</A “Manifesto” of= {every} One.s Own>

»a woman must have money and a room of her own… daher bleibt den aufgeklärten, verantwortungsbewussten und sensationsgierigen Frauen nichts anderes übrig, als die Regierung zu stürzen… Hunderte von Geschichten und Geschlechtern erblühen zu lassen… to embrace masturbation… denn Bitches are beautiful… und wir haben nichts zu verlieren – außer unserer Angst.«

Manifeste haben die feministischen Bewegungen seit Anbeginn begleitet. Ihre Autor:innen kritisieren den Status Quo, imaginieren neue Zukünfte, rufen nach einem solidarischem »Wir« und stellen Forderungen. Als Virginia Woolf 1929 ihr Manifest »A Room of One’s Own« verfasste, hätte sie sich wohl nicht vorstellen können, dass fast hundert Jahre später immer noch für Räume, Zugänge und Unabhängigkeit gekämpft wird. So lesen sich viele der feministischen Manifeste des letzten Jahrhunderts immer noch überraschend aktuell.
In der Installation </A “Manifesto” of= {every} One.s Own> trifft die Besuchende auf ein Archiv von Texten, Tönen und Bildern, auf ein Ensemble aus Bühnentechnik und eine Künstliche Intelligenz, mit der sie gemeinsam die Puzzleteile vergangener Kämpfe in neue Zusammenhänge bringt. Gleichzeitig befragt die Installation den codierten Raum als Vorstellungsraum für kollektives politisches Handeln und setzt sich auf den Spuren feministischer Geschichte mit den Möglichkeiten einer utopischen Zukunft auseinander.

Swoosh Lieu (Johanna Castell, Katharina Pelosi, Rosa Wernecke) wurde 2009 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften gegründet und entwickelt Performances, Installationen, Hörspiele und Filme. Das queerfeministische Kollektiv schafft temporäre Räume und Bilder in Echtzeit und thematisiert gleichzeitig ihre Herstellung. </A “Manifesto” of= {every} One.s Own> ist die erste Zusammenarbeit mit dem Ballhaus Ost.

All watched over by machines of loving grace

Zum zweiten Mal gastiert der extrem gemischte Chor aus Amateur:innen, Profis und Halbwissenden in Berlin und widmet sich nun dem Zusammenleben im »Digitalozän«. Wie verändern zeitgenössische Technologien unser Zusammenleben? Ist angstfreies und verantwortungsvolles Handeln in Anbetracht der allgegenwärtigen medialen Dauerbeschallung möglich? Mitten zwischen Zuschauer:innen, Lautsprecherbäumen und Kabelgehölz, umgeben von akustischer Über- und digitaler Entlastung, entsteht ein installatives Konzert für menschliche und nicht-menschliche Klangkörper: Ein Gesang über die Einsamkeit der Menschen, die Liebe der Maschinen und die Unübersichtlichkeit der Welt.

Der extrem gemischte Chor ist ein multiprofessionelles, diverses und intergenerationales Gesangskollektiv, das sich 2018 für die Musiktheaterproduktion »Abhängigkeitserklärung« gegründet hat. Das künstlerische Leitungsteam besteht aus den Komponisten Lukas Huber und Leo Hofmann, dem Regisseur Benjamin van Bebber und der Szenographin Zahava Rodrigo. Gemeinsam suchen sie nach Möglichkeiten eines gleichberechtigten Miteinanders von Raum, Musik und Szene in der kompositorischen und inszenatorischen Zusammenarbeit.

Als Susan Sontag im Publikum saß

Der neue Film von Studio RPK »Als Susan Sontag im Publikum saß« wird mit vier performativen Previews präsentiert: diskursiv unterbrochen, literarisch ergänzt, musikalisch live vertont und mit verwandten Filmen verschnitten. Das Theater wird zum kollektiven Wohnzimmer des gemeinsamen Watchens und der Film kehrt an seinen Ursprung zurück.
»Als Susan Sontag im Publikum saß« basiert auf einer Performance von Studio RPK im Ballhaus Ost. 50 Jahren war es her, dass die berühmte Panel-Diskussion »A Dialogue on Women’s Liberation« in New Yorks Town Hall stattfand: Auf der Bühne stritten, lachten und perfortmen Norman Mailer, Germaine Greer, Jill Johnston, Jacqueline Ceballos und Diana Trilling. Im Publikum Susan Sontag, Cynthia Ozick und Betty Friedan, die intellektuelle Elite New Yorks. Die Filmemacher Hegedus und Pennebaker ikonisieren das Ereignis später mit ihrem Dokumentarfilm »Town Bloody Hall«. Aus dem Reenactment auf der Theaterbühne entstand mit »Als Susan Sontag im Publikum saß« ein filmischer Kommentar der Geschehnisse von 1971, ein tiefgründiger Schlagabtausch im Jetzt, dem Zeitalter von #MeToo.

Link zum Film: als-susan-sontag.de

Ambient 2: War of the Worlds

In seiner Ambient-Theater-Reihe entwickelt Daniel Schrader entspannte Formen von Sprechtheater. Mit Kopfhörern auf den Ohren und dem Blick in der Landschaft erleben die Teilnehmenden das SciFi-Hörspiel »Krieg der Welten« von H.G. Wells, Parkleben und Live-Interventionen der Performer:innen.

 
Eintritt frei am 2.9. im Rahmen des Kultursommerfestival. Anmeldung unter: karten@ballhausost.de

ANAL.IZANDO

. . . in the dark, starry sky in the middle of the sea — still mirroring water — I cannot tell where the line is between sea and sky; looking into my own eyes, I see both reality and fantasy reflecting back at me . . . 

Ich habe mehrere meiner Ichs getroffen: Ich bin also nie allein; ich bin nicht nur ein Ding, ich bin nicht nur mein Körper. Ich bin ein Fragezeichen.  »ANAL.IZANDO« existiert innerhalb dieses ____?____ als eine kontinuierliche Transformation durch nicht-binäre Figuren – mythologische, technologische, körperliche und nicht-körperliche – als Projektionen meines utopischen Bewusstseins. In einem konstanten Zustand des Werdens schwingt sie in einer Ekstase eines vielschichtigen Ichs. Diese Solo-Performance umreißt das komplexe und paradoxe Bestreben, einen konstanten Zustand der Veränderung, der Reflexion, des Schattens, der Ekstase und meines Fragezeichens zu umarmen, und gleichzeitig Lust in die Geschichten zu schreiben, die wir über Transformation und Werden erzählen.

ronald berger ist Tänzer:in und Performer:in, non-binär, aus Costa Rica und lebt in Berlin. Die Verbindung zur Natur und ihren performativen Qualitäten, haben ronald geprägt. Der Konflikt zwischen xieser Sexualität und dem stark katholischen, chauvinistischen Kontext xieses Heimatlandes inspiriert Debatten, Analysen und Fragen nach sozialem Verhalten.   

H I N W E I S:

Das Stück befasst sich unter anderem mit Themen der Sexualität und enthält Darstellungen von Nacktheit.

In dieser Vorstellung werden Stroboskopeffekte genutzt.


Beim Anblick des Urknalls

Hysterisches Globusgefühl zieht sich selbstbestimmt aus dem politischen Leben zurück. Auf der Suche nach einer Utopie, die alles auf null setzt und einen politischen Neuanfang ermöglicht, begleitet das Publikum das Performance-Kollektiv auf die Suche nach einer unspezifischen und allumfassenden Einsamkeit. Wenn schon Rückzug, dann richtig! Wenn Rückzug, dann radikal. »Beim Anblick des Urknalls« besteht aus zwei Teilen. Teil 1 wird als Video im öffentlichen Raum des Internets gezeigt. Für den 2. Teil arbeitet Hysterisches Globusgefühl das erste Mal in seinem 10jährigen Bestehen mit der Form der Videoinstallation.

Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.

Bioswop

Sechs Performer:innen tauschen ihre Biografien untereinander. Biografien als Texte und Haltungen, die in unseren Körpern gespeichert sind. Ein Kiefer tanzt die Haltungschoreo vom Aufstiegswillen, ein Rückrad hat die perfekte Schamdrehung verinnerlicht. Jeder Lebenslauf ist ein singuläres Narrativ, das uns nie nur alleine gehört.

 

Das Performancekollektiv SEE! (SE Struck, Alexandra Knieps) aus Köln entwickelt seit 2005 hybride Performanceformate und inszeniert mit autarker Formensprache offene Netzwerke, die auf Theaterbühnen und im urbanen sozialen Kontext immer die Vergemeinschaftung und Teilhabe thematisieren. Am Ballhaus Ost waren sie das erste Mal 2018 mit »ok panik« und zeigten zuletzt das Tanzsolo »Sonderbare IRRE«, das bereits ihre dritte Einladung zum Theaterfestival FAVORITEN war.

Chalet Utah

Ein Paar zieht sich auf einer einsamen Berghütte zurück. Sie fechten, tanzen, singen. Als der Schneefall einsetzt, fangen sie an Ermittler:in zu spielen. Was ist in der Hütte vorgefallen? Sie tun so, als würden sie Zeug:innen befragen und Verdächtigen auflauern. Dieses True Crime Theater verknüpft Selbstfindung mit Spurensuche und Realitätsverlust mit Erkenntnisgewinn. Oder wird hier tatsächlich ein Verbrechen aufgeklärt? »Chalet Utah« nutzt Mittel, die im Lockdown Notwendigkeit waren, aber auch neue Wege eröffneten: Der Laptop als Mitspieler, die Kamera als Verbindungskanal und der Bildschirm als Bühne. Und für Zuschauende im Theatersaal immer auch die Möglichkeit, hinter die Kamera zu schauen.

Schauplatz International wurde 1999 von Anna-Lisa Ellend und Albert Liebl gegründet und hat seitdem über 50 Stücke, Performances, Aktionen, Filme und Hörspiele entwickelt. Im Ballhaus Ost war zuletzt ihre Trilogie (»Idealisten | Fundamentalisten | Egoisten«) sowie »Cap Escape Plaisance Club« zu sehen und als Shutdown Special der Live-Podcast »Le garage de la grande promenade (Part I & II)«, ein erster Entwurf von »Chalet Utah«.

COSMICBODIES

Zittre. Berühre. Spüre ob der Stein ein Stein oder ein Alien ist. Rolle. Harmonisiere mit den Chemikalien. Verwandle dich. Vibriere. Vermenge das Menschliche mit deinen Geruchsorganen. Atme.

Aliens verkörpern das Bedrohliche – das absolut Andere – das Fremde Unverständliche das Weibliche Wildnis Chaos und das Monströse! Ihre Körper bewachen die Grenzen des Möglichen und bedrohen jegliche Ordnung. In »COSMICBODIES« bewegen sich sieben außerirdische Körper von der eigenen Innenwelt ins Weltall – bis Outer Space und Inner Space zusammenfließen.
»COSMICBODIES« ist ein Tanzstück für Menschen mit und ohne Sehbehinderung und integriert eine künstlerische Audiodeskription. Nach »Blue Moon« und »Witches« ist es die dritte Arbeit von Ursina Tossi aus »EXCESSIVE SHOWING you can only dismantle the master’s house with the monster’s tools!«, einer choreografischen Serie kritischer queer-feministischer Perspektiven auf die Konstruktionen von Weiblichkeit und monströsen Körpern im Kontext von Mythologie Geschichte(n) und Popkultur.

