</A “Manifesto” of= {every} One.s Own>

»a woman must have money and a room of her own… daher bleibt den aufgeklärten, verantwortungsbewussten und sensationsgierigen Frauen nichts anderes übrig, als die Regierung zu stürzen… Hunderte von Geschichten und Geschlechtern erblühen zu lassen… to embrace masturbation… denn Bitches are beautiful… und wir haben nichts zu verlieren – außer unserer Angst.«

Manifeste haben die feministischen Bewegungen seit Anbeginn begleitet. Ihre Autor:innen kritisieren den Status Quo, imaginieren neue Zukünfte, rufen nach einem solidarischem »Wir« und stellen Forderungen. Als Virginia Woolf 1929 ihr Manifest »A Room of One’s Own« verfasste, hätte sie sich wohl nicht vorstellen können, dass fast hundert Jahre später immer noch für Räume, Zugänge und Unabhängigkeit gekämpft wird. So lesen sich viele der feministischen Manifeste des letzten Jahrhunderts immer noch überraschend aktuell.
In der Installation </A “Manifesto” of= {every} One.s Own> trifft die Besuchende auf ein Archiv von Texten, Tönen und Bildern, auf ein Ensemble aus Bühnentechnik und eine Künstliche Intelligenz, mit der sie gemeinsam die Puzzleteile vergangener Kämpfe in neue Zusammenhänge bringt. Gleichzeitig befragt die Installation den codierten Raum als Vorstellungsraum für kollektives politisches Handeln und setzt sich auf den Spuren feministischer Geschichte mit den Möglichkeiten einer utopischen Zukunft auseinander.

Swoosh Lieu (Johanna Castell, Katharina Pelosi, Rosa Wernecke) wurde 2009 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften gegründet und entwickelt Performances, Installationen, Hörspiele und Filme. Das queerfeministische Kollektiv schafft temporäre Räume und Bilder in Echtzeit und thematisiert gleichzeitig ihre Herstellung. </A “Manifesto” of= {every} One.s Own> ist die erste Zusammenarbeit mit dem Ballhaus Ost.

#unkürzbar

The measures planned by the Berlin Senate to consolidate the state budget announce drastic budget cuts for the coming years. The cultural sector, but also related areas such as education, social affairs and science, are particularly affected.

We still do not know at this stage to what extent the budget cuts will affect our specific work at Ballhaus Ost. However, we are very concerned about the Senate’s priorities and the policy of social coldness that they reflect. Concerned about the future of Ballhaus Ost and the many people with their diverse life stories with whom we work. Concerned about the future of Berlin.

There are many people involved in the fight against the Berlin Senate’s short-sighted and socially unjust cost-cutting agenda. We have collected particularly important initiatives and statements whose concerns we support and share in the following (constantly updated) link list:

https://unkuerzbar.de

http://berlinistkultur.de

https://www.bbk-berlin.de/news/16122024-pressemitteilung-von-berlinistkultur-zu-den-dezentralen-aktionstagen-vom-16-181224

