Do

30.6.

10:00 Video Release
ONCE WE WERE ISLANDS

Do

30.6.

Fr

1.7.

Sa

2.7.

So

3.7.

So

3.7.

So

31.7.

10:00 Video Release
ONCE WE WERE ISLANDS

Theaterfilm-Festival: »Autistische Spiele«

  

46’, dt./engl. mit dt./engl. UT 

Durch die behutsame und doch distanzierte Beobachtung seines autistischen Bruders erzählt der bildende Künstler und Regisseur Tobias Yves Zintel vom Einbruch des radikal Anderen und des Nicht-Semantisierbaren in den Schutzraum der Familie. Gemeinsam mit dem Psychiater und  Autor Przemek Zybowski analysiert er jenes Spektrum, das sich zwischen den Polen „gesund“ und „krank“ auftut. Im biografischen Detail, das Verhältnis eines „kranken“ Bruders zu seiner Familie, wird die Sozialfigur des:der Autist:in als Allegorie für die Verlautbarung des Unsagbaren im derzeitigen öffentlichen Diskurs sichtbar.

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Theaterfilm-Festival: »DOOM (The Movie)«

40’, ohne gesprochene Sprache 

Der Film ist Layton Lachmans und Samuel Hertz‘ Beitrag zu Rhythmen, Texturen und Formen des Miteinanders. Während um sie herum die Apokalypse aufblüht, wird non-stop getanzt: In einem Doom-Metal-Konzert bejubeln sie das nahende Ende der Welt – ein kollektives Trauern und Feiern im Angesicht des Untergangs. Sie laden ein, die langsamen Veränderungen einer zu Ende gehenden Welt zu sehen, zu fühlen und zu hören. Und doch schlagen sie im achtsamen Umgang miteinander einen nicht-fatalistischen Weg ein und denken sich Alternativen zum Endzeitszenario aus. 

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Theaterfilm-Festival: »Fallsucht«

 

37’, dt. mit engl. UT

DE, 2020

Der Film erzählt von einer Krankheit, die von der Aura des Geheimnisvollen umgeben ist: Epilepsie. Heilig, prophetisch, sündig, unbändig, von Dämonen besessen. Lara Scherpinski untersucht ihren Körper als Archiv von Familien- und Kulturgeschichte, als Sammelbecken von Mythen und gesellschaftlichen Debatten um Normalität und Andersartigkeit. Sie sucht nach der ästhetischen Darstellbarkeit eines inneren Zustandes, der zwischen Ekstase und Schmerzen, zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit oszilliert und sie in eine gesellschaftliche Isolation verbannt.

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Theaterfilm-Festival: »Oh My Film«

12’, dt. mit engl. UT 

DE/ES/AR, 2020

Das Theaterkollektiv Henrike Iglesias aus Berlin kreiert und inszeniert eine Theaterperformance über feministische und queere Pornografie und Sexualitäten. Hinter den Kulissen sehen sie sich mit den Herausforderungen kollektiver Arbeit und der Befreiung ihrer eigenen Sexualitäten konfrontiert. 

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Theaterfilm-Festival: »Der DJ ist mein Vater«

100’, dt./ engl./ bulg. mit engl. UT 

DE, 2021

Eine erwachsene Tochter sucht ihren verstorbenen Vater, (er)findet Geschichten – und das Patriarchat in sich selbst. Sie inszeniert mit Theater, Musik und Film eine traumähnliche Reise, während der seltsame und humorvolle, verschwommene und bedrängende Momente nach Vater-Spuren im Tochter-Dasein fragen.  In diesem Spiel des Vergessens, Festhaltens und Loslassens stößt sie auf Fragen: nach dem eigenen weiblich sozialisierten Ich, nach Herkunft, sozialer Schicht, Ideen von Leistung, Schönheit, Liebe, Sexualität und emotionaler Bildung. Was gehört zu ihr, was zum Vater, was zu beiden, was der Zeit? Und ist sie wirklich allein?