Das anschauliche Klaffen

»Das anschauliche Klaffen« beschäftigt sich mit dem Einbruch des Chaos in unseren intimsten Lebensbereichen am Beispiel des Mutter-seins. Der Akt des Aufräumen als Sehnsucht nach Kontrolle aber auch als rituelle Verbindung zum ursprünglichen Chaos und was davon noch in uns übrig ist, bildet die Grundlage dieses Tanzduetts.
Moss Beynon Juckes und Maria Walser, beide Mütter, spielen Familie, strapazieren Hierarchien und springen von einer Generationen zur anderen. Bedroht von einer Allianz des Haushalts aus Möbeln, Spielzeug, Büchern, Kosmetik, Bürokratie, Mutterbildern und Rollenklischees, suchen die beiden ihre eigene Ordnung mal miteinander, mal gegeneinander und erproben so gleichzeitig Strategien, Beziehung und Verantwortung immer wieder neu zu denken.
In der scheinbar geordneten Welt der Bühnenbildnerin Mirella Oestreicher und begleitet von den musikalisch zerlegten Schöpfungsmythen von Vera Pulido, werden die Urmütter, besungen, wie sie den ewigen Kreislauf von Chaos zu Ordnung bewerkstelligen. Sie dienen als Inspiration, wie wir beim spielen der überlieferten Rollenbilder, sowohl uns als auch die präexistenten Formen verändern können.
Für dieses Stück gilt: Was sich schon nicht organisch fügt, soll gefälligst anschaulich Klaffen.

Das kranke Haus

Im Rahmen vom NO LIMITS – Disability & Performing Arts Festival 2022

 

„Wer sagt eigentlich, was krank ist – und was gesund? Als Götter in Weiß hinterfragen das Kollektiv vorschlag:hammer und das Theater Hora vermeintliche Gewissheiten des Gesundheitswesens – und haben dabei viel Spaß.“ (Valeria Heintges, nachtkritik.de)

 

H I N W E I S:

Die Vorstellung findet mit verdunkeltem Zuschauerraum statt und es wird über die Themen Krankenhaus, Operation und Tod gesprochen.

Das Krippenspiel

Was wäre, wenn es Weihnachten nicht gäbe?Weihnachten ist für die meisten Menschen das schönste Fest des Jahres, und dennoch geschieht oft alles auf den letzten Drücker. Viele Menschen verbinden Weihnachten nur noch mit Stress und Qualen: Abgehetzt durch die Geschäfte toben, um die notwendigen, immer teurer werdenden Geschenke zu besorgen. Aber in einer Zeit rasender Geschwindigkeit brauchen wir Dinge, die uns innehalten lassen. Wir brauchen Weihnachten, um leben zu können. Eine winterliche Welt feiert den Durchbruch der Liebe und der Hoffnung.Gott schickt seinen Sohn als kleines hilfloses Kind auf die Erde. Wir erfahren Gottes Nähe zu den Menschen. Er teilt sein Leben mit uns, weiß um Freud und Leid. Er gibt uns Hoffnung, zeigt, wie aus kleinen Ansätzen Großes entstehen kann.»Es begab sich aber zu der Zeit…«, alle kennen den Anfang dieser Geschichte und auch deren Ende, doch in der Zwischenzeit hat sich die Welt verändert.Auch in diesem Jahr wollen wir wieder einen Vormittag der Freude und Besinnlichkeit mit Erinnerungen und strahlenden Kinderaugen feiern, ein klassisches Krippenspiel. Nur anders. Zum letzten Mal bleibt alles beim Alten, alles ist anders, es wird ganz wunderbar. Gemeinsam statt einsam.

Der Ausflug

Wir sind eine ganz gewöhnliche Schulklasse und machen einen Ausflug ins Planetarium: Unsere Schule ist in Lomé, Berlin oder vielleicht auch Taipei, ein klein wenig in der Zukunft. Alle Großstädte ähneln sich. Auch Erwachsene können zur Schule gehen! Wir sind im Unterricht, bis die Schulglocke klingelt. Dann begeben wir uns in den Mittagsverkehr. Wir kommen zur Bushaltestelle, warten kurz, steigen dann ein und fahren bis zur Endstation am Waldrand. Dann steigen wir aus und wandern durch einen Wald zum Planetarium. Wir sind auch selber der Wald! Vom Planetarium aus reisen wir durch das Weltall. Eine freundliche und sehr engagierte Reisebegleiterin erklärt alles Nötige für unsere Reise ins Universum. Wir sind Passagiere und gleichzeitig Objekte im Universum! Wir reisen durch das Sonnensystem, die Milchstraße, die lokale Gruppe, den Virgo Superhaufen, die lokale Superstruktur bis zum Ende des sichtbaren Universums. Zum Schluss machen wir Rast auf einem beliebten Aussichtsplatz und genießen den schönen Blick…
Die gesamte Reise erleben wir tänzerisch. Wir haben verschiedene Hintergründe: Hip Hop, Ballett, Modern Dance, Philosophie, Physik, Performance und Traditional.

P.S. unser momentaner Forschungsstand bis zu Proxima Centauri:
Proxima Centauri ist ein roter Zwerg und zur Zeit der nächstgelegene Stern außerhalb unseres Sonnensystems. Er ist circa 4,2 Lichtjahre entfernt. Eigentlich ist es ein Dreifachsternensystem zusammen mit Alpha Centauri A und Alpha Centauri B. Proxima Centauri b und eventuell Proxima Centauri c, die potentiell erdähnlichen Planeten, umkreisen dieses Dreifachsternensystem in gebundener Rotation. Mit den Raumschiffen, die uns im Moment zur Verfügung stehen, brauchen wir wahrscheinlich 75.000 Jahre, um dorthin zu gelangen. Außerdem dürften sie nur einige Gramm wiegen. Wenn wir eine menschliche Generation mit 25 Jahren ansetzen, dann wird es sicherlich 3.000 Generationen dauern, bis das Raumschiff angekommen ist. Wenn wir errechnen, dass uns Proxima Centauri in 20.000 Jahren eine Zeitlang näher kommt und nur 3,2 Lichtjahre entfernt sein wird, eine Generation mit 30 Jahren angesetzt werden kann und wir in nächster Zeit noch etwas schnellere Raumschiffe bauen können, die auch schwerer sein dürften, dann brauchen wir wohl immer noch 57.142 Jahre und 1.904 Generationen, bis wir auf unserer neuen eventuellen Heimat angekommen sein werden. Das wäre von jetzt zurückgerechnet bis ins Paläolithikum.
Wir können aber auch in unserer Eigenzeit reisen, wenn wir uns an die allgemeine Relativitätstheorie halten und auf unserer Geodäte bleiben. Dann brauchen wir nur 1 Stunde und 20 Minuten und haben sogar das gesamte Universum durchquert. Hierzu orientieren wir uns an einer 2 Millionen Jahre alten Tradition, dem Tanz, und zwar dem Hip Hop Mix mit seinen verschiedenen Ausrichtungen.

Die NEWSTARDANCECOMPANY ist eine Hip Hop Mix Gruppe und besteht aus Tänzer:innen verschiedener Stilrichtungen, die sich zunächst in Lomé und später auch in Berlin regelmäßig treffen, um sich ihre Choreografien und Improvisationen gegenseitig beizubringen. Die NEWSTARDANCECOMPANY wurde von Meier Edem Akakpo und Koffi Mawuena Tchao 2010 in Lomé (Togo) gegründet. Hilère Anoumou Messan ist von Anfang an dabei. 2016 wurde Anne-Kathrin Tismer in Lomé in die Company aufgenommen. 2017 gingen Meier Edem Akakpo und Anne-Kathrin Tismer nach Berlin. Nuria Hoeyng und auch Dominique Wenzel sind in Berlin in die Company aufgenommen worden. Für »Der Ausflug« sind nun noch in Berlin Merav Leibküchler, Joy Maria Bai, Nora Fuchs, Kefei Cao, Charlotte Bohn, Okka-Esther Hungerbühler, Felix Loycke und Fabian Bischof dabei.

Die Ausschreitung

Ein dunstiger Sommermorgen. Glitch und Copper Key gehen in Richtung Digitalpark. Sie sind Freundinnen. Wir schreiben das Jahr 2101. Die Welt wurde überflutet, und ja, das hat die Architektur seither in Frage gestellt. Als sie vorbeigehen, blinkt das Schild »Safety, Sanity and Security« an der Tür auf. Eine vage Erinnerung taucht auf. Sie erinnern sich, dass sie sich nicht erinnern. Gefangen in einer autokratischen virtuellen Welt, die sie mit synthetischen Pommes füttert, fragen sie sich, wie lange sie sich noch anpassen können? Wird es ihnen gelingen, die Zukunft zu hacken?

Die Choreografinnen Cécile Bally und Emma Tricard kreieren mit dem Geräuschemacher Niels Bovri eine Tanzperformance auf der Grundlage eines Science-Fiction-Romans. Weiterentwickelt aus Textmaterial von Schreibworkshops in Kortrijk, Santiago de Chile, Aix-en-Provence und Berlin wurde »Die Ausschreitung« zu einem politischen Thriller.

Emma Tricard, die derzeit in Marseille lebt, absolvierte den Master Exerce am ICI-CCN in Montpellier. Sie ist Tänzerin und Choreografin und liebt es zu reden. Seit 2015 entwickelt sie eine choreografische Forschung, die auf der Beobachtung und Diskrepanz/Verzerrung zwischen »Sagen« und »Tun« basiert. Auf einer abenteuerlichen Suche erfindet sie Tänze der Konjugation, denkt ihre Arbeit in die Zukunft und spielt humorvoll mit den kausalen Beziehungen zwischen Dingen, Gedanken, Bewegungen und Naturphänomenen.

Cécile Bally ist eine in Berlin lebende Choreografin mit Abschlüssen in Tanz (HZT Berlin) und Wirtschaft (École Normale Supérieure de Paris-Saclay). Ihre künstlerische Arbeit schafft Verbindungen zwischen diesen beiden Milieus und hinterfragt auf humorvolle Weise den Platz von Rationalität und magischem Realismus in der Performance. Cécile Bally verankert ihre Arbeit in der Welt der Science-Fiction als Gesellschaftskritik und setzt sich mit den vorherrschenden Entitäten der aktuellen Populärkultur auseinander, die gleichzeitig Träume und Alpträume hervorrufen.

Die Geschichte einer Stunde

»Die Geschichte einer Stunde« erzählt von Louise Mallard, die vom plötzlichen Unfalltod ihres Mannes erfährt. Ein Zugunglück soll es gewesen sein. Sie bekommt die Nachricht von ihrer Schwester Josephine überbracht – sehr vorsichtig, leidet Louise doch angeblich an einer Herzschwäche. Sie bricht in Tränen aus und sperrt sich ins Schlafzimmer ein. Dort überkommt Louise plötzlich ein ungewohntes Gefühl.

In einer Zeitspanne von genau sechzig Minuten entfaltet und begrenzt Kate Chopin die Utopie einer selbstbestimmten Verwandlung. Die 1894 erschienene Kurzgeschichte ist ein bisher wenig bekanntes Beispiel im Schreiben der amerikanischen Autorin, das nun zur deutschsprachigen Erstaufführung gebracht wird. Für Marie Schleef und ihr Team wird die Kurzgeschichte in Form eines einstündigen Silent Piece zur Grundlage für die Vermessung neuer Erzähl- und Traumräume ohne das gesprochene Wort. Damit schließt das künstlerische Team an Experimente mit visuellen und performativen Erzählformen in den beiden vorausgegangenen Arbeiten an: Nach der Romanadaption von »Die Fahrt zum Leuchtturm« (Volksbühne Berlin, 2018) und der zum 58. Berliner Theatertreffen eingeladenen gemeinsamen Arbeit von Marie SchleefJule SaworskiAnne Tismer und Laura Andreß – »Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« (Ballhaus Ost, 2020) – vollendet »Die Geschichte einer Stunde | The Story of an Hour« die von Marie Schleef konzipierte Trilogie rund um Räume der Emanzipation, in der Zeit- und Literaturgeschichte auf vergessene, neue Möglichkeitsräume untersucht werden.

