin und Komponistin. Seit 1996 entwickelt und spielt sie ein eigenes Instrumentarium, das Innenklavier – ein saitenbespannter, mittels Präparationen bespielter und mithilfe von Mischpult und diversen Pick-ups verstärkter Alurahmen. Sie war maßgeblich an der Entwicklung der Berliner Echtzeitmusik beteiligt, die zwischen Neuer Musik, Improvisation, Noise und Klangkunst angesiedelt ist. Viele Kompositionen von Andrea Neumann beschäftigen sich mit performativen Aspekten des Musikmachens.
Fernanda Farah ist Schauspielerin, Choreografin, Tänzerin und Sängerin. Sie arbeitet in den Feldern populärer, experimenteller und zeitgenössischer Musik, Theater, Performance und Tanz. Sie ist Ko-Kuratorin der Konzert- und Performance-Serie »Labor Sonor« in Berlin, u.a. am Ballhaus Ost. Seit 2005 arbeitet sie regelmäßig mit der Tanzkompanie Constanza Macras / Dorkypark.
Antonia Baehr ist Choreografin und Filmemacherin. Ihre Stücke untersuchen u.a. die Fiktion des Alltäglichen und des Theaters. Sie arbeitet mit verschiedenen Partner*innen, häufig in Form eines Rollenspiels, zusammen: Jede*r ist von Projekt zu Projekt abwechselnd Gast oder Gastgeber*in. Sie choreografiert Emotionen, Mimik, zwischenmenschliche und transhumane Beziehungen. Sie arbeitet häufig mit Übertragungen musikalischer Strukturen in Bewegungsabläufe.

Dauer: 52 Minuten
Sprache kein Problem
Gespräch 25 Minuten (auf Englisch)

Komposition Antonia Baehr, Fernanda Farah, Andrea Neumann Performance Andrea Neumann, Bryan Eubanks Tontechnik Bryan Eubanks Kamera und Videoschnitt Steffi Weismann Licht Raquel Rosildete Dramaturgie Sabine Ercklentz Produktionsleitung Büro Rix

Eine Produktion von Andrea Neumann in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch die inititiave neue musik e. V. und den Musikfonds e. V.