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Theaterfilm-Festival: »Arbeiterinnen / Pracujące kobiety«

73’, dt./pol. mit dt./pol. UT

PL/DE, 2021

Sechs Lebensgeschichten von Frauen in Polen und Deutschland, die anders verlaufen sind als erhofft: »Arbeiterinnen« erzählt über drei Generationen hinweg von der Erfahrung eines sozialen Abstiegs, der mit dem Verlust von Arbeit zusammenhängt. Über ein Jahr lang hat werkgruppe2 Interviews mit Frauen aus Arbeiterfamilien in den Industrieregionen Niederschlesien und Ruhrgebiet geführt. Der Film ist ein berührendes und intimes Porträt von Frauen in Polen und Deutschland, die zu den gesellschaftlich Ausgeklammerten zählen und stellt die dringende Frage nach gegenseitiger Solidarität.

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Theaterfilm-Festival: »How to get rid of a body. A video tutorial series«

50’, ohne Sprache/engl. 

DE, 2021

Mit synthetischem Moos, Zebramuster, Green Screens und Zaubertricks versucht der Choreograf und Performer Léonard Engel in einer Reihe von Kurzfilmen unerbittlich, seinen eigenen Körper hinter sich zu lassen. In Anlehnung an Youtube-Tutorials, Tierdokumentationen oder Meditationsvideos verdreht, zerhackt, vervielfältigt er Gliedmaßen und Bilder, oszilliert zwischen versteckter Kreatur, jagender Figur und morphendem Monster. Eine Verfremdung durch visuelle Tricks, die zum Scheitern verurteilt sind und einen Körper entblößen, der uns an seine materielle Existenz und seine eigene Sterblichkeit erinnert. 

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Theaterfilm-Festival: »Keshava / Tharayil«

8’, dt./engl./malayalam/kannada/sanskrit/telugu mit engl. UT 

CH, 2021

In »Keshava/Tharayil«stehen sich Anjali und Sumitra Keshava und Ralph und Norwin Tharayil als indisch-schweizerische Geschwisterpaare gegenüber. Im Rahmen einer fingierten Tanzstunde versuchen die Autoren Formen der klassisch indischen Tanzkunst Bharatanatyam von den beiden Tänzerinnen zu erlernen. Durch das Bewegen, Drehen und Beugen der Körper entsteht nach und nach ein kritisches Tanzgespräch, in dem die Keshavas und die Tharayils Fragen der Identität, Zugehörigkeit und kulturellen (Re)-Präsentation nachgehen.

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Theaterfilm-Festival: »Brigitte Reimann besteigt den Mont Ventoux«

 

68’, dt. 

DE, 2021

Ausgehend von Petrarcas Bericht seiner Gebirgsbesteigung aus dem 14. Jahrhundert, gekürt zur “Geburtsstunde des Alpinismus”, sowie dem Werk Brigitte Reimanns, die das in der DDR gewachsene Genre der Ankunftsliteratur entscheidend prägte, lädt der Film ein zu einer Auseinandersetzung mit der Idee der Klimax, der Zäsur, der Um- und Neuorientierung. Das ungleiche Schriftsteller:innenpaar schreibt sich ein in eine Berggeschichte zwischen provenzalischer Natur und sozialistischem Produktionsalltag, zwischen Anfang und Ende, Ankunft und Abschied.

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Theaterfilm-Festival: »Ori Cleanse«

49’, engl./fr./port. mit engl. UT

 

Sechs Schwarze Tänzer:innen mit diversen biografischen und tänzerischen Hintergründen entwickeln neue Arten zu denken, zu sein und zu handeln. Sie bestimmen selbst Bilder und Vorstellungen, die sie von sich haben und wie sie von anderen gesehen werden wollen. Der Film beleuchtet die Gedankenwelt und den Prozess, die hinter einer Tanzperformance der Grupo Oito stehen: »Cleanse/Nu« ist ein politisches Statement, eine performative Selbstermächtigung und Reinigung. Der Titel des Films, Orí, ist Yoruba und bedeutet Kopf – der Kopf als Schlüssel zur eigenen Emanzipation und als Verbindung zur spirituellen Welt.

