</A “Manifesto” of= {every} One.s Own>

»a woman must have money and a room of her own… daher bleibt den aufgeklärten, verantwortungsbewussten und sensationsgierigen Frauen nichts anderes übrig, als die Regierung zu stürzen… Hunderte von Geschichten und Geschlechtern erblühen zu lassen… to embrace masturbation… denn Bitches are beautiful… und wir haben nichts zu verlieren – außer unserer Angst.«

Manifeste haben die feministischen Bewegungen seit Anbeginn begleitet. Ihre Autor:innen kritisieren den Status Quo, imaginieren neue Zukünfte, rufen nach einem solidarischem »Wir« und stellen Forderungen. Als Virginia Woolf 1929 ihr Manifest »A Room of One’s Own« verfasste, hätte sie sich wohl nicht vorstellen können, dass fast hundert Jahre später immer noch für Räume, Zugänge und Unabhängigkeit gekämpft wird. So lesen sich viele der feministischen Manifeste des letzten Jahrhunderts immer noch überraschend aktuell.
In der Installation </A “Manifesto” of= {every} One.s Own> trifft die Besuchende auf ein Archiv von Texten, Tönen und Bildern, auf ein Ensemble aus Bühnentechnik und eine Künstliche Intelligenz, mit der sie gemeinsam die Puzzleteile vergangener Kämpfe in neue Zusammenhänge bringt. Gleichzeitig befragt die Installation den codierten Raum als Vorstellungsraum für kollektives politisches Handeln und setzt sich auf den Spuren feministischer Geschichte mit den Möglichkeiten einer utopischen Zukunft auseinander.

Swoosh Lieu (Johanna Castell, Katharina Pelosi, Rosa Wernecke) wurde 2009 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften gegründet und entwickelt Performances, Installationen, Hörspiele und Filme. Das queerfeministische Kollektiv schafft temporäre Räume und Bilder in Echtzeit und thematisiert gleichzeitig ihre Herstellung. </A “Manifesto” of= {every} One.s Own> ist die erste Zusammenarbeit mit dem Ballhaus Ost.

All In

Was geschieht, wenn aus Zweisamkeit Dreisamkeit wird? »All In« beschäftigt sich mit triadischen Liebesbeziehungen, in welchen sich drei Menschen in der Konstellation eines Dreiecks begegnen. Zu dritt zu lieben hinterfragt so gut wie alles, was wir über Liebe zu wissen glauben, und erfordert von den Beteiligten, sich auf ein neues Terrain zu begeben, wo es nur wenig Erfahrungen und Vorlagen gibt, auf die sie zurückgreifen können. Drei Performer:innen verweben gesammeltes Interview-Material von Menschen mit triadischer Beziehungserfahrung zu einem mehrstimmigen Geflecht aus Schauspiel, Tanz und Gesang, das die Vielfalt von Liebesformen in den Vordergrund stellt. Das gesellschaftlich anerkannte duale Beziehungsmodell wird in Frage gestellt und dazu angeregt, anders über Liebe nachzudenken und neue Räume und Möglichkeiten zu öffnen. Und das nicht nur für die Liebe, sondern für alle Lebensbereiche, in denen wir uns durch das Festhalten an scheinbar festgeschriebenen Modellen selbst beschränken.   Daniel Hellmann ist Tanz- und Theaterschaffender, Sänger und Performer und lebt und arbeitet zwischen Zürich und Berlin. Layton Lachman ist Performer:in, Tänzer:in und Choreograf:in und lebt seit Kurzem in Berlin, nachdem sie ihre Arbeiten sieben Jahre lang in San Francisco verwirklicht hatte. Anne Welenc ist Schauspielerin und Performancekünstlerin und lebt in Berlin. All In ist die erste gemeinsame Arbeit der drei Künstler:innen.

All watched over by machines of loving grace

Zum zweiten Mal gastiert der extrem gemischte Chor aus Amateur:innen, Profis und Halbwissenden in Berlin und widmet sich nun dem Zusammenleben im »Digitalozän«. Wie verändern zeitgenössische Technologien unser Zusammenleben? Ist angstfreies und verantwortungsvolles Handeln in Anbetracht der allgegenwärtigen medialen Dauerbeschallung möglich? Mitten zwischen Zuschauer:innen, Lautsprecherbäumen und Kabelgehölz, umgeben von akustischer Über- und digitaler Entlastung, entsteht ein installatives Konzert für menschliche und nicht-menschliche Klangkörper: Ein Gesang über die Einsamkeit der Menschen, die Liebe der Maschinen und die Unübersichtlichkeit der Welt.

Der extrem gemischte Chor ist ein multiprofessionelles, diverses und intergenerationales Gesangskollektiv, das sich 2018 für die Musiktheaterproduktion »Abhängigkeitserklärung« gegründet hat. Das künstlerische Leitungsteam besteht aus den Komponisten Lukas Huber und Leo Hofmann, dem Regisseur Benjamin van Bebber und der Szenographin Zahava Rodrigo. Gemeinsam suchen sie nach Möglichkeiten eines gleichberechtigten Miteinanders von Raum, Musik und Szene in der kompositorischen und inszenatorischen Zusammenarbeit.

Als Susan Sontag im Publikum saß

Der neue Film von Studio RPK »Als Susan Sontag im Publikum saß« wird mit vier performativen Previews präsentiert: diskursiv unterbrochen, literarisch ergänzt, musikalisch live vertont und mit verwandten Filmen verschnitten. Das Theater wird zum kollektiven Wohnzimmer des gemeinsamen Watchens und der Film kehrt an seinen Ursprung zurück.
»Als Susan Sontag im Publikum saß« basiert auf einer Performance von Studio RPK im Ballhaus Ost. 50 Jahren war es her, dass die berühmte Panel-Diskussion »A Dialogue on Women’s Liberation« in New Yorks Town Hall stattfand: Auf der Bühne stritten, lachten und perfortmen Norman Mailer, Germaine Greer, Jill Johnston, Jacqueline Ceballos und Diana Trilling. Im Publikum Susan Sontag, Cynthia Ozick und Betty Friedan, die intellektuelle Elite New Yorks. Die Filmemacher Hegedus und Pennebaker ikonisieren das Ereignis später mit ihrem Dokumentarfilm »Town Bloody Hall«. Aus dem Reenactment auf der Theaterbühne entstand mit »Als Susan Sontag im Publikum saß« ein filmischer Kommentar der Geschehnisse von 1971, ein tiefgründiger Schlagabtausch im Jetzt, dem Zeitalter von #MeToo.

Link zum Film: als-susan-sontag.de

Ambient 2: War of the Worlds

In seiner Ambient-Theater-Reihe entwickelt Daniel Schrader entspannte Formen von Sprechtheater. Mit Kopfhörern auf den Ohren und dem Blick in der Landschaft erleben die Teilnehmenden das SciFi-Hörspiel »Krieg der Welten« von H.G. Wells, Parkleben und Live-Interventionen der Performer:innen.

 
Eintritt frei am 2.9. im Rahmen des Kultursommerfestival. Anmeldung unter: karten@ballhausost.de

ANAL.IZANDO

. . . in the dark, starry sky in the middle of the sea — still mirroring water — I cannot tell where the line is between sea and sky; looking into my own eyes, I see both reality and fantasy reflecting back at me . . . 

Ich habe mehrere meiner Ichs getroffen: Ich bin also nie allein; ich bin nicht nur ein Ding, ich bin nicht nur mein Körper. Ich bin ein Fragezeichen.  »ANAL.IZANDO« existiert innerhalb dieses ____?____ als eine kontinuierliche Transformation durch nicht-binäre Figuren – mythologische, technologische, körperliche und nicht-körperliche – als Projektionen meines utopischen Bewusstseins. In einem konstanten Zustand des Werdens schwingt sie in einer Ekstase eines vielschichtigen Ichs. Diese Solo-Performance umreißt das komplexe und paradoxe Bestreben, einen konstanten Zustand der Veränderung, der Reflexion, des Schattens, der Ekstase und meines Fragezeichens zu umarmen, und gleichzeitig Lust in die Geschichten zu schreiben, die wir über Transformation und Werden erzählen.

ronald berger ist Tänzer:in und Performer:in, non-binär, aus Costa Rica und lebt in Berlin. Die Verbindung zur Natur und ihren performativen Qualitäten, haben ronald geprägt. Der Konflikt zwischen xieser Sexualität und dem stark katholischen, chauvinistischen Kontext xieses Heimatlandes inspiriert Debatten, Analysen und Fragen nach sozialem Verhalten.   

H I N W E I S:

Das Stück befasst sich unter anderem mit Themen der Sexualität und enthält Darstellungen von Nacktheit.

In dieser Vorstellung werden Stroboskopeffekte genutzt.


ANTIGONE pitched

»Antigone pitched« unterzieht den Antigone-Stoff einer queeren crip Lesart und reduziert ihn auf drei Figuren und einen gesetzeswidrigen Akt der Fürsorge. Stimmen und Gesten werden verzerrt, entfremdet und bis ins Ungewohnte hysterifiziert: Ein hyperformalisiertes Spiel, das Verkörperung verkompliziert und poetisiert.

 

Unter dem Label ANTISEPT lädt Julia*n Meding verschiedene Kollaborateur:innen ein, zu selbstermächtigenden Lesarten von chronische Krankheit / Be_hinderung und alternativen Konzepten von Heilung zu arbeiten. Gemeinsam entwickelt die Konstellation Probenstrategien und Formen sinnlicher Vermittlung.

behind your eyeballs

Im Rahmen von »Introducing…« des Performing Arts Festival 2023

 

Wie kann ein Archiv lebendig werden? Kann es zu einem Zeitloch werden, durch das hindurch wir in neue Zukünfte gelangen? Zwischen Autoreifen und futuristischer Videowelt erkunden Salma Said und Miriam Coretta Schulte spielerisch das subversive Archiv „858“ der Ägyptischen Revolution von 2011 sowie die Potenziale choreografischer Erinnerungstechniken.

 

Salma Said und Miriam Coretta Schulte sind Partnerinnen in crime, friendship und performance. Das Duo entwickelt seit 2018 eine künstlerische Praxis, in der das situative Wissen über ihre unterschiedlichen Hintergründe und Kontexte, die Lust am Experiment mit Aktivismus und politischen Themen verknüpft werden. »behind your eyeballs« ist ihr erstes gemeinsames Projekt. »Court Fantasies« folgt und hat im Mai 2023 Premiere in Basel.

Beim Anblick des Urknalls

Hysterisches Globusgefühl zieht sich selbstbestimmt aus dem politischen Leben zurück. Auf der Suche nach einer Utopie, die alles auf null setzt und einen politischen Neuanfang ermöglicht, begleitet das Publikum das Performance-Kollektiv auf die Suche nach einer unspezifischen und allumfassenden Einsamkeit. Wenn schon Rückzug, dann richtig! Wenn Rückzug, dann radikal. »Beim Anblick des Urknalls« besteht aus zwei Teilen. Teil 1 wird als Video im öffentlichen Raum des Internets gezeigt. Für den 2. Teil arbeitet Hysterisches Globusgefühl das erste Mal in seinem 10jährigen Bestehen mit der Form der Videoinstallation.

Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.

Best Funeral Ever (my russian funeral)

Wir sterben allein. Wir beerdigen gemeinsam. Eine partizipatorische Performance, die den politischen und theatralischen Charakter des Bestattungsrituals erforscht und seinen festgelegten Mechanismus dekonstruiert. Ein Ritual, auf das man sich unmöglich vollständig vorbereiten kann, aber während dieser Probe kann jeder letzte Wunsch erfüllt werden.

 

Natasha Borenko – eine in Sibirien geborene fluide Theatermacherin und queer-feministische Künstlerin mit Migrationshintergrund, die partizipatorische Kunst als ein Instrument zur Dekonstruktion des Systems und zur Einübung der Veränderung betrachtet. Sie entwickelt dieses Stück in Zusammenarbeit mit interkulturellen, interdisziplinären Künstlern.

Beton. Wüste. Zukunft.

Das interaktive Hörspiel »Beton. Wüste. Zukunft.« lädt ein, der eigenen kognitiven Dissonanz zwischen realer Klimakrise und fatalistischer Verdrängung nachzuspüren. Mit tropfenden Sounds, Tauch-Meditation und Gedankenexperimenten werden große Fragen gestellt und kleine Schritte in Richtung Utopie gewagt.

 

Die multidisziplinären Arbeiten von Alisa Tretau drehen sich um schambehaftete Facetten aktueller politischer Fragestellungen. Um Klimagerechtigkeit drehte sich bereits der 360°-Kurzfilm »Wüste Zukunft«. Zuvor veröffentlichte sie den Sammelband ‘Nicht nur Mütter waren schwanger’ (edition assemblage).

Big Bangs & Black Holes

»Big Bangs & Black Holes« ist eine digitale Doppelvorstellung des Queer-Performance-Kollektivs ONCE WE WERE ISLANDS. »Dogs of Love« und »We Come With Nothing«, die ursprünglich als Bühnenwerke entstanden, werden zum ersten Mal nebeneinander gezeigt, für den Film umgestaltet und mit poetischen Bildern animiert.

 

»Dogs of Love« (60′) erforscht die intime Verbindung zwischen zwei Menschen. Ausgehend von einer realen Liebesgeschichte laufen zwei Liebende in entgegengesetzte Richtungen durch Zeit und Raum, durch Vergangenheit und Zukunft, bevölkert von realen und imaginären Geschichten queerer Zweisamkeit. Die Schritte hallen nach, während wir tief in Zweisamkeit, Einsamkeit, Krisen und Intimität eintauchen. Können wir jemals wirklich jemanden verlassen, in den wir verliebt waren?

 

zum Film

 

»We Come With Nothing« (35′) erkundet die dunkle Seite der Verstrickung. Inspiriert von der Form von Olga Tokarczuks ‘Konstellationsromanen’ und Geistergeschichten, beschwört es eine Schattenwelt zerbrochener Verbindungen herauf. Was passiert, wenn eine Beziehung in Entfremdung endet? Was ist dieses ‘Nichts’, das uns bleibt? Was entdecken wir, wenn wir in dieses schwarze Loch starren?

 

zum Film

 

Die Filme sind vom 19. Juni bis zum 30. Juni 2023 online verfügbar.

 

Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten. Zuletzt zeigten sie im Ballhaus Ost »Karelia. A Queer Forest Fantasy in Two Parts«, und die Verfilmung »The Crossing«. Mit dem Theaterstück »Dogs of Love« feierten sie 2019 Premiere.

Bioswop

Sechs Performer:innen tauschen ihre Biografien untereinander. Biografien als Texte und Haltungen, die in unseren Körpern gespeichert sind. Ein Kiefer tanzt die Haltungschoreo vom Aufstiegswillen, ein Rückrad hat die perfekte Schamdrehung verinnerlicht. Jeder Lebenslauf ist ein singuläres Narrativ, das uns nie nur alleine gehört.

 

Das Performancekollektiv SEE! (SE Struck, Alexandra Knieps) aus Köln entwickelt seit 2005 hybride Performanceformate und inszeniert mit autarker Formensprache offene Netzwerke, die auf Theaterbühnen und im urbanen sozialen Kontext immer die Vergemeinschaftung und Teilhabe thematisieren. Am Ballhaus Ost waren sie das erste Mal 2018 mit »ok panik« und zeigten zuletzt das Tanzsolo »Sonderbare IRRE«, das bereits ihre dritte Einladung zum Theaterfestival FAVORITEN war.

Bodo

Bodo ist 59, hat keinerlei musikalische Ausbildung und kann keine Noten lesen. Im Jahr 2014 hat er das Album North End fertiggestellt, auf dem er alle Tracks selbst komponiert und Ton für Ton mithilfe einer Computersoftware eingespielt hat. Ausgehend von Bodos Musik und Geschichte befassen sich Björnsson/Marx und ein Ensemble aus Profi-Musiker:innen mit dem Dilettantismus als kreative Kraft und ästhetische Strategie. In einer Welt voller Expert:innen wollen sie eine Lanze brechen für den Dilettanten, der den Mut hat, sich auf eigene Faust kreativ zu betätigen und dabei Fach- und Genre-Grenzen zu überschreiten.