Die neue Performance

Wir sind Hysterisches Globusgefühl: Mitte dreißig, weder richtig jung noch richtig alt und in der Blüte unseres Schaffens. Seit 10 Jahren machen wir Kunst, die um politische Erneuerung ringt. Aber dieses jugendhafte Streben nach dem Neuen ist in die Jahre gekommen. Höchste Zeit für etwas wirklich Innovatives: »Die neue Performance«!
Wir laden euch ein, uns in unser hysterisches Nimmerland zu folgen. Eingehüllt von der Zuckerwatte eurer Kindheit könnt ihr hier der Zeit beim Tropfen zuhören und gemeinsam mit uns altern. Während wir uns der Musik aus unseren schwermütigen Backfischjahren hingeben, frönen wir unserer Sehnsucht nach dem Neuen und feiern den Verfall unserer Körper. Jedes Ende beginnen wir von Vorn und hören nicht mehr auf anzufangen. Als Grandes Dames blicken wir in unseren Memoiren auf eine ereignishafte Zukunft zurück. Seid dabei, wenn wir als ewige Kinder in unseren Jungbrunnen steigen, als alte Frauen* wieder herauskommen und die Zeit zu einer magischen Pause gefrieren lassen.
Für den Eintritt in unser hysterisches Zeitalter ist es jedoch vorgesehen, dass ihr nicht alle gleichzeitig kommt. Nur so kann es gelingen, die Fesseln des ewig Linearen zu lösen. Mit einem gestaffelten Einlass werdet ihr jeweils Zeug:innen eines anderen Ablaufs unseres Theaterabends. Lasst uns auf diese Art gemeinsam unsere Vorstellungen von Zeit und Altern zersetzen. Fordern wir zusammen das politische Potential des Neuen aufs Neue heraus.

Hysterisches Globusgefühl ist eine performistische Vereinigung aus Berlin und Wien. Sie richtet sich mit vollem Herzen und solidarischer Zusammenarbeit gegen das heteronormative Patriarchat und entwickelt Utopien für eine antirassistische, klassenbewusste, queerfeministische und respektvolle Zukunft.
In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost. Zuletzt zeigte sie hier ihre Arbeiten Beim Anblick des Urknalls und Die Vier in der Nähe.

Die Suche nach der Ur-Oper #1 »Ich fühls nicht«

Das Mega-Projekt Ur-Oper #1 bis 10 startet am 19.01.2023 mit der Show #1 »Ich fühls nicht« nach einem Comic von Liv Strömquist! 

  

Ur-Oper #2: 4.2., 22:00  

Ur-Oper #3: 4.3., 22:00  

Ur-Oper #4: 1.4., 22:00  

Ur-Oper #5: 13.5., 22:00  

Ur-Oper #6: 3.6., 22:00  

Ur-Oper #7: 1.7., 22:00   

Ur-Oper #8: 2.9., 22:00   

Ur-Oper #9: 7.10., 22:00  

Ur-Oper #10: 4.11., 22:00  

 

Die Vier in der Nähe

Du bist eine Person, wir sind vier. Du bist Zuschauer:in, wir sind Theater. Unsere Sehnsucht nach Nähe wandeln wir in ein lustvolles Spektakel nur für dich. Zusammen sind wir nah, wir sind keine Familie, nicht verheiratet und auf gar keinen Fall zu zweit. Zu viert bewegen wir uns ekstatisch und innig umeinander. Wir stoßen aneinander, wir reiben uns, wir wärmen uns gegenseitig – aber berühren tun wir uns wahrscheinlich nicht. Lange haben wir uns nur selbst gepudert, unergründliche Organismen in unseren Hautritzen erforscht und mit unseren Tränen den Abstand zwischen uns überwunden. Nach dieser ewig langen Zeit kommst du dazu. Und so performen wir exklusiv für dich die Auflösung jeglicher Exklusivität.

»Die Vier in der Nähe« ist eine Performance von Hysterisches Globusgefühl für nur eine Person im Publikum. In dem zwanzigminütigen Beziehungs Quickie suchen die vier Performer:innen nach Möglichkeiten eines grenzenlosen solidarischen Miteinanders und lassen sich selbst und ihre Beziehungsvorstellungen mutieren. Sie versuchen verzweifelt eins zu werden und drehen sich gemeinsam für eine einzige Person um Fragen, die sie immer aber nun mehr denn je beschäftigen und berühren. Was bedeutet es grundsätzlich miteinander in Kontakt zu treten? Wie können wir weicher werden? Und: wie bitteschön können wir vier Menschen auf einmal in die Augen schauen? Die Arbeit ist in Berlin im November-Lockdown 2020 in der 4. Etage des Ballhaus Ost entstanden.

Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.

Dirty Debüt

Nach einer langen Pause ist »Dirty Debüt« zurück am Ballhaus Ost. Zum vorerst letzten Mal stellt »Dirty Debüt« hier eine Plattform für vier emerging performance artists zur Verfügung, die in diesem Rahmen skizzenhafte, unfertige, eben schmutzige Arbeiten zu einem konkreten Thema oder Begriff zeigen können. Im Anschluss an die Aufführungen laden wir – soweit es die Hygienebestimmungen zulassen – zu einem gemeinsamen Drink oder Abendessen ein, bei dem das Publikum Gelegenheit hat, auf die Künstler:innen einen Toast auszusprechen. »Dirty Debüt« #9 findet im Ballhaus Ost am 18. Dezember statt; das Thema ist »after life«.

Anders als im Tanz oder Schauspiel gibt es in Berlin keinen hochschulischen Kontext, in dem sich Performance-Macher:innen von Anfang an begleiten und voneinander lernen können. Die meisten kommen erst nach dem Studium hierher, und vielen fällt es oft über Jahre hinweg schwer, Kontakte außerhalb ihrer bestehenden Zirkel zu knüpfen. Björn Pätz und Sandra Umathum haben daher 2018 »Dirty Debüt« ins Leben gerufen – für eine größere Sichtbarkeit von emerging performance artists, aber auch um die Bandbreite der gesamten Performance-Landschaft Rechnung zu tragen und sie auf derselben Bühne zu versammeln. Darüber hinaus möchte »Dirty Debüt« einen Austausch über die gezeigten Arbeiten ermöglichen, der die üblichen Logiken des Urteilens und Kritisierens hinter sich lässt.

Interessierte bewerben sich mit einem Projektentwurf. Für jede Ausgabe von »Dirty Debüt« wählt dann eine Jury vier Einsendungen aus, deren künstlerischer Ansatz und qualitativer Anspruch als eigenständig und vielversprechend beurteilt werden. Die eingeladenen Performance-Macher:innen erhalten ein kleines Budget für die Produktion, eine minimale Bühnenausgestaltung sowie für Materialien und Transporte.

Ein Fan aus Thüringen

Es war einmal ein Fan aus Thüringen. Der war verzaubert von einer berühmten Tennisspielerin aus Westdeutschland. Doch eines Tages erschien eine fiese, stöhnende Gegnerin aus Jugoslawien auf der Bildfläche…

 

Das Stück erzählt die Geschichte des Attentats auf die Tennisspielerin Monica Seles im Kontext der globalen politischen Geschehnisse Anfang der 1990er Jahre und sucht Auswege aus den medialen Märchen von Gut und Böse, Ost und West, Täter und Opfer.

 

Im Zentrum der Regiearbeiten von Demjan Duran steht die Auseinandersetzung mit seinem Geburtsland Jugoslawien. Anhand des Forschens in der Vergangenheit gräbt er Themen ins und fürs Heute hervor, und setzt sie in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext. »Ein Fan aus Thüringen« ist sein erstes Stück in Berlin.

Epilog:Abriss

»Die Zerbrechlichkeit oder Hinfälligkeit des menschlichen Daseins als Maßstab zu nehmen bedeutet, grundsätzlich von einer zeitlichen Beschränkung sowie der physischen Unstetheit aller Erscheinungen auszugehen. Weil die Kunst hingegen traditionell für sich den Anspruch erhoben hat, unvergängliche Formalisierungen zu gestalten, galt sie auch immer als apotropäische Geste gegen die Vergänglichkeit. Als Ort, an dem Körper, in eine visuelle Form übertragen, verstetigt werden können, hält die Kunst der Gewissheit, dass alle Leiblichkeit, dem Prozess der sterblichen Zersetzung ausgeliefert ist, eine Vorstellung von Dauer entgegen.« (Elisabeth Bronfen aus »Vergänglichkeit im Blickfeld«)

»Epilog:Abriss« führt uns in einen Raum, den wir im Leben nie sehen werden. Der nach unserer Zeit kommt, der sich mit dem Versuch beschäftigt, sich von seinem Besitz, dem Leben und dessen Umständen, zu trennen und der Kunst zu verschreiben. »Epilog:Abriss« soll das Publikum durchdringen, alle Sinne ansprechen, das Draußen vergessen machen, den Konzertraum zu einer neuen in sich geschlossenen Welt werden lassen. »Epilog:Abriss« soll mehr einen Zustand evozieren, denn einen zeitlich begrenzten Abend, die vielen dystopischen Formen der Gegenwart in eine utopische Idee von Zukunft verwandeln. Dabei werden verschiedene Revolutionen durchlaufen, in denen die Zuschauer*innen gemeinsam mit den Musiker*innen nach und nach die Kontrolle verlieren, sich mehr verabschieden müssen, um sich in eine morphende-transformierende Masse zu verwandeln und den Blick zu öffnen, für die Ungewissheit der Zukunft.

LUX:NM contemporary music ensemble berlin ist ein Solist*innenensemble für Neue Musik, das sich seit seiner Gründung 2010 innerhalb kurzer Zeit zu einem international gefragten Ensemble entwickelt hat. Das undirigierte Ensemble widmet sich der Interpretation zeitgenössischer Musik und versteht sich zugleich als Initiator neuer Werke. Intensive Ensemblearbeit und enge Zusammenarbeit mit Komponist*innen ermöglichen außergewöhnliche Projekte, in denen Elektronik und genreübergreifende Ideen ihren Platz finden.

Festspiele am Plötzensee

Schon zum zweiten Mal in Folge bringen Die Festspiele am Plötzensee vom 23. bis zum 29. Oktober 2021 allerlei Künste im Strandbad Plötzensee zusammen: Am 23.10. feiert das Theaterstück Diesseits von Gut und Böse seine Premiere, dazu gibt es eine Woche lang eine Ausstellung, Performances, Lesungen und Filmvorführungen zu besuchen. Ganz Berlin ist herzlich eingeladen, mit uns das Strandbad zu erweitern, aufzuladen und zu hinterfragen!

Programm:

»Diesseits von Gut und Böse«
Theater
Premiere 23. Oktober 2021
Weitere Vorstellungen 25. | 27. | 29. Oktober 2021
jeweils 18.00 Uhr

»Cala Blanca«
Ausstellung
Vernissage 23. Oktober 2021, ab 14.00 Uhr
Ausstellung bis 29. Oktober 2021

Duygu Agal und Charlotte Krafft
Zwei Lesungen am Lagerfeuer, präsentiert vom Korbinian Verlag
27. Oktober 2021, 19.30 Uhr

»The Vachine Monologues« (Fan Popo)
Filmvorführung
25. Oktober 2021, 19.30 Uhr

»Alles Rauchen | Smoking Everything«
Performance
29. Oktober 2021, 17.00 Uhr

»Die Klassenfahrt«
Performance mit musikalischer Begleitung
27. Oktober 2021, 17.00 Uhr
29. Oktober 2021, 19.30 Uhr

FIVE

Wohin kann sich eine Gruppe treiben?
In »FIVE« untersuchen fünf Tänzer:innen verschiedene Anordungen, Dynamiken und Posen innerhalb einer Gruppe. Sie bewegen sich zwischen geometrischen Formationen, Schwarmverhalten, Bandposen und Chaos, arbeiten mit Bewegungsmotiven von Rudeln und Meuten und befragen immer wieder das Verhältnis zwischen Individuum und Gruppe. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch, und sind auf der Suche nach Kippmomenten, bei denen der Gruppenkörper aus seiner Form geht und ins Zerstörerische kippt.
Nach vielzähligen Duetten von Florian Bücking und Raisa Kröger unter dem Label bücking&kröger in den letzten Jahren ist das Ensemblestück »FIVE« der Versuch einer Verlängerung ihrer tänzerischen / choreografischen Praxis durch die Arbeit mit mehreren Tänzer:innen und die Erforschung der skulpturalen Möglichkeiten eines Gruppenkörpers.