 

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Theaterfilm-Festival: »Die Zweitbesetzung«

14’, dt.

DE, 2021

Die Schauspielerin Lola Mercedes Wittstamm hat den Auftrag, den Regisseur Zeno Gries vor der Kamera zu verkörpern und die Arbeit vorzustellen, die gerade im Entstehen ist. Durch die Rollen Schauspielerin — Regisseur, deren Machtverhältnis ständig wechselt, zeigen sich die thematischen Schwerpunkte wie Repräsentation und Identität, Original versus Adaption. Da Lolas Aufgabe als Schauspielerin aber darin besteht, Zeno Gries zu sein, bleibt auch unklar, ob sie nicht eigentlich Regisseurin dieses Films ist. 

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A Deep Quicky Sweep

As part of the online durational festival »It’s about time«.

We are in front of the image as in front of time, a past time that we observe, that we look at in the present. It seems close to us but it comes from far away, a time that has passed but not yet passed…… A memory in a way.
This image vibrates with questions. It looks at us, observes us too, questioning ourposition, at what moment did we look at it, why, in what context.The image is thus a temporal braiding where the past, the present which lasts,which lasts…. as if time had not passed

When the image appears, the story is „dismantled“ in all directions, deconstructed.It is a way of rethinking the relationship with our past by giving it, through our eyes,a future, a perspective of the future. A way of deconstructing stereotypes firmly fixed in the collective memory.

This project is about deliberately examining the past as an active moment that accompanies, of a mobile and light nature…
Indeed, the idea is to think of the past as an ally that moves forward and never stops transforming itself.
An archaeological work, to desecrate the historical legends, the perennial stereotypes, firmly anchored in the collective heritage.

Talking about discrimination, prejudice or racism means talking about time, but also about images: caricatures, objects, political or propaganda posters, advertising or leaflets, photographs or paintings… Many media have conveyed the representation of the „Other“ as a being stigmatised in his or her difference, be it ethnic, religious,cultural or sexual. They are part of a visual culture that has contributed for centuries to shaping truncated relationships, marked by psychological violence and even extermination.

Nowadays, even the art world seems to have convinced itself that it is not concerned with discrimination, and forgets that public museum collections are full of looted works. Worse, invisibilisation has a mirror effect: the overexposure, almost marketing, of a handful of artists considered „non-white“. A new politically correct exoticism has slowly been established. If one tries to address the issue, most of the time languages are tied up in theatres and art centres refer to the programming they dedicate to „diversity“.

Understanding what is not apparent

A few years ago, the Austrian artist Christian Eisenberger gave me an undated photograph that once belonged to the collections of the Museum für Völkerkunde in Vienna. This black and white image of black women doing their hair, with their breasts exposed, was not taken by just any photographer, but by Heinrich Harrer. Harrer, the mountaineer, the explorer, the hero, whose myth was brutally shattered one day in the spring of 1997, when a young Austrian journalist, Gerald Lehner,came to present him with the contents of a file that had been lying dormant for more than fifty years in the archives of the Third Reich kept in Washington. A pinkfile. „Harrer, Heinrich, born on 6 July 1912. SS, Section 38, Number 73896.“Harrer denied it, got carried away, until the reporter laid an SS application on the table. „Is this your handwriting?“ „Yes.“ We do not know where the photograph was taken. We can only speculate. Most probably during one of his many expeditions, such as the one during which he made the first ascent of the Carstensz pyramid in Western New Guinea, the highest point in Oceania, in 1962… Beyond appearances, what is at stake in this picture is the relationship between Nature and Culture. What probably moves Harrer here are these „wild“, naked, „pure“, „innocent“ beauties, indulging in an aesthetic ritual intended to make them even more beautiful, while in Europe the crises follow one another…

Hair is at the centre of the photograph. Far from the barbarity of the shearing of prisoners, camp inmates, women accused of „horizontal collaboration“ during the Second World War, here the hair is intended to reveal intimacy, seduction and, beyond that, an underlying sexuality.