https://diversity-arts-culture.berlin

https://stiftung-kulturelle-weiterbildung-kulturberatung.berlin.de

2 ½ Krähen

Theater (12+) Die Krähen sind gespalten. Wo heute die Elbe fließt, trennte einst ein großer Gletscher die Population der europäischen Aaskrähen in zwei Entwicklungslinien. Das ist lange her. Die Eiszeit ist Geschichte. Trotzdem kommen Rabenkrähen im Westen und Nebelkrähen im Osten nicht wirklich zusammen. Mischbruten sind selten. Lieber nisten und schwärmen sie mit ihresgleichen. Noch immer klingt das »krah« der einen heller und metallischer als das heisere »krarr« der anderen, bedeuten auch gleich klingende Rufe oft Verschiedenes. Da trägt man ein schwarz-graues Federkleid, während man sich dort schwarz stylt. Alle registrieren mit schräg gelegtem Kopf sorgfältig die Unterschiede und wischen mit schnellem Flügelschlag über Verbindendes hinweg. Dennoch zelebrieren die Krähen alljährlich die Gletscherschmelze. Auf beiden Seiten des Flusses proben sie den gemeinsamen Festakt. Das Publikum ist eingeladen mitzufeiern. Auf grünen Indoor-Auen lagernd, gerät es dabei mitten hinein in ein Spannungsfeld aus Hörensagen, Zuschreibungen und Selbstbildern. Was hindert uns daran, die Spaltung aufzubrechen? Was braucht es, um diese harte Nuss zu knacken? Pick-pick! Sebastian Mauksch & Team entwickeln Theater als Erlebnis- und Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche. Im Zusammenspiel aus Schauspiel, Tanz, Text, Bildenden Künsten, Sound und Technik erkunden sie mit dem Publikum gesellschaftliche Fragen und laden dazu ein, eigene Haltungen und Handlungen zu erproben.

404 Peloton Not Found

Ein Mensch trainiert. Eine Maschine steuert. Gemeinsam bereiten sie sich vor auf ein erstes Radrennen. In dieser durational training performance folgt der Performer einer algorithmisch generierten Belastungsstruktur. Was passiert, wenn der Körper nicht mehr nach Gefühl, sondern nach Datensätzen funktioniert? Wenn die Entscheidung über Tempo, Pause, Belastung nicht mehr vom Menschen ausgeht – sondern von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert wird? Das Ballhaus Ost wird täglich zum Trainingszentrum, die Verausgabung zur Performance.

Martin Schnippa wurde in Annaberg-Buchholz geboren, wuchs in Weimar auf und studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis (Diplom) in Hildesheim. Heute arbeitet Martin als Performer, Schauspieler, künstlerischer Leiter und in der Produktionsleitung für nationale und internationale Film-, Fernseh-, Werbe- und Theaterproduktionen.In seinen Arbeiten beschäftigt er sich immer wieder mit der Schnittstelle von Körper, Sport und Theatralität.

A Spectacle of herself

Im Rahmen von NO LIMITS – Disability & Performing Arts Festival 2024
Einen wilden Spagat zwischen Neuem Zirkus, queer-feministischer Stand-Up-Comedy, Trash und poetischer Intimität wagt Laura Murphy in ihrer ebenso persönlichen wie provokanten Solo-Show.

TRIGGERWARNUNG

Es gibt Nebel, stroboskopartige Lichter und laute Musik/Geräusche.

Das Stück enthält Nacktheit, vulgäre Sprache und Bezüge auf Sex.

All Day I Dream About Soccer

Er erinnert sich, dass er sich als Kind zuerst zum schönen Spiel hingezogen fühlte, nicht durch das Spiel selbst, sondern durch die bunten Trikots, die die Spieler trugen. Ausgehend von seiner Fußballtanzpraxis erforscht Ahilan Ratnamohan nun diese mystische Verbindung zum Sport, von dem er sich allmählich entfernte, als er begann, ernsthafter zu spielen, und katalogisiert die Entwicklung der Fußballmode in den letzten 30 Jahren. Er untersucht die Stoffe und die Art und Weise, wie die Kleidung getragen wird, und fragt sich, welche Auswirkungen sie auf die Bewegungen im Fußball im wörtlichen und übertragenen Sinne haben könnten.

Ahilan Ratnamohan ist ein in Antwerpen ansässiger Performance-Macher. Er lässt sich vor allem von Sport und Sprachlernprozessen inspirieren. Seine Arbeit umfasst viele verschiedene Themen, Ästhetiken und Kontexte, vom Theater über Performance und Choreografie bis hin zu internationalen und hyperlokalen Projekten.