 

Seit 2018 bilden Thorbjörn Björnsson und Julia Marx das Musiktheater-Duo Björnsson / Marx. Gemeinsam entwickeln sie Musiktheaterstücke, deren Themen sich oft an der Nahtstelle zwischen Alltäglichem und Existenziellem, Intimem und Abstraktem bewegen.

bye, bye, bye

Das Theaterkollektiv copy & waste stellt sich an die Seite der Sterbenden und montiert ihre fiebrigen Erzählungen, großen Songs und jenseitigen Bilder zu einem vielstimmigen Monolog für einen Schauspieler. Hannes Schumacher spielt und spricht Dostojewski und Kleist, Milow und Weil, Hölderlin und Schulze-Erdel und schlüpft in die Kostüme grosser Gemälde und Filmszenen.

 

copy & waste realisiert seit 2007 Theater und Performances, zuletzt über den Kollaps der Städte, das Ende der Arbeit und den Abgesang auf die Natur. »bye, bye, bye« ist nach der Vertheaterfilmung »Besides, it’s always been the others who died« der zweite Teil ihrer Reihe »Theater des Todes«.

 

Im Anschluss an die Vorstellung am 4.3. findet an der Bar der dritte Teil von »Die Suche nach der Ur-Oper« von Das Helmi statt.

Chalet Utah

Ein Paar zieht sich auf einer einsamen Berghütte zurück. Sie fechten, tanzen, singen. Als der Schneefall einsetzt, fangen sie an Ermittler:in zu spielen. Was ist in der Hütte vorgefallen? Sie tun so, als würden sie Zeug:innen befragen und Verdächtigen auflauern. Dieses True Crime Theater verknüpft Selbstfindung mit Spurensuche und Realitätsverlust mit Erkenntnisgewinn. Oder wird hier tatsächlich ein Verbrechen aufgeklärt? »Chalet Utah« nutzt Mittel, die im Lockdown Notwendigkeit waren, aber auch neue Wege eröffneten: Der Laptop als Mitspieler, die Kamera als Verbindungskanal und der Bildschirm als Bühne. Und für Zuschauende im Theatersaal immer auch die Möglichkeit, hinter die Kamera zu schauen.

Schauplatz International wurde 1999 von Anna-Lisa Ellend und Albert Liebl gegründet und hat seitdem über 50 Stücke, Performances, Aktionen, Filme und Hörspiele entwickelt. Im Ballhaus Ost war zuletzt ihre Trilogie (»Idealisten | Fundamentalisten | Egoisten«) sowie »Cap Escape Plaisance Club« zu sehen und als Shutdown Special der Live-Podcast »Le garage de la grande promenade (Part I & II)«, ein erster Entwurf von »Chalet Utah«.

COSMICBODIES

Zittre. Berühre. Spüre ob der Stein ein Stein oder ein Alien ist. Rolle. Harmonisiere mit den Chemikalien. Verwandle dich. Vibriere. Vermenge das Menschliche mit deinen Geruchsorganen. Atme.

Aliens verkörpern das Bedrohliche – das absolut Andere – das Fremde Unverständliche das Weibliche Wildnis Chaos und das Monströse! Ihre Körper bewachen die Grenzen des Möglichen und bedrohen jegliche Ordnung. In »COSMICBODIES« bewegen sich sieben außerirdische Körper von der eigenen Innenwelt ins Weltall – bis Outer Space und Inner Space zusammenfließen.
»COSMICBODIES« ist ein Tanzstück für Menschen mit und ohne Sehbehinderung und integriert eine künstlerische Audiodeskription. Nach »Blue Moon« und »Witches« ist es die dritte Arbeit von Ursina Tossi aus »EXCESSIVE SHOWING you can only dismantle the master’s house with the monster’s tools!«, einer choreografischen Serie kritischer queer-feministischer Perspektiven auf die Konstruktionen von Weiblichkeit und monströsen Körpern im Kontext von Mythologie Geschichte(n) und Popkultur.

Court Fantasies

Mithilfe von Zukunftsvisionen rütteln die Performerinnen Salma Said und Miriam Coretta Schulte am starren, vermeintlich unveränderlichen Asylsystem. Sie laden das Publikum ein zu einem Blick in zukünftige Archive:

 

Es ist 2099 und weltweit herrscht das Recht auf Bewegungsfreiheit für alle. Die gigantische Fiktion, die Menschen einst in die Kategorien “verdient Visum” und “verdient kein Visum” eingeteilt hat, haben wir nach jahrelanger Anstrengung hinter uns gelassen. Aber was, wenn genau diese Freiheit bedroht wird? Heute Abend versammeln wir uns, um die aktuellen Verunsicherungen zu verstehen. Und uns zu erinnern, wie die Aktivist*innen von damals mit unglaublicher Arbeit die Zukunft hervorgebracht haben. Wir erwarten euch mit Liebe zu den Archiven und Leidenschaft für den Kampf, eure Salma und Miriam.

 

Über die Künstler*innen

Salma Said und Miriam Coretta Schulte sind Partnerinnen in crime, friendship und performance. Das Duo entwickelt seit 2018 eine künstlerische Praxis, in der das situative Wissen über ihre unterschiedlichen Hintergründe und Kontexte, die Lust am Experiment mit Aktivismus und Imagination verknüpft werden. Ihre erste gemeinsame Arbeit »behind your eyeballs« wurde 2023 als Teil von  »Introducing…« beim Berlin Performing Arts Festival im Ballhaus Ost gezeigt.

Die Performance ist Teil unserer Gastspielreihe Berlin Basel Smash: vom 23.2. bis 9.3. zeigen wir im Ballhaus Ost drei Stücke aus der Stadt am Rhein. Auf »Recycling of Life« von Antje Schupp | Ayman Nahle | Yanik Soland folgen »Court Fantasies« und »screening invisibilities« Zino Wey.

Dangereuses

Welche Körper und welche Tänze sind für die heutige Zeit notwendig? Was bedeutet es, gefährlich zu sein? Oder dangereuses – eine weibliche Entität im Plural implizierend. In dieser choreografischen Arbeit verstehen sechs Performer*innen das Risiko von Intimität, Sanftheit und Lust als subversive Praxis und durchkreuzen sie mit Elementen der Selbstverteidigung, des Protests, des Trainings und der Vorbereitung auf den Kampf.

 

Julia B. Laperrière und ihr Team arbeiten in einer intersektionalen Perspektive und interessieren sich für Vertrauen, Respekt und Liebe als Säulen künstlerischer Zusammenarbeit.Die Mischung aus Sprachen, Orten, Praktiken, Menschen und Genres – sowohl künstlerisch als auch identitätsbezogen – setzt sich aus Künstlern zusammen, die sich zwischen vielen Ländern und Kulturen bewegen, und ist ein integraler Bestandteil ihrer Praxis. Indem sie den Tanz durch eine queer-feministische Linse sehen, glauben sie an den Körper als Ort der Veränderung und des Austauschs.

Das anschauliche Klaffen

»Das anschauliche Klaffen« beschäftigt sich mit dem Einbruch des Chaos in unseren intimsten Lebensbereichen am Beispiel des Mutter-seins. Der Akt des Aufräumen als Sehnsucht nach Kontrolle aber auch als rituelle Verbindung zum ursprünglichen Chaos und was davon noch in uns übrig ist, bildet die Grundlage dieses Tanzduetts.
Moss Beynon Juckes und Maria Walser, beide Mütter, spielen Familie, strapazieren Hierarchien und springen von einer Generationen zur anderen. Bedroht von einer Allianz des Haushalts aus Möbeln, Spielzeug, Büchern, Kosmetik, Bürokratie, Mutterbildern und Rollenklischees, suchen die beiden ihre eigene Ordnung mal miteinander, mal gegeneinander und erproben so gleichzeitig Strategien, Beziehung und Verantwortung immer wieder neu zu denken.
In der scheinbar geordneten Welt der Bühnenbildnerin Mirella Oestreicher und begleitet von den musikalisch zerlegten Schöpfungsmythen von Vera Pulido, werden die Urmütter, besungen, wie sie den ewigen Kreislauf von Chaos zu Ordnung bewerkstelligen. Sie dienen als Inspiration, wie wir beim spielen der überlieferten Rollenbilder, sowohl uns als auch die präexistenten Formen verändern können.
Für dieses Stück gilt: Was sich schon nicht organisch fügt, soll gefälligst anschaulich Klaffen.

DAS ERBE
– Schon cool, was da alles möglich ist!

Kommen Sie und spielen Sie mit! Werfen Sie Ihr ganzes Erbe in die Waagschale.
Eine Frau um die 40 möchte ein Kind bekommen und lädt das Publikum ein, mit ihr das Spiel des Lebens zu spielen. Ausgehend von wissenschaftlichen und sozialen Entwicklungen geht es um das ganz persönliche Bauchgefühl und gesellschaftlich tiefgreifende Entscheidungen…

 

Nach den Performances »Die Natur der Kinder« (2016), »Unser Erbe« (2018) und »Good Advice« (2021) führen willems&kiderlen ihre künstlerische Recherche zum körperlichen, sozialen und materiellen Erbe und Weitergeben fort. »Das Erbe – Schon cool, was da alles möglich ist!« basiert auf Gesprächen mit Betroffenen von einem stark belasteten Erbe sowie mit fachlichen Expert:innen und Wissenschaftler:innen.

Das kranke Haus

Im Rahmen vom NO LIMITS – Disability & Performing Arts Festival 2022

 

„Wer sagt eigentlich, was krank ist – und was gesund? Als Götter in Weiß hinterfragen das Kollektiv vorschlag:hammer und das Theater Hora vermeintliche Gewissheiten des Gesundheitswesens – und haben dabei viel Spaß.“ (Valeria Heintges, nachtkritik.de)

 

H I N W E I S:

Die Vorstellung findet mit verdunkeltem Zuschauerraum statt und es wird über die Themen Krankenhaus, Operation und Tod gesprochen.

Das Krippenspiel

Was wäre, wenn es Weihnachten nicht gäbe? Weihnachten ist für die meisten Menschen das schönste Fest des Jahres, und dennoch geschieht oft alles auf den letzten Drücker. Viele Menschen verbinden Weihnachten nur noch mit Stress und Qualen: Abgehetzt durch die Geschäfte toben, um die notwendigen, immer teurer werdenden Geschenke zu besorgen. Aber in einer Zeit rasender Geschwindigkeit brauchen wir Dinge, die uns innehalten lassen. Eine winterliche Welt feiert den Durchbruch der Liebe und der Hoffnung.
Gott schickt seinen Sohn als kleines hilfloses Kind auf die Erde. Wir erfahren Gottes Nähe zu den Menschen. Er teilt sein Leben mit uns, weiß um Freud und Leid. Er gibt uns Hoffnung, zeigt, wie aus kleinen Ansätzen Großes entstehen kann.»Es begab sich aber zu der Zeit…«, alle kennen den Anfang dieser Geschichte und auch deren Ende, doch in der Zwischenzeit hat sich die Welt verändert.
Auch in diesem Jahr wollen wir wieder einen Vormittag der Freude und Besinnlichkeit mit Erinnerungen und strahlenden Kinderaugen feiern, ein klassisches Krippenspiel. Gemeinsam statt einsam.

 

Diesmal wirklich zum letzten Mal.

Das Leuchten / The Glow

Ich träume von einem Berg, auf dem Wasser stand. Wie eine Haube aus Schnee im Winter auf einem Dach lag eine tiefe blaue Schicht Wasser auf dem Berg. Ein Kajakfahrer war in ihm unterwegs.

 

Fasziniert von der Idee des Social Dreaming lädt SEE! Kollektiv die Zuschauer*innen in eine Welt aus Licht, Tanz und Beats. Die Bühne wird zu einem fragilen, aber spektakulären Ort, an dem es möglich scheint, sich von den Ideologien unserer Wirklichkeit zu emanzipieren. Es pulsiert. Der Raum verändert sich. Es leuchtet!

 

Das Performancekollektiv SEE! (SE Struck, Alexandra Knieps) aus Köln entwickelt seit 2005 hybride Performanceformate und inszeniert mit autarker Formensprache offene Netzwerke, die auf Theaterbühnen und im urbanen sozialen Kontext immer die Vergemeinschaftung und Teilhabe thematisieren. Am Ballhaus Ost waren sie das erste Mal 2015 mit »Volumenjoker« und zeigten zuletzt »Bioswop«. »Das Leuchten / The Glow« ist ihre erste Premiere in Berlin.

Dating a Forest

Ein site-specific AudioDate für jeweils eine:n Zuschauer:in und Wald

 

Spring Time is Dating Time! Wenn Parship, Grindr und LoveScout24 Dir aber zu wenig sind: »Dating a Forest« kommt nach Berlin! In Zeiten der Klimakrise – nur Du und Wald, zu zweit im öffentlichen Raum rundum das Ballhaus Ost. Buch Dir Deinen Dating-Slot – jetzt!

 

Janna Pinsker und Wicki Bernhardt verbinden in ihrer Arbeit die Linien von postdramatischem Theater, Choreografie und Performance für ein junges und generationsübergreifendes Publikum. Mit einer absurd-fragmentarischen und spielerisch-konfrontativen Ästhetik verhandeln sie dabei Themen wie Scham, körperliche Veränderung, Klimakrise oder die Macht von Paarbeziehungen.

 

A C H T U N G : einzelne Slots sind nicht barrierefrei! Bitte nehmen sie bei Bedarf Kontakt zu uns auf per mail an info @ ballhausost.de

Der Ausflug

Wir sind eine ganz gewöhnliche Schulklasse und machen einen Ausflug ins Planetarium: Unsere Schule ist in Lomé, Berlin oder vielleicht auch Taipei, ein klein wenig in der Zukunft. Alle Großstädte ähneln sich. Auch Erwachsene können zur Schule gehen! Wir sind im Unterricht, bis die Schulglocke klingelt. Dann begeben wir uns in den Mittagsverkehr. Wir kommen zur Bushaltestelle, warten kurz, steigen dann ein und fahren bis zur Endstation am Waldrand. Dann steigen wir aus und wandern durch einen Wald zum Planetarium. Wir sind auch selber der Wald! Vom Planetarium aus reisen wir durch das Weltall. Eine freundliche und sehr engagierte Reisebegleiterin erklärt alles Nötige für unsere Reise ins Universum. Wir sind Passagiere und gleichzeitig Objekte im Universum! Wir reisen durch das Sonnensystem, die Milchstraße, die lokale Gruppe, den Virgo Superhaufen, die lokale Superstruktur bis zum Ende des sichtbaren Universums. Zum Schluss machen wir Rast auf einem beliebten Aussichtsplatz und genießen den schönen Blick…
Die gesamte Reise erleben wir tänzerisch. Wir haben verschiedene Hintergründe: Hip Hop, Ballett, Modern Dance, Philosophie, Physik, Performance und Traditional.