The question of the off-screen obviously runs through this photograph. What about the off-screen when it comes to memory and transmission? Wouldn’t it be to the field what holes are to memory, gaps to history, unspoken words to speech?

Trying to understand what is not apparent, what is not there, in front of us, what is not presented and tangible, seems to me to be essential before we can imagine being able to project ourselves into the future.

We often hear that, in any case, „history is doomed to repeat itself“? This idea of repetition cancels out any possibility that history, historical events, will bring something new. History would be the continual repetition of the same, as in an eternal restart. One has the impression that history, since it does not bring anything new, somehow escapes man, who undergoes it but does not make it. It is as if history is autonomous and man is not an actor. If we affirm that history repeats itself, we obliterate in a way, we omit the question of freedom in history: man would not be „free“ to act and transform the world since everything would systematically return to the same thing. Yet is man not, by essence and because of his quality as an agent, free, unpredictable, at least partially? Is history not also the result of human actions?

History, rather than being a simple repetition, would then be in part a source of novelty, of surprise, of the unexpected.

Thinking about history?

„Only the present is, the before and after are not; but the concrete present is the result of the past and is full of the future. The true Present is, therefore, eternity“, said Heidegger in Being and Time (1927).

In front of each image, as in front of Heinrich Harrer’s photo, we must know how to reverse our position and ask ourselves how this image looks at us… How it thinks about us, how it touches us. The inversion of the positions between the viewer and the object being viewed allows us to enlarge the field of vision of history.

Fighting against invisibility, naming in order to make it exist, seem to me to be the indispensable conditions for appropriating our thoughts and our existence. Naming our present differently, characterising it differently, produces new points of view from which new questions and answers, new collective subjects asking these questions and affirming these answers can appear.

In »A deep quicky sweep« the idea would be to share selected images and to decipher the different layers of this hatred of the Other in a historical, cultural and thematic perspective. To understand the construction of this discourse over time is to participate in its deconstruction…

A striking visual history.

 Elisabeth Bakambamba Tambwe describes her artistic practice as “the art of encounter”. The encounter with the Other is at the heart of her research-creation problematic. Her quest for the Other is part of her sensitive and aesthetic field of knowledge. Her work also allows her to question the way in which art addresses the Other, or even co-produces a work with another. The encounter with the Stranger is at the centre of her practice. Or should we say her practices: Performances, shows or installations play with the multiplication of points of view (Golden Baby), the transformation of spaces (Carré Noir / Congo Na Chanel), the thwarting of stereotypes (La Philosophie Banane), questioning time (Hairy Guns) and bodies (Flesh / Anomalic / Abstraction).   For Elisabeth Bakambamba Tambwe, perception is one of the means of crossing spaces without summoning borders. A rule is imposed: do not contemplate but prefer to penetrate the image, question it and thus leave time for it to look at us in order to question the past time.

Sauerkraut etc. (AT)

Im Rahmen des online durational festival »It’s about time«. vorschlag:hammer laden ein zum Fermentieren.An einem gemeinsamen Abend in Volkshochschulatmosphäre setzen wir den Starpunkt für die Durational Performance des Weißkohls (und anderer Lebensmittel), der mit Hilfe zahlloser Milchsäurebakterien wochenlang gärt, um sauer und damit haltbar zu werden. Wie können wir eine perfekte Umgebung für diese Verwandlung schaffen und dafür sorgen, dass nichts explodiert, wie hat das Sauerkraut unzähligen Generationen geholfen, durch den Winter zu kommen und wie fermentieren unsere gemeinsamen Gespräche an diesem Abend, werden sauer und verwandeln sich mit der Zeit durch digitale Fermentation zu etwas Neuem und Haltbarem, das wir 6 Wochen später wieder erleben können?