Seit 2014 arbeiten Raisa Kröger, Florian Bücking und Johanna Withelm unter dem Label bücking&kröger als feste Gruppe zusammen. Ihre Arbeit zeichnet sich durch ihren klaren Fokus auf den Körper, fein ausgearbeitetes Bewegungsmaterial und die mit Bewegungen einhergehenden Zustände aus. Die Arbeitsweise und ästhetische Forschung ist stark von verschiedenen somatischen Techniken wie Body Mind Centering, Feldenkrais und Authentic Movement geprägt. Es sind zahlreiche Kurzstücke, abendfüllende Aufführungen, ortsspezifische Produktionen sowie Videoarbeiten entstanden. Gefördert wurden die bisherigen Projekte durch den Hauptstadtkulturfonds, die Bundeskulturstiftung, den Fonds Darstellende Künste, die Berliner Senatsverwaltung und das Bezirksamt Pankow in Berlin.

Fleshdance

Im Zusammenspiel von Dokumentation, Livemusik, Live-Video und leiblicher Performance entsteht ein Raum in dem Fleshdance verschiedener Blickwinkel und Konzepte, die Bedeutung des Körpers – des Fleisches – in der heutigen Gesellschaft auslotet. 

 

Der Produktionszusammenschluss boikott wurde 2017 von Robin Plenio und Sophie Krause gegründet und ist seitdem eine stetig wachsendes Struktur. In ihren Arbeiten verbinden sie dokumentarische Recherche mit performativen Hybriden aus den Darstellenden Künsten, Videokunst und elektroakustischer Musik.

Frederick die Maus

Die Mäusefamilie arbeitet im Sommer hart und hortet Nahrung für den Winter. Frederick jedoch sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Als dann der lange Winter immer mehr auf die Gemüter der Mäuse drückt, kann Frederick seine Schätze hervorholen und bringt in einem großen Auftritt den Sommer in die kalte Höhle.
Leo Lionnis »Frederick« erzählt vom Wert künstlerischer Arbeit in einer arbeitenden Gesellschaft und von der Kraft dieser Arbeit, ein wohltuender, wenn nicht sogar überlebenswichtiger Teil dieser Gesellschaft zu sein. Mit vorschlag:hammer wird der Kinderbuchklassiker zum Bühnenstück, denn Fredericks Schätze sind nichts weniger als die Grundelemente des Theaters: Farben, Licht, Wörter und Töne. Mit Hilfe der Kinder bedient Frederick die Theatermaschine und lässt sie auch selbst zu aktiven und kreativen Zuschauer:innen werden, die spielerisch die Mittel der Bühne kennenlernen und so gemeinsam das Theater entstehen lassen.

vorschlag:hammer entwickeln seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen. Ihr performatives Erzähltheater hat sich in den vergangenen Jahren für unterschiedlichste ästhetische Strategien geöffnet, zu visuell-atmosphärischen oder körperorientierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie sowohl frei bereits existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen zu immer neuen Themenfeldern. Im Ballhaus Ost zeigten sie zuletzt »Twin Speaks: Telegram Edition«.

Gasoline Queen

Ein Kleinstadtsvolksfest wird zum queeren Musical: die Verkäuferin und aufstrebende Sängerin Milena und die professionelle Rennfahrerin Anna – ehemals beste Freundinnen, beide inmitten ihrer Quarterlife Crises – treffen nach langer Funkstille aufeinander und müssen die Verletzungen und die Nostalgie rund um ihre Freundinnenschaft während der Wahl zur Gasoline Queen unter einen Hut bringen.  

cmd+c wurde von dem Paar Marina Prados und Paula Knüpling mit dem Anliegen gegründet, queere Strukturen vor und hinter der Bühne zu schaffen und sich fair, respektvoll und kreativ auseinanderzusetzen. Arbeiten waren bereits an der Volksbühne, der Schaubude und dem Ballhaus Ost zu sehen, zuletzt »Ladybitch – ein Theaterabend über den Untergang Franz Kramers«

Homecoming – Greatest Hits!

13 queere Künstler:innen entwickeln eine Sammlung von multi-medialen Kunstwerken – eine EP, ein Buch, Filme, ein Online-Archiv und ein Live-Event – als Antwort auf die queere Sprache Damiá und die politischen und künstlerischen Fragen, die sie aufwirft.

 

Das Werk ist digital über ein Website-Archiv – www.queertongue.com – und in limitierter Auflage in analogen Formaten erhältlich. Am 02. Dezember 2022 wird die EP online veröffentlicht.

How to Kill a Fascist

Im Rahmen des Performing Arts Festival Berlin 2022

Gibt es den gerechten Tyrann:innenmord? Einen vertretbar militanten Widerstand? Einen ethischen Terrorismus? Mit vorsichtiger Skepsis und zweifelhafter Bewunderung verfolgt die Costa Compagnie den Weg von Monika Ertl. Die Tochter des Riefenstahl-Kameramanns stößt Ende der 60er zur bolivianischen Befreiungsarmee und exekutiert den Offizier, der Che Guevara und dessen Nachfolger töten ließ. Darf Antifaschismus so weit gehen? Die Künstler:innen filmten in den bayrischen Alpen, in Paris und Lyon, in La Paz und den Anden und sprachen mit den berühmten Nazi-Jäger:innen Serge und Beate Klarsfeld, sowie Überlebenden von Folter der Militärdiktatur Boliviens. Politische Überzeugungen, Recht, Rache und das Streben nach Macht – Schauspielerin Karin Enzler (Schweiz), Punkmusikerin Stéphanie Morin (Frankreich) und Choreographin Maque Pereyra (Bolivien) kämpfen sich in drei filmisch-performativen Solos durch die Geschichte bis zur Gegenwart.

Die Costa Compagnie aus Berlin entwirft intermediale Arbeiten, welche dokumentarische, performative und choreografische Methoden vereinen und sowohl in teils immersiven Performances, als auch in Virtual Reality und Film umgesetzt werden. Sie fokussiert sich auf globalpolitische Konflikte und Umbrüche und die Frage nach den Menschen darin, die oftmals in Kunst, Medien und Politik unterrepräsentiert sind. Dazu recherchierte und filmte die Gruppe u.a. in Afghanistan, Israel, Irak, USA, Fukushima/Japan, Mosambik, Südsudan und im Libanon.

I just called to say.. sHe’s dead.

Oft ist es nur die ungewöhnliche Uhrzeit, die zu lange Atempause, diese ganz bestimmte Stimmlage oder einfach der übersprunghafte Einstieg ins Gespräch, der verrät, dass dieser Anruf alles verändert. Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen überbringt. Eine Lücke reißt. Die Zeit gefrieren lässt und nichts danach mehr so ist, so sein kann, wie noch Minuten davor. Der Moment, in der die Trauer beginnt, bevor wir überhaupt den Tod vernehmen, verstehen oder von uns weisen können. Jede Zeitrechnung eine andere wird.

Diesem Moment zwischen der Benachrichtigung und dem Annehmen des Unbegreiflichen, widmet die Performerin Tina Pfurr mit ihren Weggefährt:innen fünf Video-Miniaturen. Entlang und zugleich gegen jedwede Dramaturgie oder Logik folgt sie den fünf Phasen der Trauer. Weil sie geteilt werden muss. Weil sie politisch ist. Weil sie damit nicht allein ist. Weil wir viel zu selten dazu einladen und damit wichtige Räume zwischen uns verschließen. Weil wir doch wenigstens einmal diesen einen Song zu Ende hören müssen – ohne sie.

Eine Trauernde erinnert sich in wortlosen performativen Stillleben an all die Täler, durch die sie gewandert ist. Stellvertretend für so viele von uns. Wieder und wieder durch Leugnung, Wut, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. In unterschiedlichen Reihenfolgen und mit immer neuen Vertiefungen. Ohne Wertung. Die Geister, die hier gerufen werden, wollen und sollen sich verbinden. In der Trauer. Im Tod. Unbedingt im Leben. In uns.

Tina Pfurr ist Performerin, Kuratorin und Schauspielerin. Sie arbeitet im Theater, für Film und Fernsehen und erarbeitet ihre eigenen Performances. Gemeinsam mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Romy Springsguth und der Kamerafrau und Cutterin Ute Schall erschließt sie sich in ihrer sehr persönlichen Arbeit mit theaterbasierten Video-Sound-Essays ein neues künstlerisches Feld.

Ich lieb dich nicht, du liest mich nicht – aha

Cool sein wollen wir doch alle – also die meisten zumindest. Freimütig stehen hierfür unsere Körper offen, werden permanent gelesen und bewertet: aha, so sieht dieser Körper also aus, oh, nein, nein, cool ist was anderes, oh, warte mal, dieser Körper da, ja der, ziemlich großer Coolness-Faktor, thumbs up! Aber wer legte eigentlich die Bewertungskriterien fest und wieso sind diese seit Jahren so ziemlich gleich: nämlich kapitalismusorientiert und weiß? Und was ist mit den ganzen Körpern, die richtig schön vielfältig sind und deswegen durch dieses eng geformte Raster fallen: worin liegt ihre Schuld?
In »Ich lieb dich nicht, du liest mich nicht – aha« steht ein solcher, nicht in die Norm passender, Körper im Mittelpunkt, wird permanent beobachtet und verurteilt: Elektra, eine junge Performerin, ist gefangen in ihrer Garderobe, wird gezielt daran gehindert, aufzutreten. Wird sie ihren Weg ans Licht finden? Und wer oder was steckt hinter der Sabotage?

It’s about time

Ein neues Festival: It’s about time! Es ist Zeit! Es geht endlich los!

Seit November 2020 ist die Zeit reif. Damals sollten vier Tage lang ganz viele Menschen in ganz kleinen Räumen zu ganz langen oder ganz kurzen Performances zusammenkommen. Doch das Festival ging mit der Zeit und ließ sich selbige, um seine Wesensform zu transformieren: Es verlagerte sein Programm in die endlosen Zeiten und Weiten des Internets und präsentiert sich dort ab September 2021.

Kuratiert von Anne Brammen, Monika Gintersdorfer, Tina Pfurr und Daniel Schrader wird das Durational Online Festival »It’s about time« für einen unvorhersagbar langen Zeitraum künstlerische Arbeiten von u.a. Barbara Lenartz, Club Real, Elisabeth Tambwe, Felizitas Stilleke | Smruthi Gargi Eswar, GRUPO D3 CHOK3, Markus&Markus, ONCE WE WERE ISLANDS, vorschlag:hammer und vt corp. entwickeln, präsentieren und archivieren. »It’s about time« ist eine Huldigung von Durational Performances, gibt der Kunst ihre Zeit und ist ein Festival von Dauer.

Junge Leute

In seinem Dokumentarfilm »barfuß und ohne hut« portraitierte Jürgen Böttcher 1964 “Junge Leute“ mit ihren Zukunftsvisionen im Freiraum zwischen Schule und Arbeitsleben. Mitten im Wedding verwandelt sich der Humboldthain Club nun in eine Beach-Bar an der Ostseeküste und sechs Performer*innen wagen mit dem Publikum ein Reenactment: Mit Musik, im Rausch, in Bewegung, aber auch in Entspannung gleicht es Szenen des Films mit eigenen beruflichen Hoffnungen und Wünschen ab.

 

Sebastian Mauksch & Team inszenieren partizipatives Theater für Kinder und Jugendliche und forschen für die Berliner Festspiele über die Kunst der Adoleszenz. Ihre Arbeiten wurden u.a. AUGENBLICK MAL! – Das Festival des Theater für junges Publikum sowie zu WILDWECHSEL – Das Kinder- u. Jugendtheaterfestival im Osten Deutschlands eingeladen.