P.S. unser momentaner Forschungsstand bis zu Proxima Centauri:
Proxima Centauri ist ein roter Zwerg und zur Zeit der nächstgelegene Stern außerhalb unseres Sonnensystems. Er ist circa 4,2 Lichtjahre entfernt. Eigentlich ist es ein Dreifachsternensystem zusammen mit Alpha Centauri A und Alpha Centauri B. Proxima Centauri b und eventuell Proxima Centauri c, die potentiell erdähnlichen Planeten, umkreisen dieses Dreifachsternensystem in gebundener Rotation. Mit den Raumschiffen, die uns im Moment zur Verfügung stehen, brauchen wir wahrscheinlich 75.000 Jahre, um dorthin zu gelangen. Außerdem dürften sie nur einige Gramm wiegen. Wenn wir eine menschliche Generation mit 25 Jahren ansetzen, dann wird es sicherlich 3.000 Generationen dauern, bis das Raumschiff angekommen ist. Wenn wir errechnen, dass uns Proxima Centauri in 20.000 Jahren eine Zeitlang näher kommt und nur 3,2 Lichtjahre entfernt sein wird, eine Generation mit 30 Jahren angesetzt werden kann und wir in nächster Zeit noch etwas schnellere Raumschiffe bauen können, die auch schwerer sein dürften, dann brauchen wir wohl immer noch 57.142 Jahre und 1.904 Generationen, bis wir auf unserer neuen eventuellen Heimat angekommen sein werden. Das wäre von jetzt zurückgerechnet bis ins Paläolithikum.
Wir können aber auch in unserer Eigenzeit reisen, wenn wir uns an die allgemeine Relativitätstheorie halten und auf unserer Geodäte bleiben. Dann brauchen wir nur 1 Stunde und 20 Minuten und haben sogar das gesamte Universum durchquert. Hierzu orientieren wir uns an einer 2 Millionen Jahre alten Tradition, dem Tanz, und zwar dem Hip Hop Mix mit seinen verschiedenen Ausrichtungen.

Die NEWSTARDANCECOMPANY ist eine Hip Hop Mix Gruppe und besteht aus Tänzer:innen verschiedener Stilrichtungen, die sich zunächst in Lomé und später auch in Berlin regelmäßig treffen, um sich ihre Choreografien und Improvisationen gegenseitig beizubringen. Die NEWSTARDANCECOMPANY wurde von Meier Edem Akakpo und Koffi Mawuena Tchao 2010 in Lomé (Togo) gegründet. Hilère Anoumou Messan ist von Anfang an dabei. 2016 wurde Anne-Kathrin Tismer in Lomé in die Company aufgenommen. 2017 gingen Meier Edem Akakpo und Anne-Kathrin Tismer nach Berlin. Nuria Hoeyng und auch Dominique Wenzel sind in Berlin in die Company aufgenommen worden. Für »Der Ausflug« sind nun noch in Berlin Merav Leibküchler, Joy Maria Bai, Nora Fuchs, Kefei Cao, Charlotte Bohn, Okka-Esther Hungerbühler, Felix Loycke und Fabian Bischof dabei.

Die Ausschreitung

Ein dunstiger Sommermorgen. Glitch und Copper Key gehen in Richtung Digitalpark. Sie sind Freundinnen. Wir schreiben das Jahr 2101. Die Welt wurde überflutet, und ja, das hat die Architektur seither in Frage gestellt. Als sie vorbeigehen, blinkt das Schild »Safety, Sanity and Security« an der Tür auf. Eine vage Erinnerung taucht auf. Sie erinnern sich, dass sie sich nicht erinnern. Gefangen in einer autokratischen virtuellen Welt, die sie mit synthetischen Pommes füttert, fragen sie sich, wie lange sie sich noch anpassen können? Wird es ihnen gelingen, die Zukunft zu hacken?

Die Choreografinnen Cécile Bally und Emma Tricard kreieren mit dem Geräuschemacher Niels Bovri eine Tanzperformance auf der Grundlage eines Science-Fiction-Romans. Weiterentwickelt aus Textmaterial von Schreibworkshops in Kortrijk, Santiago de Chile, Aix-en-Provence und Berlin wurde »Die Ausschreitung« zu einem politischen Thriller.

Emma Tricard, die derzeit in Marseille lebt, absolvierte den Master Exerce am ICI-CCN in Montpellier. Sie ist Tänzerin und Choreografin und liebt es zu reden. Seit 2015 entwickelt sie eine choreografische Forschung, die auf der Beobachtung und Diskrepanz/Verzerrung zwischen »Sagen« und »Tun« basiert. Auf einer abenteuerlichen Suche erfindet sie Tänze der Konjugation, denkt ihre Arbeit in die Zukunft und spielt humorvoll mit den kausalen Beziehungen zwischen Dingen, Gedanken, Bewegungen und Naturphänomenen.

Cécile Bally ist eine in Berlin lebende Choreografin mit Abschlüssen in Tanz (HZT Berlin) und Wirtschaft (École Normale Supérieure de Paris-Saclay). Ihre künstlerische Arbeit schafft Verbindungen zwischen diesen beiden Milieus und hinterfragt auf humorvolle Weise den Platz von Rationalität und magischem Realismus in der Performance. Cécile Bally verankert ihre Arbeit in der Welt der Science-Fiction als Gesellschaftskritik und setzt sich mit den vorherrschenden Entitäten der aktuellen Populärkultur auseinander, die gleichzeitig Träume und Alpträume hervorrufen.

Die Entsorgung des Vergessens – 91 Traumprotokolle

Akustische installative Vorgänge in löchriger Dunkelheit. Enigmatische Gestalten schreiben sich mit einer archaischen Schrift durch Träume, deren Personal sie einmal waren. Ein reduziertes, üppiger Traumlogik folgendes Gespinst.

 

Das Solistenensemble Kaleidoskop begreift sich als Co-Autor:innen der kollaborativen Produktionen. In jahrelanger Zusammenarbeit mit Georg Nussbaumer werden neue Ausformungen des experimentellen Musiktheaters erforscht. Ein Ort, der die Kraft hat sich andere Zukünfte vorzustellen.

 

H I N W E I S: Die Aufführungen sind nicht barrierefrei, da sich das Publikum bei Dunkelheit eigeninitiativ durch die verschiedenen Stockwerke des Hauses bewegt. Besucher:innen mit Seheinschränkungen können sich bis zu 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse für eine geführte Vorstellung anmelden.

Die Geschichte einer Stunde

»Die Geschichte einer Stunde« erzählt von Louise Mallard, die vom plötzlichen Unfalltod ihres Mannes erfährt. Ein Zugunglück soll es gewesen sein. Sie bekommt die Nachricht von ihrer Schwester Josephine überbracht – sehr vorsichtig, leidet Louise doch angeblich an einer Herzschwäche. Sie bricht in Tränen aus und sperrt sich ins Schlafzimmer ein. Dort überkommt Louise plötzlich ein ungewohntes Gefühl.

In einer Zeitspanne von genau sechzig Minuten entfaltet und begrenzt Kate Chopin die Utopie einer selbstbestimmten Verwandlung. Die 1894 erschienene Kurzgeschichte ist ein bisher wenig bekanntes Beispiel im Schreiben der amerikanischen Autorin, das nun zur deutschsprachigen Erstaufführung gebracht wird. Für Marie Schleef und ihr Team wird die Kurzgeschichte in Form eines einstündigen Silent Piece zur Grundlage für die Vermessung neuer Erzähl- und Traumräume ohne das gesprochene Wort. Damit schließt das künstlerische Team an Experimente mit visuellen und performativen Erzählformen in den beiden vorausgegangenen Arbeiten an: Nach der Romanadaption von »Die Fahrt zum Leuchtturm« (Volksbühne Berlin, 2018) und der zum 58. Berliner Theatertreffen eingeladenen gemeinsamen Arbeit von Marie SchleefJule SaworskiAnne Tismer und Laura Andreß – »Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« (Ballhaus Ost, 2020) – vollendet »Die Geschichte einer Stunde | The Story of an Hour« die von Marie Schleef konzipierte Trilogie rund um Räume der Emanzipation, in der Zeit- und Literaturgeschichte auf vergessene, neue Möglichkeitsräume untersucht werden.

Die neue Performance

Wir sind Hysterisches Globusgefühl: Mitte dreißig, weder richtig jung noch richtig alt und in der Blüte unseres Schaffens. Seit 10 Jahren machen wir Kunst, die um politische Erneuerung ringt. Aber dieses jugendhafte Streben nach dem Neuen ist in die Jahre gekommen. Höchste Zeit für etwas wirklich Innovatives: »Die neue Performance«!
Wir laden euch ein, uns in unser hysterisches Nimmerland zu folgen. Eingehüllt von der Zuckerwatte eurer Kindheit könnt ihr hier der Zeit beim Tropfen zuhören und gemeinsam mit uns altern. Während wir uns der Musik aus unseren schwermütigen Backfischjahren hingeben, frönen wir unserer Sehnsucht nach dem Neuen und feiern den Verfall unserer Körper. Jedes Ende beginnen wir von Vorn und hören nicht mehr auf anzufangen. Als Grandes Dames blicken wir in unseren Memoiren auf eine ereignishafte Zukunft zurück. Seid dabei, wenn wir als ewige Kinder in unseren Jungbrunnen steigen, als alte Frauen* wieder herauskommen und die Zeit zu einer magischen Pause gefrieren lassen.
Für den Eintritt in unser hysterisches Zeitalter ist es jedoch vorgesehen, dass ihr nicht alle gleichzeitig kommt. Nur so kann es gelingen, die Fesseln des ewig Linearen zu lösen. Mit einem gestaffelten Einlass werdet ihr jeweils Zeug:innen eines anderen Ablaufs unseres Theaterabends. Lasst uns auf diese Art gemeinsam unsere Vorstellungen von Zeit und Altern zersetzen. Fordern wir zusammen das politische Potential des Neuen aufs Neue heraus.

Hysterisches Globusgefühl ist eine performistische Vereinigung aus Berlin und Wien. Sie richtet sich mit vollem Herzen und solidarischer Zusammenarbeit gegen das heteronormative Patriarchat und entwickelt Utopien für eine antirassistische, klassenbewusste, queerfeministische und respektvolle Zukunft.
In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost. Zuletzt zeigte sie hier ihre Arbeiten Beim Anblick des Urknalls und Die Vier in der Nähe.

Die Suche nach der Ur-Oper

Ur-Oper #12 »Feuer, Erde, Luft und Wasser«

Auf seriöse und zugleich fesselnde Weise erkundet das Helmi die Kompatibilität zwischen den Sternzeichen und die herausfordernde Dynamik des Universums. Die Figuren navigieren durch komplexe Beziehungen, während sie traditionelle astrologische Vorstellungen über Paarungen und Kompatibilität in Frage stellen oder mysteriöse Bestätigungen in ihren Verbindungen erfahren. Inmitten dieser Reflexionen über Beziehungen und Universum entstehen Momente der Überforderung angesichts der Unendlichkeit und Vielschichtigkeit des Kosmos.

Die Musik von Fee Kürten und Jakob Dobers dient als emotionale und erzählerische Grundlage dieser ungreifbaren Performance und schickt das Publikum auf eine immersive Reise.

 

Das Helmi Puppentheater Kollektiv aus Berlin ist seit 2006 am Ballhaus Ost. Sie verbinden viele künstlerische Sprachen und Richtungen in ihren Shows, in denen stets auch die Helmi-Puppen und eine selbstgeschriebene Musik Hauptrollen einnehmen. 

 

Mit ihrer Reihe »Die Suche nach der Ur-Oper« bespielen sie seit Januar 2023 monatlich eine kleine neue Bühne an der Bar des Ballhaus Ost. Denn: Worüber man nicht sprechen kann, weil es irgendwie so groß und unfassbar ist, darüber kann man vielleicht singen. (Emir Tebatebai) 

Die Übersetzung

ما تلاش می کنیم تا شیوه کاری خود را ترجمه کنیم. به زبان های مختلف، به شکل تصاویر و باز به نمایش برگردانیم. به همراه خسرو محمودی، بازیگر، که از اوقات فراغت خود برای ترجمانی رومان به فارسی استفاده می کند و برای او این سوال مطرح است که چگونه می توان “خوک داشتن” را به درستی ترجمه کرد.
به همراه سباستین کوناس، هنرمند صداپرداز، که درگیر این سوال است که از چه زمان، زبان به موسیقی تبدیل می شود و با احمد جمالی، مترجمی که از شغل روزمره خود می گوید. آنها این سوال ها را مطرح می کنند: تماشاچیِ ما واقعا کیست، چه دریافتی از این کار دارد، در تیاتر چه چیزی را تجربه می کند و چگونه می توان این را ترجمه کرد؟

 

Sprache ist das Haus, in dem wir wohnen und vorschlag:hammer wollen die Türen ihres Hauses öffnen, andere reinlassen und umbauen. Sie wollen versuchen, ihr Theater zu übersetzen. In einen mehrfach übersetzten Abend über das Übersetzen, in dem sich Inhalt und Form bedingen und der von der Dominanz einer gesprochenen Sprache hinführt zu Multisprachlichkeit und dem Angebot des emanzipierten Selbstdeutens der Bilder. Ein Raum, in dem viele etwas verstehen, aber keiner alles.

 

vorschlag:hammer entwickeln seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen. Ihr performatives Erzähltheater hat sich in den vergangenen Jahren für unterschiedlichste ästhetische Strategien geöffnet, zu visuell-atmosphärischen oder körperorientierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie sowohl frei bereits existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen zu immer neuen Themenfeldern.

Die Verwandlung

Manuel Gerst bringt Kafkas berühmte Erzählung als Happening aus der Event-Industrie auf die Bühne. Referenzen zu Junggesellen-Abschieden und Aggressionsabbau in der Gruppe treffen auf Aktionskunst und Destruction-Art. Im Spannungsfeld zwischen Versehrtheit und Unversehrtheit wird hier Kafkas Parabel als Geschichte über Behinderung gelesen. Die Aggression gegenüber dem deformierten Anderen aus der Erzählung wird auf der Bühne in Aggression gegen das Objekt gerichtet. Am Ende ist es egal, welche Position das Publikum einnimmt – die Delle bleibt die gleiche. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Apfel.

 

In seinen bisherigen Arbeiten hat Manuel Gerst in unterschiedlichen Konstellationen, u.a. unter dem Label Monster Truck, immer wieder bestehende Machtverhältnisse im Theater in Frage gestellt und unterlaufen. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich häufig mit dem Themenfeld „Behinderung“ und Ökonomien im Theater. »Die Verwandlung« ist seine erste Arbeit am Ballhaus Ost.

 

Am 17.11. findet im Anschluss an die Vorstellung ein Nachgespräch statt (Retrospektive Improvisation von Theaterscoutings mit Alisa Tretau).

Die Vier in der Nähe

Du bist eine Person, wir sind vier. Du bist Zuschauer:in, wir sind Theater. Unsere Sehnsucht nach Nähe wandeln wir in ein lustvolles Spektakel nur für dich. Zusammen sind wir nah, wir sind keine Familie, nicht verheiratet und auf gar keinen Fall zu zweit. Zu viert bewegen wir uns ekstatisch und innig umeinander. Wir stoßen aneinander, wir reiben uns, wir wärmen uns gegenseitig – aber berühren tun wir uns wahrscheinlich nicht. Lange haben wir uns nur selbst gepudert, unergründliche Organismen in unseren Hautritzen erforscht und mit unseren Tränen den Abstand zwischen uns überwunden. Nach dieser ewig langen Zeit kommst du dazu. Und so performen wir exklusiv für dich die Auflösung jeglicher Exklusivität.

»Die Vier in der Nähe« ist eine Performance von Hysterisches Globusgefühl für nur eine Person im Publikum. In dem zwanzigminütigen Beziehungs Quickie suchen die vier Performer:innen nach Möglichkeiten eines grenzenlosen solidarischen Miteinanders und lassen sich selbst und ihre Beziehungsvorstellungen mutieren. Sie versuchen verzweifelt eins zu werden und drehen sich gemeinsam für eine einzige Person um Fragen, die sie immer aber nun mehr denn je beschäftigen und berühren. Was bedeutet es grundsätzlich miteinander in Kontakt zu treten? Wie können wir weicher werden? Und: wie bitteschön können wir vier Menschen auf einmal in die Augen schauen? Die Arbeit ist in Berlin im November-Lockdown 2020 in der 4. Etage des Ballhaus Ost entstanden.