All In

Was geschieht, wenn aus Zweisamkeit Dreisamkeit wird? »All In« beschäftigt sich mit triadischen Liebesbeziehungen, in welchen sich drei Menschen in der Konstellation eines Dreiecks begegnen. Zu dritt zu lieben hinterfragt so gut wie alles, was wir über Liebe zu wissen glauben, und erfordert von den Beteiligten, sich auf ein neues Terrain zu begeben, wo es nur wenig Erfahrungen und Vorlagen gibt, auf die sie zurückgreifen können. Drei Performer:innen verweben gesammeltes Interview-Material von Menschen mit triadischer Beziehungserfahrung zu einem mehrstimmigen Geflecht aus Schauspiel, Tanz und Gesang, das die Vielfalt von Liebesformen in den Vordergrund stellt. Das gesellschaftlich anerkannte duale Beziehungsmodell wird in Frage gestellt und dazu angeregt, anders über Liebe nachzudenken und neue Räume und Möglichkeiten zu öffnen. Und das nicht nur für die Liebe, sondern für alle Lebensbereiche, in denen wir uns durch das Festhalten an scheinbar festgeschriebenen Modellen selbst beschränken.   Daniel Hellmann ist Tanz- und Theaterschaffender, Sänger und Performer und lebt und arbeitet zwischen Zürich und Berlin. Layton Lachman ist Performer:in, Tänzer:in und Choreograf:in und lebt seit Kurzem in Berlin, nachdem sie ihre Arbeiten sieben Jahre lang in San Francisco verwirklicht hatte. Anne Welenc ist Schauspielerin und Performancekünstlerin und lebt in Berlin. All In ist die erste gemeinsame Arbeit der drei Künstler:innen.

All watched over by machines of loving grace

Zum zweiten Mal gastiert der extrem gemischte Chor aus Amateur:innen, Profis und Halbwissenden in Berlin und widmet sich nun dem Zusammenleben im »Digitalozän«. Wie verändern zeitgenössische Technologien unser Zusammenleben? Ist angstfreies und verantwortungsvolles Handeln in Anbetracht der allgegenwärtigen medialen Dauerbeschallung möglich? Mitten zwischen Zuschauer:innen, Lautsprecherbäumen und Kabelgehölz, umgeben von akustischer Über- und digitaler Entlastung, entsteht ein installatives Konzert für menschliche und nicht-menschliche Klangkörper: Ein Gesang über die Einsamkeit der Menschen, die Liebe der Maschinen und die Unübersichtlichkeit der Welt.

Der extrem gemischte Chor ist ein multiprofessionelles, diverses und intergenerationales Gesangskollektiv, das sich 2018 für die Musiktheaterproduktion »Abhängigkeitserklärung« gegründet hat. Das künstlerische Leitungsteam besteht aus den Komponisten Lukas Huber und Leo Hofmann, dem Regisseur Benjamin van Bebber und der Szenographin Zahava Rodrigo. Gemeinsam suchen sie nach Möglichkeiten eines gleichberechtigten Miteinanders von Raum, Musik und Szene in der kompositorischen und inszenatorischen Zusammenarbeit.