KARELIA. A Queer Forest Fantasy in Two Parts

Das queere Performancekollektiv ONCE WE WERE ISLANDS fantasiert sich in »KARELIA« in eine Zukunft jenseits des Stadtlebens und fragt sich, wie queere Liebe an stillen Orten gelebt werden kann. In einer Live-Performance reisen Chris Gylee und Aslan in drei Szenarien durch die Zeit. Fernab im Wald erkunden sie zunächst im Heute, dann Jahrhunderte zurück im Dunkel der Inquisition und schließlich in einer Sci-Fi-Variante im schwerelosen Reich der Sterne die Liebe, das Landleben und die Möglichkeit, dort queer zu sein.

»Kann sich queeres Leben wirklich nur in der Stadt entfalten?«

Karelien nennt sich eine Region an der Grenze zwischen Russland und Finnland, die die beiden Performer mit einer Künstler:innen-Residenz für drei Wochen erkunden. Im finnischen Wald finden sie den perfekten Ort, um sich von der romantischen Sagenwelt ebenso inspirieren zu lassen wie von der einsamen Realität des Waldes selbst und der Frage: Wovor fliehen wir eigentlich? Und wohin treibt es uns?

Die wortreiche Performance, die an einer langen festlich gedeckten Tafel vor einem grün-blauen Wandteppich beginnt, verwebt sich mit einem Kunst-Film, der online auf der Seite des Ballhaus Ost gestreamt wird. Er ergänzt die Geschichten der drei Fantasiereisen durch Raum und Zeit mit Eindrücken aus Karelien, dem dunklen Rauschen der Blätter, dem Knacken der Äste unter den Füßen und macht so den Wald zu einem dritten Protagonisten.

»Macht mich der Wald verletzlich?«

ONCE WE WERE ISLANDS arbeiten im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür bildende Kunst, Performance, Choreografie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* aus Manchester und London nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto)biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten.

Krispy Dream. Ein Portier denkt über sein Leben nach

Die Stückentwicklung erzählt von einem Portier. Ein Außenseiter, der da arbeitet, wo andere wohnen. In der Lobby in einer Stadt, die niemals schläft. Eine Geschichte über Arbeitswelten, den American Dream und eine Figur, die in sich zusammenfällt, wenn sie keine mehr sein kann.

 

Meta Imbiss, gegründet von Stella Nikisch und Nathalie Schatz, vermischt Popkultur mit Theater, denkt Inhalt und Ästhetik zusammen und kollaboriert gerne, kurzum: Es steht für fire, fun und fashion.

Labor Sonor : Translating Spaces

Wie beeinflussen Orte und Räume unser Denken, Handeln und Erleben? Was bieten Räume an, was erlauben, fordern oder verhindern Räume? Wie entstehen und verändern sich Räume durch das, was in ihnen und mit ihnen geschieht? Das Festival »Labor Sonor : Translating Spaces« untersucht die Wirkungsmacht des Raums in aktueller experimenteller Musik und Klangkunst.

Die Devise des Festivals lautet: Zwei Mal hören! Das Publikum erhält die Möglichkeit, Klang und Musik gleichzeitig oder nacheinander in wechselnden Situationen, Orten und Räumen zu erleben. Hierzu präsentiert das Festival neun Originalwerke von Komponist:innen und Installationskünstler:innen, die an drei Tagen an überaus  unterschiedlichen Orten präsentiert werden. Ein begleitendes Symposium erforscht die  Entstehungsprozesse der auf dem Festival uraufgeführten Arbeiten und bringt Künstler:innen und Publikum in einen unmittelbaren Dialog.

Programm im Ballhaus Ost:
27. August 2021
16.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
16.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: »Reverse-Side« – für doppelte Videoprojektion und Vierkanalton (Joanna Bailie)

28. August 2021
15.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
15.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: Eric Bauer | Lena Czerniawska | Carina Khorkhordina

29. August 2021
15.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
15.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: »DREAM LIFE« (Frank Bretschneider)

Ladybitch

Ela Özmen ist Schauspielerin. Franz Kramer ist Regisseur. Sie sollte in seiner neuen Produktion »meine Lulu« die Hauptrolle übernehmen. Basierend auf Dramen von Frank Wedekind handelt das Stück von einer jungen Sexarbeiterin und ihrem Niedergang in einer Männerwelt. Die Geschichte wollte er feministisch erzählen und toxische Männlichkeit aus persönlicher Perspektive erforschen. Aufgrund von Missbrauchsvorwürfen gegen Kramer wurde die Premiere jedoch kurzfristig abgesagt, mit Ela im Zentrum der Kontroversen.

Nun spricht sie das erste Mal, öffentlich, aus ihrer Perspektive über die Vorwürfe. Sie lässt die Proben, Überbleibsel von Bühne und Kostüm sowie Fotos und Filmmaterial aus dieser Zeit Revue passieren.

Ein mockumentarischer Theaterabend über Missbrauch, MeToo, Machtstrukturen, Sichtbarkeiten von Sexarbeiter:innen und Queerness, die Zukunft des Theaters und queere Utopien.

Liquid Ecstasy

Die multimediale Performance ist ein allegorischer Essay über die Möglichkeiten, zu einem ursprünglichen Zustand der fließenden Gleichheit zwischen allen Lebensformen zurückzukehren. Mit wenig Handlung und viel Raum zum Nachdenken lädt es zum Verweilen und Abschweifen ein, während atmosphärische Wassergeräusche pochende Bassdrums oder die verführerische Stimme von Baby Marcel zu hören sind.

 

Max Gadow fokussiert sich in seinen Regiearbeiten auf die Untersuchung westlicher Mythen und Machtstrukturen und leitet aus diesen performative Vorgänge ab. Die Formate reichen hierbei von Rauminstallationen über Workshops zu Bühnen-Inszenierungen.

Name Her. Eine Suche nach den Frauen+

»Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird man an mich erinnern.«
Katherine Briçonnet (ca. 1494–1526), Bauleiterin des Château de Chenonceau, Loiretal

»Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« ist die archäologische Mission einer alternativen Geschichtsschreibung aus weiblicher* Sicht. Die Long Durational Performance bildet ein performatives Lexikon prägender Frauen* und rückt dabei jene in den Mittelpunkt, die bislang einen blinden Fleck der Historiografie darstellten, um sie alle beim Namen zu nennen: Weibliche* Comicfiguren, Künstlerinnen*, Wissenschaftlerinnen*, Mütter*, Urgroßmütter*, Märtyrerinnen*, Spioninnen*, Kriegerinnen*, Herrscherinnen*, Aktivistinnen* und Superheldinnen*. »Name Her.« sucht und findet sie – unabhängig vom sozialen oder kulturellen Hintergrund, von A bis Z, in Form hunderter Schicksale aus der Weltgeschichte. Entstanden durch monumentale Recherchearbeit präsentieren Marie SchleefAnne Tismer und Jule Saworski ein lebendiges Wissens-Triptychon aus YouTube-Schnipseln, Gewinnspielen, Reenactments, getanzten mathematischen Formeln – und den Lücken derjenigen Quellen, die endgültig verschollen sind.

PALMASOLA

Kokain ist die zweithäufigste illegale Droge in Europa. Handel und Konsum steigen europaweit stetig. 2021 wurden allein in Deutschland zwischen Januar und März 16 Tonnen Kokain sichergestellt, 2020 waren es insgesamt 10 Tonnen. Wer sich als Europäer:in als Drogenkurier verdingt, kann mit Glück an den unglaublichen Gewinnspannen im Handel mit dem weißen Gold teilhaben. Wer dabei in Bolivien von der Polizei aufgegriffen wird, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in Palmasola, dem größten Gefängnis des Landes. Der Ort nimmt in der zynischen Rankingliste der »härtesten Knäste« der Welt seit Jahren zuverlässig einen Spitzenplatz ein. Der bolivianische Staat stellt keine Zellen, sondern die Insassen müssen sich ihre Unterkünfte mieten, kaufen oder bauen, unter Umständen auch erkämpfen. Die Spannweite reicht von einfachen Pritschen bis zu komfortablen Unterkünften der Wohlhabenden und Bandenführer. Hier sitzen 70 Prozent der Häftlinge ohne Urteil ein. Viele warten seit Jahren vergeblich auf ein Gerichtsverfahren, doch ohne Geld gibt es auch kein Recht.

»PALMASOLA« erzählt von den Überlebenstrategien, den Träumen und Albträumen der Häftlinge in der neoliberalen Versuchsanstalt und untersucht die Gesetzmäßigkeiten dieses »Staates im Staat«, die sich durch die Pandemie noch verschärft haben.

Seit 1991 erforscht KLARA unterschiedliche Theatersprachen, neue Dramaturgien und die Vermischung von fiktionalen und dokumentarischen Spielweisen. Alle Produktionen sind Stückentwicklungen in einem kollektiven Prozess. In den Arbeiten der letzten Jahre fokussierte KLARA vermehrt gesellschaftliche Fragen zu sozialer Teilhabe und Ökologie. Wichtiger Teil der jüngsten Projekte war oft ein mehrjähriger Rechercheprozess. KLARAs künstlerischer Leiter ist der Regisseur Christoph Frick.

Pippi: Gebt endlich auf! Es ist vorbei

Mehr als 50 Jahre haben die Fans auf die nächste Episode gewartet! Nun ist es soweit! Doch wird das Staffelfinale die während des Wartens gealterten Fans begeistern können?

Durch die Augen des melancholischen Pferdes und renitenten Affen schauen wir auf das Geschehen. Pippi macht sich die Welt noch immer, wie sie ihr gefällt. Ihre regelfreien und anarchistischen Prinzipien sind nicht weniger geworden. Und wir beobachten Annika und Thomas, wie sie sich in ihrem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben verheddern.

Doch alles weist auf Pippi zurück und hier entscheidet sich das Drama um Freiheit, Erwachsenwerden und ein erfülltes Leben. Es ist die letzte Episode der letzten Staffel. Das letzte und kompromisslose Kapitel einer Geschichte von Kindheit und Altwerden und unserem Verhältnis zur Welt. Beim Erzählen helfen dem Helmi Menschen aus aller Welt: eine legendäre Tänzerin aus Japan, einer der stärksten Männer Mexikos, eine achtzigjährige Aktivistin ebenso wie die Kinder aller Hinterhöfe von Berlin.

Das Helmi hat die Erzählung um Pippi und ihre Freund:innen seit der ersten Präsentation im November letzten Jahres weiter gesponnen, zusammen mit Pippis echtem Vater, und Astrid Lindgren hat auch geholfen. Multiperspektivische Ansätze, philosophische Ideen und Pippi verdeutlichen uns, dass es nie eine einfache Lösung gibt. Vor Verkrustungen im Leben helfen nur Freundschaften und Humor. Aufgeben gilt nicht, das wusste schon Pippi!

Planet Lubunya 

Planet Lubunya ist eine queere Sci-Fi Theaterproduktion mit verschiedenen Performance-Praktiken und Live-Musik. Eine kritische Weltraumreise, die die Ränder der Normativität auf der Suche nach der ultimativen Utopie mit Humor umzüngelt.

Das Projekt wurde von İrem Aydın (Berlin) und Efe Durmaz (İstanbul) im Jahr 2020 als Format für digitale Solidarität zwischen queeren Menschen in der Türkei und Deutschland initiiert. Jetzt startet es als Theaterproduktion mit (hauptsächlich) Berliner Künstler:innen und ist auf dem Weg zu interstellaren Kollaborationen mit Kreativen aus einer Vielzahl von Orten.