Hysterisches Globusgefühl ist ein queer-feministisches Performancekollektiv aus Berlin. In ihren Arbeiten bewegen sich die Performer:innen an der Schnittstelle zwischen Kunst und politischer Aktion. Formen des Protests und Ästhetik der Subkulturen werden bei Hysterisches Globusgefühl verfremdet, auf ihre Grundformen reduziert und daraus neu entworfen. Antrieb ist die Suche nach alternativen Möglichkeiten, sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und was Politik eigentlich ist oder sein könnte steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Hysterisches Globusgefühl formierte sich erstmals 2011 und arbeitet seit 2016 am Ballhaus Ost.

Dirty Debüt

Nach einer langen Pause ist »Dirty Debüt« zurück am Ballhaus Ost. Zum vorerst letzten Mal stellt »Dirty Debüt« hier eine Plattform für vier emerging performance artists zur Verfügung, die in diesem Rahmen skizzenhafte, unfertige, eben schmutzige Arbeiten zu einem konkreten Thema oder Begriff zeigen können. Im Anschluss an die Aufführungen laden wir – soweit es die Hygienebestimmungen zulassen – zu einem gemeinsamen Drink oder Abendessen ein, bei dem das Publikum Gelegenheit hat, auf die Künstler:innen einen Toast auszusprechen. »Dirty Debüt« #9 findet im Ballhaus Ost am 18. Dezember statt; das Thema ist »after life«.

Anders als im Tanz oder Schauspiel gibt es in Berlin keinen hochschulischen Kontext, in dem sich Performance-Macher:innen von Anfang an begleiten und voneinander lernen können. Die meisten kommen erst nach dem Studium hierher, und vielen fällt es oft über Jahre hinweg schwer, Kontakte außerhalb ihrer bestehenden Zirkel zu knüpfen. Björn Pätz und Sandra Umathum haben daher 2018 »Dirty Debüt« ins Leben gerufen – für eine größere Sichtbarkeit von emerging performance artists, aber auch um die Bandbreite der gesamten Performance-Landschaft Rechnung zu tragen und sie auf derselben Bühne zu versammeln. Darüber hinaus möchte »Dirty Debüt« einen Austausch über die gezeigten Arbeiten ermöglichen, der die üblichen Logiken des Urteilens und Kritisierens hinter sich lässt.

Interessierte bewerben sich mit einem Projektentwurf. Für jede Ausgabe von »Dirty Debüt« wählt dann eine Jury vier Einsendungen aus, deren künstlerischer Ansatz und qualitativer Anspruch als eigenständig und vielversprechend beurteilt werden. Die eingeladenen Performance-Macher:innen erhalten ein kleines Budget für die Produktion, eine minimale Bühnenausgestaltung sowie für Materialien und Transporte.

Dogs of Love

Das queere Performancekollektiv ONCE WE WERE ISLANDS untersucht in »Dogs of Love« die innige Verbindung zweier Menschen, die Raum und Zeit überdauert. Ausgehend von ihrer eigenen Liebe zueinander im Hier und Jetzt, entfernen sich die beiden Performer* im Verlauf der Performance voneinander und durchschreiten die Zeit. Auf dem virtuellen Weg in die Zukunft bzw. in die Vergangenheit erkunden und durchleben sie die ebenso reale wie fiktive Geschichte queerer Zweisamkeit. Verortet im Zwischenraum von bildender Kunst, Performance, Tanz und wissenschaftlicher Forschungsarbeit nutzen Chris Gylee und Richard Aslan für »Dogs of Love« (auto)biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu Lebensrealitäten, die das Bewusstsein heteronormativer »Normalität« sprengen. Es entsteht ein halbfiktiver Stammbaum queerer Zugehörigkeit, in dem Reinaldo Arenas ebenso vorkommt wie Marsha P. Johnson, Sylvia Rivera, Jack Bee Garland, Audre Lorde und Samuel R. Delany. Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten. Ausgangspunkt ihrer Projekte sind sowohl ausgewählte Forschungsfragen, als auch eine starke Verbindung zu Menschen, die die Welt aus einer Perspektive betrachten, die für sie ungewohnt ist. Ihre Mitstreiter:innen können Spezialist:innen sein, eine besondere Lebenserfahrung oder Geschicklichkeit haben, über Dinge auf faszinierende Art und Weise nachdenken oder einfach für eine spielerische Erforschung offen sein. Ihre kontinuierliche Recherchearbeit widmet sich mannigfaltigen Phänomenen wie Queerness, Empathie, Marginalisierung und Aktivismus. Um diese Arbeitsschwerpunkte umzusetzen, nutzen sie Elemente von Performance, Theater, Installation und Choreografie als Rohmaterial. Das Ergebnis ist eine Reihe zeitgenössischer Rituale in enger Verknüpfung zu performativen Mechanismen und Laboratorien. Diese gleichsam aufgeladenen Räume eröffnen unheimliche Erfahrungen, provozieren überraschende Denkmuster und werfen ein Licht auf menschliche Interaktion.

Dos Vidas. Zwei Leben

Wieviel Ungleichheit verträgt eine globale Freundschaft? Jorge Antonio Arias Cortez wurde im Mai 1985 in Oruro im bolivianischen Altiplano geboren, Nicola Fritzen im Oktober 1978 in Berlin. Für »Dos Vidas« unterziehen die zwei befreundeten Schauspieler ihre Biografien einem Vergleichs- und Stresstest – mit allen Extremen, Höhepunkten und schmerzhaften Details.

Seit 1991 erforscht KLARA unterschiedliche Theatersprachen, neue Dramaturgien und die Vermischung von fiktionalen und dokumentarischen Spielweisen. Die beiden Protagonisten von »Dos Vidas« kennen sich bereits aus dem mehrjährigen Rechercheprozess der letzten Arbeit »Palmasola«, die 2022 am Ballhaus Ost zu sehen war.

 

Im Anschluss an die Vorstellung am Sonntag wird ein Gesprächsformat für deutsch-spanische Sprachlern-Tandems stattfinden. Alle Sprachlevel sind willkommen und keine Anmeldung notwendig.

Después de la representación del domingo, hablaremos de lo que hemos visto en alemán y en español (tandems) para practicar nuestros conocimientos lingüísticos. Si es necesario, ¡con manos y pies – todos los niveles de idiomas son bienvenidos! El intercambio lingüístico es gratuito.

Drag & Drum

Horwitz|Shapiro|Wagner untersuchen, umschreiben und transformieren jüdische und queere Rituale und lassen zwischen Tanzmusik und zeitgenössischen Sounds einen Klangraum für den Drag der Religion entstehen.

 

Theatermacher:in Heinrich Horwitz und Drummer Jonathan Shapiro experimentieren seit 2018 in wechselnden Konstellationen und Genres gemeinsam an den Schnittstellen Musik, Performance, Tanz und Sprache. Nach »DREAMS*« (Nürnberg 2022) ist »Drag & Drum« am Ballhaus Ost ihre zweite gemeinsame Arbeit mit dem Performer, Opernsänger, Songwriter und der Drag-Queen Shlomi Moto Wagner aka. Mazy Mazeltov.

Dramen der Gegenwart #2

Das Festival »Dramen der Gegenwart #2« nimmt Vielfalt und Qualitäten von zeitgenössischen Theatertexten in den Blick. Insgesamt werden rund 20 Theatertexte in einem breiten Spektrum von Formen präsentiert.

 

Programm am Samstag:
10:00 Koffeindramatik – Lesungs-Speeddating I
12:00 Schreibkammer vs. Writers’ Room
13:00 Perlen & Säue – Ein Drama-Parcours
18:00 Poetikimpuls
19:00 The Playwright Is Present I & II – Das Autor:innen-Ensemble
21:00 The Playwright Is Present III & IV – Das Autor:innen-Ensemble

 

Programm am Sonntag:
10:00 Koffeeindramatik – Lesungs-Speeddating II
12:00 Kollision 1: „Couple IV“ (Wdh.)
12:30 Kollisionen 2: “sichtbar nur wenn betrachtet. zufällige begegnungen” (Wdh.)
13:00 Kollisionen 3: “HOMOSPHERE” (Wdh.)
14:30 Wege und Umwege zur Autor:innenschaft
16:00 Ausklang Dramen der Gegenwart #2

Ein Fan aus Thüringen

Es war einmal ein Fan aus Thüringen. Der war verzaubert von einer berühmten Tennisspielerin aus Westdeutschland. Doch eines Tages erschien eine fiese, stöhnende Gegnerin aus Jugoslawien auf der Bildfläche…

 

Das Stück erzählt die Geschichte des Attentats auf die Tennisspielerin Monica Seles im Kontext der globalen politischen Geschehnisse Anfang der 1990er Jahre und sucht Auswege aus den medialen Märchen von Gut und Böse, Ost und West, Täter und Opfer.

 

Im Zentrum der Regiearbeiten von Demjan Duran steht die Auseinandersetzung mit seinem Geburtsland Jugoslawien. Anhand des Forschens in der Vergangenheit gräbt er Themen ins und fürs Heute hervor, und setzt sie in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext. »Ein Fan aus Thüringen« ist sein erstes Stück in Berlin.

Epilog:Abriss

»Die Zerbrechlichkeit oder Hinfälligkeit des menschlichen Daseins als Maßstab zu nehmen bedeutet, grundsätzlich von einer zeitlichen Beschränkung sowie der physischen Unstetheit aller Erscheinungen auszugehen. Weil die Kunst hingegen traditionell für sich den Anspruch erhoben hat, unvergängliche Formalisierungen zu gestalten, galt sie auch immer als apotropäische Geste gegen die Vergänglichkeit. Als Ort, an dem Körper, in eine visuelle Form übertragen, verstetigt werden können, hält die Kunst der Gewissheit, dass alle Leiblichkeit, dem Prozess der sterblichen Zersetzung ausgeliefert ist, eine Vorstellung von Dauer entgegen.« (Elisabeth Bronfen aus »Vergänglichkeit im Blickfeld«)

»Epilog:Abriss« führt uns in einen Raum, den wir im Leben nie sehen werden. Der nach unserer Zeit kommt, der sich mit dem Versuch beschäftigt, sich von seinem Besitz, dem Leben und dessen Umständen, zu trennen und der Kunst zu verschreiben. »Epilog:Abriss« soll das Publikum durchdringen, alle Sinne ansprechen, das Draußen vergessen machen, den Konzertraum zu einer neuen in sich geschlossenen Welt werden lassen. »Epilog:Abriss« soll mehr einen Zustand evozieren, denn einen zeitlich begrenzten Abend, die vielen dystopischen Formen der Gegenwart in eine utopische Idee von Zukunft verwandeln. Dabei werden verschiedene Revolutionen durchlaufen, in denen die Zuschauer*innen gemeinsam mit den Musiker*innen nach und nach die Kontrolle verlieren, sich mehr verabschieden müssen, um sich in eine morphende-transformierende Masse zu verwandeln und den Blick zu öffnen, für die Ungewissheit der Zukunft.

LUX:NM contemporary music ensemble berlin ist ein Solist*innenensemble für Neue Musik, das sich seit seiner Gründung 2010 innerhalb kurzer Zeit zu einem international gefragten Ensemble entwickelt hat. Das undirigierte Ensemble widmet sich der Interpretation zeitgenössischer Musik und versteht sich zugleich als Initiator neuer Werke. Intensive Ensemblearbeit und enge Zusammenarbeit mit Komponist*innen ermöglichen außergewöhnliche Projekte, in denen Elektronik und genreübergreifende Ideen ihren Platz finden.

Falla

Im Laufe der Geschichte wurde die weibliche Geschlechtsidentität oft durch das Fehlen des Phallus eingeengt. In »Falla« thematisieren die Choreografin Julia B. Laperrière und die Musikerin Pia Achternkamp diese problematische Idee aus einer queer-feministischen Perspektive und nutzen den Umschnalldildo als transformatives Werkzeug. Lustig, spielerisch und rock’n roll!

 

Julia B. Laperrière ist eine französisch-kanadische Choreografin, die seit 2016 in Berlin lebt. Als Künstlerin, die sich zwischen Berlin, Montpellier und Montreal bewegt, ist die heterogene Mischung aus Sprachen, Orten, Praktiken, Menschen und Genres – sowohl künstlerisch als auch identitätsbezogen – ein wesentlicher Bestandteil ihrer Praxis. In letzter Zeit hat sie sich für die Darstellung des weiblichen Körpers auf der Bühne, neue Intimitäten und gefährliche Tänze interessiert. Julia und Pia arbeiten seit 2020 zusammen.

Fennymore oder Wie man Dackel im Salzmantel macht

»Sag JA! Ja oder Nice! Du hast die Wahl! Oder tanz den Monbijou-Ta-Ta-Ta-Tanz? Entscheide dich, Fennymore!« Was ist das für eine seltsame Kleinstadt, in der es ständig regnet und alle einen Regenhut tragen müssen? Wo Doktor Uhrengut – Bürgermeister, Arzt, Hutmonopolist und Turnvereinsvorsitzender in einer Person – ständig die schöne, neue Welt besingt? Es ist Wahl und Doktor Uhrengut möchte jetzt Bürgermeister auf L-L-L-Lebenszeit werden. Fennymore, das ist die kindliche Hauptfigur der Geschichte, darf auch mitwählen. Doch vorher durchstreift er die Kleinstadt und trifft auf Tante Else in ihrer Kneipe »Zum Dackel im Salzmantel«, Fizzy aus dem Getränkelager, den Sportlehrer Herrn Muckenthaler, das eigensinnige Fahrrad Monbijou und – Moment! – war das da eben etwa der Tod?! »Fennymore oder Wie man Dackel im Salzmantel macht« ist eine interaktive Schauspiel-Performance mit dem Publikum als Hauptfigur. Die Bühne ist eine begeh- und erlebbare Kunstinstallation mit klangkomponierten Licht-Räumen. Am Ende steht die Bürgermeisterwahl auf Lebenszeit. Der Ausgang ist abhängig vom Wahlergebnis und entscheidet sich bei jeder Vorstellung aufs Neue. Kirsten Reinhardt arbeitet als freie Schriftstellerin. Ihr Debüt »Fennymores Reise oder wie man Dackel im Salzmantel macht« wurde 2009 als unveröffentlichtes Manuskript mit dem Oldenbuger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet und in fünf Sprachen übersetzt. Seither erschienen zwei weitere Kinderromane und ein Bilderbuch im Carlsen Verlag. Sebastian Mauksch ist freier Regisseur und Dramaturg für Performance-Theater. Er leitete die Jugend-Spielstätten der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, seine Arbeiten mit P14 gastierten auf zahlreichen Festivals. Ab 2008 inszenierte er Uraufführungen im Ballhaus Ost mit Texten von David Lindemann, Helene Hegemann und Anne Tismer. Für die Berliner Festspiele forscht er über die Kunst der Adoleszenz.

Festspiele am Plötzensee

Schon zum zweiten Mal in Folge bringen Die Festspiele am Plötzensee vom 23. bis zum 29. Oktober 2021 allerlei Künste im Strandbad Plötzensee zusammen: Am 23.10. feiert das Theaterstück Diesseits von Gut und Böse seine Premiere, dazu gibt es eine Woche lang eine Ausstellung, Performances, Lesungen und Filmvorführungen zu besuchen. Ganz Berlin ist herzlich eingeladen, mit uns das Strandbad zu erweitern, aufzuladen und zu hinterfragen!