Club Real

im Rahmen des online durational festival »It’s about time«. Club Real übernimmt die Zeitmessung von »It’s about time«. In welcher Einheit messen wir ein unendlich durational Performancefestival? Die Zeitlichkeit des digitalen Festivals bringen die Künstler:innen mit planetaren Arbeitszeiten der Industriegesellschaft zusammen: die Ewigkeitsaufgaben, die der Kohleabbau dem Ruhrgebiet aufgetragen hat, stehen der Flüchtigkeit des Theaters gegenüber und das Erdzeitalter wird mit dem Stundenlohn verrechnet. Club Real entwickelt seit 2000 partizipative, ortsspezifische Projekte. Installationen, Eins-zu-Eins-Begegnungen, politische Rollenspiele und partizipative Stadtentwicklungsprojekte laden die Besucher:innen dazu ein, alternative Realitätsentwürfe mitzugestalten.

Máquina P.O.P.aganda

Im Rahmen des online durational festival »It’s about time«. Adbusting gegen die Diskrimierung HIV-infizierter Menschen: In vier zehnstündigen Livestreams nimmt die Künstler:innengruppe GRUPO D3 CHOK3 uns mit zu ihren spektakulären Aktionen in Mexiko Stadt. Mit Propagandatechniken verändern sie die Inhalte von Werbeplakaten in ihrem Sinne und bringen ihre Botschaften in den öffentlichen Raum – und ins Netz. Akt 4: 01. Dezember 2021 Akt 3: 31. Oktober 2021 Akt 2: 3. Oktober 2021 Akt 1: 11. September 2021

The Mother in Me is the Mother in You II

Im Rahmen des online durational festival »It’s about time«. Sie ist wieder da! Zum Jahresabschluss findet Felizitas Stilleke zurück zu ihrer Auseinandersetzung rund um das Themenfeld Nicht-/Noch-nicht-/nicht-mehr-/Vielleicht-/Mutterschaft und ihrem freundschaftlichen Spiel mit der Auflösung binärer Normen und Rollenfragen dazu. Auf Einladung des Festivals »It’s about time« nimmt Felizitas sich selbige und vertieft ihr Ausloten performativer Räume für ein thematisches Fass ohne Boden. Denn so schnell ließen sich die Fragen rund um Mutterschaften nicht überschreiben, geschweige denn abschließen! Verstärkung naht! Eigens für das Festival reist ihre Freundin, genannt Smu, aus Bangalore an. Endlich verbringen sie Zeit IRL und teilen im Anschluss oder auch immer mal wieder mittendrin ihre Begegnung, die vor nunmehr 1,5 Jahren als wöchentlicher Zoomaustausch über Nicht-Mutterschaft eine Form und mit den Sister Misfortune Tarotkarten schließlich eine Stimme fand. Nach einer neuen Podcastsession, live aus dem Ballhaus Ost, lädt Smu als optimale Einstimmung für die nahenden Festtage und das kommende Jahr zu persönlichen 1:1 Tarotkartenlegungen der Sister Misfortune ins Ballhaus ein. Welche Göttin weist dir den Weg aus und in ein Leben ohne Mutterschaftsfragen und welche hört deine Ängste diesbezüglich? In (d)einer halbstündigen Session wird sie spürbar, die Sisterhood, die Felizitas und Smu verbindet. Daher bildet die Kraft dieser feministischen Storytelling-Praxis in Form des Tarots ihr großes Finale: als Video-Tutorials zum Selbermachen!   Link zum Podcast  