ALLE UNSERE GESTERN  | Natalia Ginzburg

Die Uraufführung des Romans erzählt die Geschichte einer Familie im Norditalien der 1930er–40er Jahre, deren Halt gebende Gemeinschaft unter Faschismus und Krieg zerbricht. Während Flugblätter heimlich im Ofen verbrannt werden und die Männer an die Front müssen, werden Hunger, Verlust und Angst zum Alltag. Im Zentrum steht Anna, die Jüngste: Sie verliert geliebte Menschen, wird ungewollt schwanger, heiratet überstürzt und verlässt ihre Heimat. In der süditalienischen Provinz sucht sie einen neuen Platz im Leben – zwischen Selbstbestimmung, Widerstand und der Frage, was Freiheit bedeutet.Natalia Ginzburgs Sprache ist schlicht und präzise, voller Zärtlichkeit und Humor, und gerade darin liegt ihre Kraft: Sie lässt uns die Wucht des Politischen im Privaten spüren. Die Autorin kennt die Zeit und die Orte, von denen sie schreibt, aus persönlichen, zum Teil verlustreichen Erfahrungen. In unserer Zeit, in der rechte Ideologien wieder erstarken, Demokratien unter Druck geraten und feministische Errungenschaften infrage gestellt werden, öffnet die Inszenierung im Ballhaus Ost einen sinnlichen wie politischen Raum, in dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Holle Münster inszeniert Stoffe zeitgenössischer sowie klassischer Autor*innen und entwickelt mit dem Theater-Kollektiv Prinzip Gonzo genreprägende, partizipative Game-Theater-Formate, bei denen die langjährige Zusammenarbeit mit Film- und Theaterschauspielerin Anna von Haebler begann. Natalia Ginzburg (1916-1991) schrieb Romane, Erzählungen, Theaterstücke und Essays. »Alle unsere Gestern« (1952) wurde in Deutschland 2009 erstmalig veröffentlicht und kommt im Ballhaus Ost zur Uraufführung.

Als Susan Sontag im Publikum saß

Der neue Film von Studio RPK »Als Susan Sontag im Publikum saß« wird mit vier performativen Previews präsentiert: diskursiv unterbrochen, literarisch ergänzt, musikalisch live vertont und mit verwandten Filmen verschnitten. Das Theater wird zum kollektiven Wohnzimmer des gemeinsamen Watchens und der Film kehrt an seinen Ursprung zurück.
»Als Susan Sontag im Publikum saß« basiert auf einer Performance von Studio RPK im Ballhaus Ost. 50 Jahren war es her, dass die berühmte Panel-Diskussion »A Dialogue on Women’s Liberation« in New Yorks Town Hall stattfand: Auf der Bühne stritten, lachten und perfortmen Norman Mailer, Germaine Greer, Jill Johnston, Jacqueline Ceballos und Diana Trilling. Im Publikum Susan Sontag, Cynthia Ozick und Betty Friedan, die intellektuelle Elite New Yorks. Die Filmemacher Hegedus und Pennebaker ikonisieren das Ereignis später mit ihrem Dokumentarfilm »Town Bloody Hall«. Aus dem Reenactment auf der Theaterbühne entstand mit »Als Susan Sontag im Publikum saß« ein filmischer Kommentar der Geschehnisse von 1971, ein tiefgründiger Schlagabtausch im Jetzt, dem Zeitalter von #MeToo.

Link zum Film: als-susan-sontag.de

Ambient 2: War of the Worlds

In seiner Ambient-Theater-Reihe entwickelt Daniel Schrader entspannte Formen von Sprechtheater. Mit Kopfhörern auf den Ohren und dem Blick in der Landschaft erleben die Teilnehmenden das SciFi-Hörspiel »Krieg der Welten« von H.G. Wells, Parkleben und Live-Interventionen der Performer:innen.

 
Eintritt frei am 2.9. im Rahmen des Kultursommerfestival. Anmeldung unter: karten@ballhausost.de

ANAL.IZANDO

. . . in the dark, starry sky in the middle of the sea — still mirroring water — I cannot tell where the line is between sea and sky; looking into my own eyes, I see both reality and fantasy reflecting back at me . . . 