Programm:

»Diesseits von Gut und Böse«
Theater
Premiere 23. Oktober 2021
Weitere Vorstellungen 25. | 27. | 29. Oktober 2021
jeweils 18.00 Uhr

»Cala Blanca«
Ausstellung
Vernissage 23. Oktober 2021, ab 14.00 Uhr
Ausstellung bis 29. Oktober 2021

Duygu Agal und Charlotte Krafft
Zwei Lesungen am Lagerfeuer, präsentiert vom Korbinian Verlag
27. Oktober 2021, 19.30 Uhr

»The Vachine Monologues« (Fan Popo)
Filmvorführung
25. Oktober 2021, 19.30 Uhr

»Alles Rauchen | Smoking Everything«
Performance
29. Oktober 2021, 17.00 Uhr

»Die Klassenfahrt«
Performance mit musikalischer Begleitung
27. Oktober 2021, 17.00 Uhr
29. Oktober 2021, 19.30 Uhr

FIVE

Wohin kann sich eine Gruppe treiben?
In »FIVE« untersuchen fünf Tänzer:innen verschiedene Anordungen, Dynamiken und Posen innerhalb einer Gruppe. Sie bewegen sich zwischen geometrischen Formationen, Schwarmverhalten, Bandposen und Chaos, arbeiten mit Bewegungsmotiven von Rudeln und Meuten und befragen immer wieder das Verhältnis zwischen Individuum und Gruppe. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch, und sind auf der Suche nach Kippmomenten, bei denen der Gruppenkörper aus seiner Form geht und ins Zerstörerische kippt.

 

Nach vielzähligen Duetten von Florian Bücking und Raisa Kröger unter dem Label bücking&kröger in den letzten Jahren ist das Ensemblestück »FIVE« der Versuch einer Verlängerung ihrer tänzerischen / choreografischen Praxis durch die Arbeit mit mehreren Tänzer:innen und die Erforschung der skulpturalen Möglichkeiten eines Gruppenkörpers.

Fleshdance

Die dokumentarische Performance dreht sich um die Bedeutung des Körpers – des Fleisches – in der heutigen Gesellschaft. Drei Performer:innen navigieren durch Livemusik, Live-Video und europaweite Interviews mit Protagonist:innen aus Pornoindustrie, Kirche, Nahrungsmittelindustrie, uvm.

 

H I N W E I S :
Teil der Vorstellung sind laute Geräusche und flackernde Lichter (Stroboskopeffekte).

Content Note

Die Performance thematisiert u.a. die Themen sexueller Missbrauch und Kannibalismus und arbeitet auf Videoebene mit Bildmaterial von rohem Fleisch.

Flipper

Das 24-stündige Happening spürt dem hochentwickelten emotionalen System der Delfine nach. Was würde passieren, wenn wir in der Lage wären, unsere lineare Erfahrung von Zeit und Raum in einen 5-dimensionalen Strudel zu transformieren?

 

18:00 Check In / Worldbuilding
20:00 Universe
21:00 Climax / Collapse of the Universe
23:00 Food / Assimilation 
0:00 GHOSTs
3:00 Trance / INK*
5:00 3rd Pill / Revenges of Nymph
7:00 Frequencies of Dreams
KEIN EINLASS
10:00 Promenade / Repeat repeat until its in your Bones
11:00 Futureself / INK*
13:00 Backwards Burning / INK*
14:00 Trance Crying Ritual / INK*
15:00 Wetness Ritual / Creating the Ocean 
17:00 Bleed out

*für mehr Infos und Möglichkeiten zur Buchung wende Dich bitte an @tattoos.by.pauli // tattoos.by.pauli@gmail.com oder entscheide vor Ort

 

Konzipiert von Heinrich Horwitz und einem fluiden Kollektiv bestehend aus Rosa Wernecke, Magdalena Emmerig, Annett Hardegen und unterschiedlichsten Performer:innen. Die Gruppe arbeitet in unterschiedlichen Konstellationen seit 2016 zusammen und beschäftigt sich mit der Idee den Theaterraum als utopische Praxis ständig neu zu transformieren.

Frederick die Maus

Die Mäusefamilie arbeitet im Sommer hart und hortet Nahrung für den Winter. Frederick jedoch sammelt Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Als dann der lange Winter immer mehr auf die Gemüter der Mäuse drückt, kann Frederick seine Schätze hervorholen und bringt in einem großen Auftritt den Sommer in die kalte Höhle.
Leo Lionnis »Frederick« erzählt vom Wert künstlerischer Arbeit in einer arbeitenden Gesellschaft und von der Kraft dieser Arbeit, ein wohltuender, wenn nicht sogar überlebenswichtiger Teil dieser Gesellschaft zu sein. Mit vorschlag:hammer wird der Kinderbuchklassiker zum Bühnenstück, denn Fredericks Schätze sind nichts weniger als die Grundelemente des Theaters: Farben, Licht, Wörter und Töne. Mit Hilfe der Kinder bedient Frederick die Theatermaschine und lässt sie auch selbst zu aktiven und kreativen Zuschauer:innen werden, die spielerisch die Mittel der Bühne kennenlernen und so gemeinsam das Theater entstehen lassen.

vorschlag:hammer entwickeln seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen. Ihr performatives Erzähltheater hat sich in den vergangenen Jahren für unterschiedlichste ästhetische Strategien geöffnet, zu visuell-atmosphärischen oder körperorientierten Arbeiten. Dabei adaptieren sie sowohl frei bereits existierende Stoffe oder entwickeln recherchebasierte Inszenierungen zu immer neuen Themenfeldern. Im Ballhaus Ost zeigten sie zuletzt »Twin Speaks: Telegram Edition«.

Gasoline Queen

Ein Kleinstadtsvolksfest wird zum queeren Musical: die Verkäuferin und aufstrebende Sängerin Milena und die professionelle Rennfahrerin Anna – ehemals beste Freundinnen, beide inmitten ihrer Quarterlife Crises – treffen nach langer Funkstille aufeinander und müssen die Verletzungen und die Nostalgie rund um ihre Freundinnenschaft während der Wahl zur Gasoline Queen unter einen Hut bringen.  

cmd+c wurde von dem Paar Marina Prados und Paula Knüpling mit dem Anliegen gegründet, queere Strukturen vor und hinter der Bühne zu schaffen und sich fair, respektvoll und kreativ auseinanderzusetzen. Arbeiten waren bereits an der Volksbühne, der Schaubude und dem Ballhaus Ost zu sehen, zuletzt »Ladybitch – ein Theaterabend über den Untergang Franz Kramers«

Holobiontinnen

Bakterien leben fast überall. In »Holobiontinnen« nehmen zwei Performerinnen Kontakt mit den Bakterien auf ihrem Körper und jenseits davon auf. Ein Netzwerk aus Performerinnen, Publikum, Mikroorganismen und Maschinen entsteht.

 

Eva Hintermaier / Simon Kalus sind ein transdisziplinäres Team an der Schnittstelle von Performance, Literatur und Installation. Ihr Interesse gilt Mensch-Natur-Beziehungen und Verflechtungen von biologischen mit ästhetischen Phänomenen.

 

Hier gehts zum Trailer mit Audiodeskription.

 

H I N W E I S: Bei allen Vorstellungen ist Audiodeskription ein integraler Bestandteil.

Begleitend zu den Vorstellungen finden Tastführungen statt, die sich an seh-eingeschränkte Menschen richten. Sie sind auch für Interessierte geöffnet. Die Tastführungen ermöglichen den Bühnenraum, die Ausstattung und die Darstellenden im Vorhinein kennen zu lernen. Die Führungen werden von Sebastian Schulze und Simon Kalus angeleitet. Der Treffpunkt ist jeweils 1,5 Stunden vor der Vorstellung im Foyer.

Homecoming – Greatest Hits!

13 queere Künstler:innen entwickeln eine Sammlung von multi-medialen Kunstwerken – eine EP, ein Buch, Filme, ein Online-Archiv und ein Live-Event – als Antwort auf die queere Sprache Damiá und die politischen und künstlerischen Fragen, die sie aufwirft.

 

Das Werk ist digital über ein Website-Archiv – www.queertongue.com – und in limitierter Auflage in analogen Formaten erhältlich. Am 02. Dezember 2022 wird die EP online veröffentlicht.

Hotel Utopia

In »Hotel Utopia« laden Christiane Mudra und Ensemble das Publikum zum Perspektivwechsel ein. Ausgestattet mit Pässen unterschiedlicher Staaten und auf echten Biographien basierenden Daten begeben sich die Zuschauer:innen in einem kafkaesken Transitraum auf die Suche nach Anerkennung in einem neuen Land und begegnen den Herausforderungen der deutschen Willkommenskultur. Erfahrungsberichte von Geflüchteten und Migrant:innen sind ebenso in den Abend verwoben wie sowie Hintergrundgespräche mit Sachbearbeiter:innen und Expert:innen. Auf ihrer Reise durch Wartebereiche und Amtsstuben begegnen die Teilnehmer:innen Geschichten von Flucht und Migration und erleben individuelle (Un-)Freiheit je nach Staatsangehörigkeit, weltpolitischer Lage oder Ranking im “Pass-Index”.

 

Nach »Selfie & Ich«, einem Abend über psychische Erkrankungen, Leistungsgesellschaft und Glücksterror in Neuköllner Privatwohnungen ist »Hotel Utopia« der zweite Teil einer Trilogie, die sich mit der De-Facto-Bewertung von Menschen in der “Wertegemeinschaft” auseinandersetzt.

How to Kill a Fascist

Im Rahmen des Performing Arts Festival Berlin 2022

Gibt es den gerechten Tyrann:innenmord? Einen vertretbar militanten Widerstand? Einen ethischen Terrorismus? Mit vorsichtiger Skepsis und zweifelhafter Bewunderung verfolgt die Costa Compagnie den Weg von Monika Ertl. Die Tochter des Riefenstahl-Kameramanns stößt Ende der 60er zur bolivianischen Befreiungsarmee und exekutiert den Offizier, der Che Guevara und dessen Nachfolger töten ließ. Darf Antifaschismus so weit gehen? Die Künstler:innen filmten in den bayrischen Alpen, in Paris und Lyon, in La Paz und den Anden und sprachen mit den berühmten Nazi-Jäger:innen Serge und Beate Klarsfeld, sowie Überlebenden von Folter der Militärdiktatur Boliviens. Politische Überzeugungen, Recht, Rache und das Streben nach Macht – Schauspielerin Karin Enzler (Schweiz), Punkmusikerin Stéphanie Morin (Frankreich) und Choreographin Maque Pereyra (Bolivien) kämpfen sich in drei filmisch-performativen Solos durch die Geschichte bis zur Gegenwart.

Die Costa Compagnie aus Berlin entwirft intermediale Arbeiten, welche dokumentarische, performative und choreografische Methoden vereinen und sowohl in teils immersiven Performances, als auch in Virtual Reality und Film umgesetzt werden. Sie fokussiert sich auf globalpolitische Konflikte und Umbrüche und die Frage nach den Menschen darin, die oftmals in Kunst, Medien und Politik unterrepräsentiert sind. Dazu recherchierte und filmte die Gruppe u.a. in Afghanistan, Israel, Irak, USA, Fukushima/Japan, Mosambik, Südsudan und im Libanon.

I just called to say.. sHe’s dead.

Oft ist es nur die ungewöhnliche Uhrzeit, die zu lange Atempause, diese ganz bestimmte Stimmlage oder einfach der übersprunghafte Einstieg ins Gespräch, der verrät, dass dieser Anruf alles verändert. Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen überbringt. Eine Lücke reißt. Die Zeit gefrieren lässt und nichts danach mehr so ist, so sein kann, wie noch Minuten davor. Der Moment, in der die Trauer beginnt, bevor wir überhaupt den Tod vernehmen, verstehen oder von uns weisen können. Jede Zeitrechnung eine andere wird.

Diesem Moment zwischen der Benachrichtigung und dem Annehmen des Unbegreiflichen, widmet die Performerin Tina Pfurr mit ihren Weggefährt:innen fünf Video-Miniaturen. Entlang und zugleich gegen jedwede Dramaturgie oder Logik folgt sie den fünf Phasen der Trauer. Weil sie geteilt werden muss. Weil sie politisch ist. Weil sie damit nicht allein ist. Weil wir viel zu selten dazu einladen und damit wichtige Räume zwischen uns verschließen. Weil wir doch wenigstens einmal diesen einen Song zu Ende hören müssen – ohne sie.

Eine Trauernde erinnert sich in wortlosen performativen Stillleben an all die Täler, durch die sie gewandert ist. Stellvertretend für so viele von uns. Wieder und wieder durch Leugnung, Wut, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. In unterschiedlichen Reihenfolgen und mit immer neuen Vertiefungen. Ohne Wertung. Die Geister, die hier gerufen werden, wollen und sollen sich verbinden. In der Trauer. Im Tod. Unbedingt im Leben. In uns.

Tina Pfurr ist Performerin, Kuratorin und Schauspielerin. Sie arbeitet im Theater, für Film und Fernsehen und erarbeitet ihre eigenen Performances. Gemeinsam mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Romy Springsguth und der Kamerafrau und Cutterin Ute Schall erschließt sie sich in ihrer sehr persönlichen Arbeit mit theaterbasierten Video-Sound-Essays ein neues künstlerisches Feld.

Ich lieb dich nicht, du liest mich nicht – aha

Cool sein wollen wir doch alle – also die meisten zumindest. Freimütig stehen hierfür unsere Körper offen, werden permanent gelesen und bewertet: aha, so sieht dieser Körper also aus, oh, nein, nein, cool ist was anderes, oh, warte mal, dieser Körper da, ja der, ziemlich großer Coolness-Faktor, thumbs up! Aber wer legte eigentlich die Bewertungskriterien fest und wieso sind diese seit Jahren so ziemlich gleich: nämlich kapitalismusorientiert und weiß? Und was ist mit den ganzen Körpern, die richtig schön vielfältig sind und deswegen durch dieses eng geformte Raster fallen: worin liegt ihre Schuld?
In »Ich lieb dich nicht, du liest mich nicht – aha« steht ein solcher, nicht in die Norm passender, Körper im Mittelpunkt, wird permanent beobachtet und verurteilt: Elektra, eine junge Performerin, ist gefangen in ihrer Garderobe, wird gezielt daran gehindert, aufzutreten. Wird sie ihren Weg ans Licht finden? Und wer oder was steckt hinter der Sabotage?

It’s about time

Ein neues Festival: It’s about time! Es ist Zeit! Es geht endlich los!

Seit November 2020 ist die Zeit reif. Damals sollten vier Tage lang ganz viele Menschen in ganz kleinen Räumen zu ganz langen oder ganz kurzen Performances zusammenkommen. Doch das Festival ging mit der Zeit und ließ sich selbige, um seine Wesensform zu transformieren: Es verlagerte sein Programm in die endlosen Zeiten und Weiten des Internets und präsentiert sich dort ab September 2021.

Kuratiert von Anne Brammen, Monika Gintersdorfer, Tina Pfurr und Daniel Schrader wird das Durational Online Festival »It’s about time« für einen unvorhersagbar langen Zeitraum künstlerische Arbeiten von u.a. Barbara Lenartz, Club Real, Elisabeth Tambwe, Felizitas Stilleke | Smruthi Gargi Eswar, GRUPO D3 CHOK3, Markus&Markus, ONCE WE WERE ISLANDS, vorschlag:hammer und vt corp. entwickeln, präsentieren und archivieren. »It’s about time« ist eine Huldigung von Durational Performances, gibt der Kunst ihre Zeit und ist ein Festival von Dauer.

Junge Leute

In seinem Dokumentarfilm »barfuß und ohne hut« portraitierte Jürgen Böttcher 1964 “Junge Leute“ mit ihren Zukunftsvisionen im Freiraum zwischen Schule und Arbeitsleben. Mitten im Wedding verwandelt sich der Humboldthain Club nun in eine Beach-Bar an der Ostseeküste und sechs Performer*innen wagen mit dem Publikum ein Reenactment: Mit Musik, im Rausch, in Bewegung, aber auch in Entspannung gleicht es Szenen des Films mit eigenen beruflichen Hoffnungen und Wünschen ab.

 

Sebastian Mauksch & Team inszenieren partizipatives Theater für Kinder und Jugendliche und forschen für die Berliner Festspiele über die Kunst der Adoleszenz. Ihre Arbeiten wurden u.a. AUGENBLICK MAL! – Das Festival des Theater für junges Publikum sowie zu WILDWECHSEL – Das Kinder- u. Jugendtheaterfestival im Osten Deutschlands eingeladen.