Re/Locating Amo

»Re/Locating Amo« ist der zweite Teil eines ghanaisch-deutschen Theaterprojekts, das sich der Auseinandersetzung mit dem Philosophen Anton Wilhelm Amo verschrieben hat. Anton Wilhelm Amo, der im frühen 18. Jahrhundert an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena studiert und gelehrt hat, wurde als Kind aus dem heutigen Ghana verschleppt und kehrte als Erwachsener dorthin zurück. Für das Projekt »Re/Locating Amo« haben sich ghanaische und deutsche Theatermacher:innen zusammengetan, um Amos Leben und Denken theatral zu deuten und für einen transkulturellen Dialog um Themen wie Rückkehr und Zugehörigkeit, Tradition, Identität und Philosophie als Anlass zu nehmen. Während die erste Projektphase im November / Dezember 2021 in einer Theateraufführung in Accra mündete, wird dieser Dialog im Ballhaus Ost in Berlin im Rahmen einer Ausstellung mit performativen und filmischen Beiträgen, als auch Workshop- und Diskursformaten fortgeführt.

Ekua Ekumah ist Schauspielerin, Regisseurin und Senior Lecturer an der School of Performing Arts, University of Ghana. Gemeinsam mit der Regisseurin und Storytellerin Sarah Dorgbadzi leitet sie die Lododo Arts Foundation, die sich für den Erhalt und die Wiederbelebung traditioneller ghanaischer Erzählkunst einsetzt. Die Regisseure Felix Maria Zeppenfeld und Sahba Sahebi haben sich während des Regiestudiums in Hamburg kennengelernt und seither mehrere Schauspiel- und Performanceprojekte verwirklicht.

Remote Together

Mörtelwespe, Neuberlinerin mit Migrationsgeschichte, trifft Hering, zu Gast aus Helsinki, um die Regierungsform der Organismendemokratie kennenzulernen. Besucher:innen begleiten die beiden auf einer Stadterkundung mitten ins demokratische Ökosystem an der Osloer Straße in Berlin Wedding. Beim Wasserholen wird die Sinnhaftigkeit von Demokratisierungsbewegungen im Bezug auf das Internet diskutiert. Ein mobiler Altar mit Aggregat ermöglicht in der Berliner Nacht das Miterleben und die Kommunikation mit drei weiteren, parallel stattfindenden Stadterkundungen in Zürich, Wien und Amsterdam.

Die Künstler:innengruppe Club Real verwirklicht seit dem Jahr 2000 partizipative, ortsspezifische Projekte, viele davon mit dem Ballhaus Ost: Installationen, politische Rollenspiele und partizipative Stadtentwicklungsprojekte laden Besucher:innen dazu ein, alternative Realitätsentwürfe mitzugestalten. Seit 2018 arbeitet Club Real zum Thema Organismendemokratie – gleiche politische Rechte für alle Lebewesen. 2019 war die Gruppe mit dieser Arbeit beim Impulse Theater Festival.

»Remote Together – Reality Vaccine« ist ein Format, das nach neuen digitalen und hybriden Formen des gemeinsamen Theatererlebnisses sucht und gleichzeitig verschiedene internationale Künstler:innen mithilfe neuer digitaler Werkzeuge zusammenbringt. Für die erste Ausgabe entwickelt Transit Productions Zürich mit dem Theatermacher Pankaj Tiwari (Amsterdam), dem Kollektiv Club Real (Berlin) sowie den bildenden Künstlern Thomas Hörl & Peter Kozek (Wien) eine Serie von Simultanperformances, die sowohl lokal als auch digital erlebbar sind.

Schiffbruch mit Zuschauenden (Fünf Etüden)

Führt uns die Klima- und Coronakrise unsere Fragilität vor Augen, experimentieren Sebastian Blasius und seine Kompliz:innen in fünf prototypischen Etüden mit einem Theatermodell, das von eben diesen Erfahrungen ausgeht: Was sind die Potenziale eines ‘Theaters des Unsouveränen’?

 

Der Regisseur, Choreograph und Theaterwissenschaftler Sebastian Blasius (*1979) realisiert Projekte an der Schnittstelle von darstellender, bildender und akustischer Kunst. Am Ballhaus Ost zeigte er zuletzt »Die Räuber der Geschichte«.

 

Am 25.11.2022 findet im Anschluss an die Vorstellung mit dem Team das Gespräch »Vom Versuch, Theater von Fragilität ausgehend zu denken« statt, moderiert von Dr. Marcus Quent (Universität der Künste, Berlin).

SCHRUMPF! The extended voice

Die Maulwerker präsentieren nagelneue Stücke, die ganz frisch für sie geschrieben wurden, zeigen euch die speziellen Klänge, die sie über die Jahre entwickelt und perfektioniert haben und bringen euch diese erweiterten Techniken bei. Zusammen bringen wir das Ballhaus Ost zum Klingen mit unserem Blubbern, Rufen, Trällern, Zischen und noch viel mehr!

 

Die Maulwerker sind Vokalensemble, Musikperformer:innen, Musiktheatermacher:innen, Komponist:innenkollektiv. Sie sind Spezialist:innen in den Schnittmengen von Musik und Theater, Musik und Sprache, in der Durchdringung von Musik und Raum, von Klang und Stille.

Bei SCHRUMPF! präsentieren Berliner Ensembles ihre aktuellen Produktionen – in Familienformat. Neue Kunstformen werden entdeckt, Orte erkundet, Bewegungen ausprobiert, Klängen wird gelauscht – und alle können mitmachen.  

Daniella Strasfogel ist Geigerin, Performerin und Vermittlerin in Berlin. Sie ist Gründungsmitglied des Solistenensemble Kaleidoskop in Berlin und hat 2018 LOUDsoft gegründet, aus dem Impuls, multidimensionale Musikerlebnisse für und mit Familien zu schaffen.

 

Sentimental Bits

Vier Performer:innen und ein humanoider Sexroboter begeben sich in ein Spiel mit Überwachungstechnologien, die ihre Emotionen analysieren und sie klassifizieren. Sie loten aus, was es bedeutet, in den Augen von künstlicher Intelligenz »erkannt« zu werden. Sie hacken ihre digitalen Zwillinge, transformieren und vervielfältigen ihre physischen Körper. Ihre Blicke kreuzen die der Kamera, Gesichter werden zum Instrument. In immersiven Klanglandschaften bringen die Performer:innen sozial konstruierte und in der Technologie fortgeschriebene Kategorie für einen Moment ins Wanken. Sie machen den Bereich dazwischen zu ihrer Welt und entdecken darin die Poetik von Glitches – Störungen im System.

Gloria Höckner (they, them) befasst sich mit dem Verhältnis des Körpers zu Technologie und (Macht-)Strukturen. Nach »Futurecore 2000 – All Beats Are Beautiful« im Rahmen von »Introducing…« beim Performing Arts Festival 2020 ist »Sentimental Bits« Glorias zweite Zusammenarbeit mit dem Ballhaus Ost.

Sexy Straight White People

»Sexy Straight White People« ist eine Theaterperformance über die Macht von Geschlechteridentitäten. vT.corp fordern Seh-, Lebens- und Sexualgewohnheiten heraus, um die Lebensweisen und Liebesformen des Mainstream zu hinterfragen.

 

Hannah Müller und Max Gadow sind ein sexy white artist couple aus Hamburg. Seit 2015 unter dem Namen virtuellestheater bekannt und mit Beginn 2020 verschmolzen zu vT.corp, sind sie am Ballhaus Ost bereits ein eingespieltes Team. Zuletzt luden sie dort im Rahmen von »It’s about time« Freund:innen ein, mit ihnen Zeit zu verbringen. Ganz nah am Zeitgeist und überaus versiert in der Transformation zwischen den Künsten, bilden ihre Performances Hybride aus Videokunst, Darstellenden Künste, Musik und Ausstellung.

Social Capsule

»Social Capsule« ist das Wohlfühlwohnen von morgen. Sicher, sauber, einfühlsam und vor allem mobil! Die WELCOME HOME GROUP öffnet nun ihren Showroom und lädt in ein smartes Tiny House, das in 30-minütigen Einzelterminen zur Probe bewohnt werden kann. In freundlicher Koexistenz mit dem hauseigenen KI und der Augmented Reality-Mitbewohnerin ist mensch in jeder Ecke des Tiny Houses in bester Gesellschaft. Die persönliche Komfortzone wird zu einer Begegnungsstätte, die empathisches Miteinander bietet und anregt, ohne anzustrengen! Eine Berührung der eigenen vier Wände mit Emotionen on demand.
»Social Capsule« fragt, welche Leerstellen digitales Miteinander aufweist. Kann das Gefühl von sozialer Distanz – ob als Folge zunehmender Digitalisierung, pandemiebedingt oder durch großstädtliche Vereinzelung – artifiziell substituiert werden oder gibt es ein Begehren, das nur das menschliche Gegenüber ausfüllen kann?
Das Monopol Berlin, eine ehemalige Destillerie in Reinickendorf, ist das erste Zuhause des Showrooms der Welcome Home Group. Ganz im Sinne eines mobilen Tiny Houses zieht die »Social Capsule« von der urbanen Peripherie im September in den Holzmarkt, zwischen Cafe und Weinladen an der Mediaspree.

Theresa Reiwer ist Medienkünstlerin, Bühnen- und Kostümbildnerin. In ihren Arbeiten kombiniert sie Augmented und Virtual Reality mit physisch begehbaren Räumen und verweist auf popkulturelle wie neoliberale Phänomene. Ihre narrative Rauminstallation »Slow Rooms« beschäftigte sich mit den Themen Künstliche Intelligenz und Kommodifizierung von Freizeit. Sie brachte ihr den Mart Stam Preis 2019 und das Berliner Nachwuchsförderstipendium Elsa Neumann ein. Als Szenenbildnerin für das Kino war sie zwei Mal auf der Berlinale vertreten (»Jibril«, »Glück«), ihre Bühnen- und Videoarbeiten wurden zum Impulse Theater Festival (»The Kids are alright«) und zum PAF (»Wüste Zukunft«) eingeladen.

Society Intact

Eine postapokalyptische Sitcom über gesellschaftliche Mitte und die Brutalität der Normalen.

 

MANN und FRAU sitzen immer noch im trauten Heim und leben ihr Best Life. Merken sie, dass sie ihre Ängste und Obsessionen offenbaren und Schicht für Schicht ihre bürgerliche Hülle abpellen? Zwischen die Routinen schleichen sich die persönlichen Erzählungen der Performer:innen, die ganz anders sind als MANN und FRAU – zumindest immer wieder.

 

FEELINGS umfasst die Bühnen-, Ton- und Onlinearbeiten, künstlerische Forschung, Games und Gefühle, die Jil Dreyer und Josef Mehling seit 2017 mit- und füreinander entwickeln. Sie zeigten bisher Arbeiten u.a. am Staatstheater Mainz, FELD Theater Berlin und an der Gessnerallee Zürich. »Society Intact« ist ihre erste Arbeit am Ballhaus Ost.

Stimmung

Opera Lab Berlin verwandelt Karlheinz Stockhausens Konzertstück »Stimmung« für sechsstimmigen a cappella Obertongesang – einen Klassiker der jüngeren Musikgeschichte – in Musiktanztheater. Der meditative, harmoniesuchende und an Überirdisches appellierende Obertongesang atmet den Geist der Protestbewegungen der 60er und 70er Jahre. Seine Esoterik entfaltet ein künstlerisches Gegenbild zum kapitalistischen Rationalismus, zur westlichen Lebensweise und zum bürgerlichen Konzertritual. Unter der Leitung der Tänzerin und Choreographin Margaux Marielle-Tréhoüart erweitern die Sänger:innen die Musik mit den Körpern im Raum und hinterfragen das heutige Verhältnis zum Metaphysischen. Im Ballhaus Ost, in der ehemaligen Feierhalle der Freireligiösen Gemeinde Berlin, wird »Stimmung« gleichermaßen zu Gottes Totenmesse wie zum Wiederbelebungsversuchs seiner Überreste.
Im März 2022 wandert die Produktion zum am Deutschen Nationaltheater Weimar neu gegründeten Festival »Passion :SPIEL«.