Ich habe mehrere meiner Ichs getroffen: Ich bin also nie allein; ich bin nicht nur ein Ding, ich bin nicht nur mein Körper. Ich bin ein Fragezeichen.  »ANAL.IZANDO« existiert innerhalb dieses ____?____ als eine kontinuierliche Transformation durch nicht-binäre Figuren – mythologische, technologische, körperliche und nicht-körperliche – als Projektionen meines utopischen Bewusstseins. In einem konstanten Zustand des Werdens schwingt sie in einer Ekstase eines vielschichtigen Ichs. Diese Solo-Performance umreißt das komplexe und paradoxe Bestreben, einen konstanten Zustand der Veränderung, der Reflexion, des Schattens, der Ekstase und meines Fragezeichens zu umarmen, und gleichzeitig Lust in die Geschichten zu schreiben, die wir über Transformation und Werden erzählen.

ronald berger ist Tänzer:in und Performer:in, non-binär, aus Costa Rica und lebt in Berlin. Die Verbindung zur Natur und ihren performativen Qualitäten, haben ronald geprägt. Der Konflikt zwischen xieser Sexualität und dem stark katholischen, chauvinistischen Kontext xieses Heimatlandes inspiriert Debatten, Analysen und Fragen nach sozialem Verhalten.   

H I N W E I S:

Das Stück befasst sich unter anderem mit Themen der Sexualität und enthält Darstellungen von Nacktheit.

In dieser Vorstellung werden Stroboskopeffekte genutzt.


ANTIGONE pitched

»Antigone pitched« unterzieht den Antigone-Stoff einer queeren crip Lesart und reduziert ihn auf drei Figuren und einen gesetzeswidrigen Akt der Fürsorge. Stimmen und Gesten werden verzerrt, entfremdet und bis ins Ungewohnte hysterifiziert: Ein hyperformalisiertes Spiel, das Verkörperung verkompliziert und poetisiert.

 

Unter dem Label ANTISEPT lädt Julia*n Meding verschiedene Kollaborateur:innen ein, zu selbstermächtigenden Lesarten von chronische Krankheit / Be_hinderung und alternativen Konzepten von Heilung zu arbeiten. Gemeinsam entwickelt die Konstellation Probenstrategien und Formen sinnlicher Vermittlung.

Appointment on stage

»Appointment on Stage«, ein choreografisches Rendez-Vouz mit dem „Anderen“ und eine Begegnung mit sich Selbst.

 5 Performer*innen unterschiedlicher Generationen und Nationalitäten beginnen den Körper als fühlend-denkende Einheit zu akzeptieren.

 

Angela Lamprianidou, geboren in Griechenland, studierte Choreogrpahie und neue Techniken der Interpretation am »Institut del Teatre« in Barcelona, wo sie bis vor kurzem lebte und arbeitete. Sie kollaborierte mit Theatern wie dem Mercat de les Flors, dem National Theater von Catalonien, sowie mit der Underground & Off Szene.

Archivierung als Widerständige Praxis – Eine Wissensressource der praktizierten Solidarität

Die Initiative Solidarität am Theater e.V. (ISaT) lädt ein zu einer zweitägigen Zusammenkunft gelebter intersektional-queerfeministischer Archivpraktiken. Ausgehend von der Bewegungsgeschichte marginalisierter Gruppen möchten wir dominante Erzählungen im Kulturbetrieb dezentrieren und gemeinsam »Archive des Widerstands« erarbeiten und fortführen, die marginalisiertes Wissen priorisieren. Wir fragen uns, wie ein Archiv zugänglich(er) werden kann und welche Lücken und Konflikte dazu geführt haben, dass manche Kämpfe kaum erinnert werden.  Am 12. und 13. Dezember bringen wir das Archiv in den Theaterraum des Ballhaus Ost und laden Kolleg*innen und Publikum zur künstlerischen Interaktion und Begegnung mit dem unabgeschlossenen Archiv ein.  Die Initiative für Solidarität am Theater (ISaT) gründete sich 2017 aus der Notwendigkeit heraus, fortwährenden Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen im Kulturbereich entgegenzutreten. Es ist ein dezentral organisiertes Netzwerk, das aus einer machtkritischen Perspektive handeln will. PROGRAMMFREITAG 12.12.17:00: Begrüßung18:30-19:15: »BIOFUCK«, Performance, LIFT- Performance Kollektiv20:00-20:30: »Hungerstein«, Lecture Performance, Aidan Riebensahm & Lea Steinhilber21:30-22:30: Agnieszka Habraschka/Eszka, Konzert22:30-23:00: Soft Ending SAMSTAG 13.12.14:00: Begrüßung13:15-16:00: »Die Möllner Briefe« (96′), Filmscreening16:00-17:00: »FemmeFitness«, Lecture Performance & feministische Fitness Session19:00-20:00: »böse blicke_n«, Lecture Performance, Nuray Demir20:30-21:30: »Darf man etwa nicht so egozentrisch sein und seine Erfahrungen für sich behalten? Diasporisches Erinnern an Fasia Jansen«, performative Lesung »Brief an Fasia« mit anschließenden Filmcreening, Ali*ne B*enecke21:30-22:30: Austausch und gemeinsamer Ausklang22:30-23:00: Soft Ending Hier geht’s zur Webseite und zum Audioflyer für Archive des Widerstands