KARELIA. A Queer Forest Fantasy in Two Parts

Das queere Performancekollektiv ONCE WE WERE ISLANDS fantasiert sich in »KARELIA« in eine Zukunft jenseits des Stadtlebens und fragt sich, wie queere Liebe an stillen Orten gelebt werden kann. In einer Live-Performance reisen Chris Gylee und Aslan in drei Szenarien durch die Zeit. Fernab im Wald erkunden sie zunächst im Heute, dann Jahrhunderte zurück im Dunkel der Inquisition und schließlich in einer Sci-Fi-Variante im schwerelosen Reich der Sterne die Liebe, das Landleben und die Möglichkeit, dort queer zu sein.

»Kann sich queeres Leben wirklich nur in der Stadt entfalten?«

Karelien nennt sich eine Region an der Grenze zwischen Russland und Finnland, die die beiden Performer mit einer Künstler:innen-Residenz für drei Wochen erkunden. Im finnischen Wald finden sie den perfekten Ort, um sich von der romantischen Sagenwelt ebenso inspirieren zu lassen wie von der einsamen Realität des Waldes selbst und der Frage: Wovor fliehen wir eigentlich? Und wohin treibt es uns?

Die wortreiche Performance, die an einer langen festlich gedeckten Tafel vor einem grün-blauen Wandteppich beginnt, verwebt sich mit einem Kunst-Film, der online auf der Seite des Ballhaus Ost gestreamt wird. Er ergänzt die Geschichten der drei Fantasiereisen durch Raum und Zeit mit Eindrücken aus Karelien, dem dunklen Rauschen der Blätter, dem Knacken der Äste unter den Füßen und macht so den Wald zu einem dritten Protagonisten.

»Macht mich der Wald verletzlich?«

ONCE WE WERE ISLANDS arbeiten im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür bildende Kunst, Performance, Choreografie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* aus Manchester und London nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto)biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten.

KLITTERN (aesopica)

Ein Schaf trifft abseit der Herde auf einen Wolf. Um nicht gefressen zu werden, erdenkt es eine List und bittet den Wolf, begleitet von dessen Flötenspiel noch ein letztes Mal tanzen zu dürfen…

Anhand einer Fabel, die dem antiken Dichter und Sklaven Aesop zugeschrieben wird, entwirft das Theaterstück unterschiedliche Figurationen von Widerstand innerhalb asymmetrischer Machtverhältnisse.

Kreischende Weiber*

3.7. 19:00 Gespräch #1 – Der Singkreisch, Gast: Death Metal Sängerin Britta Görtz
4.7. 19:00 Gespräch #2 – Der Gebärkreisch, Gast: Hebamme Jasmin Schütz
5.7. 19:00 Gespräch #3 – Der Kampfkreisch, Gast: Martial-Arts-Lehrerin Susie Kahlich
6.7. 19:00 Konzertantes Festmahl mit Chor der Kreischenden Weiber*

 

Melanie Schmidli und Team reanimieren die verlorenen Sounds historischer „hysterischer“ Frauen*. In einer installativen Klangwelt laden sie zu Gesprächen mit Expert:innen zur weiblichen* Stimme ein. Finale: ein partizipatives Konzert der Kreischenden Weiber* inklusive Dinner.

 

Bereits seit längerem beschäftigt sich die Schauspielerin und Regisseurin Melanie Schmidli in ihrem Arbeitszyklus Divina Hysterika mit dem Hysterie-Diskurs als Mittel des gesellschaftlichen Ausschlusses und der Unterdrückung von Frauen*. Der vielschichtige künstlerische Prozess erfolgt in wechselnden Formaten und Kollaborationen.

Krispy Dream. Ein Portier denkt über sein Leben nach

Die Stückentwicklung erzählt von einem Portier. Ein Außenseiter, der da arbeitet, wo andere wohnen. In der Lobby in einer Stadt, die niemals schläft. Eine Geschichte über Arbeitswelten, den American Dream und eine Figur, die in sich zusammenfällt, wenn sie keine mehr sein kann.

 

Meta Imbiss, gegründet von Stella Nikisch und Nathalie Schatz, vermischt Popkultur mit Theater, denkt Inhalt und Ästhetik zusammen und kollaboriert gerne, kurzum: Es steht für fire, fun und fashion.

La Memoria Futura – Las voces de las Abuelas
Die Erinnerung der Zukunft – Die Stimmen der Abuelas

»La Memoria Futura« macht das Material des biografischen Familienarchivs der Abuelas de Plaza de Mayo mit einer ortspezifischen Performance und anschließender Soundinstallation zugänglich. Nach der Premiere in Buenos Aires im Parque de la Memoria bringt das multidisziplinären Team aus Argentinien und Deutschland die Arbeit nun ins Ballhaus Ost und den benachbarten Friedhofspark. Las Abuelas de Plaza de Mayo wurde 1977 in Argentinien von den Müttern von in der letzten argentinischen Diktatur Verschwundenen gegründet. Ihr Ziel ist und war, alle verschwundenen Kinder ausfindig zu machen und an ihre rechtmäßigen Familien zurückzugeben. 1999 gründeten die Abuelas das biografische Familienarchiv für die Enkel, die noch nicht herausgefunden hatten, wer ihre Mütter und Väter gewesen waren. Heute ist dieses Material zu einem der größten mündlichen Archive Lateinamerikas geworden, das aus Dokumenten (Fotos, Schriften, Briefen) und mehr als 2200 Interviews besteht, von denen 144 den Großmüttern gehören, die ihr Zeugnis hinterlassen haben, damit die Weitergabe über Generationen hinweg nicht unterbrochen wird.

Labor Sonor

Die vierte Ausgabe der LABOR SONOR Konzertreihe 2023 – zurück im Ballhaus Ost mit Konzerten und Performances von Maikon K, dem VanProject und Rabih Beaini. Sonische & ästhetische Experimente zwischen Tanz, Musiktheater und analogem Techno.

 

Labor Sonor – die Reihe für experimentelle Musik, Film und Performance – präsentiert das Spektrum aktueller experimenteller Formen jenseits genrespezifischer Bestimmbarkeit – von Echtzeitmusik über Elektronik, Performance, audiovisuelle Formate, konzeptuelle Musik, neue komponierte Musik bis zu experimentellem Pop.

Labor Sonor

Heather Frasch + Parallax »Atmospheric Ghosts Lights II«– Pause – Zacarias Maia »my homage to the new complexity«– Pause –Sophie Watzlawick + Marcello S. Busato »Où ces limites qui nous guettent, se mettent à vaciller«  Die erste Ausgabe der Konzertreihe 2024 LABOR SONOR präsentiert die beeindruckende Zusammenarbeit »Atmospheric Ghosts Lights II« der Berliner Komponistin Heather Frasch mit dem norwegischen Trio Parallax. Sophie Watzlawick zeigt ihren brandneuen 16mm-Analogfilm »Où ces limites qui nous guettent se mettent à vaciller« [Wenn die Grenzen, die uns bedrohen, ins Wanken geraten] – begleitet von dem Perkussionisten Marcello Silvio Busato. Der Basler Perkussionist und Performer Zacarias Maia vermisst die “neue Komplexität” und formuliert eine rollende Hommage aus Alufolie und Alltagsgegenständen. Labor Sonor – die Reihe für experimentelle Musik, Film und Performance – präsentiert das Spektrum aktueller experimenteller Formen jenseits genrespezifischer Bestimmbarkeit – von Echtzeitmusik über Elektronik, Performance, audiovisuelle Formate, konzeptuelle Musik, neue komponierte Musik bis zu experimentellem Pop.

Labor Sonor : Translating Spaces

Wie beeinflussen Orte und Räume unser Denken, Handeln und Erleben? Was bieten Räume an, was erlauben, fordern oder verhindern Räume? Wie entstehen und verändern sich Räume durch das, was in ihnen und mit ihnen geschieht? Das Festival »Labor Sonor : Translating Spaces« untersucht die Wirkungsmacht des Raums in aktueller experimenteller Musik und Klangkunst.

Die Devise des Festivals lautet: Zwei Mal hören! Das Publikum erhält die Möglichkeit, Klang und Musik gleichzeitig oder nacheinander in wechselnden Situationen, Orten und Räumen zu erleben. Hierzu präsentiert das Festival neun Originalwerke von Komponist:innen und Installationskünstler:innen, die an drei Tagen an überaus  unterschiedlichen Orten präsentiert werden. Ein begleitendes Symposium erforscht die  Entstehungsprozesse der auf dem Festival uraufgeführten Arbeiten und bringt Künstler:innen und Publikum in einen unmittelbaren Dialog.

Programm im Ballhaus Ost:
27. August 2021
16.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
16.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: »Reverse-Side« – für doppelte Videoprojektion und Vierkanalton (Joanna Bailie)

28. August 2021
15.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
15.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: Eric Bauer | Lena Czerniawska | Carina Khorkhordina

29. August 2021
15.00-22.00 Uhr: »Gehörgänge A und B – 2 Angebote« – Installation (Sabine Ercklentz)
15.00-22.00 Uhr: »A Small Leak of an Interior Monologue« – Installation (Raed Yassin)
18.00-22.00 Uhr: »DREAM LIFE« (Frank Bretschneider)

Labor Sonor Spezial: »The Open Body«

Die Tänzer*innen hören auf den Raum, nach innen und aufeinander und bewegen sich als Reaktion darauf. Im vierstündigen Prozess lernen sie von dem, was sie hören, um andere Wege der Bewegung zu finden. Ein hochsensibler Modus langsamer Aufmerksamkeit.

 

Labor Sonor – die Reihe für experimentelle Musik, Film und Performance – präsentiert das Spektrum aktueller experimenteller Formenjenseits genrespezifischer Bestimmbarkeit – von Echtzeitmusik über Elektronik, Performance, audiovisuelle Formate, konzeptuelle Musik, neue komponierte Musik bis zu experimentellem Pop.

Ladybitch

Ela Özmen ist Schauspielerin. Franz Kramer ist Regisseur. Sie sollte in seiner neuen Produktion »meine Lulu« die Hauptrolle übernehmen. Basierend auf Dramen von Frank Wedekind handelt das Stück von einer jungen Sexarbeiterin und ihrem Niedergang in einer Männerwelt. Die Geschichte wollte er feministisch erzählen und toxische Männlichkeit aus persönlicher Perspektive erforschen. Aufgrund von Missbrauchsvorwürfen gegen Kramer wurde die Premiere jedoch kurzfristig abgesagt, mit Ela im Zentrum der Kontroversen.

Nun spricht sie das erste Mal, öffentlich, aus ihrer Perspektive über die Vorwürfe. Sie lässt die Proben, Überbleibsel von Bühne und Kostüm sowie Fotos und Filmmaterial aus dieser Zeit Revue passieren.

Ein mockumentarischer Theaterabend über Missbrauch, MeToo, Machtstrukturen, Sichtbarkeiten von Sexarbeiter:innen und Queerness, die Zukunft des Theaters und queere Utopien.

Lautsprecher

Kompositionen von S. Ercklentz, E. Grosskopf, R. Hoyer, S. Roigk, S. Weismann, U. Wassermann. Mit Megaphonen, Mikrofonen, Flüstertüten und Handlautsprechern werden die Stimmen zu sich wandelnden Konstellationen choreografiert.

 

Die Maulwerker, Kollektiv für stimmliche Experimente, integrieren Elemente aus Performance Art, intermedialer Kunst und Choreografie in ihre Musik.

Lilith und Samael

Kaum ist die Welt erschaffen, schon beginnt ein Kampf um Selbstbestimmung und Gleichstellung: Lilith, die erste Frau Adams wird zur ersten Kämpferin gegen das Patriarchat. Ihr permanenter Konflikt, sich unterordnen zu müssen entlädt sich in Arien und Songs zeitgenössischer Musik. Der unbedingte Drang zur Selbstbestimmung zeigt sich in zarten aber auch sehr physischem Tanz- und Kampfszenen.

 

Anna Peschke ist als Regisseurin für Performance, Musiktheater und Peking-Oper in Europa und Asien tätig. Gemeinsam mit dem Komponisten Christoph Enzel entwickelt sie derzeit neben »Lilith und Samael« außerdem »Kinderlieder zum Wald – von einem Erwachsenen zu singenq sowie das Chorstück »Officium für einen verbrannten Wald«.

Liquid Ecstasy

Die multimediale Performance ist ein allegorischer Essay über die Möglichkeiten, zu einem ursprünglichen Zustand der fließenden Gleichheit zwischen allen Lebensformen zurückzukehren. Mit wenig Handlung und viel Raum zum Nachdenken lädt es zum Verweilen und Abschweifen ein, während atmosphärische Wassergeräusche pochende Bassdrums oder die verführerische Stimme von Baby Marcel zu hören sind.

 

Max Gadow fokussiert sich in seinen Regiearbeiten auf die Untersuchung westlicher Mythen und Machtstrukturen und leitet aus diesen performative Vorgänge ab. Die Formate reichen hierbei von Rauminstallationen über Workshops zu Bühnen-Inszenierungen.

Name Her. Eine Suche nach den Frauen+

»Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird man an mich erinnern.«
Katherine Briçonnet (ca. 1494–1526), Bauleiterin des Château de Chenonceau, Loiretal

»Name Her. Eine Suche nach den Frauen+« ist die archäologische Mission einer alternativen Geschichtsschreibung aus weiblicher* Sicht. Die Long Durational Performance bildet ein performatives Lexikon prägender Frauen* und rückt dabei jene in den Mittelpunkt, die bislang einen blinden Fleck der Historiografie darstellten, um sie alle beim Namen zu nennen: Weibliche* Comicfiguren, Künstlerinnen*, Wissenschaftlerinnen*, Mütter*, Urgroßmütter*, Märtyrerinnen*, Spioninnen*, Kriegerinnen*, Herrscherinnen*, Aktivistinnen* und Superheldinnen*. »Name Her.« sucht und findet sie – unabhängig vom sozialen oder kulturellen Hintergrund, von A bis Z, in Form hunderter Schicksale aus der Weltgeschichte. Entstanden durch monumentale Recherchearbeit präsentieren Marie SchleefAnne Tismer und Jule Saworski ein lebendiges Wissens-Triptychon aus YouTube-Schnipseln, Gewinnspielen, Reenactments, getanzten mathematischen Formeln – und den Lücken derjenigen Quellen, die endgültig verschollen sind.

PALMASOLA

Kokain ist die zweithäufigste illegale Droge in Europa. Handel und Konsum steigen europaweit stetig. 2021 wurden allein in Deutschland zwischen Januar und März 16 Tonnen Kokain sichergestellt, 2020 waren es insgesamt 10 Tonnen. Wer sich als Europäer:in als Drogenkurier verdingt, kann mit Glück an den unglaublichen Gewinnspannen im Handel mit dem weißen Gold teilhaben. Wer dabei in Bolivien von der Polizei aufgegriffen wird, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit in Palmasola, dem größten Gefängnis des Landes. Der Ort nimmt in der zynischen Rankingliste der »härtesten Knäste« der Welt seit Jahren zuverlässig einen Spitzenplatz ein. Der bolivianische Staat stellt keine Zellen, sondern die Insassen müssen sich ihre Unterkünfte mieten, kaufen oder bauen, unter Umständen auch erkämpfen. Die Spannweite reicht von einfachen Pritschen bis zu komfortablen Unterkünften der Wohlhabenden und Bandenführer. Hier sitzen 70 Prozent der Häftlinge ohne Urteil ein. Viele warten seit Jahren vergeblich auf ein Gerichtsverfahren, doch ohne Geld gibt es auch kein Recht.

»PALMASOLA« erzählt von den Überlebenstrategien, den Träumen und Albträumen der Häftlinge in der neoliberalen Versuchsanstalt und untersucht die Gesetzmäßigkeiten dieses »Staates im Staat«, die sich durch die Pandemie noch verschärft haben.