An endless rug

Im Rahmen des online durational festival »It’s about time«. Der Begriff Tufting (englisch to tuft – mit Büscheln verzieren) oder deutsch Tuften bezeichnet eine Technik zur Herstellung dreidimensionaler textiler Flächen. Es ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Herstellung von Teppichböden.Teppiche sind nicht nur warm an den Füßen, sie erzählen Geschichten, stecken Territorien ab, sind die Gärten des Wohnzimmers und mit manchen kann man sogar fliegen! In den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens waren sie lange Zeit der wichtigste Besitz einer Familie. Es gibt Orientteppiche, die nicht größer als ein Papiertaschentuch sind und als Gastgeschenk mitgebracht werden, und Teppiche, die 1000 Quadratmeter groß sind und Paläste schmücken. Der größte, im Iran handgeknüpfte Teppich der Welt ist fast 6000 Quadratmeter groß und besteht aus 45 Tonnen Wolle und Baumwolle.Ein Teppich markiert einen Raum, trennt ihn von seiner Umgebung. Der Teppich macht das, was er umrahmt, zu etwas Einzigartigem und Exklusivem. Teppiche verkörpern mächtige Symbole in verschiedenen Kulturen und waren nicht nur in 1001 Nacht mit Magie verbunden. Barbara Lenartz wird für It’s about time einen (möglichst) unendlich langen Teppich tuften. Vom 25. bis 29. Januar kann der Tuftingprozess jeden Tag von 11 bis 18 Uhr im Stream live mitverfolgt werden.Am 30. Januar um 17.00 Uhr MEZ werden dann die entstandenen Pieces of Rug im Rahmen einer Online-Live-Auktion versteigert. Auf dem Instagram Channel instagram.com/endlessrug/ werden die Pieces tagesaktuell kuratiert und präsentiert. Schriftliche Gebote können dort bis zum 30.01.22 14:00 MEZ eingereicht werden und gelten dann als Startgebot.Der Erlös der Auktion geht zu 100% an die Berliner Kältehilfe.

Bleibt ihr noch zum Essen?

Im Rahmen des online durational festival »It’s about time«. »So lange man über mich redet und meine Geschichte erzählt wird, so lange bin ich nicht tot.« (Margot) Am 1. April trafen wir, das Markus&Markus Theaterkollektiv, Margot zum ersten Mal. Am 22. Mai waren wir auf ihrer Beerdigung. In unserer Inszenierung »Ibsen: Gespenster« haben wir mit einer Protagonistin gearbeitet, die ihren eigenen Tod mit einer Schweizer Sterbehilfeorganisation geplant hat. Wir begleiteten die 81-jährige Margot während ihrer letzten Tage in Düsseldorf, beim Ordnen ihrer Dinge, den letzten Arztbesuchen, Abschiedsfesten und schließlich auf ihrem Weg nach Basel. All das haben wir mit der Kamera festgehalten.Wir verbrachten drei ihrer vier letzten Lebenswochen mit Margot. 80 Stunden Videomaterial sind in dieser Zeit entstanden. Am Abend des ersten gemeinsamen langen Tages fragte sie uns: »Bleibt ihr noch zum Essen?« – und wir blieben. Am nächsten Tag stand ein Ausflug auf dem Programm. Aber zuvor wurde zum Auftakt Kaffee getrunken. An manchen Tagen diente das Essen dem Krafttanken. Oft bildete die gemeinsame Zeit am Esstisch den Tagesabschluss. Unser Ziel war stets, es bei einem Essen pro Tag zu belassen. Aber dieser Plan ging nur selten auf. Die Essen strukturierten unsere Tage mit Margot.Zu diesen Essen laden wir nun dich ein. Komm zu uns an den Tisch, auf einen Keks, ein Getränk oder das ganze Menu. Für eine Minute, ein Essen oder das volle Programm. »Bleibt ihr noch zum Essen?« umfasst neun Essen in einem unverblümten Directors Cut. Die Inszenierung vor der Inszenierung. Im April 2022 jährt sich diese Begegnung zum achten Mal. Die Essen finden also online im April an neun Tagen zur Originalzeit – nur eben acht Jahre später – statt. Zum Abschluss gibt es an einem Wochenende noch einmal alle Essen hintereinander. Vorab bekommst du für jedes Essen eine Einkaufsliste – um dich dann gemeinsam mit uns am Tisch Kartoffelsalat, König Pilsener, Kaffee, Kuchen und Kurbelkäse widmen zu können.Und jetzt fragen wir: »Bleibt ihr noch zum Essen?«

Gib mir noch Zeit | Keine Zeit | Time of your Life | Was ist Zeit | Auszeit | Siesta

Im Rahmen von IAT – It’s about time

 