Opera Lab Berlin ist ein freies Ensemble für zeitgenössisches Musiktheater und versteht sich als Labor der Stimme, des Körpers, des Instrumentalspiels und der musiktheatralischen Komposition.
Margaux Marielle-Tréhoüart, geboren in Paris und aufgewachsen in Grenoble, ist Tänzerin und Choreografin. Seit drei Jahren verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Opera Lab Berlin und den Regiearbeiten von Michael Höppner.

The Crossing (Die Überquerung)

Die Vorstellungen müssen krankheitsbedingt leider entfallen.

Jenseits einer unvorstellbaren Leere liegt eine Welt, die nur von queeren Menschen bewohnt wird. Das Theaterstück erzählt davon, wie Risse in dieser Utopie entstehen. Geschrieben und aufgeführt in der queeren Sprache Damiá, stellt »The Crossing (Die Überquerung)« die Frage, ob neue Worte der Ort sein könnten, an dem wir endlich ein Zuhause bauen.

Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten.

The Dan Daw Show

Im Rahmen vom NO LIMITS – Disability & Performing Arts Festival 2022

 

Nominiert für die National Dance Awards 2021 gibt die intime Performance einen Einblick in die glänzende und schweißtreibende Zerrissenheit des Lebens, gleichzeitig mit Scham und Stolz zu leben.

 

H I N W E I S : 

Das Stück ist Publikum ab 16 Jahren empfohlen. Es finden darin Darstellungen von Kink-Erfahrungen, Erstickung, Demütigung, dominantem Verhalten und expliziter Sexualität und Sprache statt und es werden Fremdheitsgefühle beschrieben. Teil der Vorstellung sind laute Geräusche, blinkende Lichter und sexy Menschen mit Behinderung. 

The Eating Show


Die Vorstellungen müssen krankheitsbedingt leider entfallen.

Drei Vokalist:innen kochen ein kulinarisches Erlebnis aus den Internet-Heil-Phänomenen Eating Show (Muk-bang) und ASMR, scharf gewürzt mit einem globalen sozialen Problem: rassistisch motivierte Gewalt gegen Asiat:innen, vom 20. Jahrhundert bis aktuellen Asian Hate durch COVID-19. Mit einer Fusionsklangküche aus Internetkult, experimentaler Vokalmusik und asiatischer Weltmusik zeigt das Stück ungehörte Perspektiven von drei Berliner Asiat:innen und lädt das Publikum dazu ein, die eigene Rolle in der postmigrantischen Gesellschaft zu hinterfragen. 

Hang Su ist Komponist der neuen Musik. Er arbeitet an performativen Projekten und experimentiert mit neuen Formen von Musiktheater.

The extended voice

Margarete Huber »Kartographie« (2022, UA)

Rebecca Saunders »O« (2017) 

Travis Just »Quintet 1: Five Voices« (2006/ Version 2022) 

Andrea Neumann »Rencontre 5« (2022, UA)

Boris Filanovsky »Mariupol« (2022, UA)


 

Das Programm »The extended voice« wird Vokalmusik des 21. Jahrhunderts im Spannungsfeld der Koordinaten extended vocal techniques, Sprache als musikalisches Material und Stimme als Körperlichkeit in Bewegung präsentieren. 


 

Die Maulwerker sind Vokalensemble, Musikperformer:innen, Musiktheatermacher:innen, Komponist:innenkollektiv. Sie sind Spezialist:innen in den Schnittmengen von Musik und Theater, Musik und Sprache, in der Durchdringung von Musik und Raum, von Klang und Stille. 

The Mother in Me is the Mother in You

 

Neue Folge mit Liz Rech am 14.12., 18:00!

Link zum Podcast

 

Auf der Reeperbahn treffen sich – nach gefühlt hundert Jahren – drei Beteiligte der Theatergruppe I CAN BE YOUR TRANSLATOR wieder und begrüßen das neu geborene Baby, lüften werdende Vatergeheimnisse und verarbeiten gemeinsam, wie das jetzt mit Kindern und Karriere weiter laufen kann und wird. Kopfkino garantiert!

 

Felizitas Stilleke, Tante, Kuratorin, Dramaturgin, Künstlerin und Person, versammelt in sich und in sieben performativen Podcast Sessions Stimmen internationaler Künstler:innen zur kollektiven Diskursumwidmung. Auf der Suche nach Worten für Nicht-/Noch-nicht-/Nicht-mehr-/Vielleicht-/Mutterschaft beleuchtet jede Aufnahme das Kontinuum zwischen patriarchaler und erweiterter Mutterschaft in einem neuen Setting.

Theaterfilm-Festival

Das Ballhaus Ost wird zum Kino und zeigt Filme, die eigentlich auch Theater sind. Elf ausgewählte Arbeiten bekommen einen großen Bühnenauftritt, nachdem sie meist im Lockdown gedreht und in Isolation gestreamt wurden. Das Festivalpublikum erwartet eine breite Mischung an Genres der Theater- und Filmschaffenden: Performance, Tanz, Dokumentarisches und Musik, als Kurz- oder Langfilm, von den Macher:innen im Alleingang produziert oder mit Support von Theatern. Und wie bei jedem guten Filmfestival gibt es nicht nur frisches Popcorn, sondern auch nach jedem Film ein kurzes Q&A, nach zwei Filmen eine kleine Pause und am Samstag Abend eine fette Festivalparty.

Freitag, 17.06. ab 18:00

»Keshava / Tharayil«
8’, mehrsprach. mit engl. UT
Theater: Anjali Keshava, Sumitra Keshava, Ralph Tharayil, Norwin Tharayil
Film: Michelle Ettlin

»Der DJ ist mein Vater«
100’, dt./engl./bulg. mit engl. UT
Theater: BAMBI BAMBULE (Marie Jordan & Lisa Marie Stojčev)
Film: Lisa Marie Stojčev, Grigory Shklyar, Marilena Büld, Rahel Hutter

»Ori Cleanse«
49’, engl./fr./port. mit engl. UT
Theater: Ricardo de Paula
Film: Zé de Paiva, Kathleen Kunath


 

Samstag, 18.06. ab 18:00

»Die Zweitbesetzung«
14’, dt.
Theater: Zeno Gries
Film: Zeno Gries

»Brigitte Reimann besteigt den Mont Ventoux«
68’, dt.
Theater: Jan Koslowski, Marlene Kolatschny
Film: Jan Koslowski, Marlene Kolatschny

»Fallsucht«
37’, dt. mit engl. UT
Theater: schaefer||scherpinski
Film: schaefer||scherpinski

»How to get rid of a body. A video tutorial series«
50’, ohne Sprache / engl.
Theater: Léonard Engel
Film: Harumi Terayama, Jubal Battisti, Léonard Engel

Anschließend Party!


 

Sonntag, 19.06. ab 18:00

»Oh My Film«
12’, dt. mit engl. UT
Theater: Henrike Iglesias
Film: Lara RCZ

»Arbeiterinnen / Pracujące kobiety«
73’, dt./pol. mit dt./pol. UT
Theater: werkgruppe2
Film: werkgruppe2

»DOOM (The Movie)«
40’, ohne gesprochene Sprache
Theater: Layton Lachmann, Samuel Hertz
Film: Ethan Folk 

»Autistische Spiele«
46’, dt./engl. mit dt./engl. UT
Theater: Tobias Yves Zintel
Film: Tobias Yves Zintel

Tossed Sounds: Drei Stücke für ein abwesendes Innenklavier

Antonia Baehr »Inside the Piano« (20‘) 

– Pause –

Fernanda Farah »what draws are the eyes« (20‘)

– Pause –

Andrea Neumann »ip6« (20‘) 

Andrea Neumann spielt seit 20 Jahren dasselbe Instrument: einen selbstgebauten Klavierrahmen ohne Tastatur. Für »Tossed Sounds« wurden drei Stücke für die Komponistin und Musikerin geschrieben, von der Performerin Antonia Baehr, der Tänzerin Fernanda Farah und von Andrea Neumann selbst. Unter einer Bedingung: Das Instrument ist auf der Bühne abwesend. Was bleibt von einer Musikerin ohne ihr Instrument? Welche Spuren hinterlässt es? Was hört man?

TWO. is not a solo

Lisa Verbelen wird dieses Mal kein Solo machen. In »TWO.« bildet sie ein Duo mit dem gefeierten Jazzmusiker Hendrik Lasure. »TWO.« ist eine Übung, um das Denken in Gegensätzen umzukehren und zu erfahren, was zwischen zwei Extremen liegt. Erwarten Sie ein musikalisches und theatralisches Konzert, Worte und Musik, die Sie fühlen und denken lassen, sowohl hart als auch weich, sowohl dunkel als auch hell, mit Rauch und Feuer, Wasser in der Wüste, weder hässlich noch schön, alles Yin und Yang, über Sie und mich.


 

Lisa Verbelen (1988) studierte Theatralische Performance an der De Toneelacademie in Maastricht und einen Master in Musiktheater am Konservatorium von Den Haag. Zusammen mit fünf anderen gründete sie 2013 das Theaterkollektiv BOG.

Hendrik Lasure (1997) studierte Klavier am Königlichen Konservatorium von Brüssel und wurde bei seinem Abschluss 2017 mit dem Toots Thielemans Jazz Award ausgezeichnet.


 

Typografien

Mazen Kerbaj »Learning Arabic« (2021), UA | Komposition für 5 Musiker:innen (Stimmen, Objekte, Instrumente)

Ann Noël »YOU« (1982), Version 2021, UA | Vokalkomposition aus 405 Grafiken des Buchstabens I (i)

Federico Barabino »Silencio Visual« (2011), UA | Komposition für eine offene Anzahl Stimmen

Annette Schmucki »staben« (2014) | Komposition für drei spielzeugklaviere (3 Tastaturreihen à 13 Tasten im selben Oktavbereich) und Sprechstimme(n)

Gerhard Stäbler »SPEED« (1997) | Komposition für zwei Gruppen von 3 Vokalist:innen

Laura Mello | Nicolas Wiese »Hesitation Choir« (2021), UA | Komposition für dynamisch-typografischen Score, Elektronik und dreistimmiges Vokal-Ensemble

In ihrer erfolgreichen Reihe »maulwerker performing music« präsentieren die Maulwerker – nach »Die Rache. Rachen, Mundhöhlen und andere akustische Räume« (2020), »Oberflächen« (2019), »Vokale Räume« (2018) und »Augenlieder. Körperkompositionen« (2017) – nun »Typografien. Über die musikalische Interpretation von Schrift. Konkrete Poesie & Grafische Notationen«.

Es sind zwei verschiedene Achsen, die diesem Programm konzeptuell zugrunde liegen: Sprache als musikalisches Material zu begreifen und zum anderen Schrift als grafische Notation zu behandeln. Die an diesem Abend interpretierten Kompositionen sind ausschließlich durch Schrift notiert, in verschiedenen grafischen Anordnungen und Schriftbildern, die von den Maulwerkern in sprachmusikalische Prozesse übersetzt werden. Der Abend öffnet Räume zwischen Sprache und Musik, schafft synästhetische Verbindungen von Klang und Bild. Die Schriftbilder und Notationen werden dem Publikum während der Aufführung durch Projektionen sichtbar gemacht, teilweise als Live-Video animiert. Im Artists Talk im Anschluss an die Vorstellung am 14. Oktober sprechen die Komponist:innen über ihre Arbeiten.

Die Maulwerker sind Vokalensemble, Musikperformer:innen, Musiktheatermacher:innen, Komponist:innenkollektiv. Sie sind Spezialist:innen in den Schnittmengen von Musik und Theater, Musik und Sprache, in der Durchdringung von Musik und Raum, von Klang und Stille.
Neben den Klassikern der Neuen (Vokal-)Musik und des Experimentellen Musiktheaters – wie Schnebel, Cage und Fluxus – bilden jüngere Tendenzen den Schwerpunkt der Arbeit und damit die rege Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponist:innen, Hörspielautor:innen, Klangkünstler:innen und Regisseur:innen, einschließlich Werke der Ensemblemitglieder selbst.