Seit 1991 erforscht KLARA unterschiedliche Theatersprachen, neue Dramaturgien und die Vermischung von fiktionalen und dokumentarischen Spielweisen. Alle Produktionen sind Stückentwicklungen in einem kollektiven Prozess. In den Arbeiten der letzten Jahre fokussierte KLARA vermehrt gesellschaftliche Fragen zu sozialer Teilhabe und Ökologie. Wichtiger Teil der jüngsten Projekte war oft ein mehrjähriger Rechercheprozess. KLARAs künstlerischer Leiter ist der Regisseur Christoph Frick.

Pippi: Gebt endlich auf! Es ist vorbei

Mehr als 50 Jahre haben die Fans auf die nächste Episode gewartet! Nun ist es soweit! Doch wird das Staffelfinale die während des Wartens gealterten Fans begeistern können?

Durch die Augen des melancholischen Pferdes und renitenten Affen schauen wir auf das Geschehen. Pippi macht sich die Welt noch immer, wie sie ihr gefällt. Ihre regelfreien und anarchistischen Prinzipien sind nicht weniger geworden. Und wir beobachten Annika und Thomas, wie sie sich in ihrem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben verheddern.

Doch alles weist auf Pippi zurück und hier entscheidet sich das Drama um Freiheit, Erwachsenwerden und ein erfülltes Leben. Es ist die letzte Episode der letzten Staffel. Das letzte und kompromisslose Kapitel einer Geschichte von Kindheit und Altwerden und unserem Verhältnis zur Welt. Beim Erzählen helfen dem Helmi Menschen aus aller Welt: eine legendäre Tänzerin aus Japan, einer der stärksten Männer Mexikos, eine achtzigjährige Aktivistin ebenso wie die Kinder aller Hinterhöfe von Berlin.

Das Helmi hat die Erzählung um Pippi und ihre Freund:innen seit der ersten Präsentation im November letzten Jahres weiter gesponnen, zusammen mit Pippis echtem Vater, und Astrid Lindgren hat auch geholfen. Multiperspektivische Ansätze, philosophische Ideen und Pippi verdeutlichen uns, dass es nie eine einfache Lösung gibt. Vor Verkrustungen im Leben helfen nur Freundschaften und Humor. Aufgeben gilt nicht, das wusste schon Pippi!

Planet Lubunya 

Planet Lubunya ist eine queere Sci-Fi Theaterproduktion mit verschiedenen Performance-Praktiken und Live-Musik. Eine kritische Weltraumreise, die die Ränder der Normativität auf der Suche nach der ultimativen Utopie mit Humor umzüngelt.

Das Projekt wurde von İrem Aydın (Berlin) und Efe Durmaz (İstanbul) im Jahr 2020 als Format für digitale Solidarität zwischen queeren Menschen in der Türkei und Deutschland initiiert. Jetzt startet es als Theaterproduktion mit (hauptsächlich) Berliner Künstler:innen und ist auf dem Weg zu interstellaren Kollaborationen mit Kreativen aus einer Vielzahl von Orten.

Queens

Mary Stuart und Elizabeth I. sind in »Queens« zwei abgehalfterte, untote Drag-Queens, die seit rund 500 Jahren ein gemeinsames Dasein in Limbo fristen. Bis ihnen ein Erdbeben die Tore zur Gegenwart öffnet…

 

Anne Welenc feiert mit dem Stück ihr Autorinnen- und Regie-Debüt. Zuletzt war sie als Schauspielerin in transdisziplinären Performance-Projekten wie »All in« und »Traumgirl« zu sehen. In »Queens« setzt sie diese Praxis fort, indem sie den klassischen Theaterstoff durch Impulse aus verwandten darstellenden Künsten erweitert.

 

H I N W E I S:
Teil der Vorstellung sind laute Geräusche, flackernde Lichter (Stroboskopeffekte) und Nebel. Es finden darin Darstellungen und Erwähnungen von Erdbeben, Naturkatastrophen, Tod, Mord und expliziter Sexualität statt.

Re/Locating Amo

»Re/Locating Amo« ist der zweite Teil eines ghanaisch-deutschen Theaterprojekts, das sich der Auseinandersetzung mit dem Philosophen Anton Wilhelm Amo verschrieben hat. Anton Wilhelm Amo, der im frühen 18. Jahrhundert an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena studiert und gelehrt hat, wurde als Kind aus dem heutigen Ghana verschleppt und kehrte als Erwachsener dorthin zurück. Für das Projekt »Re/Locating Amo« haben sich ghanaische und deutsche Theatermacher:innen zusammengetan, um Amos Leben und Denken theatral zu deuten und für einen transkulturellen Dialog um Themen wie Rückkehr und Zugehörigkeit, Tradition, Identität und Philosophie als Anlass zu nehmen. Während die erste Projektphase im November / Dezember 2021 in einer Theateraufführung in Accra mündete, wird dieser Dialog im Ballhaus Ost in Berlin im Rahmen einer Ausstellung mit performativen und filmischen Beiträgen, als auch Workshop- und Diskursformaten fortgeführt.

Ekua Ekumah ist Schauspielerin, Regisseurin und Senior Lecturer an der School of Performing Arts, University of Ghana. Gemeinsam mit der Regisseurin und Storytellerin Sarah Dorgbadzi leitet sie die Lododo Arts Foundation, die sich für den Erhalt und die Wiederbelebung traditioneller ghanaischer Erzählkunst einsetzt. Die Regisseure Felix Maria Zeppenfeld und Sahba Sahebi haben sich während des Regiestudiums in Hamburg kennengelernt und seither mehrere Schauspiel- und Performanceprojekte verwirklicht.

Recycling of Life

«Recycling of life» spekuliert über den ewigen Kreislauf des Lebens und der Dinge: Musikalisch, spielerisch, zwischen Ausstellungssetting und liebevollem Chaos. Auf jeden Fall mehr bless this mess als Marie Kondō. Antje Schupp und ihr Team verwerten Erinnerungen, Erfahrungen, Wissen und unser aller Krempel!

 

19:00 Café und Ausstellung
20:00 Vorstellung
im Anschluss Café und Ausstellung

 

Antje Schupp ist Regisseurin, Performerin, Autorin, Dozentin und liebt spartenübergreifende Projekte. Mit Ayman Nahle, Filmemacher aus Beirut, verbinden sie 4 Arbeiten, mit dem Ausstatter Christoph Rufer zahllose. Yanik ist Musiker und Komponist. Antje und Yanik sind 2023/24 Artists in Residence an der Kaserne Basel.

 

Die Performance ist Teil unserer Gastspielreihe Berlin Basel Smash: vom 23.2. bis 9.3. zeigen wir im Ballhaus Ost drei Stücke aus der Stadt am Rhein. Auf »Recycling of Life« von Antje Schupp | Ayman Nahle | Yanik Soland folgen »Court Fantasies« und »screening invisibilities« Zino Wey.

Remote Together

Mörtelwespe, Neuberlinerin mit Migrationsgeschichte, trifft Hering, zu Gast aus Helsinki, um die Regierungsform der Organismendemokratie kennenzulernen. Besucher:innen begleiten die beiden auf einer Stadterkundung mitten ins demokratische Ökosystem an der Osloer Straße in Berlin Wedding. Beim Wasserholen wird die Sinnhaftigkeit von Demokratisierungsbewegungen im Bezug auf das Internet diskutiert. Ein mobiler Altar mit Aggregat ermöglicht in der Berliner Nacht das Miterleben und die Kommunikation mit drei weiteren, parallel stattfindenden Stadterkundungen in Zürich, Wien und Amsterdam.

Die Künstler:innengruppe Club Real verwirklicht seit dem Jahr 2000 partizipative, ortsspezifische Projekte, viele davon mit dem Ballhaus Ost: Installationen, politische Rollenspiele und partizipative Stadtentwicklungsprojekte laden Besucher:innen dazu ein, alternative Realitätsentwürfe mitzugestalten. Seit 2018 arbeitet Club Real zum Thema Organismendemokratie – gleiche politische Rechte für alle Lebewesen. 2019 war die Gruppe mit dieser Arbeit beim Impulse Theater Festival.

»Remote Together – Reality Vaccine« ist ein Format, das nach neuen digitalen und hybriden Formen des gemeinsamen Theatererlebnisses sucht und gleichzeitig verschiedene internationale Künstler:innen mithilfe neuer digitaler Werkzeuge zusammenbringt. Für die erste Ausgabe entwickelt Transit Productions Zürich mit dem Theatermacher Pankaj Tiwari (Amsterdam), dem Kollektiv Club Real (Berlin) sowie den bildenden Künstlern Thomas Hörl & Peter Kozek (Wien) eine Serie von Simultanperformances, die sowohl lokal als auch digital erlebbar sind.

Requiem For The Real

Eine Schauspielerin steht auf der Bühne vor einer großen Leinwand, die Gedanken in ihrer Vergangenheit – und gleichzeitig mit einer VR-Brille in virtuellen Welten. Eine Kaskade miteinander verschränkter, immersiver Erinnerungsräume entsteht. Eine Wirklichkeits-Matroschka, die mit einem innerlich-immersiven Spiel der Darstellerin beginnt, sich über die virtuelle Realitätskonstruktion und die eigentümliche Realität einer Theaterbühne bis in die Wirklichkeitskonstruktionen unserer Welt fortsetzt. 

 

Rabea Kiel und Adolfina Fuck (Matthias Meppelink) verbindet eine langjährige Zusammenarbeit, durch die Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen und mit der Performancegruppe Monster Truck. Seit 2021 erforscht das Duo das Medium der virtuellen Realität als performatives Tool mit dem Ziel einer produktiven Zweckentfremdung für das Theater.

Schiffbruch mit Zuschauenden (Fünf Etüden)

Führt uns die Klima- und Coronakrise unsere Fragilität vor Augen, experimentieren Sebastian Blasius und seine Kompliz:innen in fünf prototypischen Etüden mit einem Theatermodell, das von eben diesen Erfahrungen ausgeht: Was sind die Potenziale eines ‘Theaters des Unsouveränen’?

 

Der Regisseur, Choreograph und Theaterwissenschaftler Sebastian Blasius (*1979) realisiert Projekte an der Schnittstelle von darstellender, bildender und akustischer Kunst. Am Ballhaus Ost zeigte er zuletzt »Die Räuber der Geschichte«.

 

Am 25.11.2022 findet im Anschluss an die Vorstellung mit dem Team das Gespräch »Vom Versuch, Theater von Fragilität ausgehend zu denken« statt, moderiert von Dr. Marcus Quent (Universität der Künste, Berlin).

SCHRUMPF! Songs & Dances

Für Familien mit Kindern ab 5 Jahren

 

In der SCHRUMPF-Version von »Songs & Dances about the Weather« über Gletscher und Rainmaking Rituale sehen wir einen Ausschnitt, bewegen uns zusammen mit den Performern, hören ihre Geschichten und erzählen eigene Geschichten über Regen und Wasser.

 

LOUDsoft ist eine Ideenschmiede für Projekte, die Zugang zu der Welt der klassischen bzw. zeitgenössischen Musik und des Musiktheaters für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern schaffen. LOUDsoft wurde 2018 von der Geigerin und Performerin Daniella Strasfogel gegründet, aus dem Impuls heraus, Familienveranstaltungen zu schaffen, in die sie selber mit ihrer Familie gerne ginge. LOUDsoft versucht, Brücken zwischen den Welten der Kinderkunst und Erwachsenenkunst zu schlagen und interaktive und anspruchsvolle Musikerlebnisse für jungen Menschen und ihre Familien auf die Bühne zu bringen.

SCHRUMPF! The extended voice

Die Maulwerker präsentieren nagelneue Stücke, die ganz frisch für sie geschrieben wurden, zeigen euch die speziellen Klänge, die sie über die Jahre entwickelt und perfektioniert haben und bringen euch diese erweiterten Techniken bei. Zusammen bringen wir das Ballhaus Ost zum Klingen mit unserem Blubbern, Rufen, Trällern, Zischen und noch viel mehr!

 

Die Maulwerker sind Vokalensemble, Musikperformer:innen, Musiktheatermacher:innen, Komponist:innenkollektiv. Sie sind Spezialist:innen in den Schnittmengen von Musik und Theater, Musik und Sprache, in der Durchdringung von Musik und Raum, von Klang und Stille.

Bei SCHRUMPF! präsentieren Berliner Ensembles ihre aktuellen Produktionen – in Familienformat. Neue Kunstformen werden entdeckt, Orte erkundet, Bewegungen ausprobiert, Klängen wird gelauscht – und alle können mitmachen.  

Daniella Strasfogel ist Geigerin, Performerin und Vermittlerin in Berlin. Sie ist Gründungsmitglied des Solistenensemble Kaleidoskop in Berlin und hat 2018 LOUDsoft gegründet, aus dem Impuls, multidimensionale Musikerlebnisse für und mit Familien zu schaffen.

 

screening invisibilities

»screening invisibilities« ist eine assoziative Auseinandersetzung mit der Unsichtbarkeit. Eine Begegnung mit der Ambivalenz dieses politischen Begriffs und eine Befragung unseres Umgangs damit. 
Gemeinsam mit einem Ensemble aus hörenden und Tauben Künstler*innen initiiert der Basler Regisseur Zino Wey eine Befragung unserer Wahrnehmung. Wann wird der Körper zum Sprachmedium? Welchen Sprachformen sind wir uns gewohnt zu begegnen? Und wen machen wir unsichtbar, obwohl wir sie sehen können? Aus Gebärden, Gesten, Bewegung, Tanz und Musik werden eigene Körpersprachen entwickelt und ein neuer (Sprech-)Raum entworfen, der nach Gemeinsamkeiten und nicht nach Unterschieden fragt. 

 

Ein poetisch-politisches Manifest für die Sichtbarkeit.

Eine Performance in Gebärden – und Lautsprache.

 

Für «screening invisibilities» versammelt Zino Wey ein diverses Ensemble aus Performance, Tanz, Gebärdensprachkunst und Musik zur gemeinsamen Auseinandersetzung und Begegnung. 
Wey arbeitet seit 2012 als Regisseur, Bühnenbildner und Autor in unterschiedlichen performativen Kontexten an Stadt- und Staatstheatern wie auch in der freien Szene. Mit dem Ballhaus Ost verbindet ihn, wie auch viele der beteiligten Künstler*innen, eine kontinuierliche Zusammenarbeit.

 

Die Performance ist Teil unserer Gastspielreihe Berlin Basel Smash: vom 23.2. bis 9.3. zeigen wir im Ballhaus Ost drei Stücke aus der Stadt am Rhein. Auf »Recycling of Life« von Antje Schupp | Ayman Nahle | Yanik Soland folgen »Court Fantasies« und »screening invisibilities« Zino Wey.

Selfie & Ich

In einer mobilen Performance durch vier Neuköllner Privatwohnungen gewährt die Regisseurin Christiane Mudra Einblick in die Lebenswelt psychisch erkrankter Menschen und beschreibt die Situation in Deutschlands Psychiatrien von der NS-Zeit bis heute. Dabei entlarvt »Selfie & Ich« en passant die systemische Deformation unserer ach so glücklichen Leistungsgesellschaft.

 

investigative
steht für journalistische Langzeitrecherche, die sich vor allem auf Originalquellen stützt und auch unbekannte Fakten aufdeckt.

theater
spielt die Recherchen gezielt in unterschiedlichen Formaten aus. investigative theater experimentiert mit digitalen Tools und sucht die Interaktion mit dem Publikum.

Sentimental Bits – Encountering Perception

Zwei Peformer*innen begegnen dem Publikum in einem Live-Experiment mit menschlichen und technologisierten Wahrnehmungsweisen. In der Hybridität menschlicher Sinne, Emotionen, Projektionen und räumlicher Fluidität machen sie den Bereich zwischen kategorisierenden Blicken zu ihrer Welt und entdecken darin die Poetik von Glitches – Störungen im System.