»Ich will mehr Zeit.
Genau, ich will mehr Zeit!
Gib mir mehr Zeit.
Dass man auch mal mehr machen kann.
Sonst würde das Leben ja langweilig werden, wenn es keine Zeit gibt.
Abends geht die Zeit schlafen, morgens steht sie auf.
Genau wie wir, das machen wir auch.
Das machen im Moment ganz viele.
Und was machst du?
Wozu hast du nie Zeit?«
(Station 17)

 

Im Rahmen von »It’s about time« treffen sich vt corp. (Max Gadow und Hannah Müller) ingesamt sechs Mal mit jeweils einem Gast, um sich dieser Sache anzunähern. Beginnend mit der Frage, die jeder Gast beantwortet haben muss: »Wofür hast du nie Zeit?«
Und dann nehmen sie sie sich, die Zeit. Kurz oder lang, entspannt oder gestresst. Auf jeden Fall eine Auszeit. Bis die Zeit aus ist. Dann hört es auf.

 

Gib mir noch Zeit | Keine Zeit | Time of your Life | Was ist Zeit | Auszeit | Siesta ist ein Onlineformat, dauert genau so lange, wie es sich eben ergibt und wird live aus dem Ballhaus Ost ausgestrahlt.

 

22. April 2022 | mit Monika Oschek:
Monika Oschek hat nie Zeit zum Inlineskaten. Vor allem das Bremsen kommt immer zu kurz und die Kissen aus Madeira, die müssen auch endlich bestickt werden. Außerdem fragt sie sich, wer eigentlich erfunden hat, dass die Zeit so lange dauert, wie sie eben dauert.
Sie trägt keine Uhr, dabei hätte sie so gern noch mehr Zeit. Wahrscheinlich damit sie dann Karaoke singen, Werwolf spielen und Choreographien tanzen kann. Denn dafür hat sie auch kaum Zeit.
Für Monika stoppt die Zeit genau dann, wenn sie mit Wodka der Sonne entgegen durch den Wald läuft. Das klingt vielleicht nach Alkoholismus, ist es aber nicht. Wodka ist ihr Hund und für den nimmt sie sich immer Zeit. Und für Wellness. Am liebsten mag Moni die Uhrzeit 14 Uhr, weil da die besten Sendungen auf Vox laufen. Oder 18 Uhr. Da kann sie dann endlich Feierabend machen.
Es beginnt um 18.30 Uhr und dauert so lange wie es eben dauert.

 

25. Februar 2022 | mit Felizitas Stilleke:
Felizitas Stilleke hat nie Zeit, um über die Jahre gesammeltes auf Ebay zu verkaufen oder sich mit Kapitalanlagen zu beschäftigen. Sie trägt eine Uhr am rechten Handgelenk, hat ganz schön viel Zeit und hätte gerne noch mehr – keine Frage! Keine Zeit zu haben findet sie aber auch gut, weil ihr das so richtig Dampf unterm Kessel macht. Und so wie Dampf stellt sie sich auch die Zeit vor, farblos und strömend – oder so wie Wind. Sie ist definitiv eine Leule, geht also gerne spät ins Bett und steht genauso gerne früh auf. Sie wird 109 Jahre alt werden, aber mit dem Tod braucht man ihr nicht zu kommen. Sie hat Geräte, um die Zeit zu stoppen, weiß aber, dass das der Zeit eigentlich egal ist.
Letztendlich wartet sie jeden Tag bloß darauf, dass die Uhr 23:10 anzeigt – ihre Lieblingsuhrzeit.

 

Zu It’s About Time – Durational Online Festival

12 Months – A Year

As part of It’s about time

»Time is something that scares me … or used to. This piece I made with the two clocks was the scariest thing I have ever done. I wanted to face it. I wanted those two clocks right in front of me, ticking.«
Felix González-Torres, 1991

»12 Months — A Year« is a durational film project by ONCE WE WERE ISLANDS made as part of the online festival »It’s about time«.

Starting in November 2021, Aslan and Gylee will create and release a five-minute film every month for one year. Each monthly chapter will be released on the final day of the month and will add to the previous films, accumulating in real-time. The full 60-minute work will be completed and released on 31st October 2022.