Un Renversement – von Don Giovanni

Im Rahmen von BAM! – Berliner Festival für aktuelles Musiktheater 2022

Mit feministischer Brille widmen sich Alíenor Dauchez und ihr Team von La Cage hier einer Dekonstruktion von »Don Giovanni«. Die Handlung ist auf ein Filmset der Pornoindustrie verlegt, nicht immer geht es auf der Bühne jugendfrei zu. Scham wird zu einem wichtigen Schlüsselwort: Wer muss sich schämen hier, warum und wofür? Neben der passiven Rolle von Mozarts Frauen, die entweder Verführte, Betrogene, Verspottete oder Missbrauchte sind, kommt deren komplexe Psychologie in den Blick. Unerwartet tritt hierbei die Nebenfigur des Komtur aus dem Schatten und zeigt sich als wichtiges ergänzendes Glied eines von Männern dominierten Systems.
Trotz des extrem reduzierten Ensembles bleibt bei dieser Umkehrung (»renversement«) kaum eine Szene der Oper außer acht, mag sie gestreift werden auch nur im turbulenten Sprechdialog oder im Ausschnitt aus Opernfilmen, die mit dem Stück auch dessen Rezeptionsgeschichte reflektieren. Historische Einspielungen in originaler Besetzung werden unter den Händen Marta Zaparollis elektronisch verlangsamt oder verzerrt, andere Teile der Partitur in den Bereich alter und neuer Instrumente (Barockflöte, Synthesizer) übertragen – das sind Aufforderungen, »Don Giovanni« nicht neu nur zu sehen, sondern auch neu zu hören.

Die Musiktheatercompagnie La Cage wurde 2015 in Berlin und Paris gegründet. Sie bedient sich eines vielseitigen Repertoires, verbindet neue Musik mit Musik anderer Epochen und anderen Genres. In jedem Stück von La Cage wird eine musikalische Idee mit einer bildhauerischen Idee verknüpft. Der Blickwinkel auf den Raum und auf die Körper ist von der Tradition der Bildenden Kunst beeinflusst. Das künstlerische Team, das sich für die jeweiligen Projekte zusammen mit einem Musikensemble bildet, ist interdisziplinär und sucht nach neuen performativen Formen für das Genre Musiktheater.

Vögel

Steuerschulden treiben Peisetairos und Euelipides ins Exil zum freien Volk der Vögel. Machthungrig redet Peisetairos den Vögeln ein, einer überlegenen Art anzugehören. Die Manipulation gelingt und als Herrscher über Götter und Menschen organisiert er den neuen Staat Wolkenkuckucksheim, beseitigt unwillige Untertanen und rekrutiert ein sich für ihn und seine Ideen begeisterndes Vogelvolk.
Der 2400 Jahre alte Stoff »Die Vögel« hat nichts von seinem anarchischen Humor und seiner kritischen Aktualität verloren. Possible World lassen nun in ihrer Adaption taube Welt, Taubenkultur und hörende Welt aufeinandertreffen. Was heißt Inklusion in einer Demokratie – und im täglichen Probenprozess? Ein tauber und eine hörende Regisseur:in, zwei taube, zwei hörende Darsteller und ein »child of deaf adults« (Coda) entwickeln für die Bühne inklusive Kommunikationswege in Deutscher Gebärdensprache, Lautsprache und Visual Vernacular. Es wird von Macht und Machtmissbrauch, Grabenkämpfen und vielleicht auch von Lösungen erzählt.

Das inklusive Theaterkollektiv Possible World wurde 2009 gegründet. Ziel ist es, ein inklusives Modell für die Zusammenarbeit von Tauben und Hörenden beständig weiterzuentwickeln und in die Kulturlandschaft einzubringen. In den Jahren 2009-2020 entstanden vier Theaterproduktionen: »Frühling Erwache!« (2009), »ME DEA(F)« (2011), »Die Taube Zeitmaschine – eine Lecture-Performance über die Geschichte der Gehörlosen« (2014) und »Ein Sommernachtstraum« (2018) sowie die Filmproduktion »WIR. I & II« (2013). Alle Produktionen entstanden in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. »Vögel« ist die erste Zusammenarbeit von Possible World Regisseurin Michaela Caspar und dem Gebärdensprachpoeten Giuseppe Giuranna.

Vor Sonnenaufgang

Im Rahmen von Introducing… | Performing Arts Festival 2022

Gerhart Hauptmanns Helene zeigt Auswirkungen von gesteigertem Alkoholkonsum im eigenen Milieu und ihrer Familie, von der sie sich bis zum tragischen Ende nicht lösen kann.
Blomen, Moré und Reiniger hinterfragen Hauptmanns Text »Vor Sonnenaufgang« und ergänzen ihn mit eigenen und imaginierten Erfahrungen, so dass Helene multiperspektivisch inszeniert wird und ein Raum entsteht, in dem Identitäten und Wirklichkeit neu verhandelt werden.

Sophie Blomen, Vera Moré und Max Reiniger kennen sich aus ihrem Studium in Hildesheim, wo sie in wechselnden Konstellationen an unterschiedlichen künstlerischen Projekten gearbeitet haben. Gemeinsam hinterfragen sie in »Vor Sonnenaufgang« den bestehenden Theaterkanon und untersuchen das Potenzial, die eigene Geschichte vor und mit Publikum zu erzählen.

Wir wollen, dass es schön ist

Content Note | Triggerwarnung (BITTE LESEN)

Die Performance dauert etwa 90 Minuten und findet in einem abgedunkelten Theatersaal statt. Sie sind eingeladen, die intensiven, sinnlichen Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Vor der Performance werden die Menschen im Publikum, die sehen können, gebeten, eine Augenbinde (Schlafmaske) für die Dauer der Vorstellung aufzusetzen. Falls diese Situation zu unangenehm sein sollte, ist es jederzeit möglich, die Augenbinde selbstständig wieder abzunehmen.
Nicht sehen zu können bzw. sich in Dunkelheit zu begeben kann unter Umständen zu Unwohlsein führen. Es gibt jederzeit die Möglichkeit, die Augenbinde abzunehmen und/oder durch Handzeichen darauf hinzuweisen. Ist dies der Fall, wird sich die anwesende Ansprechperson an Sie wenden. Personen, die mit Dunkelheit und Nicht-sehen-können traumatische Erlebnisse verbinden (bspw. aufgrund von Nahtoderfahrungen, Kriegserfahrungen, Eingeschlossen-sein) raten wir generell vom Besuch der Vorstellung ab.

Während der Performance kommt es zu intensiven Sinneserfahrungen, diese können folgendes beinhalten:
Gerüche: Es kommt während der Performance zu intensiven Gerüchen, die synthetisch und natürlich erzeugt werden.

Geräusche: Es kommt während der Vorstellung zu intensiven und lauten Geräuschen und Musik. Der Sound wird von vielen verschiedenen Quellen erzeugt.
Lautsprachlich werden neben vielen anderen Themen auch Themen zur Sprache gebracht, die für manche Menschen aufwühlend sein können. Dazu gehören: Beschreibung von Gewalt, sexuelle Handlungen, Mobbing, Ausgrenzung aufgrund von Identätsmerkmalen, Gefahr.
Die Performer:innen werden das Publikum nicht absichtlich berühren, können aber nahe kommen.

Es kann durch die Kombination der künstlerischen Mittel in Verbindung mit den verbundenen Augen zu einer Orientierungslosigkeit oder dem Gefühl von Kontrollverlust kommen.

Wir möchten Sie zu einer intensiven, angenehmen und vielschichtigen Erfahrung einladen.

Corona-Hinweise

Die Belüftungsanlage vom Ballhaus Ost ist während der Performance eingeschaltet. Das Ballhaus Ost hat eine Maskenempfehlung. Sie können selbst entscheiden, ob Sie ihren Mundnasenschutz während der Veranstaltung tragen möchten. Es besteht die Möglichkeit, vor Ort eine OP-Maske zu erhalten. Die Sicherheitsabstände von 1,5m werden unterschritten, die Performer:innen tragen keine Maske.

Hinweise für blindes und sehbehindertes Publikum

Die Performance ist für blinde und sehbehinderte Personen zugänglich. Bei Bedarf bieten wir einen Abholservice von der U-Bahnhaltestelle Eberswalder Straße an. Anmeldung unter: knrd.anna [at] gmail.com

Es ist dunkel. Es gibt nichts zu sehen. Kein Lüftchen bewegt sich. Nimm Platz, lehn dich zurück und öffne Nase und Ohren! Nichts ist besonders schön, außer vielleicht die Ruhe der Abwesenheit. Das ist die Ausgangssituation. Mitten in dieser Dunkelheit begibt sich Hysterisches Globusgefühl auf die Suche nach der Schönheit kollektiven Erlebens. Zwischen Anarcho-Aromen und tastenden Körpern schwebt die Sehnsucht nach dem Schönen am Schönen. Denn alle begehren etwas und das Begehrte nennen wir schön. Doch das Schöne ist ein Imperativ, eine Norm. Und eine Norm ist nicht schön. Sollen wir also nach dem Schönen, nach Wahrheit und dem Guten streben? Oder ist das alles Quatsch und wir müssen etwas anderes finden? Gerüche und Geräusche vermischen sich mit Text und Politik und ein Hauch von Hysterisches Globusgefühl liegt in der Luft.

Hysterisches Globusgefühl ist ein Performance-Kollektiv aus Berlin und Wien bestehend aus Elisabeth Lindig, Lea-Sophie Schiel, Arne Schirmel, Milena Seidl, Laura Steinl und Melanie Zipf. Seit 2011 entwickelt das Kollektiv Performances, die an der Schnittstelle von Kunst und politischer Aktion operieren. Dabei stehen die Fragen, was Politik ist oder sein könnte wann sie sich ereignet und was es bedeutet politisch zu sein im Zentrum der Arbeiten. Behandelt werden diese Fragen aus einer feministischen und queeren Perspektive. Das Kollektiv richtet sich ferner in solidarischer Zusammenarbeit und mit vollem Herzen gegen das heteronormative Patriarchat und entwickelt Utopien für eine antirassistische, klassenlose, queerfeministische und lebenswerte Zukunft.

WOLF

»The Wolf is crying and weeping in pain
As his love for little red is in vain
She has a crush on the handsome hunter*
And luckily, it’s them who want her
So sorry Wolf, you have to say bye
I guess in this story you have to die«
(old saying)

Der liebeskranke Wolf ertränkt seinen Kummer in Blut, Tränen und Karaokesongs.
Als einer der letzten Vertreter einer Weltordnung, die schon längst dem Untergang geweiht ist, schildert er uns seine Version der Geschichte, die keine Widerrede akzeptiert, bis endlich die anderen Protagonist:innen in Gestalt von Rotkäppchen und der Jäger:in die Bildfläche betreten. Der Wolf ist tot, es lebe der Wolf. Ein neues Zeitalter einläutend, feiern wir mit ihnen den kurzen Moment einer Utopie von Liebe und Solidarität, die jedoch schon bald in neue Formen von Unterdrückung mutieren wird.

Mit dem Rotkäppchen-Stoff im Gepäck, erzählt »WOLF« eine blutrünstige lovestory, die für einen Augenblick eine freiheitliche Vision aufscheinen lässt, bevor die Revolution ihre Kinder im ewigen Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden doch wieder verschlingt.
Zusammen mit dem queeren Performer*innenpaar Lucy Wilke und Lotta Ökmen erzählt Sahar Rahimi & Team in eindringlichen Bildern vom allerletzten Aufbäumen alter und dem Erstarken neuer Systeme, von identitätspolitischem Getöse, romantischem Gesülze und falschen Gedärmen.