 

Gloria Höckner ist freischaffende:r Choreograf:in und Performer:in. Glorias künstlerische Arbeiten beschäftigen sich mit dem Verhältnis des Körpers zu Technologie und Machtstrukturen sowie dem transformatorischen Potential von Klangerfahrungen.

Sexy Straight White People

»Sexy Straight White People« ist eine Theaterperformance über die Macht von Geschlechteridentitäten. vT.corp fordern Seh-, Lebens- und Sexualgewohnheiten heraus, um die Lebensweisen und Liebesformen des Mainstream zu hinterfragen.

 

Hannah Müller und Max Gadow sind ein sexy white artist couple aus Hamburg. Seit 2015 unter dem Namen virtuellestheater bekannt und mit Beginn 2020 verschmolzen zu vT.corp, sind sie am Ballhaus Ost bereits ein eingespieltes Team. Zuletzt luden sie dort im Rahmen von »It’s about time« Freund:innen ein, mit ihnen Zeit zu verbringen. Ganz nah am Zeitgeist und überaus versiert in der Transformation zwischen den Künsten, bilden ihre Performances Hybride aus Videokunst, Darstellenden Künste, Musik und Ausstellung.

Social Capsule

»Social Capsule« ist das Wohlfühlwohnen von morgen. Sicher, sauber, einfühlsam und vor allem mobil! Die WELCOME HOME GROUP öffnet nun ihren Showroom und lädt in ein smartes Tiny House, das in 30-minütigen Einzelterminen zur Probe bewohnt werden kann. In freundlicher Koexistenz mit dem hauseigenen KI und der Augmented Reality-Mitbewohnerin ist mensch in jeder Ecke des Tiny Houses in bester Gesellschaft. Die persönliche Komfortzone wird zu einer Begegnungsstätte, die empathisches Miteinander bietet und anregt, ohne anzustrengen! Eine Berührung der eigenen vier Wände mit Emotionen on demand.
»Social Capsule« fragt, welche Leerstellen digitales Miteinander aufweist. Kann das Gefühl von sozialer Distanz – ob als Folge zunehmender Digitalisierung, pandemiebedingt oder durch großstädtliche Vereinzelung – artifiziell substituiert werden oder gibt es ein Begehren, das nur das menschliche Gegenüber ausfüllen kann?
Das Monopol Berlin, eine ehemalige Destillerie in Reinickendorf, ist das erste Zuhause des Showrooms der Welcome Home Group. Ganz im Sinne eines mobilen Tiny Houses zieht die »Social Capsule« von der urbanen Peripherie im September in den Holzmarkt, zwischen Cafe und Weinladen an der Mediaspree.

Theresa Reiwer ist Medienkünstlerin, Bühnen- und Kostümbildnerin. In ihren Arbeiten kombiniert sie Augmented und Virtual Reality mit physisch begehbaren Räumen und verweist auf popkulturelle wie neoliberale Phänomene. Ihre narrative Rauminstallation »Slow Rooms« beschäftigte sich mit den Themen Künstliche Intelligenz und Kommodifizierung von Freizeit. Sie brachte ihr den Mart Stam Preis 2019 und das Berliner Nachwuchsförderstipendium Elsa Neumann ein. Als Szenenbildnerin für das Kino war sie zwei Mal auf der Berlinale vertreten (»Jibril«, »Glück«), ihre Bühnen- und Videoarbeiten wurden zum Impulse Theater Festival (»The Kids are alright«) und zum PAF (»Wüste Zukunft«) eingeladen.

Society Intact


Ein postapokalyptisches Kammerspiel über gesellschaftliche Mitte und die Brutalität der Normalen. Während draußen alles auseinander bricht, bleibt im Sektor 75B noch ein kleines Stück vom guten Leben. „Warum“, fragen sich FRAU und MANN, „sollte man in solch harten Zeiten Dinge aufgeben – vor allem, wenn man sich dabei so viel Mühe gibt, ein guter Mensch zu sein?“

 

FEELINGS umfasst die Bühnen-, Ton- und Onlinearbeiten, künstlerische Forschung, Games und Gefühle, die Jil Dreyer und Josef Mehling seit 2017 mit- und füreinander entwickeln. Sie zeigten bisher Arbeiten u.a. am Staatstheater Mainz, FELD Theater Berlin und an der Gessnerallee Zürich. »Society Intact« ist ihre erste Arbeit am Ballhaus Ost.

 

H I N W E I S:
Teil der Vorstellung sind laute Geräusche und flackernde Lichter (Stroboskopeffekte).
Vor der Vorstellung gibt es die Möglichkeit eines “Early Boardings”. Das bedeutet, wer möchte, kann mehr Zeit und ggf. Unterstützung beim Betreten des Saales, beim Platz finden und Hinsetzen bekommen.

Content Note

Auf der Bühne stellt sich ein weißes Paar als “normal” da und grenzt sich dabei von gesellschaftlich Abgewerteten ab. Dabei bedienen sie sich u.a. klassistischen und rassistischen Argumentationsmustern.

In einer Szene geht es explizit um Dickenfeindlichkeit.

Es gibt Darstellungen von Sex.

Selbstmordgedanken und das Essen von Menschen werden erwähnt aber nicht dargestellt.

Kontaktiert uns gern mit Fragen zu diesen Szenen über info @ ballhausost . de

Songs & Dances about the Weather

Das Tanzstück verbindet Geschichten über afrikanische Rainmaking Rituale mit der poetischen Darstellung von Klimadaten der abschmelzenden Gletscher in Europa. So werden zwei Phänomene des Verschwindens in Zusammenhang gebracht und mit Hilfe dreidimensionaler Projektionen erfahrbar gemacht.

 

Christoph Winkler erarbeitete seit 1996 als freischaffender Künstler mehr als 80 Tanzstücke und ist einer der profiliertesten und vielseitigsten Choreografen Deutschlands. Seine Arbeit umfasst ein weites Spektrum von Formaten und reicht von sehr persönlichen bis hin zu politischen Themen. Unter dem Dach der Company Christoph Winkler bringt er Tänzer:innen aus der ganzen Welt zusammen, um als temporäre Kollektive an einem weiten, inhaltlichen Spektrum zusammenzuarbeiten.

Spaßige Sache

Hysterisches Globusgefühl begeben sich gemeinsam mit dem Publikum auf die Suche nach dem puren und befreiten Spaß, einem utopischen Ort, an dem niemandem das Lachen vergeht und alle gleichermaßen viel zu lachen haben.

 

Das Performancekollektiv Hysterisches Globusgefühl (Berlin/Wien) richten sich mit vollem Herzen und solidarischer Zusammenarbeit mit ihrer künstlerischen Arbeit gegen das heteronormative Patriarchat und entwickeln Utopien für eine antirassistische, klassenlose, queerfeministische und respektvolle Zukunft. 2011 mit dem Jurypreis des Festivals Arena… der jungen Künste für »Macht was: Macht nichts!« ausgezeichnet, wurden die Erfahrungen dieser ersten Produktion Grundlage für weitere Performances, in der öffentlicher und Theaterraum ineinander verschränkt werden. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion und globalem Unwohlsein.

 

H I N W E I S :
Es werden diskriminierende Stereotype wiedergegeben und verhandelt. Es gibt Partizipations- und Interaktionsangebote, die nicht angenommen werden müssen. Am Ende des Stücks kommen plötzlich laute und raumgreifende Gebläse zum Einsatz.

Stierhunger

Bulimie heißt wörtlich „Stierhunger“, also wirft sich Anna Kirstine Linke mitsamt ihren inneren Stieren in die Arena. Zwischen dem Papst und Madonna, als Stierkämpfer:in und Stier fragt Linke, ob Essstörungen* Proteste gegen binäre oder sexistische Strukturen sind oder wie diese Strukturen Essstörungen* hervorbringen?

 

Autor:in, Regisseur:in, Performer:in und Bodyworker:in Anna Kirstine Linke studierte Philosophie-Künste-Medien in Hildesheim, Regie an der HfMT und der ZHdK & believes in the power of vulnerability. Parallel zu »Stierhunger« fragt Linke in »Sex und Kartoffeln« am Theater Magdeburg wie sich Sexualitäten dekolonialisieren lassen.

 

Content Note: Thematisierung von Essstörungen* und sexualisierter Gewalt

Im Stück nutzt Anna Kirstine Linke die Begriffe „Essstörungen“ und „krank“, um als Ex-Betroffene von Bulimie und anderen Essstörungen in der Selbstaneignung dieser Fremdbezeichnungen einen Zwischenschritt dahin zu gehen, langfristig die Binarität „gesund“ und „krank“ mitaufzuweichen.

Stimmung

Opera Lab Berlin verwandelt Karlheinz Stockhausens Konzertstück »Stimmung« für sechsstimmigen a cappella Obertongesang – einen Klassiker der jüngeren Musikgeschichte – in Musiktanztheater. Der meditative, harmoniesuchende und an Überirdisches appellierende Obertongesang atmet den Geist der Protestbewegungen der 60er und 70er Jahre. Seine Esoterik entfaltet ein künstlerisches Gegenbild zum kapitalistischen Rationalismus, zur westlichen Lebensweise und zum bürgerlichen Konzertritual. Unter der Leitung der Tänzerin und Choreographin Margaux Marielle-Tréhoüart erweitern die Sänger:innen die Musik mit den Körpern im Raum und hinterfragen das heutige Verhältnis zum Metaphysischen. Im Ballhaus Ost, in der ehemaligen Feierhalle der Freireligiösen Gemeinde Berlin, wird »Stimmung« gleichermaßen zu Gottes Totenmesse wie zum Wiederbelebungsversuchs seiner Überreste.
Im März 2022 wandert die Produktion zum am Deutschen Nationaltheater Weimar neu gegründeten Festival »Passion :SPIEL«.

Opera Lab Berlin ist ein freies Ensemble für zeitgenössisches Musiktheater und versteht sich als Labor der Stimme, des Körpers, des Instrumentalspiels und der musiktheatralischen Komposition.
Margaux Marielle-Tréhoüart, geboren in Paris und aufgewachsen in Grenoble, ist Tänzerin und Choreografin. Seit drei Jahren verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Opera Lab Berlin und den Regiearbeiten von Michael Höppner.

Studie von G. Anschütz, Dolomiten 1943

Was tun mit den Fotos von Großvätern in Nazi-Uniformen, die man in Schuhkartons, Fotoalben oder gerahmt auf der Anrichte findet? Unsere Großeltern sind tot, aber diese Fotos bleiben. Und sie werfen Fragen auf: nach dem Fortleben nationalsozialistischer Ideologie in der Familie, nach unserem ganz persönlichen Nazihintergrund und nach unseren Vorstellungen davon, was Männlichkeit sein soll.

Die Anrichte der Großeltern wird zur Bühne, auf der sich die Frontfotografien unserer Großväter in lebensgroße Zeichnungen verwandeln. Nach und nach entsteht so ein performativer Comic, in dem Marie Simons und ihr Kollektiv die alten Fotografien auseinandernehmen, sie übermalen und deren Auswirkungen auf ihre eigene queere Biografie befragen.

 

Marie Simons, Dennis Dieter Kopp, Nikolaus Kockel, Nora Schön und Angela Queins arbeiten an der Schnittstelle bildender und performativer Künste. Die Gruppe eint eine theoretische wie praktische Auseinandersetzung mit kritischer Männlichkeitsforschung sowie ein intersektionales Verständnis von Feminismus und queeren Identitäten.

 

Content note: Das Stück behandelt Nationalsozialismus und beinhaltet nationalsozialistische Sprache.

Studiorama

Das improvisationsfreudige Gesangskollektiv aus Hamburg residiert für eine Woche am Ballhaus Ost. Nach zwei Musiktheater-Projekten haben sich aus der vielseitigen Gruppe heraus künstlerische Praktiken und Autor:innenschaften entwickelt. Die TakeHeart-Residenz am Ballhaus Ost dient dazu, diese Vielheit unter einem Dach zu sammeln. Stimmen und Hierarchien werden wieder einmal neu gemischt. Welche Erzählungen, Texte und Melodien entstehen aus dem Chor selbst? Wie lässt sich die Vielheit hörbar machen? Am Sonntag öffnet der Chor für eine publikumsoffene Live-Hörspiel-Session die Türen und lädt dazu ein, Neukompositionen, Erzählungen und Improvisationen in entspannter Atmosphäre bei einer Tasse Tee zu lauschen.
 

Der extrem gemischte Chor ist ein 2017 gegründetes Musiktheater-Ensemble. Die Zusammensetzung des Ensembles strebt eine stimmliche Heterogenität an, die ein breites Spektrum an Altersgruppen, Professionalitäten und musikalischen Prägungen umfasst.

The Crossing (Die Überquerung)

Jenseits einer unvorstellbaren Leere liegt eine Welt, die nur von queeren Menschen bewohnt wird. Das Theaterstück erzählt davon, wie Risse in dieser Utopie entstehen. Geschrieben und aufgeführt in der queeren Sprache Damiá, stellt »The Crossing (Die Überquerung)« die Frage, ob neue Worte der Ort sein könnten, an dem wir endlich ein Zuhause bauen.

 

»The Crossing (Die Überquerung)«, durchweg in der queeren Kunstsprache Damiá verfasst, die Aslan selbst seit der Jugend entwickelt, war ursprünglich als Live-Performance konzipiert. Die Verfilmung entstand, nachdem die Premiere 2022 wegen COVID abgesagt worden war. Der Film ist zwei Wochen lang, vom 28. Februar bis zum 13. März 2023, kostenlos online verfügbar. Der Text wird für das Publikum mit Untertiteln ins Englische und Deutsche übersetzt.

 

Chris Gylee und Aslan arbeiten als queeres Performancekollektiv unter dem Namen ONCE WE WERE ISLANDS seit 2012 im unerschöpflichen Feld zwischen den Disziplinen und kombinieren dafür Theater, Film, Choreographie und wissenschaftliche Forschungsarbeit. Die beiden Performer* nutzen für ihre poetischen Arbeiten (auto-) biografische Erzählung ebenso wie akribische Recherche zu queeren Lebensrealitäten.

The Dan Daw Show

Im Rahmen vom NO LIMITS – Disability & Performing Arts Festival 2022

 

Nominiert für die National Dance Awards 2021 gibt die intime Performance einen Einblick in die glänzende und schweißtreibende Zerrissenheit des Lebens, gleichzeitig mit Scham und Stolz zu leben.

 

H I N W E I S : 

Das Stück ist Publikum ab 16 Jahren empfohlen. Es finden darin Darstellungen von Kink-Erfahrungen, Erstickung, Demütigung, dominantem Verhalten und expliziter Sexualität und Sprache statt und es werden Fremdheitsgefühle beschrieben. Teil der Vorstellung sind laute Geräusche, blinkende Lichter und sexy Menschen mit Behinderung. 

The Eating Show

Drei Vokalist:innen kochen ein kulinarisches Erlebnis aus den Internet-Heil-Phänomenen Eating Show (Muk-bang) und ASMR, scharf gewürzt mit einem globalen sozialen Problem: rassistisch motivierte Gewalt gegen Asiat:innen, vom 20. Jahrhundert bis aktuellen Asian Hate durch COVID-19. Mit einer Fusionsklangküche aus Internetkult, experimentaler Vokalmusik und asiatischer Weltmusik zeigt das Stück ungehörte Perspektiven von den Asiat:innen und lädt das Publikum dazu ein, die eigene Rolle in der postmigrantischen Gesellschaft zu hinterfragen.

H I N W E I S : 
Das Stück thematisiert anti-asiatische Gewalt und ist daher einem Publikum ab 16 Jahren empfohlen.

 

Hang Su ist Komponist der neuen Musik. Er arbeitet an performativen Projekten und experimentiert mit neuen Formen von Musiktheater.