Auf Pferden – Sport Edition

Die Sportausgabe der Performance »Auf Pferden« schickt PS-starke Narrative ins Rennen. Zwischen Ponyhof und harter Dressur verausgaben sich zwei Performer*innen und ein lebensgroßes Holzpferd ganz. Es geht um das Leben und Sterben von Pferden als Sportgeräten, um Freizeitspaß und einen speziesübergreifenden (Wett-)Kampf. 

Eva Hintermaier | Simon Kalus sind ein transdisziplinäres Team an der Schnittstelle von Performance, Installation und Literatur.

Ballhaus Odds

Sport bewegt die Menschen. Sport erzeugt Emotion. Sport macht aus Zuschauer*innen Fans. Seit 2025 steht Ballhaus Odds für sicheres Sportwetten. Dabei basiert das Handeln der Ballhaus Odds Gruppe auf drei Säulen: Vertrauen, Tradition und Leidenschaft.

Barbara Lenartz ist Freie Künstlerin, Szenografin und Kostümbildnerin; sie lebt in Berlin und betreibt eine Hunderennbahn in Tempelhof. Anton Rose arbeitet als Autor, Regisseur, Schlagersänger und ist Fan von Andrasch Starke. Armin Luschin ist Web-Entwickler und Designer. Er wettet passioniert auf die Philipinische Basketballliga.

behind your eyeballs

Im Rahmen von »Introducing…« des Performing Arts Festival 2023

 

Wie kann ein Archiv lebendig werden? Kann es zu einem Zeitloch werden, durch das hindurch wir in neue Zukünfte gelangen? Zwischen Autoreifen und futuristischer Videowelt erkunden Salma Said und Miriam Coretta Schulte spielerisch das subversive Archiv „858“ der Ägyptischen Revolution von 2011 sowie die Potenziale choreografischer Erinnerungstechniken.

 

Salma Said und Miriam Coretta Schulte sind Partnerinnen in crime, friendship und performance. Das Duo entwickelt seit 2018 eine künstlerische Praxis, in der das situative Wissen über ihre unterschiedlichen Hintergründe und Kontexte, die Lust am Experiment mit Aktivismus und politischen Themen verknüpft werden. »behind your eyeballs« ist ihr erstes gemeinsames Projekt. »Court Fantasies« folgt und hat im Mai 2023 Premiere in Basel.

Beim Anblick des Urknalls

Hysterisches Globusgefühl zieht sich selbstbestimmt aus dem politischen Leben zurück. Auf der Suche nach einer Utopie, die alles auf null setzt und einen politischen Neuanfang ermöglicht, begleitet das Publikum das Performance-Kollektiv auf die Suche nach einer unspezifischen und allumfassenden Einsamkeit. Wenn schon Rückzug, dann richtig! Wenn Rückzug, dann radikal. »Beim Anblick des Urknalls« besteht aus zwei Teilen. Teil 1 wird als Video im öffentlichen Raum des Internets gezeigt. Für den 2. Teil arbeitet Hysterisches Globusgefühl das erste Mal in seinem 10jährigen Bestehen mit der Form der Videoinstallation.

Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.

Berliner Amateur*innen

In der Audio-Installation bilden die Stimmen von Amateur-Fußballer\*innen eine alternativ Erzählung zum hochkommerziellen Profi-Fußball. Während im Theatergarten beim gemütlichen Viewing ausgewählte EM-Spiele laufen, werden in der Umkleidekabine Geschichten abseits von Glamour und Ruhm hörbar.

 

Hieu Hoang und Kristofer Gudmundsson arbeiten hauptsächlich als Theatermacher. Fußball verfolgen sie seit jeher und umgekehrt verfolgt der Fußball sie. So hartnäckig, sodass sie nach jahrzehnterlanger Pause das Fußballspielen im Amateur*innenbetrieb wieder aufgenommen haben. »Berliner Amateur*innen« ist ihre erste gemeinsame Arbeit am Ballhaus Ost, dem sie jeweils schon über zehn Jahre verbunden sind.

BESSER WERDEN!

Die Coaching-Szene boomt – und wir können lernen, „die beste Version unserer selbst” zu werden. Das Musiktheaterstück geht dem neoliberalen Aufstiegsversprechen, obsessiven Selbstoptimierungswahn und allgegenwärtigen Leistungsimperativ der Wohlstandsgesellschaft auf den Grund.

Best Funeral Ever (my russian funeral)

Wir sterben allein. Wir beerdigen gemeinsam. Eine partizipatorische Performance, die den politischen und theatralischen Charakter des Bestattungsrituals erforscht und seinen festgelegten Mechanismus dekonstruiert. Ein Ritual, auf das man sich unmöglich vollständig vorbereiten kann, aber während dieser Probe kann jeder letzte Wunsch erfüllt werden.

 

Natasha Borenko – eine in Sibirien geborene fluide Theatermacherin und queer-feministische Künstlerin mit Migrationshintergrund, die partizipatorische Kunst als ein Instrument zur Dekonstruktion des Systems und zur Einübung der Veränderung betrachtet. Sie entwickelt dieses Stück in Zusammenarbeit mit interkulturellen, interdisziplinären Künstlern.
 

https://vimeo.com/1048970707?share=copy

Beton. Wüste. Zukunft.

Das interaktive Hörspiel »Beton. Wüste. Zukunft.« lädt ein, der eigenen kognitiven Dissonanz zwischen realer Klimakrise und fatalistischer Verdrängung nachzuspüren. Mit tropfenden Sounds, Tauch-Meditation und Gedankenexperimenten werden große Fragen gestellt und kleine Schritte in Richtung Utopie gewagt.

 

Die multidisziplinären Arbeiten von Alisa Tretau drehen sich um schambehaftete Facetten aktueller politischer Fragestellungen. Um Klimagerechtigkeit drehte sich bereits der 360°-Kurzfilm »Wüste Zukunft«. Zuvor veröffentlichte sie den Sammelband ‚Nicht nur Mütter waren schwanger‘ (edition assemblage).

Big Bangs & Black Holes

»Big Bangs & Black Holes« ist eine digitale Doppelvorstellung des Queer-Performance-Kollektivs ONCE WE WERE ISLANDS. »Dogs of Love« und »We Come With Nothing«, die ursprünglich als Bühnenwerke entstanden, werden zum ersten Mal nebeneinander gezeigt, für den Film umgestaltet und mit poetischen Bildern animiert.

 

»Dogs of Love« (60′) erforscht die intime Verbindung zwischen zwei Menschen. Ausgehend von einer realen Liebesgeschichte laufen zwei Liebende in entgegengesetzte Richtungen durch Zeit und Raum, durch Vergangenheit und Zukunft, bevölkert von realen und imaginären Geschichten queerer Zweisamkeit. Die Schritte hallen nach, während wir tief in Zweisamkeit, Einsamkeit, Krisen und Intimität eintauchen. Können wir jemals wirklich jemanden verlassen, in den wir verliebt waren?