»12 Months — A Year« is inspired by durational artforms including the soap opera, the serialisation of the novel in the 19th century, films that stretch and compress time (»Empire«, »24-Hour Psycho«, »The Clock«, »Boyhood«), and the inevitably diverging clocks of González-Torres’s sculpture »Untitled (Perfect Lovers)«.

Simple questions with formidable answers: We ask who we are now, who we will be a year from now, and what the nature may be of the trajectory between these two points in time.

»This was fiction and yet no one knew where the story was headed because time was its unpredictable collaborator.«
Kate Kellaway, interview with Richard Linklater & Ellar Coltrane, 2014

ONCE WE WERE ISLANDS work in the fertile ground between disciplines, combining visual art, performance, choreographic methodologies, and research. The two performers, originally from Manchester and London, employ (auto)biographical narrative as well as meticulous research on the realities of Queer lives in their poetic works.


 

May
»‘Love’, this English word: like other English words it has tense. ‘Loved’ or ‘will love’ or ‘have loved’. All these specific tenses mean Love is time-limited thing. Not infinite. It only exist in particular period of time.«
Xiaolu Guo, »A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers«, 2007


 

April
»When was that? When did I stop getting old? Time passes by me like the wind. Maybe the cord that bound me to time broke when I lost my words.«
Yoko Tawada, »Scattered All Over The Earth«, 2018


 

March
»I believe in an alchemy of time … I believe we can make time … Does naming time generate time? Rehearsal is a great name for time, solitude another. Clock into darkness. Clock into leave. Falling, a time. What if we all agreed to live a year on moon time shunning the sun … The most crucial and most queer thing I can say is that these thoughts are all about that which is unseen in time. All that exists and goes unnamed, uncounted, disregarded. In a queer life you use and re-use shards of time, search out references, create your own constellation and pull small threads forward. You dig and discover all that was, in its time, against the continuity of its time.«
Every Ocean Hughes FKA Emily Roysdon, »Uncounted«, 2012-2015


 

February
»You know, I’ve got a funny feeling // I’ve seen this all before. // Why? // Cause I’m a caveman. // Why? // Cause I’ve got eyes in the back of my head. // Why? // It’s the heat. // Standby. // This is the time. // And this is the record of the time.«
Laurie Anderson, »From the Air«, 1982


 

January
»The threads of time have their knots and tangles, and every so often there is a symmetry, every once in a while something repeats, as if refrains and motifs were controlling them, a troubling thing to notice. Such order tends to overburden the mind, which cannot know how to respond. Chaos has always seemed more familiar and safe, like the disarray in your own drawer«
Olga Tokarczuk, »The Books of Jacob«, 2014


 

December
»The way one does research into nonexistent history is to tell the story and find out what happened. I believe this isn’t very different from what historians of the so-called real world do. Even if we are present at some historic event, do we comprehend it — can we even remember it — until we can tell it as a story? And for events in times or places outside our own experience, we have nothing to go on but the stories other people tell us. Past events exist, after all, only in memory, which is a form of imagination. The event is real now, but once it’s then, its continuing reality is entirely up to us, dependent on our energy and honesty. If we let it drop from memory, only imagination can restore the least glimmer of it. If we lie about the past, forcing it to tell a story we want it to tell, to mean what we want it to mean, it loses its reality, becomes a fake.«
Ursula K. Le Guin, »Tales from Earthsea«, 2015


 

November
»Something changed in the world. Not too long ago, it changed, and we know it. We don’t know how to explain it yet, but I think we all can feel it somewhere deep in our gut or in our brain circuits. We feel time differently. No one has quite been able to capture what it happening or say why. Perhaps it’s just that we sense an absence of future, because the present has become too overwhelming, so the future has become unimaginable. And without future, time feels only like an accumulation. An accumulation of months, days, natural disasters, television series, terrorist attacks, divorces, mass migrations, birthdays, photographs, sunrises … We haven’t understood how space and time exist now, how we really experience them.«
Valeria Luiselli, »Lost Children Archive«, 2019