 

zum Film

 

»We Come With Nothing« (35′) erkundet die dunkle Seite der Verstrickung. Inspiriert von der Form von Olga Tokarczuks ‚Konstellationsromanen‘ und Geistergeschichten, beschwört es eine Schattenwelt zerbrochener Verbindungen herauf. Was passiert, wenn eine Beziehung in Entfremdung endet? Was ist dieses ‚Nichts‘, das uns bleibt? Was entdecken wir, wenn wir in dieses schwarze Loch starren?

 

zum Film

 

Die Filme sind vom 19. Juni bis zum 30. Juni 2023 online verfügbar.

 

Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten. Zuletzt zeigten sie im Ballhaus Ost »Karelia. A Queer Forest Fantasy in Two Parts«, und die Verfilmung »The Crossing«. Mit dem Theaterstück »Dogs of Love« feierten sie 2019 Premiere.

BIOFUCK

Audioflyer Eine Linie. 5 Körper. 4 Räder. 3 mal 3 Beine. 2 Ohren pro Kopf. 1 aus Glas gemacht, 1 Zunge in jedem Mund. Arm an Arm, Schulter an Handgelenk, verschränkte Finger. Die fünf weißen Körper werden von etwas bewegt, das ich nicht greifen kann. Sie verlagern Gewicht, nutzen Momentum, fließen als Linie durch den Raum. Eine dreht sich um sich selbst. Die äußeren Ränder beschleunigen. Schnell, hektisch, mit Genuss und Frust, hacken sie die Struktur des Raumes. Sie schieben weiße Leinwände über den Boden – bereit für Projektionen. Sehnsüchte tauchen auf. Nach Lücken und der Bewegung zwischen alten Weisheiten und zeitgenössischen Begierden. Es wirkt unabdingbar, an dem Netz aus migrierten, queeren, Crip Körpern festzuhalten. Zeitweise scheinen sie verloren, auf der Suche nach Linearität. Sie spüren, dass es hier mehr gibt. Ich höre sie auseinanderfallen, trauernd-schluchzend, wütend-lachend, Unbekanntes verschluckend. Genährt, um das neue Hier zu enthüllen, wird es zu Ihrem, zu Unserem. Kitzelnd rührt sich Neugier in mir. In dir auch? Willkommen zu BIOFUCK! Eine Show über nicht-lineare Biografien. LIFT Tanzkollektiv (Liv Schellander, Irene Giró, Fia/Sophia Neises, Tanja Erhart) ist eine Konstellation von crip, queeren und migrantischen Körpern, die neue Begegnungs- und Erfahrungsräume schaffen und ästhetische Barrierefreiheit in den Mittelpunkt stellen.

Bioswop

Sechs Performer:innen tauschen ihre Biografien untereinander. Biografien als Texte und Haltungen, die in unseren Körpern gespeichert sind. Ein Kiefer tanzt die Haltungschoreo vom Aufstiegswillen, ein Rückrad hat die perfekte Schamdrehung verinnerlicht. Jeder Lebenslauf ist ein singuläres Narrativ, das uns nie nur alleine gehört.

 

Das Performancekollektiv SEE! (SE Struck, Alexandra Knieps) aus Köln entwickelt seit 2005 hybride Performanceformate und inszeniert mit autarker Formensprache offene Netzwerke, die auf Theaterbühnen und im urbanen sozialen Kontext immer die Vergemeinschaftung und Teilhabe thematisieren. Am Ballhaus Ost waren sie das erste Mal 2018 mit »ok panik« und zeigten zuletzt das Tanzsolo »Sonderbare IRRE«, das bereits ihre dritte Einladung zum Theaterfestival FAVORITEN war.